S-Bahn Steiermark

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
S-Bahn Österreich
S-Bahn Steiermark
Staat Österreich
Verkehrsverbund
Tarifverbund
Verbund Linie
Linien 11
Stationen 112
kleinste Taktfolge 15 min
Fahrzeuge ÖBB 4024, ÖBB 5022, StLB 4062, StLB 5062, StLB 5047, StLB ET15, GKB 5063, GKB DoSto, ÖBB CityShuttle-Wendezüge, ÖBB 4746
Betreiber ÖBB, STLB, GKB

Die S-Bahn Steiermark[1] (anfangs auch „S-Bahn Graz“ genannt) ist ein Nahverkehrsprojekt, das den Großraum Graz mit dem Rest der Steiermark verbindet. An diesem Projekt wird seit 1998 gearbeitet. Die Inbetriebnahme erfolgte am 9. Dezember 2007.

Die Fertigstellung soll bis 2016 erfolgen. Künftig soll die S-Bahn bessere Verbindungen im 15- beziehungsweise 30-Minuten-Takt sowie klimatisierte und niederflurige Züge bieten. Momentan (Fahrplan 2012) fährt aber zum Beispiel sonntags nur stündlich ein Zug zwischen dem Flughafen und der Stadt Graz [1]. Der 30-Minuten-Takt wird durch den Regionalbusverkehr aufrechtgehalten. Durch die Attraktivierung des Schienennahverkehrs konnten die Fahrgastzahlen deutlich gesteigert werden, was dem Ziel entspricht, dem vermehrten motorisierten Individualverkehr mit öffentlichen Verkehrsmitteln entgegenzuwirken.

Linien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Linienbezeichnungen der S-Bahn im Großraum Graz orientieren sich an den bereits vorhandenen Regionalbus-Korridoren der Verbund Linie, bei der dreistellige Linienbezeichnungen, die je nach Fahrtrichtung identische Hunderterstellen tragen, vergeben sind. Die S-Bahn-Hauptlinien werden mit jeweils diesen einstellig, davon abzweigende Nebenstrecken zweistellig bezeichnet. Bei letzteren bleibt die Zehnerstelle unverändert, und die Einerstelle wird von Graz ausgehend fortlaufend gezählt. Jeder Linie ist eine Farbe zugeordnet.

Linie Strecke Streckenname Betriebs­führung Inbetriebnahme
 S1  GrazPeggauFrohnleitenBruck an der Mur Südbahn ÖBB 9. Dez. 2007
 S11  (Graz) — Peggau-Deutschfeistritz — Deutschfeistritz — Übelbach Lokalbahn Peggau–Übelbach STLB 9. Dez. 2007
 S3  Graz — GleisdorfFeldbachFehring Steirische Ostbahn ÖBB 12. Dez. 2010
 S31  (Graz) — Gleisdorf — Weiz Landesbahn Gleisdorf–Weiz STLB 12. Dez. 2010
 S5  Graz — Spielfeld-Straß Südbahn ÖBB 9. Dez. 2007
 S51  (Graz) — Spielfeld-Straß — Bad Radkersburg Radkersburger Bahn ÖBB 9. Dez. 2007
 S6  Graz — WerndorfWies-Eibiswald (**) Koralmbahn und Wieserbahn GKB 12. Dez. 2010
 S61  Graz — LiebochWies-Eibiswald (**) Wieserbahn GKB 9. Dez. 2007
(bis 11. Dez. 2010 „S6“)
 S7  Graz — Lieboch — Köflach Köflacherbahn GKB 9. Dez. 2007
 S8  UnzmarktLeobenBruck an der Mur Rudolfsbahn
Bruck an der Mur–Leoben
ÖBB 11. Dez. 2016
 S9  Bruck an der MurKapfenbergMürzzuschlag Südbahn ÖBB 11. Dez. 2016

(**) Seit dem Fahrplanwechsel am 12. Dezember 2010 wird die  S6  statt über Lieboch über die Südbahn und Koralmbahn geführt, womit nun auch die neue Haltestelle Hengsberg bedient wird. Die Fahrzeit auf der Verbindung Graz — Deutschlandsberg wurde damit von 55 auf 40 Minuten verkürzt.

Fahrzeuge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Für den Betrieb werden derzeit Fahrzeuge der Typen ÖBB 5022, ÖBB 4024, ÖBB 4744 „cityjet“, ÖBB 4746 „cityjet“, City-Shuttle-Wendezüge, StLb 4062, StLb 4481, StLb 5062, StLb 5047, GKB DoStos und GKB 5063 eingesetzt.

Fahrzeugtyp Linien Anmerkung
ÖBB 5022  S1 *,  S3 ,  S5 *,  S51  Einsatz auf den mit * gekennzeichneten Linien hauptsächlich als Ersatzfahrzeug
ÖBB 4024  S1 *,  S5 *,  S8 ,  S9 * Einsatz auf den mit * gekennzeichneten Linien hauptsächlich an Wochenenden, Feiertagen und im Abendverkehr
ÖBB 4744 „cityjet“  S1 ,  S5 ,  S8 *,  S9  Einsatz auf der mit * gekennzeichneten Linie hauptsächlich an Wochenenden, Feiertagen und im Abendverkehr
ÖBB 4746 „cityjet“  S1 ,  S5 ,  S8 *,  S9  Einsatz voraussichtlich bis Mai 2017. Einsatz auf der mit * gekennzeichneten Linie hauptsächlich an Wochenenden, Feiertagen und im Abendverkehr
CS-Wendezüge  S1 ,  S3 ,  S5 ,  S9 ,  S31 ,  S51  Einsatz hauptsächlich zur Hauptverkehrszeit
StLb 4062  S11 
StLb 4481  S11  Ersatzfahrzeug
StLb 5062  S31 
StLb 5047  S31  Einsatz hauptsächlich zur Hauptverkehrszeit
GKB DoStos  S7 ,  S61  Einsatz hauptsächlich zur Hauptverkehrszeit
GKB 5063  S6 ,  S7 ,  S61 

Ausbaustufen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ausbau zur S-Bahn erfolgt in drei Schritten. Derzeit wurden die Ziele der Phasen 1 und 2 umgesetzt und die S-Bahn ist in Betrieb.

Phase 1[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit diesem Schritt (2007/08) wurde eine Attraktivierung des Schienenverkehrs durch Fahrplanverdichtungen in der Frühspitze (in Richtung Zentrum) und im Abendverkehr (in die Regionen) erwirkt. Seit dem Fahrplanwechsel am 9. Dezember 2007 verkehren die Linien  S1 ,  S11 ,  S5 ,  S51 ,  S6  und  S7  bereits großteils getaktet. Die Linien  S3  und  S31  waren ebenso ab diesem Zeitpunkt mit einem verdichteten Fahrplan in Betrieb, jedoch noch nicht als S-Bahn-Linien, sondern als R530 und R531 und nicht vertaktet.

Bahnhof Graz Don Bosco

Der neu errichtete Bahnhof Graz Don Bosco ist ein wichtiger Umsteigepunkt für aus Süden (Südbahn) und Osten (Ostbahn) kommende Zugpassagiere in der Stadt Graz, da hier eine Anzahl von Buslinien (und zukünftig auch eine Straßenbahnlinie) direkt unter dem Bahnhof halten und so eine Entlastung des Hauptbahnhofs und rascheren Transport ins Stadtzentrum ermöglichen.

Phase 2[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit Juni 2010 verkehren auf der  S1  zwischen Graz und Bruck/Mur sowie zwischen Graz und Spielfeld-Straß zusätzliche Züge im Halbstundentakt. Stündlich verkehren Regionalzüge, zu Hauptverkehrszeiten im Halb-Stunden-Takt oder nach Bedarf im 15-Minuten-Takt. Überdies verdichten Eilzüge dieses Angebot.

Seit 12. Dezember 2010 verkehrt die  S6  von Graz nach Wies-Eibiswald über die Südbahn und Koralmbahn statt wie bisher über Lieboch. Damit wurde das erste Teilstück der Koralmbahn in Betrieb genommen, die neue Haltestelle Hengsberg bedient und die Fahrzeit auf der Verbindung Graz–Deutschlandsberg von derzeit 55 auf 40 Minuten verkürzt. Die Stammstrecke über Lieboch wird mit der neuen Linie  S61  bedient.[2]

Phase 3[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der dritten und letzten Phase ab 2012 sollen alle Bahnverbindungen von und nach Graz mit modernen Triebwagen ausgestattet sein. Darüber hinaus werden die Haltestellen und die Bahnhofsgestaltung vereinheitlicht. Ein kundenfreundliches Informationssystem auf internationalem Standard soll die Fahrgäste unterstützen. Auf eingleisigen Strecken ist noch der Ausbau von Bahnhöfen und Bau von Ausweichen – vor allem auf der Steirischen Ostbahn – notwendig. 18 neue Triebwagen werden angekauft.[2] Weiters soll im Endausbau der Obersteirische Zentralraum von Kapfenberg bis Leoben erschlossen werden. Dazu war vorerst eine Linie  S8  geplant, welche als einzige Linie nicht durch das Stadtgebiet von Graz geführt wird beziehungsweise dort endet. Im Oktober 2015 wurde ein neuer Ausbauplan präsentiert, welcher eine  S8  von Unzmarkt bis Bruck an der Mur und eine  S9  von Bruck an der Mur bis Mürzzuschlag ab Fahrplanwechsel 2016/17 vorsieht. Auch eine Verbindung nach Trofaiach über eine  S81  wird angedacht.[3]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Quellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. http://www.verbundlinie.at/service/faq.php "Warum heißt es eigentlich nicht „S-Bahn Graz“, da der Knotenpunkt in Graz liegt und der Großraum Graz bedient wird?"
  2. http://www.verkehr.steiermark.at/cms/beitrag/11341920/26283983/
  3. http://www.politik.steiermark.at/cms/beitrag/12370375/121400860/

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Styria S-Bahn – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien