Minas Gerais

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Minas Gerais (Begriffsklärung) aufgeführt.
Minas Gerais
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Symbole
Flagge
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Wappen
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Basisdaten
Staat Brasilien
Hauptstadt Belo Horizonte
Fläche 586.519,7 km²
Einwohner 20.869.101 (2015 [1])
Dichte 36 Einwohner pro km²
ISO 3166-2 BR-MG
Politik
Gouverneur Fernando PimentelVorlage:Infobox Verwaltungseinheit/Wartung/Sonstiges
Partei PTVorlage:Infobox Verwaltungseinheit/Wartung/Sonstiges
Wirtschaft
BIP 351.381 Mio. R$
17.931 R$ pro Kopf
(2010)

Koordinaten: 18° S, 45° W

Der Bundesstaat Minas Gerais (brasil.-portugies. [ˈminɐz ʒeˈɾajs], europäisch-portugies. [ˈminɐʒ ʒɨˈɾajʃ], Kurzzeichen: MG) liegt im Südosten Brasiliens. Seine Hauptstadt ist Belo Horizonte. Er wird verkürzt auch oft nur Minas genannt; die Bewohner nennt man „Mineiros“.

Gouverneur seit 2015 ist Fernando Pimentel (PT).

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Minas Gerais ist mit 586.519 km² in etwa so groß wie Frankreich und mit rund 19,6 Mio. Einwohnern nach der Volkszählung 2010 des IBGE (Bevölkerungsdichte 33 Einwohner/km²) nach São Paulo der bevölkerungsreichste Bundesstaat Brasiliens. Zum 1. Juli 2014 wurde die Einwohnerzahl vom IBGE auf rund 20,7 Mio. Einwohner geschätzt.[2]

Minas Gerais grenzt (im Uhrzeigersinn von Südosten gesehen) an Rio de Janeiro, São Paulo, Mato Grosso do Sul, Goiás, Bahia und Espírito Santo; ein kleiner Teil grenzt auch an den Bundesdistrikt.

Die Hauptstadt ist Belo Horizonte. Sie wurde Ende des 19. Jahrhunderts anstelle der alten Hauptstadt Ouro Preto angelegt, die an hohen Feiertagen diese Funktion allerdings symbolisch zurückerhält. Weitere Städte in Minas Gerais sind u. a. Contagem, Uberlândia und Juiz de Fora.

Höchste Erhebung ist der Pico da Bandeira in der Serra do Caparaó mit 2889 m. Er ist der dritthöchste Berg Brasiliens und liegt auf der Grenze zum Nachbarstaat Espírito Santo. Die bedeutendsten Flüsse sind São Francisco, Jequitinhonha, Doce, Grande, Paranaíba, Mucuri und Pardo.

Wirtschaft und Landwirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Name des Bundesstaates Minas Gerais heißt so viel wie „allgemeine Minen“. Tatsächlich finden sich hier zahlreiche Minen und Abbaugebiete unterschiedlicher Erze sowie von Phosphaten. Es werden Aluminium und Zink produziert. In Minas Gerais gibt es zudem große Vorkommen an verschiedenen Mineralen und Gesteinen. Die historischen Goldreserven, die einst Reichtum und Macht dieses Bundesstaates begründeten, sind heute weitestgehend ausgeschöpft. In den alten Goldminen werden heute jedoch umfangreiche Diamantvorkommen ausgebeutet.

Außer Gold und Diamanten werden an Mineralen noch zahlreiche weitere abgebaut. Insgesamt wurden im Gebiet von Minas Gerais bisher (Stand: 2011) rund 670 Minerale und ihre Varietäten gefunden. Dazu gehören unter anderem die als Schmucksteine bekannten Beryllvarietäten Smaragd und Aquamarin sowie Jadeit, Muskovit, Rosenquarz und Spodumen, von dem die Schmucksteinvarietät Kunzit bekannt ist.

Für 35 Minerale ist das Gebiet zudem als Typlokalität registriert, so unter anderem für Brasilianit aus der Córrego Frio Mine bei Linópolis, Goyazit aus Diamantina, Lindbergit aus Sapucaia do Norte (Galiléia), Minasgeraisite-(Y) aus der José Miranda Mine bei Jaguaraçu, Palladium aus dem Bom Sucesso Creek (Serro) und Tavorit aus der Sapucaia Mine (Sapucaia do Norte).[3]

An Gesteinen werden unter anderem Dolomit und Itakolumit gefunden.

Die Erde von Minas Gerais ist so eisenhaltig, dass feiner roter Lateritboden die Überlandstraßen überzieht und Flüsse rotbraun färbt.

Die Landwirtschaft von Minas Gerais produziert unter anderem Mais, Soja, Reis, Bohnen und Kaffee. Der Anbau von Baumwolle ist eine wichtige Voraussetzung für die lokale Textilindustrie.

Geschichte und Kultur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Um 1695 wurde in Minas Gerais Gold gefunden. Als auch Diamanten entdeckt wurden, boomte die Region. Sklaven aus Afrika wurden hierher gebracht, um in den Minen zu arbeiten, und zahlreiche Siedler und Händler aus Europa ließen sich hier nieder.[4]

Im Bundesstaat wurde der Sauropode Maxakalisaurus topai entdeckt, die größte der bislang (Stand: 2006) in Brasilien entdeckten 15 Arten von Dinosauriern.

Der Bundesstaat Minas Gerais ist Träger der auf sechs Standorte verteilten Universidade do Estado de Minas Gerais.

Am 5. November 2015 ereignete sich eine Umweltkatastrophe in Minas Gerais, als in der Nähe der Stadt Mariana ein Rückhaltebecken einer Eisenerzmine brach. Dabei gelangte toxischer Schlamm in den Rio Doce und bis in den Atlantischen Ozean.[5]

Städte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Belo Horizonte

Die zehn größten Gemeinden der 853 Munizipalstädte in Minas Gerais sind nach der Volkszählung 2010:

f1Georeferenzierung Karte mit allen Koordinaten des Abschnitts Städte: OSM, Google oder Bing

Rang Gemeinde Zensus 2010 Schätzung
1. Juli 2014
001 Belo Horizonte Welt-Icon 000000002375151.00000000002.375.151 000000002491109.00000000002.491.109
002 Uberlândia Welt-Icon 000000000604013.0000000000604.013 000000000654681.0000000000654.681
003 Contagem Welt-Icon 000000000603442.0000000000603.442 000000000643476.0000000000643.476
004 Juiz de Fora Welt-Icon 000000000516247.0000000000516.247 000000000550710.0000000000550.710
005 Betim Welt-Icon 000000000378089.0000000000378.089 000000000412003.0000000000412.003
006 Montes Claros Welt-Icon 000000000361915.0000000000361.915 000000000390212.0000000000390.212
007 Ribeirão das Neves Welt-Icon 000000000296317.0000000000296.317 000000000319310.0000000000319.310
008 Uberaba Welt-Icon 000000000295988.0000000000295.988 000000000318813.0000000000318.813
009 Governador Valadares Welt-Icon 000000000263689.0000000000263.689 000000000276995.0000000000276.995
010 Ipatinga Welt-Icon 000000000239468.0000000000239.468 000000000255266.0000000000255.266

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Minas Gerais – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatVorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-FormatEstimativas da população residente no Brasil e Unidades da federação com data de referência em 1º de julho de 2015. Instituto Brasileiro de Geografia e Estatística, 28 de agosto de 2015, abgerufen am 28 de agosto de 2015 (PDF).
  2. Instituto Brasileiro de Geografia e Estatística (IBGE): Estados. Minas Gerais: Síntese. Abgerufen am 22. Juli 2015 (portugiesisch, englisch).
  3. Jolyon Ralph, Ida Ralph: Englischsprachige Mineralliste zum Fundort Minas Gerais auf mindat.org. Im Fettdruck erscheinen die Typlokalitäten.
  4. Carla Rahn Philipps: Trade in the Iberian empires, 1450–1750. In: Douglas A. Irwin (Hrsg.) Trade in the pre-modern era, 1400–1700, S. 330–331.
  5. Anne Herrberg: Eine schlammbraun gewordene Lebensader. Umweltkatastrophe in Brasilien. In: tagesschau. ARD, 27. November 2015, abgerufen am 2. Dezember 2015.