Erbach (Homburg)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Erbach
Stadt Homburg
Koordinaten: 49° 20′ 24″ N, 7° 20′ 5″ O
Einwohner: 12.494 (1. Okt. 2017)[1]
Eingemeindung: 1. April 1936
Postleitzahl: 66424
Vorwahl: 06841
Erbach (Saarland)
Erbach

Lage von Erbach im Saarland

Blick vom Schlossberg in nordwestliche Richtung auf das Ortszentrum von Erbach
Blick vom Schlossberg in nordwestliche Richtung auf das Ortszentrum von Erbach

Erbach ist der größte Stadtteil der Kreisstadt Homburg im Saarland. Er liegt nördlich des Hauptbahnhofes von Homburg und wird im Wesentlichen durch die Bahnstrecke Mannheim–Saarbrücken vom Homburger Stadtgebiet getrennt. Unmittelbar nördlich des Ortes verläuft die A 6. Im örtlichen Dialekt wird der Name Errbach ausgesprochen.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ortsgliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Neben dem Hauptort Erbach gehören die Ortsteile Lappentascher Hof und Johannishof zu Erbach. Erbach hat 12298 Einwohner (Stand: 1. Oktober 2017)[1]

Lappentascher Hof[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Lappentascher Hof liegt zwischen Erbach und Altstadt und hat 196 Einwohner (Stand: 1. Oktober 2017)[1]. Der Ortsteil hat einen eigenen Sportverein.[2] An der Zufahrtsstraße liegt ein Industrie- und Gewerbegebiet mit mehreren Fachmärkten. Dort befindet sich auch der Haupteingang der Boschwerke 1 und 2.

Gegründet wurde der Ort als Versorgungshof für die Hohenburg von dem Grafen La Bretesche, der von 1680 bis 1697 Gouverneur von Homburg und Kommandant der französischen Truppen in der Saarprovinz war. Der Name La Bretesche(s) Hof hat sich im Laufe der Zeit in Lappentascher Hof umgewandelt.[3]

Johannishof[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der zwischen Homburg und Bruchhof an der Moorniederung Closenbruch gelegene Johannishof – umgangssprachlich auch Hinkelsbix genannt – liegt als einziger Ortsteil Erbachs südlich der Bahnstrecke Mannheim–Saarbrücken. Er ist von Erbach aus nur über einen Radweg zu erreichen, mit dem Auto muss man entweder über Homburg oder über Bruchhof fahren. Hier stand eine 1760 von Herzog Christian IV. von Pfalz-Zweibrücken erbaute Fasanerie mit einem 700 ha großen Fasaneriepark im englischen Stil. Herzog Karl II. August ergänzte die Fasanerie später mit dem Schloss Amalienlust, einem eigenen Refugium für seine Gemahlin Herzogin Maria Amalie.[4] Die gesamte Anlage wurde wie das benachbarte Schloss Karlsberg 1793 von französischen Revolutionstruppen zerstört und im Laufe der Zeit vollständig abgetragen. Hier befindet sich das Kombibad KOI der Stadt Homburg.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ort („Urrebach“) wurde im Jahre 1131 als Schenkung des Grafen Friedrich von Saarwerden an das Kloster Wörschweiler erstmals urkundlich erwähnt.[5]

Namensherkunft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ort ist nach dem gleichnamigen Bach, dem Erbach benannt. Der Name Erbach kommt in Deutschland häufiger vor. Die Namensabstammung ist jedoch nicht gleich, sondern wird vom Eber oder von der Erle oder von einem Bach mit stärkerer Erdmitführung hergeleitet. Für den hiesigen Erbach ist die erste Herleitung nachgewiesen; es handelt sich also um einen Bach, an dem „der Eber auffiel“. Schon der Ebersbach, ein linker Zufluss des Erbachs, bietet einen Hinweis auf diese Namensdeutung. In einer Urkunde von 1346 werden die Orte „Vogelbach“, „Eberbach“ und „Homburg“ miteinander genannt, so dass die Herkunft „Eberbach“ für „Erbach“ historisch belegt ist.[6]

Eingemeindung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 1. April 1936 wurde die bis dahin selbständige Gemeinde Erbach-Reiskirchen in die Kreisstadt Homburg eingegliedert.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Einwohner Quelle
1895 2.333
2008 13.024
2017 12.494 [1]

Die Zahlen ab 2008 beinhalten die Einwohner des Ortsteils Lappentascher Hof.

Die katholische Pfarrkirche St. Andreas

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bauwerke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auf der Gemarkung Erbach-Reiskirchen befinden sich Bauwerke, die in der Denkmalliste des Saarlandes als Einzeldenkmale aufgeführt sind.[7] Dazu zählt ein Wohnhaus in der Dürerstraße von 1902, ein Lokschuppen von 1865 mit Umbauten aus dem 1. Viertel des 20. Jahrhunderts und die katholische Pfarrkirche St. Andreas in der Steinbachstraße die in Jahren 1903 bis 1904 nach Plänen des Architekten Wilhelm Schulte erbaut wurde.

Die am Westring im südlichen Teil von Erbach gelegene katholische Kirche Maria vom Frieden beherbergt eine als Einzeldenkmal gelistete Muttergottesfigur aus dem 1. Viertel 18. Jahrhunderts.[7]

Sportstätten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ein wichtiger Bestandteil des Ortes sind seine vielen Sportstätten. Es gibt fünf Sporthallen, sieben Fußballplätze, eine Tennisanlage, eine Leichtathletikanlage, ein Schützenhaus sowie einen Hundesportplatz und das Kombibad der Stadt KOI befindet sich am Johannishof.

Sportzentrum Erbach[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Sportzentrum Erbach wurde vom TV Erbach (später TSV Homburg-Erbach) erbaut und ist überregional bekannt. Das Hauptgebäude ist 70 m × 40 m groß. In diesem gibt es eine große Handballhalle mit Tribünen für ca. 3.000 Besucher, eine Schulturnhalle für die Luitpoldschule, eine Judohalle sowie eine Turnhalle in der ein Turnleistungszentrum des saarländischen Turnerbundes untergebracht ist. Weiter gehören zu der Anlage ein Rasenplatz mit Leichtathletikanlage und Flutlicht, eine Tennisanlage mit 3 Spielplätzen sowie ein Kleinfeldhandballplatz mit Tartanbelag. Eingeweiht wurde die Anlage bei der Handball-Weltmeisterschaft 1982 mit zwei Gruppenspielen. Die alte Veranstaltungshalle wurde im Dezember 2012 abgerissen und soll laut einem Stadtratsbeschluss durch eine neue Halle ersetzt werden.

Zwischen 1987 und 1999 trug der Handballverein TV Niederwürzbach hier seine Heimspiele aus und von 2008/2009 bis 2011/2012 die Basketballer der Saar-Pfalz Braves. In der Turnhalle trägt die Drittligamannschaft der TG Saar ihre Wettkämpfe aus.

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Stadtteil Erbach sind zahlreiche bedeutende Industrieunternehmen wie beispielsweise Bosch Dieseltechnik mit drei Werken, die Michelin-Gruppe, die INA-Schaeffler KG und Dr. Theiss Naturwaren vertreten. Somit hat Erbach die höchste Arbeitsplatzdichte aller Homburger Stadtteile. Dies ist insofern bemerkenswert, als dass die Stadt Homburg mit rund 45.000 Einwohnern bereits über 30.000 Arbeitsplätze verfügt.

Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Peter-Schulzen-Hütte des Pfälzerwaldvereins Erbach

Zurzeit befinden sich Kampagnen zum Ausbau der Infrastruktur und zum Erhalt kommunaler Identitätsträger wie der zentralen Plätze oder der St. Andreaskirche im historischen Gemeindekern in der Realisierungsphase. Im Zuge einer forcierten Sozialpolitik zeigen sich in den letzten Jahren deutliche Verbesserungen. Auch das im Jahre 2006 der Öffentlichkeit übergebene Haus der Begegnung ermöglicht einen intensiveren Dialog und gehört inzwischen zum festen Profil des Stadtteils.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Erbach (Homburg) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c d Homburg: Daten und Fakten, Einwohner nach Stadtteilen, abgerufen am 04. November 2017
  2. TuS Lappentascher Hof: Website des Vereins, abgerufen am 25. Juli 2011
  3. Willy Sachs: Die „Stunde Null“ in Homburg in: Homburger Hefte, Jahrgang 1990, Seite 17, Online verfügbar beim Archiv der Stadt Homburg: Textversion (derzeit nicht abrufbar, Stand 23. August 2012)
  4. Geschichte und Baugeschichte Artikel zum Palais Esebeck in Homburg auf schloss-carlsberg.de mit Erwähnung des Schlosses Amalienlust
  5. Andreas Neubauer, Regesten des Klosters Wörschweiler, S. 86, Nr. 1
  6. Karl Fischer: Deutung des Stadtnamens und der einzelnen Stadtteile. In: Blätter zur Geschichte der Stadt Homburg, Jahrgang 1958, Seite 6
    Online verfügbar beim Archiv der Stadt Homburg: Textversion und Faksimile (derzeit nicht abrufbar, Stand 23. August 2012)
  7. a b Denkmalliste des Saarlandes, Teildenkmalliste Stadt Homburg (PDF), abgerufen am 1. April 2014