Wies

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Marktgemeinde
Wies
Wappen Österreichkarte
Wappen von Wies
Wies (Österreich)
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Steiermark
Politischer Bezirk: Deutschlandsberg
Kfz-Kennzeichen: DL
Fläche: 76,44 km²
Koordinaten: 46° 43′ N, 15° 16′ OKoordinaten: 46° 43′ 13″ N, 15° 16′ 19″ O
Höhe: 341 m ü. A.
Einwohner: 4.252 (1. Jän. 2022)
Bevölkerungsdichte: 56 Einw. pro km²
Postleitzahlen: 8541 / 8551 Wies
8542 / 8551 Mitterlimberg
Vorwahlen: 03465, 03467, 03468, 03466
Gemeindekennziffer: 6 03 51
Adresse der
Gemeinde­verwaltung:
Oberer Markt 14
8551 Wies
Website: www.wies.at
Politik
Bürgermeister: Josef Waltl (Liste ALLER Wieser)
Gemeinderat: (Wahljahr: 2020[1][2])
(21 Mitglieder)
     
Insgesamt 21 Sitze
  • Liste ALLER Wieser: 11
  • ÖVP: 5
  • SPÖ: 2
  • FPÖ: 1
  • EHMAN: 2
Lage von Wies im Bezirk Deutschlandsberg
Bad SchwanbergDeutschlandsbergEibiswaldFrauental an der LaßnitzGroß Sankt FlorianLannachPölfing-BrunnPredingSankt Josef (Weststeiermark)Sankt Martin im SulmtalSankt Peter im SulmtalSankt Stefan ob StainzStainzWettmannstättenWiesSteiermarkLage der Gemeinde Wies im Bezirk Deutschlandsberg (anklickbare Karte)
Über dieses Bild
Vorlage:Infobox Gemeinde in Österreich/Wartung/Lageplan Imagemap
Wies 294A2684 Styria.jpg
Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria

Wies ist eine Marktgemeinde mit 4252 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2022) im Bezirk Deutschlandsberg in der Steiermark.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde Wies liegt in der südlichen Weststeiermark am Fuße der Koralpe. Die Gemeinde wird von der Weißen Sulm durchflossen, der Ort Wies liegt auf einer Seehöhe von 341 m. Das Gemeindegebiet reicht auf der Koralm bis zu 2000 m (seit der Gemeindezusammenlegung 2015).

Ortschaften und Katastralgemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde gliedert sich in 17 Ortschaften bzw. 16 Katastralgemeinden (Einwohner Stand 1. Jänner 2022[3]; Fläche Stand 31. Dezember 2019[4]):

Ortschaften Ew. Katastralgemeinden Fläche
in ha
Altenmarkt 888 Altenmarkt 298,74
Aug 139 Aug 132,64
Buchegg 44 Buchegg 80,99
Buchenberg 76 Buchenberg-Burgstall 414,53
Etzendorf 155 Etzendorf 239,48
Gaißeregg 130 Gaißeregg 268,66
Gieselegg 57 - -
Kogl 212 Kogl 164,15
Lamberg 45 - -
Limberg 237 Limberg 408,28
Mitterlimberg 651 Mitterlimberg 358,66
Pörbach 139 Pörbach 234,83
Unterfresen 413 Unterfresen 1.488,89
Vordersdorf 410 Vordersdorf 420,57
Wernersdorf 162 Wernersdorf 182,83
Wiel 113 Wiel St. Anna 814,45
- - Wiel St. Oswald 2.080,35
Wies 381 Wies 55,78

Eingemeindungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Name der Gemeinde Altenmarkt wurde mit 1. Juni 1951 in Altenmarkt bei Wies geändert.[5] Mit 1. Jänner 1960 wurde ein Teil der somit aufgeteilten Gemeinde Altenmarkt bei Wies mit Wies vereinigt.[6]

Die frühere Gemeinde Vordersdorf wurde am 1. Jänner 1969 mit der Gemeinde Wies zusammengeschlossen.[7]

Im Rahmen der steiermärkischen Gemeindestrukturreform wurde Wies 2015 mit den Gemeinden Wernersdorf, Wielfresen und Limberg bei Wies vereinigt,[8] und führt den Namen Wies weiter. Grundlage dafür ist das Steiermärkische Gemeindestrukturreformgesetz – StGsrG.[9]

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Fünf der sechs Nachbargemeinden liegen im Bezirk Deutschlandsberg, St. Martin umschließt Pölfing-Brunn und grenzt daher zweimal an.

Bad Schwanberg Sankt Peter im Sulmtal Sankt Martin im Sulmtal
Pölfing-Brunn
St. Georgen im Lavanttal
(Bez. Wolfsberg, Kärnten)
Kompassrose, die auf Nachbargemeinden zeigt Sankt Martin im Sulmtal
Eibiswald

Bevölkerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Bevölkerung in der Marktgemeinde Wies entwickelte sich durch den Beginn der Industrialisierung im 18. Jahrhundert sehr rasch. Die Bekanntheit des Ortes durch die Kirche Zum gegeißelten Heiland auf der Wies trug einiges dazu bei und die Erschließung von Wies durch die Bahn (1872/73) brachte noch einen kleinen Bevölkerungsschub mit sich. Von 1880 bis 1990 schwankt die Zahl zwischen 5000 und 5500 Personen. Seither verliert die Gemeinde Einwohner durch eine negative Wanderungsbilanz. Seit 2001 ist auch die Geburtenbilanz negativ.[10]


Bevölkerungsstruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde hatte 2001 laut Volkszählung 2.484 Einwohner. 95,8 % der Bevölkerung besaßen die österreichische Staatsbürgerschaft. Zur römisch-katholischen Kirche bekannten sich 95,8 % der Einwohner, 2,0 % waren ohne religiöses Bekenntnis, 0,8 % islamisch und 0,7 % evangelisch.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Altes Rodungsgebiet[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wies als Industrieort um 1877/78, die Verkehrsanbindung wird auf der Landkarte von der Wieserbahn und einer Reihe von Anschlussbahnen dominiert.

Für das Jahr 1318 ist bei Wies eine Siedlung namens Weczelsgerewt dokumentiert, die auf eine Rodung und den Personennamen Wetzil zurückgeführt wird.[11]

Schwarzer Sonntag von Wies[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wies war im 19. Jahrhundert ein beliebter Wallfahrtsort. In der Nacht auf den Sonntag, den 22. September 1850[12][13] (nach anderen Quellen in der Nacht auf Montag, den 23., was aber unwahrscheinlich ist, da die Betroffenen am Wallfahrtsgottesdienst am Sonntag teilnehmen wollten) brach allerdings zwischen drei und vier Uhr morgens am Dachboden des Bäckerhauses[12] in einer Herberge (nach anderen Quellen: in einer Scheune zwischen der Bäckerei Brauchhart und dem Kirchenwirt) ein Brand aus. Dort hatten 200 Pilger Quartier gefunden. Der Vermieter (bzw. dessen Hausknecht[12]) hatte sie über Nacht eingesperrt, damit niemand ohne zu zahlen gehen konnte. Bis Hilfe kam, waren sechs Menschen verbrannt, drei starben noch am nächsten Tag. Viele Verletzte wurden nach Hause gebracht und man sprach von weiteren 30 (nach anderer Quelle: 33) Toten. Dieses Ereignis wurde in der ganzen Steiermark bekannt. Seit damals soll die Seele des Hausknechts, die keine Ruhe gefunden hätte,[12] als schwarzes Manderl durch die Räume des Unglücksortes wandern.[14]

Der Juliputsch 1934 in Wies[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Gendarmerieposten des Rayons Wies wurde am 25. Juli 1934 in Alarmbereitschaft versetzt. An der Grenze zu Wies, in Jagernigg, sammelten sich gegen 20:00 Uhr zahlreiche Nationalsozialisten, die angeblich 180 Gewehre, 6.000 Schuss Munition und einige MGs zur Verfügung hatten. An die 100 Mann aus dem Jagernigger Kohlenbergwerk begaben sich nun nach Schwanberg. Gegen 23:00 Uhr fuhren aus Schwanberg und Steyeregg nationalsozialistische Putschisten in Wies ein. Am Ortseingang kam es zu einer Schießerei mit den Ostmärkischen Sturmscharen, wobei der 25-jährige Sturmschärler Karl Masser tödlich getroffen wurde. Zu diesem Zeitpunkt waren circa 100 Putschisten in Wies, die gegen 23:15 Uhr den bereits verlassenen Gendarmerieposten besetzten. Am 26. Juli lösten die Nachrichten vom österreichweiten Scheitern des Putsches umfangreiche Fluchtbewegungen aus, so auch in Wies. Der Gendarmerieposten wurde erst am Morgen des 27. Juli wieder besetzt.[15]

Polarlicht 1938[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weites Aufsehen in Wies und den Nachbargemeinden erregte am Abend des 25. Jänner 1938 ein Polarlicht (Nordlicht), das als Lichterscheinung eines Großbrandes im Koralmgebiet missinterpretiert und als böses Omen und Anzeichen eines nahenden Krieges gedeutet wurde. Das Licht wurde als so hell beschrieben, dass man im Freien Zeitung lesen könne. Die Feuerwehr von Wies rückte aus und fuhr bis Schwanberg, ehe sie über die Ursache, eine Naturerscheinung in der hohen Atmosphäre, informiert wurde.[16]

Seltenriegel-Quelle (Schelch-Quelle)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahr 1960 wurde zwischen Gaißeregg und Lamberg nördlich von Wies eine Quelle bekannt, deren Wasser heilende Wirkungen zugeschrieben wurden. Es kam zu Versuchen, das Quellwasser als Heilmittel gegen Krebs zu bezeichnen. Eine behördliche Anerkennung als Heilquelle wurde nicht erreicht, wohl aber die gewerberechtliche Erlaubnis einer Abfüllung als Tafelwasser. Die Quelle wird als „Calcium-Magnesium-Hydrogencarbonat-Akratopege“ bezeichnet, die von Salzarmut des Wassers und einem Reichtum an Spurenelementen gekennzeichnet ist. Die Quelle liegt am Rande des Koralm-Kristallins, es ist wenige hundert Meter nordwestlich der Quelle ein Quarzgang (Pegmatit) aufgeschlossen. Ihr Ursprung liegt in der Katastralgemeinde 61115 Gaißeregg am Grundstück 303/4 im Gaißeregggraben, ca. 1 km bachaufwärts der Einmündung des Gaißereggbaches (auch Lambergerbach genannt) in die Weiße Sulm. Nach weiteren Untersuchungen, welche Verunreinigungen dokumentierten, war die Quelle einige Zeit behördlich gesperrt, das Interesse an ihrem Wasser blieb aber auch nach Aufhebung der Sperre erloschen.[17][18]

Ein ähnliches Schicksal hatte der ca. 30 m nordwestlich liegende Reiterer-Brunnen (auch Lukas-Quelle genannt) auf dem Grundstück 234. In der Literatur wird berichtet, dass diese Quelle anscheinend „… feinklastische quartäre Ablagerungen im Bereich eines kleinen Seitentales (linker Zubringer) der Weißen Sulm durchteuft“ und ein hoher Eisengehalt erwähnt, der auf eine Ähnlichkeit mit der Hubertusquelle von Bad Gams hinweist. Der Versuch, für das Wasser dieser Quelle unter der Bezeichnung „Wieser Wasser“ Markenschutz zu erhalten, war nicht erfolgreich.[19] Es wird angenommen, dass mit der Erschließung dieser Quelle versucht wurde, von der Popularität der nahe liegenden Seltenriegel-Quelle zu profitieren. Das war auf Dauer nicht erfolgreich. 1989 wurde die Quellfassung renoviert. Die Mindestmenge an Eisengehalt, die für eine Anerkennung als Heilquelle nötig gewesen wäre, konnte nicht belegt werden, auch war die Quelle nicht ergiebig genug, um eine kontinuierliche Nutzung zu gewährleisten.[20]

Brand des ehemaligen Sägewerks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In den ersten Stunden des 15. Juli 2021 brannten die aus Holz errichteten Hallen des Sägewerks in der Ortschaft Wernersdorf, in das bereits nachnutzende Unternehmen – ECO-Park – eingezogen waren. Knapp 300 Einsatzkräfte andere Gebäude retten und den Großbrand löschen, der auch gelagertes Holz erfasst hatte.[21]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wies-Eibiswald ist der Endbahnhof der Wieserbahn mit Verbindungen nach Graz.

Die Radlpass Straße B 76 führt durch die Gemeinde westlich am Ort Wies vorbei.

Arbeitsstätten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im sekundären Wirtschaftssektor bieten 48 Betriebe 505 Menschen Arbeit, vor allem bei der Herstellung von Waren und im Bau. Der tertiäre Wirtschaftssektor bietet 701 Arbeitsplätze, großteils in sozialen und öffentlichen Diensten sowie im Handel (Stand 2011).[22][23]

Tourismus[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hauptattraktionen für den Fremdenverkehr sind die kulinarischen Besonderheiten der Region, Kernöl und Schilcher, sowie die Sehenswürdigkeiten (siehe Abschnitt Kultur und Sehenswürdigkeiten). Im Jahr 2017 zählte Wies 9.220 Übernachtungen, davon 6.551 von Inländern.[24]

Durch die Gemeinde verlaufen der Nord-Süd-Weitwanderweg sowie der Steirische Mariazellerweg.

Schulen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wies ist ein regionales Schulzentrum.

  • Volksschule (VS) Wies
  • Volksschule (VS) Wernersdorf
  • Mittelschule (MS) Wies
  • Fachschule für Land- und Ernährungswirtschaft Burgstall – St. Martin
  • Erzherzog Johann-Musikschule Wies (EJMS)

Die Polytechnische Schule (PTS) Wies wurde im Sommer 2011 und die Volksschule (VS) Steyeregg[25] im Sommer 2019 geschlossen.

Gesundheit und Pflege[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Marktgemeinde gibt es drei praktische Ärzte und einen Zahnarzt sowie eine Apotheke. Von der Caritas der Diözese Graz-Seckau wird ein Senioren- und Pflegewohnhaus betrieben.[26][27]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schloss Burgstall um 1820, S. Kölbl,
Lith. Anstalt J.F. Kaiser, Graz
Siehe auch: Liste der denkmalgeschützten Objekte in Wies
  • Schloss Limberg
  • Bergbaumuseum
  • Emmauskapelle in Wernersdorf
  • St. Veit-Kapelle
  • Pfarrkirche Wies
  • Pfarrkirche Wiel
  • Schloss Burgstall: Auch wenn die Anfänge um das Schloss Burgstall (ursprünglicher Name Lackenberg) ungeklärt sind, so kann man doch sicher sagen, dass es am Ende des 16. Jahrhunderts in seiner derzeitigen Form, als Renaissanceschloss, entstanden ist. Man nimmt allerdings an, dass es bereits in seiner früheren Form das Aussehen eines markanten Wehrbaus besaß. Unter den Besitzern des Schlosses Burgstall finden sich unter anderem die Herren von Walsee, die Ritter von Eibiswald, die Grafen von Schrottenbach, die Grafen von Herberstein und die Fürsten von Liechtenstein.[28]
  • Kulturinitiative KÜRBIS: Die Kulturinitiative in Wies veranstaltet eigene Theaterproduktionen, Konzerte, CD-Publikationen und Lesungen.

Sport[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Welschlauf[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Welschlauf entwickelte sich in den vergangenen Jahren zu einem echten Highlight der Marathonszene. Er verbindet die Welsch- mit der Schilcherregion und führt durch idyllische Weinorte und entlang rebenbewachsener Hänge der Südsteirischen Weinstraße. Wies und Ehrenhausen wechseln sich jedes Jahr mit der Ausrichtung von Start und Ziel ab.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Politik der Gemeinde Wies gab es bei der Gemeinderatswahl 2005 einen Umschwung an der Spitze. Lag die ÖVP bei der Wahl 2000 noch klar mit 8 Mandaten und 49,15 % der Stimmen vor der SPÖ mit 25,92 % und der Liste Aktiver Wieser mit 12,70 %, so schrumpfte ihr Vorsprung bei der letzten Gemeinderatswahl auf nur noch 2,65 % vor der Liste Aktiver Wieser, die mit ihrem Spitzenkandidaten Josef Waltl den zweiten Platz belegte. Dritter wurde die SPÖ mit 21,52 % der Stimmen (−4,40 %) gefolgt von der Namensliste Gemeinsam für Wies mit 7,47 % Stimmenanteil. Die FPÖ konnte mit 5,44 % der Stimmen kein Mandat mehr erringen.

Bei der Gemeinderatswahl 2010 gab es einen Erdrutschsieg der Liste Aktiver Wieser mit Bürgermeister Mag. Josef Waltl. Mit einem Stimmenanteil von 66,26 % (+34,80 %) erreichte man elf Mandate und damit auch alle drei Gemeindevorstandssitze. Die Österreichische Volkspartei (ÖVP) erreichte nur mehr 17,58 % (−16,54 %) der Stimmen und zwei Mandate, ebenso die Sozialdemokratische Partei Österreichs (SPÖ) mit 12,49 % (−9,03 %). Die Namensliste „Gemeinsam für Wies“ hat nicht mehr kandidiert. Die Freiheitliche Partei Österreichs (FPÖ) erreichte 2,02 % (−3,42 %) der Stimmen, das Bündnis Zukunft Österreichs (BZÖ) 1,65 %. Beide Parteien haben den Einzug in den Gemeinderat nicht geschafft.

Ergebnis der Gemeinderats- und Bürgermeisterwahl 2015

Der Gemeinderat besteht seit 2015 aus 21 Mitgliedern und hat seit den Gemeinderatswahlen 2015 folgende Verteilung:

  • 15 Liste ALLER Wieser – Josef Waltl
  • 3 ÖVP
  • 2 SPÖ
  • 1 FPÖ (Ab 23. Juli 2018 parteilos)

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bürgermeister ist seit der Direktwahl 2015 Josef Waltl (Liste ALLER Wieser).[29]

Wappen und Flagge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

AUT Wies COA.png

Alle vier Vorgängergemeinden hatten ein Gemeindewappen. Wegen der Gemeindezusammenlegung verloren diese mit 1. Jänner 2015 ihre offizielle Gültigkeit. Die Neuverleihung des Gemeindewappens für die Fusionsgemeinde erfolgte mit Wirkung vom 5. November 2016.[30]
Die neue Blasonierung (Wappenbeschreibung) lautet:

„Im quadrierten Schild oben rechts in Grün ein silberner Panther, dem aus Rachen und Ohr rote Flammen schlagen, oben links in Rot auf grünem Berg silbern aus einer achtfach gezinnten Mauer wachsend eine sechsfach mit Tür und Fenstern schwarz durchbrochene Kirche mit mittig eingestelltem Turm samt Spitzdach und aufgestecktem Kreuz, unten rechts in Rot silbern gekreuzt Schlägel und Eisen, belegt mit einem silbernen Zahnrad, unten links in Silber eine schwarze, einwärts gerichtete Sichel.“

Die Gemeindeflagge ist einfarbig weiß mit dem Wappen.[31]

Infos zu den Wappen der Vorgängergemeinden
  • 1977 erhielt die Gemeinde Limberg bei Wies ihr Wappen, das sowohl an den Namen (Lindenblätter), als auch an den Bergbau (Barbarakapelle) erinnert.
  • Die Verleihung des Gemeindewappens von Wernersdorf erfolgte 1990, es zeigt vier Gattersägen, darunter eine belaubte Weintraube; geteilt werden diese beiden Bereiche durch einen silbernen Wellenbalken, der die Weiße Sulm darstellt.
  • 1979 erhielt Wielfresen das Recht zur Führung eines Gemeindewappens. Es zeigt ein in drei Teile (drei Katastralgemeinden) zerbrochenes Richtrad (Attribut der heiligen Katharina), umkränzt von drei Birkenzweigen („breza“).
  • Das Wappen der Marktgemeinde Wies bis 2014 war ein viergeteilter Schild. Links oben ist ein silberfarbener Panther auf grünem Grund zu sehen, aus dessen Ohren und Rachen Feuerflammen kommen (ähnlich dem steirischen Wappen). Das obere rechte Feld ist in rot gehalten und zeigt eine Burgmauer mit Zinnen auf einem grünen Hügel. Innerhalb der Burgmauer ragt eine Kirche hervor. Im unteren linken, ebenfalls roten Feld ist ein, für die Region, die stark mit dem Bergbau verbunden war, typisches, Zeichen zu sehen: Ein Bergmannsschlägel mit dem dazugehörigen Eisen. Die Stiele dieser Werkzeuge sind aus Holz dessen Kreuzstelle ein eisernes Zahnrad ziert. Das untere rechte Feld zeigt eine zur Mitte gewandte Sichel auf silbernem Grund. Den ganzen Schild umgibt eine bronzefarbene Randeinfassung (Diese ist im neuen Wappen ab 2016 nicht mehr vorhanden).

Tourismusverband[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde bildet gemeinsam mit Pölfing-Brunn und Eibiswald den Tourismusverband „Südliche Weststeiermark“. Dessen Sitz ist in Eibiswald.[32]

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ehrenbürger[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1975: Friedrich Niederl (1920–2012), Landeshauptmann der Steiermark 1971–1980[33]
  • 1981: Josef Krainer (1930–2016), Landeshauptmann der Steiermark 1980–1996[34]
  • 1987: Franz Kraus (1927–2016), Bürgermeister von Vordersdorf 1955–1968, Bürgermeister von Wies 1975–1987
  • 1998: Franz Raggam (1935–2022), Pfarrer von Wies 1971–2002[35]

Söhne und Töchter von Wies[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit Wies verbundene Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Josef Reinisch (* 22. Jänner 1792 in Leibnitz, † 25. August 1868 in Wies), Pfarrer 1825 bis 1868, Autor einer Predigtsammlung, die im Verlag Kienreich in Graz erschien
  • Martin Bischof (* 1. November 1812 in Pöllauberg, † 15. Jänner 1891 in Wies), Musiker, Lehrer seines Neffen Robert Fuchs
  • Wolfgang Pollanz (* 31. Mai 1954 in Graz), Schriftsteller, Hanns Koren-Preisträger 2013
  • Wolfgang Temmel (* 15. April 1953), Künstler
  • Gregor F. Waltl (* 29. April 1969), TV-Moderator u. a. bei ORF und Servus-TV

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Werner Tscherne: Auf der Wies. Eine Geschichte der Gegend von Wies von der Anfängen bis zur Gegenwart. Wies 1983.
  • Werner Tscherne: Was zwei Kirchenfenster berichten. Fürstin Marie von und zu Liechtenstein und ihre Grabkapelle in Wies. In: Gernot Peter Obersteiner (Red.): Festschrift Gerhard Pferschy zum 70. Geburtstag. Hrsg. von der Historischen Landeskommission für Steiermark, Forschungen zur geschichtlichen Landeskunde der Steiermark, Band 42. Zeitschrift des Historischen Vereines für Steiermark: Sonderband 25, Veröffentlichungen des Steiermärkischen Landesarchives Band 26, Graz 2000, ISBN 3-901251-15-4.
  • Karl Michael Waltl: Wieser Bilderbuch. Musikverlag Waltl, Wies 2020, ISBN 978-3-200-06842-1.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Wies – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. So haben die 15 Gemeinden in Deutschlandsberg gewählt. meinbezirk.at, 29. Juni 2020, abgerufen am 18. August 2020.
  2. Gemeinderatswahl 2020 - Ergebnisse Wies. orf.at, abgerufen am 18. August 2020.
  3. Statistik Austria: Bevölkerung am 1.1.2022 nach Ortschaften (Gebietsstand 1.1.2022) (ODS)
  4. Regionalinformation, bev.gv.at (1.094 KB); abgerufen am 10. Jänner 2020.
  5. Kundmachung vom 16. Mai 1951, Landesgesetzblatt für die Steiermark vom 28. Dezember 1959, 13. Stück, Nr. 37, S. 114.
  6. Verordnung vom 18. Dezember 1959, Landesgesetzblatt für die Steiermark vom 28. Dezember 1959, 33. Stück, Nr. 108, S. 152.
  7. Kundmachung vom 10. Juni 1968, Landesgesetzblatt für die Steiermark vom 28. Juni 1968, 8. Stück, Nr. 4, S. 70.
  8. Steiermärkische Gemeindestrukturreform.
  9. § 3 Abs. 2 Z 6 des Gesetzes vom 17. Dezember 2013 über die Neugliederung der Gemeinden des Landes Steiermark (Steiermärkisches Gemeindestrukturreformgesetz – StGsrG), Landesgesetzblatt für die Steiermark vom 2. April 2014, Nr. 31, Jahrgang 2014, ZDB-ID 705127-x, S. 2.
  10. Statistik Austria, Ein Blick auf die Gemeinde Wies, Bevölkerungsentwicklung. Abgerufen am 28. Januar 2020.
  11. Fritz Lochner von Hüttenbach: „Die Rodungsnamen der Steiermark.“ In: Michaela Ofitsch, Christian Zinko: „125 Jahre Indogermanistik in Graz. Festband anläßlich des 125jährigen Bestehens der Forschungseinrichtung ‚Indogermanistik‘ an der Karl-Franzens-Universität Graz.“ Verlag Leykam, Graz 2000, ISBN 3-7011-0026-8, S. 248.
  12. a b c d Wohltätig ist des Feuers Macht …. In: Weststeirische Rundschau. Nr. 29, Jahrgang 2020 (17. Juli 2020), 93. Jahrgang. S. 2.
  13. Bild mit Erläuterungen, Nowohradsky, Graz 1850. Zitiert nach: Karl Michael Waltl: Wieser Bilderbuch. Musikverlag Waltl, Wies 2020. ISBN 978-3-200-06842-1. S. 60.
  14. Robert Preis: „Der Fluch von Wies. Das schwarze Manderl - ein ruheloser Geist.“ In: „111 schaurige Orte in der Steiermark die man gesehen haben muss.“ Verlag emons:, Graz 2018, ISBN 978-3-7408-0445-9, S. 224.
  15. Gerald M. Wolf: „Jetzt sind wir die Herren …“ Die NSDAP im Bezirk Deutschlandsberg und der Juli-Putsch 1934, in „Grazer zeitgeschichtliche Studien. Band 3“ StudienVerlag, Innsbruck-Wien-Bozen 2008, ISBN 978-3-7065-4006-3, S. 168–171.
  16. „Jetzt kommt bestimmt bald ein Krieg …“ In: „Weststeirische Rundschau“, 9. März 2018, 91. Jahrgang, Nr. 10, S. 16.
  17. Die Seltenriegel-Quelle bei Wies. In: Hilmar Zetinigg: Die Mineral- und Thermalquellen der Steiermark. In: Mitteilungen der Abteilung für Geologie und Paläontologie am Landesmuseum Joanneum. Heft 50/51, Graz 1992/93, ZDB-ID 1210191-6, S. 312–315 (zobodat.at [PDF; 43,3 MB]).
  18. Als vor 60 Jahren das „Wieser Heilwasser“ für Aufsehen sorgte. In: Weststeirische Rundschau. Nr. 1, Jahrgang 2021 (8. Jänner 2021), 94. Jahrgang, ZDB-ID 2303595-X. Simadruck Aigner u. Weisi, Deutschlandsberg 2021, S. 18.
  19. Reiterer-Brunnen bei Wies. In: Hilmar Zetinigg: Die Mineral- und Thermalquellen der Steiermark. In: Mitteilungen der Abteilung für Geologie und Paläontologie am Landesmuseum Joanneum. Heft 50/51, Graz 1992/93, ZDB-ID 1210191-6, S. 315–316 (zobodat.at [PDF; 43,3 MB]).
  20. Von „Eisenquellen“ bis „Schwingungsessenzen“ … zwischen Wies und Schwanberg. In: Wochenzeitung Weststeirische Rundschau. Nr. 2, Jahrgang 2021 (15. Jänner 2021), 94. Jahrgang, S. 10.
  21. Großer Schaden bei Hallenbad in Wernersdorf orf.at, 15. Juli 2021, abgerufen 15. Juli 2021.
  22. Statistik Austria, Ein Blick auf die Gemeinde Wies, Arbeitsstätten. Abgerufen am 17. Juni 2019.
  23. Statistik Austria, Ein Blick auf die Gemeinde Wies, Beschäftigte. Abgerufen am 17. Juni 2019.
  24. Statistik Austria, Ein Blick auf die Gemeinde Wies, Übernachtungen nach Unterkunftsart und Herkunft der Gäste. Abgerufen am 17. Juni 2019.
  25. https://www.meinbezirk.at/deutschlandsberg/c-lokales/und-wieder-ist-eine-kleine-landschule-von-der-bildflaeche-verschwunden_a3501822
  26. Gemeinde Wies, Gesundheitseinrichtungen. Abgerufen am 17. Juni 2019.
  27. Caritas Steiermark, Pflegewohnhäuser. Abgerufen am 17. Juni 2019.
  28. Schloss Burgstall. In: burgen-austria.com. Private Webseite von Martin Hammerl;
  29. Weststeirische Rundschau, Nr. 17, 24. April 2015, Jahrgang 2015, 88. Jahrgang, ZDB-ID 2303595-X, Simadruck Aigner u. Weisi, Deutschlandsberg 2015, S. 1.
  30. 129. Verlautbarung der Steiermärkischen Landesregierung vom 27. Oktober 2016 über die Verleihung des Rechtes zur Führung eines Gemeindewappens an die Marktgemeinde Wies (politischer Bezirk Deutschlandsberg), abgerufen am 4. November 2016
  31. Eintrag zu Wies auf der Seite kommunalflaggen.eu
  32. Grazer Zeitung, Amtsblatt für die Steiermark, 30. Dezember 2014, 210. Jahrgang, 52. Stück, ZDB-ID 1291268-2, S. 630.
  33. Südost-Tagespost (16. 11. 1975), S. 6.
  34. Südost-Tagespost (8. 7. 1981), S. 6.
  35. Kleine Zeitung (27. 3. 2022), S. 83.