John Gavin

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John Gavin (2. von links) mit Nancy Reagan im September 1985 nach dem Erdbeben in Mexico City

John Gavin (* 8. April 1928 oder 1931 in Los Angeles, Kalifornien als John Anthony Golenor) ist ein US-amerikanischer Schauspieler, der auch als Präsident der Schauspielergewerkschaft sowie als amerikanischer Botschafter in Mexiko fungierte.

Leben[Bearbeiten]

Gavin wurde als Sohn von Herald Ray Golenor und dessen mexikanischer Ehefrau Delia Diana Pablos geboren. Er begann zunächst ein Studium der lateinamerikanischen Wirtschaftsgeschichte an der Stanford University, das er mit dem Bachelor of Arts abschloss. Anschließend leistete er einen vierjährigen Militärdienst als Aufklärungsoffizier in der US Navy (1952–1955).

Hollywood[Bearbeiten]

Im Anschluss an seine Militärzeit ging John Gavin nach Hollywood, wo er 1956 neben Rory Calhoun im Western Raw Edge sein Debüt als Filmschauspieler gab. Der Schauspieler entsprach dem gängigen Schönheitsideal der damaligen Zeit – groß, dunkelhaarig, kräftige Kinnpartie – und verkörperte daher meist geradlinige, aufrechte Charaktere. Seinen Durchbruch erreichte er 1958 neben Liselotte Pulver in Douglas Sirks Kriegsdrama Zeit zu leben, Zeit zu sterben. Für diesen Auftritt als deutscher Soldat erhielt er den Golden Globe Award als Bester Nachwuchsdarsteller. Ein Jahr spielte Gavin auch die männliche Hauptrolle in Sirks letztem Film, dem Gesellschaftsdrama Solange es Menschen gibt mit Lana Turner. Sein Filmstudio Universal plante, Gavin als Nachfolger von Rock Hudson aufzubauen.

1960 verkörperte Gavin in Alfred Hitchcocks Thriller-Klassiker Psycho die Rolle des Sam Loomis, dessen Geliebte vom Hotelbesitzer Norman Bates ermordet wird. Regisseur Hitchcock (wie auch viele Filmkritiker) empfand Gavin als eher hölzernen Schauspieler und verpasste ihn deshalb den Spitznamen The Stiff (Der Steife). Ebenfalls 1960 verkörperte er in Stanley Kubricks Monumentalfilm Spartacus den römischen Feldherrn Julius Caesar. Er spielte außerdem neben Doris Day im Thriller Mitternachtsspitzen (1960) und in Peter Ustinovs Komödie Romanoff und Julia (1961). Auf der Suche nach besseren Rollen verließ er sein Filmstudio Universal im Jahre 1962, doch als freier Schauspieler bekam er kaum noch Filmangebote. Auch seine Rückkehr zu Universal brachte seiner Karriere keinen erneuten Aufschwung. Ab Mitte der 1960er Jahre arbeitete er vor allem als Fernsehdarsteller.

1971 erhielt Gavin in der Nachfolge von George Lazenby einen Vertrag als James Bond für die Filmproduktion Diamantenfieber. Nachdem Sean Connery jedoch seine Bereitschaft zur Rückkehr als Bond signalisiert hatte, wurde der bereits unterschriebene Vertrag mit Gavin wieder gelöst. Das Geld wurde Gavin dennoch ausgezahlt. Ebenfalls 1971 wurde Gavin zum Präsidenten der Schauspielergewerkschaft (Screen Actors Guild) gewählt. Das Amt bekleidete er bis 1973. Danach versuchte er sich als Theaterschauspieler am Broadway (Seesaw, 1973).Seine letzte Schauspielrolle hatte er 1981 in der Fernsehserie Fantasy Island.

Diplomatische Laufbahn und späteres Leben[Bearbeiten]

1981 schlug sein Schauspielkollege und Vorgänger als Präsident der Schauspielergewerkschaft, Ronald Reagan, Gavin für das Amt des US-Botschafters in Mexiko vor. Dazu prädestinierten Gavin vor allem seine ausgezeichneten Sprachkenntnisse – seine Mutter war mexikanischer Abstammung und hatte ihn zweisprachig erzogen. Von Juni 1981 bis Juni 1986 nahm er dieses Amt wahr. Seit 1986 ist er als Geschäftsmann in der freien Wirtschaft tätig.

Seit 1974 ist Gavin in zweiter Ehe mit der Schauspielkollegin Constance Towers verheiratet. Das Paar hat zwei gemeinsame Kinder, sowie zwei Kinder aus Towers’ erster Ehe.

Filmografie (Auswahl)[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]