Juiz de Fora

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Município de Juiz de Fora
Juiz de Fora
Blick auf Juiz de Fora
Blick auf Juiz de Fora
Juiz de Fora (Brasilien)
Juiz de Fora
Juiz de Fora
Koordinaten 21° 45′ S, 43° 21′ WKoordinaten: 21° 45′ S, 43° 21′ W
Lage des Munizips im Bundesstaat
Lage des Munizips im Bundesstaat
Symbole
Wappen
Wappen
Flagge
Flagge
Gründung 31. Mai 1850 (170 Jahre)Vorlage:Infobox Ort in Brasilien/Wartung
Basisdaten
Staat Brasilien
Bundesstaat Minas Gerais
Höhe 950 m
Klima tropisches Höhenklima, Cwa
Fläche 1.435,7 km²
Einwohner 516.247 (2010[1])
Dichte 359,6 Ew./km²
Schätzung 568.873 (1. Juli 2019)
Gemeindecode IBGE: 313670
Postleitzahl 36000-000 bis 36107-999
Zeitzone UTC−3
Website www.pjf.mg.gov.br (brasilianisches Portugiesisch)
Politik
Stadtpräfekt Antônio Carlos Guedes Almas[2] (2018–2020)
Partei PSDB
Kultur
Schutzpatron Antonius von Padua
Wirtschaft
BIP 15.985.712 Tsd. R$
28.355 R$ pro Kopf
(2017)
HDI 0,778 (2010)

Juiz de Fora, amtlich portugiesisch Município de Juiz de Fora, ist eine Stadt im brasilianischen Bundesstaat Minas Gerais. Die Stadt hatte zum 1. Juli 2018 geschätzt 564.310 Einwohner auf einer Fläche von 1437 km².[1]

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Juiz de Fora ist die größte Stadt im Süden des Bundesstaates Minas Gerais. Die Stadt liegt am Rio Paraibuna, einem Nebenfluss des Rio Paraíba do Sul.

Die Fläche der Gemeinde beträgt laut dem statistischen Amt IBGE 1435,749 km². Davon sind urban genutzt 317,74 km² als Stadtgebiet. Es handelt sich um die ausgedehnteste Gemeinde der Zona da Mata Mineira.

Die Gemeinde ist im Norden mit Santos Dumont und Ewbank da Câmara, im Nordosten mit Piau und Coronel Pacheco, im Osten mit Chácara, Bicas und Pequeri, im Südosten mit Santana do Deserto, im Süden mit Matias Barbosa und Belmiro Braga, im Südwesten mit Santa Bárbara do Monte Verde, im Westen mit Lima Duarte und Pedro Teixeira und im Nordwesten mit Bias Fortes begrenzt.

Das Relief von Juiz de Fora ist sehr zerklüftet und entspricht geomorphologisch der Serrana-Einheit der Zona da Mata, die zur nördlichen Mantiqueira-Region gehört. Die maximale Höhe beträgt 998 m in der Nähe des Cocais-Gebirges und das Minimum 470 m im Santo Antônio-Fluss. Das Zentrum befindet sich auf einer Höhe von 677,2 m. Etwa 2 % des Territoriums von Juiz-Forano sind flach, 15 % des Landes sind typisch für Gebirgsketten und die restlichen 83 % des Landes sind Hügelländer.

Die Entfernung von Juiz de Fora zu wichtigen Städten in Brasilien beträgt:

Klima[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Juiz de Fora hat ein tropisches Klima. Die Höchstwerte liegen das ganze Jahr zwischen 27 und 35 °C, die Tiefstwerte liegen zwischen 16 und 23 °C. Dennoch gibt es Ausnahmen: Von Juni bis August kann es morgens bis zu 12 °C kalt werden.

Die Trockenzeit dauert drei Monate (von Juni bis August), die Regenzeit sieben Monate (von November bis Mai), dann fallen an einem Tag bis zu 250 mm Niederschlag oder mehr. Der Dezember und der Januar sind die regenreichsten Monate, es wurden schon 750 mm Niederschlag in einem Monat gemessen.

Monatliche Durchschnittstemperaturen und -niederschläge für Juiz de Fora[3]
Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
Temperatur (°C) 22,0 22,6 21,6 19,5 17,6 16,2 16,0 17,2 18,3 19,7 20,5 21,3 Ø 19,4
Niederschlag (mm) 289 209 188 79 36 27 15 22 53 122 191 275 Σ 1506

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Geschichte von Juiz de Fora geht auf den Beginn des 18. Jahrhunderts zurück, als in der Umgebung verschiedene Straßen zum Transport des Goldes aus Ouro Preto gebaut wurden. Die bedeutendste für die Stadt war der 1728 erbaute „Caminho Novo“ (Neuer Weg), der direkt Minas Gerais mit Rio de Janeiro verband. Ab 1850 wurde der Ort zu einem Zentrum der Industrialisierung und trug damals den Beinamen Manchester Mineira („Manchester in Minas Gerais“).

Der aus Clausthal-Zellerfeld stammende Ingenieur Heinrich Wilhelm Ferdinand Halfeld (1797–1873) trug viel zur Entwicklung der Stadt bei. Um 1860 machten die Sklaven etwa 60 % der Ortsbevölkerung aus. 1899 wurde hier das Wasserkraftwerk Usina de Marmelos gebaut. Die Gewinne aus der Kaffeeproduktion ermöglichten auch eine kulturelle Entwicklung.

Seit 1924 ist die Stadt Sitz eines römisch-katholischen Bistums, das 1942 zum Erzbistum Juiz de Fora erhoben wurde.

Unter den Einwanderern und Flüchtlingen aus Deutschland war auch Hermann Mathias Görgen, der 1950–1954 einen Lehrstuhl an der örtlichen Universität innehatte.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Juiz de Fora existieren Stand 2020 38 Buslinien.

Flughäfen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit 1958 existiert der Francisco Alvares de Assis Airport (IATA: JDF, ICAO: SBJF), im Volksmund "Serrinha" genannt. Dieser liegt innerhalb der Stadtgrenzen, etwa 7 km südwestlich des Zentrums im Bezirk "Aeroporto".[4]

Der Flughafen Pres. Itamar Franco befindet sich 35 km nördlich in der Gemeinde Goianá. Azul Linhas Áereas Brasileiras bieten von dort aus Flüge nach Campinas (VCP) und GOL Linhas Áereas nach Belo Horizonte (PLU) und São Paulo-Congonhas (CGH).

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die wichtigsten industriellen Aktivitäten sind die Herstellung von Textil-, Bekleidungs- und Metallwaren. Hergestellt werden technische Produkte aus Metall, Möbel, Fahrzeuge (u. a. von der Daimler AG) und dergleichen.

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Juiz de Fora – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Instituto Brasileiro de Geografia e Estatística (IBGE): Juiz de Fora – Panorama; abgerufen am 17. November 2018 (brasilianisches Portugiesisch).
  2. Antônio Almas toma posse como prefeito de Juiz de Fora. In: globo.com. G1, 6. April 2018, abgerufen am 8. April 2020 (brasilianisches Portugiesisch).
  3. Top-Wetter.de - Juiz de Fora. (Nicht mehr online verfügbar.) In: top-wetter.de. www.top-wetter.de, archiviert vom Original am 11. Dezember 2017; abgerufen am 11. Dezember 2017.  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.top-wetter.de
  4. Nome oficial: Aeroporto Municipal Francisco Álvares de Assis. Abgerufen am 8. April 2020 (portugiesisch).