Josef Seché (Architekt)

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Josef Seché, bürgerlicher Name Josef Sechehaye (* 1850 in Köln; † 4. Februar 1901 ebenda)[1] war ein deutscher Architekt und Lehrer an der Königlichen Provinzial-Gewerbeschule in Köln.[2]

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Über die Ausbildung von Josef Seché ist nichts bekannt. In den 1870er Jahren war er als Architekt im Dienste der Rheinischen Eisenbahn-Gesellschaft tätig. Um 1879/80 wurde er an die Königliche Provinzial-Gewerbeschule in Köln berufen, wo er die Fächer dekoratives Malen, Freihand- und kunstgewerbliches Fachzeichnen sowie Entwerfen unterrichtete. Parallel dazu war er als selbstständiger Architekt tätig. Er entwarf verschiedene Kölner Bürgerhäuser. Zu seinem Lebenswerk gehören aber auch einige Sakralbauten. Dass er außerdem an Architekturwettbewerben teilnahm, lässt sich anhand eines Beitrages für den Neubau eines Kreishauses in Hörde feststellen, der zusammen mit dem Entwurf des Architekten Speer aus Mannheim den Wettbewerb gewann.[3] Nach den Kölner Bürgerrollen (Liste der stimmfähigen Bürger der Stadt Köln) wohnte er um 1880 in der Pantaleonstrasse Nr. 29,[4] danach auf dem Hohenzollernring Nr. 83.[5] Die letzte Wohnung hatte er auf dem Sachsenring Nr. 101, wo er im Alter von 50 Jahren verstarb.[6] Seine Grabstätte auf dem Kölner Melaten-Friedhof existiert nicht mehr.[7][8]

Sein Sohn Josef Seché war Maler und Gebrauchsgraphiker.

Bauten (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Köln[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1878: Breite Straße/St. Apernstraße, Wohn- und Geschäftshaus „Bäckermeister Blumacher“[9]
  • 1882/83: Hohenzollernring Nr. 32
  • 1885/86: Hohenzollernring Nr. 83
  • 1886: Hohenstaufenring Nr. 58[10]
  • 1886/87: Habsburgerring Nr. 20
  • 1886/87: Marsplatz 10–14/Steinweg, Geschäftshaus der Firma F. Alsberg (Mitte der 1930er-Jahre abgebrochen)[11]
  • 1887/88: (zusammen mit H. Krings) Salierring Nr. 27–35
  • 1888: Hohenstaufenring 43, Wohn- und Geschäftshaus[12]
  • 1890: Sachsenring Nr. 95 und Nr. 97
  • 1890: (zusammen mit J. Crones) Sachsenring Nr. 101 und Nr. 103

Außerhalb Kölns[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bilder[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Friedrich Romberg: Bericht über die Entstehung, Entwicklung und Organisation der Anstalt, sowie der mit derselben verbundenen Handwerker-Fortbildungsschule. Zugleich als Festschrift herausgegeben bei Gelegenheit der Einweihung des neuen Schulgebäudes. Köln 1886.
  • Willy Weyres, Albrecht Mann: Handbuch zur Rheinischen Baukunst des 19. Jahrhunderts. 1800 bis 1880, Köln 1968.
  • Hiltrud Kier: Beiträge zu den Bau- und Kunstdenkmälern im Rheinland. Hrsg. Landeskonservator Rheinland, Bd. 23, Die Kölner Neustadt, Düsseldorf 1978.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Historisches Architektenregister, abgerufen am 31. März 2013.
  2. Michael Werling: Architekturlehrer der FH Köln Teil I/Die Ehemaligen. Hrsg. anlässlich des 35-jährigen Jubiläums des Fachbereichs bzw. der Fakultät für Architektur der FH Köln, Köln 2006, S. 163 ff.
  3. vgl. Centralblatt der Bauverwaltung. XI Jg., Nr. 50 vom 12. Dezember 1891, S. 503
  4. Bürgerrolle 1881, abgerufen am 31. März 2013.
  5. Bürgerrolle 1885, abgerufen am 31. März 2013.
  6. Bürgerrolle 1891, abgerufen am 31. März 2013.
  7. H. R. Jung, J. Ibach: Der Friedhof zu Köln-Melaten. Kölner Verlagsanstalt und Druckerei, A.-G., Köln 1898, S. 41.
  8. ehemalige Grabstelle in der Datenbank von Find a Grave. Abgerufen am 27. August 2020 (englisch).
  9. vgl. Allg. Bauzeitung, Bd. 56, Wien 1891, S. 16 ff.
  10. vgl. Allg. Bauzeitung, Bd. 57, Wien 1892, S. 64 ff.
  11. Wolfram Hagspiel: Köln in Fotografien aus der Kaiserzeit. Regionalia Verlag, Rheinbach 2016, ISBN 978-3-95540-227-3, S. 78.
  12. Wolfram Hagspiel: Köln in Fotografien aus der Kaiserzeit. Regionalia Verlag, Rheinbach 2016, ISBN 978-3-95540-227-3, S. 125/126.
  13. Eberhard Wulff war der Leiter der Hochbauabteilung der Rheinischen Eisenbahn Gesellschaft (REG). Er baute u. a. die Bahnhofsgebäude von Montabaur, Gerolstein, Kyllburg, Niedermendig, Neandertal, Mettmann (heute Mettmann-Stadtwald), Wuppertal-Ottenbruch und Wuppertal-Mirke.
  14. Der Bahnhof Bad Neuenahr, abgerufen am 31. März 2013.
  15. Der Bahnhof von Ahrweiler (Memento des Originals vom 8. Oktober 2015 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.kreis.aw-online.de, abgerufen am 31. März 2013.
  16. Ev. Kirche Hückelhoven (PDF; 14,8 MB) abgerufen am 1. April 2013
  17. St. Mariä Empfängnis in Essen-Holsterhausen abgerufen am 1. April 2013