Nippes (Köln)

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Dieser Artikel behandelt den Kölner Stadtteil Nippes. Für den gleichnamigen Stadtbezirk Kölns, siehe Köln-Nippes (Stadtbezirk).
Wappen von Köln
Nippes
Stadtteil 501 von Köln
Lage des Stadtteils Nippes im Stadtbezirk Köln-Nippes
Koordinaten 50° 57′ 52″ N, 6° 57′ 30″ O50.9644444444446.9583333333333Koordinaten: 50° 57′ 52″ N, 6° 57′ 30″ O
Fläche 2,9908 km²
Einwohner 34.794 (31. Dez. 2013)
Bevölkerungsdichte 11.634 Einwohner/km²
Eingemeindung 1. Apr. 1888
Postleitzahlen 50733, 50735
Vorwahl 0221
Stadtbezirk Nippes (5)
Verkehrsanbindung
Bundesstraße B9
DB-Linien S 6 S 11
Stadtbahnlinien 12 13 15
Buslinien 127 140 142 147
Quelle: Kölner Stadtteilinformationen – Zahlen 2013
Köln-Nippes: Kirche St. Heinrich und Kunigund, Mauenheimer Straße

Nippes ist ein linksrheinischer Stadtteil innerhalb des gleichnamigen Kölner Stadtbezirks 5.

Lage[Bearbeiten]

Der Stadtteil grenzt im Süden an die Neustadt-Nord, im Osten an Riehl, im Norden an Niehl, Weidenpesch und Mauenheim und im Westen an Bilderstöckchen und Neuehrenfeld.

Geschichte[Bearbeiten]

Es gibt zahlreiche Deutungen des Namens Nippes, der ursprünglich in der Form am Nippes (am Nipp-Haus, vergleiche Backes=Backhaus) verwendet wurde. Der Wortbestandteil Nipp wird meist abgeleitet von nepp = kleine Anhöhe oder von Niep = feuchte Senke. Der von Riehl über Nippes nach Niehl verlaufende alte Rheinarm, der bis in das 19. Jhd. noch als Weiher erkennbar war und dessen Reste heute das Nippeser Tälchen bilden, könnte für diese letztgenannte Ableitung sprechen; andererseits liegen sehr viele der Orte, Ortsteile oder Fluren, die anderswo Nippes heißen, auf Anhöhen.[1]

Zum Ende der Steinzeit gab es im heutigen Stadtgebiet, in Nippes und in der Innenstadt sowie in Merheim und Brück weitere Ackerbau-Siedlungen, die der Michelsberger Kultur zugerechnet werden. Ausgrabungen am Altenberger Hof haben Reste eines römischen Wohnhause aus dem 1. bis 2. Jahrhundert nachgewiesen.

1199 ist zum ersten Mal von der „Herrlichkeit Mauenheim“ die Rede, in deren Mitte der heutige Altenberger Hof und zwei weitere größere Höfe standen. Es ist jedoch sehr wahrscheinlich, dass das erste Gehöft dort wesentlich früher erbaut wurde. - Die „Herrlichkeit Mauenheim“ umfasste mehr oder weniger das Gebiet des heutigen Stadtteils Nippes - das heutige Köln-Mauenheim entstand erst in den 1920er Jahren.

1549 wird Nippes erstmals urkundlich erwähnt („Johann van Wermßkirchen, wyrt am nippis“ wird in einem Pachtvertrag genannt). Der Ort entwickelt sich im Laufe des 16. und 17. Jahrhunderts immer mehr und wird bedeutender als Mauenheim. Aus mehreren Ratsbeschlüssen und Edikten ist bekannt, dass Nippes insbesondere wegen seiner Bierhäuser mit Ausschank des in Köln verbotenen untergärigen Bieres sehr beliebt war. Nachdem die „Herrlichkeit Mauenheim“ 1794 von den Franzosen aufgelöst worden war, ging der Name Nippes schließlich auf die ganze Ansiedlung über, die dann nach dem Wiener Kongress zur preußischen Bürgermeisterei Longerich gehörte. 1888 wurde dieses Gebiet nach Köln eingemeindet. Kurzzeitig später erhielt Nippes einen Eisenbahnanschluss, auch wurden Pferdebahnlinien zum Stadtzentrum Kölns und nach Riehl eingerichtet.

Da in der Kölner Innenstadt durch die preußischen Rayonbestimmungen keine Industrieansiedlung erlaubt war, siedelten sich zahlreiche Unternehmen in Nippes an. Bekannteste Beispiele sind die Clouth Gummiwerke oder die von Heinrich Auer gegründete Auermühle (die später durch den Markennamen Aurora in Deutz bekannt wurde). Außerdem entstanden eine zentrale Eisenbahnwerkstatt und ein Rangierbahnhof, die aber heute stillgelegt sind.

Der im 19.Jhd. im Nippeser Tälchen existierende Weiher war ein beliebter Naherholungsort mit Rudergelegenheit. Die heutige dort befindliche Grünfläche, mit dem angrenzenden, renovierten Altenberger Hof als Kulturveranstaltungsstätte und Restaurant, dient heute ähnlichen Zwecken.

Gegenwart[Bearbeiten]

Heute ist Nippes ein lebendiges „Veedel“, in dessen Zentrum sich die Neusser Straße mit vielen Geschäften befindet. Hier liegt auch die weit über das Stadtviertel hinaus bekannte Traditionskneipe Em Golde Kappes. Einen Stadtteil im Stadtteil stellt das „Sechzigviertel“ dar (Sechzigstraße, Hartwichstraße und Nebenstraßen), das seinen Ursprung in einer Werkssiedlung des Ausbesserungswerks der Eisenbahn hat. Dieses Werk existiert mittlerweile nicht mehr; statt dessen wurde eine teilweise autofreie Siedlung mit Ein- und Mehrfamilienhäusern errichtet.

Auf dem Gelände der ehemaligen Clouth-Werke entsteht seit 2013 ein neues Wohnviertel. Auf ungefähr 25.000 Quadratmeter Grundstücksfläche entstehen etwa 1.000 Wohnungen. Für die ersten Wohnungen wird als Erstbezug der 1. Januar 2016 angegeben.[2]

Im ehemaligen Bahnbetriebswerk Köln-Nippes ist seit 1992 das Rheinisches Industriebahn-Museum (RIM) e. V. untergebracht. Dieses befindet sich aber nicht auf dem Gebiet des Stadtteils Nippes, sondern liegt in Bilderstöckchen und Longerich.

Bemerkenswertes[Bearbeiten]

Bekannt ist Nippes unter anderem für seinen täglich (außer sonntags) stattfindenden Markt auf dem Wilhelmplatz. Er wurde um das Jahr 1900 ins Leben gerufen. Der Straßenkarneval im Viertel wird dort traditionell an Weiberfastnacht um 9.11 Uhr von der Nippeser Bürgerwehr eröffnet, einem Traditionskorps des Kölner Karnevals.

Es gibt reizvolle Grünflächen an der Rändern des Stadtteils: Das „Nippeser Tälchen“ im Norden, die „Nippeser Schweiz“ im Südwesten und der „Johannes-Giesberts-Park“ im Osten. Ganze Straßenzüge präsentieren Hausfassaden aus Gründerzeit und Jugendstil, z.B. die Schwerinstraße, der Leipziger Platz und die Eisenachstraße. Sehenswert sind auch der "Altenberger Hof", der jetzt das Nippeser Bürgerzentrum beherbergt, und die Nippeser Kirchen. Die älteste unter ihnen ist die Kirche "St. Heinrich und Kunigund" (1850-52 nach Plänen des Baumeisters Vincenz Statz errichtet) an der Mauenheimer Straße.

Nippes ist der Geburtsort des ehemaligen Oberbürgermeisters von Köln, Fritz Schramma.

Das Gymnasium Köln-Nippes (inoffiziell auch „Blüchergymnasium“ genannt, seit Anfang 2011 offiziell "Leonardo-da-Vinci-Gymnasium Köln-Nippes"), mitten in Nippes gelegen, hat eine jüngst sanierte ansehnliche Fassade aus rotem, weiß gebändertem Miltenberger Sandstein und beherbergt ein Planetarium und zwei Sternwarten.

Die evangelische Lutherkirche gilt als die einzige neogotische Kirche Kölns mit nahezu vollständig erhaltener Originalausstattung, darunter ein vollständiger Fensterzyklus. Sie wird auch regelmäßig als Kulturkirche genutzt.

Nippeser Straßennamen[Bearbeiten]

Nippes lässt sich den Straßennamen nach in Quartiere einteilen mit einigen Ausnahmen, die weiter unten aufgelistet sind:

  • Das Eisenbahn-Quartier (gebaut bzw. umbenannt ab 1893) → Hartwichstraße, Kleine Hartwichstraße, Nohlstraße, Sechzigstraße, Werkstattstraße, im Jahr 2006 erfolgte die Benennung der Straßen auf dem Gelände des ehemaligen Eisenbahnausbesserungswerkes Köln-Nippes, die Straßennamen Wagenhallenstraße, Kesselhausstraße, Am Alten Stellwerk, Bahnwärterweg, An der Alten Kantine, Am Ausbesserungswerk, Lokomotivstraße und An der Drehscheibe orientieren sich an den alten Betriebseinrichtungen und Orten des Geländes
  • Das Preußen-Quartier (gebaut ab 1900) → Blücherstraße, Bülowstraße, Einheitstraße, Freiherr-vom-Stein-Straße, Gneisenaustraße, Leipziger Platz, Louis-Ferdinand-Straße, Nettelbeckstraße, Scharnhorststraße, Schillstraße, Schwerinstraße, Tauentzienstraße, Waterloostraße, Wilhelmplatz, Yorckstraße
  • Das Thüringer-Quartier (gebaut bzw. umbenannt ab 1892) → Eisenachstraße, Thüringer Straße, Wartburgplatz, Wartburgstraße
  • Das Künstler-Quartier (gebaut bzw. umbenannt ab 1893) → a. Adam-Wrede-Straße, Cranachstraße, Gellertstraße, Grabbestraße, Holbeinstraße, Joseph-Bayer-Straße, Kuenstraße, Schenkendorfstraße, Schneider-Clauss-Straße → b. Geldorpstraße, Hogenbergstraße, Simon-Meister-Straße
  • Das Niederrhein-Quartier (gebaut vor und umbenannt ab 1880 (unter a.)/1893 umbenannt bzw. gebaut ab 1932 (unter b.)) → a. Dormagener Straße, Knechtstedener Straße, Ürdinger Straße, Zonser Straße → b. Eltener Straße, Isselburger Str, Kalkarer Straße, Kevelaerer Straße, Xantener Straße
  • Das Kolonial-Quartier (gebaut ab 1935) → Gustav-Nachtigall-Straße, Kamerunstraße, Lüderitzstraße (13. September 1990 in Usambarastraße umbenannt), Carl-Peters-Straße (1990 in Namibiastraße umbenannt), Tangastraße[3], Togostraße
  • Das Botaniker-Quartier (gebaut ab 1956) → Correnstraße, De-Vries-Straße, Nägelistraße
  • Alte Nippeser und Kölner Familien → Auerstraße, Auguststraße, Christinastraße, Eichstraße, Franziskastraße, Lohsestraße, Siebachstraße, Steinbergerstraße [4]
  • Das Flora-Quartier (gebaut bzw. umbenannt vor 1880) → Florastraße, Gartenstraße, Nelkenstraße

Ausnahmen:

  • Kirchbauten → Josephkirchplatz, Turmstraße
  • besondere Ehrungen → Baudriplatz, Baudristraße, Erzbergerplatz, Franz-Clouth-Straße, Kretzerstraße, Krüthstraße

Persönlichkeiten aus Nippes[Bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Archiv für Stadtteilgeschichte Köln-Nippes e.V.: Loß mer jet durch Neppes jon. Ein Stadtteilführer. 3. überarbeitete Auflage, Köln 2010
  • Bürgerverein Stadtteilarchiv Köln-Nippes e.V. (Hrsg.): Loß mer jet durch Neppes jon. Ein Streifzug durch die Geschichte. Köln 1987
  • Franz Irsfeld (Hrsg.): Nippes gestern und heute. Eine Geschichte des Stadtbezirks und seiner Stadtteile. Köln, 1983
  • Reinhold Kruse: Buchreihe Nippes - Bemerkenswertes und Unterhaltsames aus einem Kölner Stadtteil in 6 Bänden
  • Ines Vente, Rolf Vente: Nippes in Köln. Beschreibung eines deutschen Habitats. Köln, 1986

Weblinks[Bearbeiten]

Anmerkungen und Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. siehe Reinhold Kruse: Nippes - wat es dat eijentlich. Nippes - Bemerkenswertes und Unterhaltsames aus einem Kölner Stadtteil Band 3, Emons Verlag, Köln 1997
  2. Clouth1.de, abgerufen am 26. Juni 2014
  3. Anmerkung: Die Tangastraße wurde nach der Hafenstadt Tanga in Tansania benannt
  4. Anmerkung: In den Gründerjahren war es Mode den Vornamen, vor allem der Ehegattin, zu verwenden.