Jägersburg

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Jägersburg
Stadt Homburg
Wappen der ehemaligen Gemeinde Jägersburg
Koordinaten: 49° 22′ 17″ N, 7° 19′ 18″ O
Höhe: 273 m ü. NHN
Einwohner: 3099 (1. Okt. 2017)[1]
Eingemeindung: 1. Januar 1974
Postleitzahl: 66424
Vorwahl: 06841
Jägersburg (Saarland)
Jägersburg

Lage von Jägersburg im Saarland

Gustavsburg in Jägersburg
Schloßweiher mit Gustavsburg
Die Gustavsburg von der Schloßstraße aus gesehen.
Der Spickelweiher im Jägersburger Wald ist der einzige Weiher des Ortes, der über den Glan entwässert.
Der Brückweiher mit seinen Freizeitanlagen ist die Hauptattraktion Jägersburgs

Jägersburg (im örtlichen Dialekt Järschborch oder Jächersburch) ist ein Stadtteil der saarländischen Kreisstadt Homburg im Saarpfalz-Kreis. Die bis Ende 1973 eigenständige im Landkreis Homburg gelegene Gemeinde besitzt heute den Status eines Gemeindebezirks mit eigenem Ortsvorsteher und Ortsrat, der allerdings den Stadtrat nur beratend unterstützt.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ortsgliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Neben dem Hauptort Jägersburg gehören Altbreitenfelderhof und Websweiler zu Jägersburg. Jägersburg hat 2700 Einwohner (Stand: 1. Oktober 2017)[1].

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ort Jägersburg entstand während der zweiten fränkischen Besiedlung um 750 auf den Resten einer keltischen Siedlung als Hattweiler in der Nähe der heutigen Stadt Homburg (seinen Heutigen Namen erhielt Jägersburg erst 1749). Zahlreiche Hügelgräber in den Wäldern um den Ort zeugen von früheren Siedlungsstätten.

In den Resten der Wasserburg Hattweiler, die Herzog Gustav Samuel Leopold von dem schwedischen Architekten Jonas Erikson Sundahl zum Jagdschloss Gustavsburg umbauen ließ, befindet sich das heutige Burg- und Schlossmuseum Jägersburg. Erste Erwähnung fand die Burg Anno 1272 mit den Burgherren Berthelo (Bartholomaeus) de Hetwilre und seiner Ehefrau (uxor) Salmine, Tochter des Conrad genannt Colbe de Butreville. In der Folgezeit wechselte die Burg häufig den Besitzer und viele klangvolle Namen tauchen in den Annalen auf.

Der wittelsbacher Herzog Christian IV. von Pfalz-Zweibrücken baute von 1752 bis 1756 das Jagdschloss Schloss Jägersburg unweit der alten Burg. Das frühklassizistische Schloss diente mit seinen weitläufigen Parkanlagen der Jagdleidenschaft des Herzoges. Es wurde 1793 von den Franzosen und Bauern restlos zerstört.

Das berühmte Regiment Royal Deux-Ponts, das von Herzog Christian IV. im Auftrag des Königs von Frankreich aufgestellt wurde, begann seine Rekrutierung in den Jägerkasernen des Jagdschlosses. Das Regiment zeichnete sich in der Schlacht von Yorktown (USA) aus, ging während der Revolution in französischen Besitz über und wurde nach einigen Umbenennungen im Jahre 2000 aufgelöst.

Im Rahmen der saarländischen Gebiets- und Verwaltungsreform wurde am 1. Januar 1974 die bis dahin eigenständige Gemeinde Jägersburg der Stadt Homburg zugeordnet und ist seitdem ein Stadtteil und ein Gemeindebezirk.[2]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ort liegt inmitten ausgedehnter Waldungen, die noch zu den Ausläufern des Pfälzerwaldes gehören, und ist bekannt durch seine vielen Weiher die zusammen genommen eine Wasserfläche von ca. 25 Hektar bedecken. Die Größten davon sind der Möhlwoog (7,4 Hektar), der Brückweiher (7,09 Hektar), Schloßweiher (1,71 Hektar) und der im Naturschutzgebiet Jägersburger Wald/Königsbruch gelegene Spickelweiher (3 Hektar). Die gesamte Umgebung des Ortes dient als Naherholungsgebiet, das jährlich von vielen Besuchern aus dem Saarland und der angrenzenden Westpfalz besucht wird. Neben den Weihern befinden sich am Brückweiher noch weitere Attraktionen, unter anderem: Der Abenteuerpark Homburg – ein Kletterpark mit verschiedenen Schwierigkeitsstufen, das Arboretum, in dem seltene Hölzer wachsen, sowie ein Bootsverleih.

Jedes Jahr um das erste Juliwochenende herum findet das Jägersburger Strandfest statt. Es verleiht dem Schloßweiher besonders bei Nacht eine romantische Atmosphäre. Zum Abschluss findet ein großes Feuerwerk über dem Weiher statt.

Wasserscheide[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Durch den Ort verläuft die Wasserscheide zwischen Erbach/Blies und Glan/Nahe.

Jugendzeltplatz Herrgottshübel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am nordöstlichen Ortsrand Richtung Altbreitenfelderhof liegt der 1969 gegründete Jugendzeltplatz Herrgottshübel. Dieser wird von dem Jägersburger Pfadfinder e.V (von der Deutschen Pfadfinderschaft St. Georg) betrieben. Auf ihm treffen sich jährlich viele Jugendgruppen aus dem In- und Ausland zu den traditionellen Zeltlagern. Von den Einheimischen wird der Herrgottshübel auch liebevoll „Ichelsburch“ (Igelsburg) genannt.[3]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jägersburg wird von der Bundesstraße 423 durchquert.

An der aufgegebenen Strecke der Glantalbahn gibt es den alten Bahnhof, der bereits Mitte der 1950er Jahre als Personenbahnhof aufgegeben wurde.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Rudolf Drumm: Das Dorf Jägersburg und seine Jagdschlösser. Verlag der Gemeinde Jägersburg, Jägersburg 1954.
  • Joachim Conrad, Stefan Flesch (Hrsg.): Burgen und Schlösser an der Saar. Minerva-Verlag Thinnes & Nolte, Saarbrücken 1988, ISBN 3-477-00078-1.
  • Ulrich Vicari: Von Hattwilre bis Jägersburg. Die Geschichte eines Dorfes der Saarpfalz bis 1800. Mit Urkundensammlung bis 1599. Eigenverlag, Jägersburg 1989.
  • Ralf Schneider: Schlösser und Landsitze der Herzöge von Pfalz-Zweibrücken in den Oberämtern Zweibrücken und Homburg im 18. Jahrhundert. Architektur, Intérieur, Gartenkunst. Eigenverlag, Rottenburg 2003.
  • Helmut Steitz: 100 Jahre Websweiler. Eigenverlag, Homburg 1995.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Jägersburg – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Homburg: Daten und Fakten, Einwohner nach Stadtteilen, abgerufen am 04. November 2017
  2. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. Kohlhammer, Stuttgart 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 803.
  3. Homepage des Jugendzeltplatzes Herrgottshübel