Köflacherbahn

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Graz Hbf–Köflach
Kursbuchstrecke (ÖBB):550
Streckenlänge:40,1 km
Spurweite:1435 mm (Normalspur)
Höchstgeschwindigkeit:90 km/h
Südbahn von Bruck an der Mur
-0,2 Graz Hbf 363 m ü. A.
Brücke Eggenberger Straße
0,0 Südbahn nach Spielfeld-Straß
0,6 Graz Köflacherbahnhof
0,7 Brücke Alte Poststraße
Anschlussbahn ehem. Brauerei Reininghaus
Anschlussbahn ehem. Brauerei Reininghaus
1,2 Anschlussbahn Ziegelwerk
1,9 Anschlussbahn Belgier-Kaserne
2,8 Graz Wetzelsdorf
4,9 Graz Webling
6,4 Graz Straßgang 349 m ü. A.
11,1 Premstätten-Tobelbad 360 m ü. A.
Brücke der Tobelbader Straße
Doblbach
Brücke B 76 (Radlpass Straße)
15,0 Lieboch 336 m ü. A.
Wieserbahn nach Wies-Eibiswald
Liebochbach
18,2 Lieboch Schadendorf
Södingbach
21,7 Söding-Mooskirchen
Brücke A2-Zubringer Mooskirchen
24,7 Köppling
Kainach
27,5 Krottendorf-Ligist 359 m ü. A.
29,5 Gaisfeld
Teigitsch
Kremser Tunnel (103 m)
31,6 Krems in Steiermark
Brücke B 70 (Packer Straße)
33,9 Voitsberg 396 m ü. A.
Kainach
Brücke Greißenegger Straße
Kainach
36,1
0,0
Bärnbach
BSicon BS2+l.svgBSicon BS2+r.svg
Güterbahn nach Bärnbach-Oberdorf
BSicon BRÜCKE1.svgBSicon STR.svg
Brücke Mitterdorfer Straße
BSicon hKRZWae.svgBSicon STR.svg
Kainach
BSicon KDSTe.svgBSicon STR.svg
1,8 Oberdorf in Steiermark Stölzle-Oberglas
BSicon BS2c2.svgBSicon BS2r.svg
Brücke Doktor-Niederdorfer-Straße
Rosental-Tunnel (244 m)
Gradnerbach
Brücke Grazer Straße B70
40,0 Anschlussbahn Lear Corp.
40,1 Köflach 448 m ü. A.
Anschlussbahn Stölzle-Oberglas
ehem. Tunnel in den Bergbau „Franzschacht“
1965 verfüllt

Die Köflacherbahn ist eine Bahnstrecke in der Steiermark, die von Graz über Lieboch nach Köflach führt und von der Graz-Köflacher Bahn und Busbetrieb GmbH betrieben wird.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

19. Jahrhundert[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nachdem eine bereits 1851 projektierte Pferdeeisenbahn von Köflach nach Graz nicht zur Ausführung gelangte, erhielt die betreibende „Voitsberg-Köflach-Lankowitzer Steinkohlengewerkschaft“ am 26. August 1855 das kaiserliche Privilegium zum Bau und Betrieb einer „Locomotiv-Eisenbahn“ von Köflach nach Graz.[1] Daraufhin wurde die Gewerkengesellschaft in eine Aktiengesellschaft mit der Bezeichnung „k. k. privilegierte Graz-Köflacher Eisenbahn- und Bergbaugesellschaft[2] umgewandelt, die am 16. Jänner 1856 ihre erste Generalversammlung in Wien abhielt. Der Anstoß zum Bau der Köflacherbahn wurde von Erzherzog Johann gegeben, der auch die Trassenführung persönlich bestimmte,[3] war er doch der große Förderer und Mitplaner der Südbahn und als Besitzer von Kohlegruben in Köflach und eines für die damalige Zeit modernsten Blechwalzwerks in Krems in der Weststeiermark auch persönlich an dieser Bahnverbindung interessiert.

Der Betrieb auf der Strecke Graz–Köflach[4] wurde am 22. Juni 1859 zunächst provisorisch aufgenommen, wobei dieser vorwiegend dem Kohletransport aus den dortigen Bergbaugebieten diente. Der reguläre Personenverkehr folgte am 3. April 1860, der Frachtenverkehr am 1. November 1860.[4] Die „Wieserbahn“ von Lieboch über Deutschlandsberg nach Wies-Eibiswald kam am 8. April 1873 als Flügelbahn hinzu.

Die GKB 671 – die dienstälteste Dampflok der Welt
Bahnhof Köflach (2006)

Ursprünglich war Eigentümerin die „Graz-Köflacher Eisenbahn- und Bergbaugesellschaft“ (damals „GKB“, heute „GKB-Bergbau“), die ebenso den Kohlebergbau durchführte. Für die beiden Bahnstrecken wurde in unmittelbarer Nähe des Grazer Hauptbahnhofs ein eigener Bahnhof errichtet, der noch heute unter dem Namen „Graz Köflacherbahnhof“ (innerbetriebliche Abkürzung „GKf“) bekannt ist.[5] Alle personenbefördernden Züge der GKB, die in Graz Hauptbahnhof beginnen oder enden, halten ebenso im Graz Köflacherbahnhof. Von 1878 bis 1924 führte die GKB den Betrieb nicht selbst, sondern hatte ihn der österreichischen Südbahn-Gesellschaft übertragen. Der Graz-Köflacher Eisenbahn- und Bergbaugesellschaft gehörte ab 1880 auch das Schloss Alt-Kainach.

20. Jahrhundert[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1918 nahm eine Privatinitiative den Bau einer 5,5 km langen normalspurigen Bahn von Köflach in das industriell wie forstwirtschaftlich bedeutsame Krenhof (Welt-Icon) in Aussicht. Die unverwirklicht gebliebene Flügelbahn verstand sich als Teil der Linie Köflach–Obersteiermark.[6]

1952 wurde wegen des Kohleabbaus die Strecke zwischen Oberdorf und Köflach verlegt und der 244 m lange Rosentaler Tunnel gebaut. In der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts erfolgte durch den langsamen Rückgang des Kohleabbaus und durch das steigende Mobilitätsbedürfnis eine Umorientierung zum Personenverkehr.

In den 1980er Jahren wurden die Strecken der GKB zum Anziehungspunkt für Eisenbahnliebhaber und -fotografen, da die GKB eine der letzten Bahnverwaltungen in Österreich war, die im Rangier- und Verschubdienst sowie teilweise noch im Streckendienst Dampflokomotiven einsetzte. So blieben betreut vom Verein „Steirische Eisenbahnfreunde“ (StEF), der in enger Zusammenarbeit mit der GKB steht, die Dampflokomotiven 671 (ex Südbahn Reihe 29, Baujahr 1860 und damit eine der ältesten betriebsfähigen und die dienstälteste Dampflokomotive der Welt) und 56.3115 (mit Stand 2007 nicht betriebsbereit) erhalten.

Streckenverlauf[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die GKB verlässt den Südkopf des Grazer Hauptbahnhofs in einem Rechtsbogen Richtung Westen, passiert den Köflacherbahnhof wendet sich am Reininghausgelände wieder nach Süden und durchmisst im verbauten Stadtgebiet von Graz das Grazer Feld. Die Strecke rückt immer näher an den bergigen Beckenrand heran und durchschneidet südlich von Tobelbad einen Geländerücken zum Doblbachtal, das umgehend über einen weiteren Geländerücken zum Kainachtal in Lieboch wieder verlassen wird.

Die Trasse folgt nun dem weiten Kainachtal flussaufwärts bis Voitsberg, wo sie für eine kurze Strecke – bis Köflach – noch ins Tal des Gradnerbachs Einzug hält.

Verkehr und Planungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die S-Bahn-Linie S7 der S-Bahn Steiermark befährt die gesamte Strecke im Stundentakt. Zwischen Graz und Lieboch verkehrt außerdem im Stundentakt die Linie S6, sodass sich auf diesem Abschnitt ein ungleichmäßiger 50/10-Minuten-Takt ergibt. In der Hauptverkehrszeit fahren außerdem Verstärkerzüge, die nicht an allen Stationen halten.[7]

Bis Dezember 2025 soll die Köflacherbahn elektrifiziert werden, gleichzeitig mit Inbetriebnahme der Koralmbahn soll die Elektrifizierung abgeschlossen sein.[8][9][10]

Langfristig sollen im Grazer Stadtgebiet alle Bahnübergänge beseitigt werden. Alternativ prüft die GKB, die Strecke in diesem Abschnitt unterirdisch zu führen.[11]

Ereignisse[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Am 24. Februar 1910 kam es in Krottendorf zu einem spektakulären Zusammenprall eines Güterzugs mit mehreren abgestellten Waggons. [12]
  • Am 6. Juli 1943 stießen nahe der Haltestelle Köppling zwei Personenzüge zusammen. Bei dem Unglück wurden sieben Personen getötet, 20 überlebten teils schwer verletzt.
  • Am 16. August 1965 wurde nach einem Dammbruch der Bahnhof Köflach und ein Teil der Stadt Köflach mit Schlamm überflutet, in dem auch die Lok GKB 671 feststeckte.
  • Am 11. November 1979 stieß in Seiersberg eine Triebwagengarnitur mit einem jugoslawischen Reisebus zusammen. Der Unfall forderte neun Todesopfer und mehr als 60 Verletzte.[13]
  • Am 18. September 2018 kollidierte ein Linienbus der Holding Graz Linien am unbeschrankten Eisenbahnübergang Grottenhofstraße mit einem Personenzug der GKB, nachdem die Busfahrerin das Ampelsignal übersehen hatte. Die Busfahrerin kam dabei ums Leben, acht Passagiere wurden schwer verletzt.[14][15]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: GKB – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Graz-Köflacher Bahn und Busbetrieb GmbH: Am Anfang war die Kohle (Memento vom 16. März 2014 im Internet Archive). In: gkb.at, abgerufen am 31. Juli 2013.
  2. P(eter) F(riedrich) Kupka: Die Eisenbahnen Österreich-Ungarns 1822–1867. Duncker und Humblot, Leipzig 1888, S. 187.
  3. Walter Brunner im Auftrag der Stadt Graz, Kulturamt (Hrsg.): Geschichte der Stadt Graz (in vier Bänden), Eigenverlag der Stadt Graz 2003, ISBN 3-902234-02-4; (Band 4, S. 167).
  4. a b P(eter) F(riedrich) Kupka: Die Eisenbahnen Österreich-Ungarns 1822–1867. Duncker und Humblot, Leipzig 1888, S. 188.
  5. Graz Köflacherbahnhof. In: gkb.at. Abgerufen am 11. März 2021 (österreichisches Deutsch).
  6. Eisenbahn-Baunachrichten. (…) Geplanter Bahnbau in Köflach. In: Der Bauinteressent, Jahrgang 1918, Nr. 6/1918 (XXXV. Jahrgang), S. 44, unten links. (Online bei ANNO).Vorlage:ANNO/Wartung/wbz
  7. S7/S61. Jahresfahrplan 2020. Abgerufen am 28. September 2020.
  8. GKB-Streckennetz wird bis 2025 elektrifiziert. steiermark.orf.at, 7. Mai 2019, abgerufen am 28. Mai 2019.
  9. Graz-Köflacher Bahn plant Elektrifizierung der Strecke bis 2025. tt.com, 6. Mai 2019, abgerufen am 8. Mai 2019.
  10. GKB setzt Region unter Strom. (Nicht mehr online verfügbar.) gkb.at, 6. Mai 2019, archiviert vom Original am 7. Mai 2019; abgerufen am 8. Mai 2019.  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.gkb.at
  11. GKB denkt über eine Grazer "U-Bahn" nach. meinbezirk.at, abgerufen am 1. Oktober 2020.
  12. Eisenbahngeschichte. Krottendorf, Donnerstag 24. Februar 1910. In: Drehscheibe – das Mitarbeiter-Magazin der Graz-Köflacher Bahn und Busbetrieb GmbH, Nr. 48, Februar 2010, ZDB-ID 2181683-9, S. 30, abgerufen am 31. Juli 2013.
  13. Sepp Tezak: Zusammenstoß auf der GKB. In: Schienenverkehr aktuell. Eisenbahn, Straßenbahn und Modellbahn in Österreich. Nr. 12/1979, ZDB-ID 568412-2, S. 7.
  14. Clemens Rant: Die GKB - 2018. Abgerufen am 28. September 2020 (österreichisches Deutsch).
  15. Von Wilfried Rombold, Ulrich Dunst | 15 48 Uhr, 18 September 2018: Bus kollidierte mit Zug: Wegen der Sonne Rotlicht übersehen? Busfahrerin (34) tot, 8 Schwerverletzte. 18. September 2018, abgerufen am 28. September 2020.