Jon Vickers

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Jonathan Stewart Vickers, CC (* 29. Oktober 1926 in Prince Albert, Saskatchewan; † 10. Juli 2015 in Ontario)[1] war ein kanadischer Heldentenor.

Werdegang[Bearbeiten]

Vickers wurde in Toronto ausgebildet und debütierte 1956 in London (Covent Garden), dann 1958 bei den Bayreuther Festspielen als Siegmund, einer seiner Paraderollen. In den 1960er und 1970er Jahren galt er als der international gefragteste Sänger seines Fachs. Seit den 1980er Jahren war er auch als Lehrer tätig; zu seinen bekanntesten Schülern gehört sein kanadischer Landsmann Ben Heppner, der oft (nicht zuletzt wegen der stimmlichen Ähnlichkeit und der Pflege des ungefähr gleichen Repertoires) als sein Erbe bezeichnet wird.

Jon Vickers’ kraftvolle und nuancenreiche Stimme, sein stämmiges, muskulöses Aussehen sowie seine große Fähigkeit zur dramatischen Darstellung machten ihn in den Augen vieler Dirigenten, Regisseure und Kritiker zum idealen Siegmund, Tristan, Otello (Verdi), Samson aus Samson et Dalila (Saint-Saëns) bzw. Samson (Händel) sowie Äneas (Berlioz) seiner Zeit, auch galt er als erstklassiger Florestan und Peter Grimes. Für seine ausdrucksstarken Wagner-Interpretationen erhielt er im Jahr 2002 den „Anton-Seidl-Preis“ („Anton-Seidl-Award“) der Wagner-Society of New York.

Aus religiösen und philosophischen Gründen (Vickers war bekennender Christ) weigerte sich der Tenor, den Tannhäuser darzustellen. Auch den Siegfried aus der gleichnamigen Oper wollte er nicht interpretieren. Zu einer Aufnahme der gleichen Rolle in der Götterdämmerung, zu der er sich nach langem Überlegen schließlich bereit erklärte, kam es ebenfalls nie.

Diskografie[Bearbeiten]

Hörbeispiele[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. J. Heffernan: Jon Vickers, 88, Heroic Canadian Tenor, Has Died. In: operanews.com. Metropolitan Opera Guild, 11. Juli 2015, abgerufen am 12. Juli 2015 (englisch).