Johannes Rothkranz

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Johannes Rothkranz ist ein deutscher rechtsextremer sedisvakantistisch-katholischer Theologe aus Filsen am Rhein.[1]

Leben und Wirken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Rothkranz war ursprünglich Priesteramtskandidat für das Bistum Regensburg und absolvierte sein theologisches Diplomstudium an der Philosophisch-Theologischen Hochschule in Heiligenkreuz, wobei er im „Collegium Rudolphinum“ (jetzt Priesterseminar Leopoldinum) als Seminarist wohnte. Seine Diplomarbeit verfasste er zum Thema „Mahl- oder Opfercharakter der heiligen Messe?“.

Nach Abschluss seines Studiums im Jahre 1985 begann Rothkranz mit der Absolvierung eines Pastoraljahrs in der Diözese Regensburg, wo er dann zum Diakon und Priester geweiht werden wollte. Vor allem aufgrund seiner Kritik am sogenannten Volksaltar entschieden sich die Verantwortlichen gegen seine Weihe.

Rothkranz kritisierte 1986 das Engelwerk, nachdem er sich auf einem Einführungskurs für den Orden der Regularkanoniker vom Heiligen Kreuz auf Madeira davon abgewandt hatte,[1] und wandte sich dann bald dem Sedisvakantismus zu. Er sieht den Apostolischen Stuhl seit der Erklärung des 2. Vatikanischen Konzils über die Religionsfreiheit als unbesetzt an, was er in einem 1.700 Seiten umfassenden, 1995 erschienenen zweibändigen Werk zu dieser Frage theologisch begründet.

Freimaurer und Zionisten sind für ihn die eigentlichen Drahtzieher des kirchlichen und weltlichen Geschehens. Um seine Verschwörungstheorie zu stützen, greift er in seinen zahlreichen Veröffentlichungen gelegentlich auch auf Quellen aus dem Bereich des Geschichtsrevisionismus zurück. In seinem mehrbändigen Werk Die Protokolle der Weisen von Zion - erfüllt! nutzt er Versatzstücke einer in Deutschland seit 2001 indizierten antisemitischen Fälschung und Hetzschrift, der sogenannten Protokolle der Weisen von Zion.[2] In seiner Broschüre Wußten Sie schon …? benutzt Rothkranz als Quellen Werke und Zitate von Holocaustleugnern wie Richard Harwood und David Irving und verweist auf das pseudowissenschaftliche, neonazistische Institute for Historical Review.

Rothkranz nutzt verschwörungstheoretische und antisemitische Denkmuster, indem er von einer mächtigen Organisation spricht, die seit langer Zeit die Weltherrschaft unter antichristlichen Vorzeichen an sich reißen wolle. Es handele sich dabei um das „organisierte Judentum“ und seine vielen Hilfsorganisationen, als deren bedeutendste die 1717 gegründete Großlogen-Freimaurerei zu gelten habe. Man habe es mit der „Synagoge Satans“ zu tun, einer Organisation, welche die Zahl 666 verbreiten wolle, um die Menschheit zu unterjochen.[3] Weiterhin verbreitet er mit einem seiner Bücher Verschwörungstheorien die Terroranschläge des 11. September 2001 betreffend und sieht im Rücktritt Papst Benedikts XVI. sowie der Wahl seines Nachfolgers Franziskus die „Kabbala“ am Werk.

Die Priesterbruderschaft St. Pius X. hat im Jahr 2006 erneut ein Hausverbot über Rothkranz verhängt und ihm den Empfang der Sakramente durch Priester der Bruderschaft verweigert. Es wird den Gläubigen von der Priesterbruderschaft empfohlen, die Schriften von Rothkranz nicht zu lesen.

Schriften (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Die kommende „Diktatur der Humanität“ oder die Herrschaft des Antichristen. Schmid-Verlag, Durach 1990/92 (3 Bände)
  1. Die geplante Weltdemokratie in der „City of Man“. 1990.
  2. Die Weltherrscher der Finsternis in Aktion. 2. Aufl. 1992.
  3. Die vereinigte Religionen im antichristlichen Weltstaat. 2. Aufl. 1992, ISBN 3-929170-11-6.
  • Der Vertrag von Maastricht. Endlösung für Europa. Anton A. Schmid-Verlag, Durach 1997 (2 Bände)
  1. 2. Aufl. 1997, 314 S. ISBN 3-929170-37-X.
  2. 2. Auf. 1997, S. 316–648. ISBN 3-929170-38-8.
  • Freimaurersignale in der Presse. wie man sie erkennt und wie man sie deutet. 3. Aufl. Anton A. Schmid-Verlag, Durach 2000, ISBN 3-929170-96-5.
  • Die Freimaurerei kurz vor dem Ziel. In: Recht und Wahrheit. Das aufrichtige Zweimonatsmagazin, Nr. 7 + 8 / 2000, Seite 17ff. ISSN 0949-1953.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Heiner Boberski: Das Engelwerk. Theorie und Praxis des Opus Angelorum. Otto Müller Verlag, Salzburg 1993, Seiten 222–228. ISBN 3-7013-0854-3
  2. Johannes Rothkranz: Die „Protokolle der Weisen von Zion“ - erfüllt!, Band I (2 Teilbände), Anton Schmid, Durach 2004 ISBN 3-938235-01-2.
  3. http://www.h-ref.de/literatur/r/rothkranz/wussten-sie-schon.php