Jonas Schmidt-Chanasit

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Jonas Schmidt-Chanasit

Jonas Schmidt-Chanasit (* 25. März 1979 in Berlin-Pankow) ist ein deutscher Virologe und Hochschullehrer an der Universität Hamburg.

Leben und Wirken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach seinem Abitur am Erich-Fried-Gymnasium in Berlin-Friedrichshain studierte Schmidt-Chanasit zwischen 2000 und 2006 Humanmedizin an der Charité in Berlin und wurde 2006 mit der Dissertation Entwicklung und Validierung serologischer Testverfahren zum Nachweis importierter Hantavirusinfektionen zum Dr. med. promoviert. Bereits während der Erarbeitung der Dissertation war er als Gastwissenschaftler an der Kasetsart-Universität in Bangkok tätig.[1] Anschließend arbeitete er als Postdoktorand unter Hans Wilhelm Doerr am Institut für Medizinische Virologie der Johann Wolfgang Goethe-Universität in Frankfurt am Main und habilitierte sich dort 2010 zum Dr. med. habil. im Fach Virologie.[2] Seit 2010 leitet er gemeinsam mit Stephan Günther das Kooperationszentrum der WHO für Arboviren und hämorrhagische Fieberviren am Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin in Hamburg.[3] Nach Rufen an die Universitäten Greifswald und Frankfurt am Main ist er seit 2018 Inhaber des Lehrstuhls für Arbovirologie an der Universität Hamburg.[4] Schmidt-Chanasit ist Autor oder Co-Autor von weit über 200 wissenschaftlichen Veröffentlichungen.[5]

Schmidt-Chanasit wurde einer breiten Öffentlichkeit durch zahlreiche Radiosendungen und TV-Auftritte bekannt, in denen er infektiologische Fragestellungen allgemeinverständlich erläutert.[6] Während der Corona-Krise im Jahr 2020 gehört er in den deutschen Medien zu den gefragtesten Gesprächspartnern unter den Medizinern.[7]

Schmidt-Chanasit ist verheiratet, Vater eines Sohnes und lebt mit seiner Familie in Berlin und Bangkok.

Forschungsschwerpunkte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die von Schmidt-Chanasit geleiteten Forschungsgruppen befassen sich mit Emerging und Re-Emerging Viruses (z. B. Ebola-Virus, Borna-Virus, Zika-Virus, Chikungunya-Virus oder Usutu-Virus).[8] Ein Schwerpunkt liegt dabei auf den durch Stechmücken übertragenen Viren (Arboviren). Insbesondere wird die Interaktion zwischen Arboviren und ihren Vektoren erforscht und wie diese die Virusevolution beeinflusst. Darüber hinaus werden in den Forschungsgruppen Modelle entwickelt, um Arbovirus-Epidemien besser vorhersagen zu können.

Auszeichnungen und Ehrungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Biographie Jonas Schmidt-Chanasit. In: Körber-Stiftung. Körber-Stiftung, 17. Oktober 2012, abgerufen am 25. September 2018.
  2. Institut für Medizinische Virologie: Publikationsverzeichnis 2010. (Nicht mehr online verfügbar.) Klinikum der Johann Wolfgang Goethe Universität, 2. Januar 2011, archiviert vom Original am 25. Oktober 2018; abgerufen am 25. Oktober 2018.  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/kgu.de.com
  3. WHOCC - WHO Collaborating Centres. World Health Organization (WHO), 23. Dezember 2016, abgerufen am 12. September 2018 (englisch).
  4. Univ.-Prof. Dr.med. Dr.med.habil. Jonas Schmidt-Chanasit : Lehrbeauftragte / Promotionsverfahren: Universität Hamburg. Fachbereich Biologie der Universität Hamburg, abgerufen am 25. September 2018.
  5. Jonas Schmidt-Chanasit. In: Google Scholar. Abgerufen am 21. September 2018.
  6. schmidt-chanasit - Google-Suche. Abgerufen am 25. Oktober 2018 (de-US).
  7. Die Corona-Krise: Wo stehen wir, was kommt noch? In: ARD im Internet. 17. März 2020, abgerufen am 19. März 2020.
  8. Arbeitsgruppe Schmidt-Chanasit. Bernhard-Nocht-Institut Für Tropenmedizin - Stiftung Öffentlichen Rechts, abgerufen am 12. September 2018 (englisch).
  9. Charité Universitätsmedizin Berlin: Jahrebesricht Institut für Virologie. In: Institut für Virologie der Charité. Detlev Krüger, 1. Februar 2006, S. 39, abgerufen am 12. September 2018 (PDF).
  10. Wissenschaftspreis Klinische Virologie Der DVV Und Der GFV. Gesellschaft für Virologie e.V., abgerufen am 8. Oktober 2018.