Kablow

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Kablow
Koordinaten: 52° 17′ 36″ N, 13° 43′ 12″ O
Höhe: 35 m
Einwohner: 893 (2016)
Eingemeindung: 26. Oktober 2003
Postleitzahl: 15712
Vorwahl: 03375

Kablow (niedersorbisch Kobłow[1]) ist ein Stadtteil von Königs Wusterhausen und liegt zwischen Zernsdorf im Westen, Dannenreich im Norden und Bindow im Osten. Er zählt rund 900 Einwohner.[2] Bis 2003 war Kablow eine selbstständige Gemeinde im Landkreis Dahme-Spreewald im Bundesland Brandenburg der Bundesrepublik Deutschland. Der Ortsname ist sorbischen Ursprungs.

Geographie und Ortsgliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blick auf Kablow vom Krüpelsee
Die Dorfkirche
Der Haltepunkt

Kablow liegt südöstlich von Berlin, auf einer Halbinsel am Nordufer des Krüpelsees, durch den die Dahme fließt. Der alte Ortskern ist als Angerdorf angelegt. Zwischen Bindow und Kablow befindet sich das Naturschutzgebiet Skabyer Torfgraben. Im Zuge der Gebietsreform wurde Kablow am 26. Oktober 2003 ein Stadtteil von Königs Wusterhausen.,[3] Um die vielfach gleichen Straßennamen in den Ortsteilen individuell, aber trotzdem unter dem Stadtnamen „Königs Wusterhausen“ adressieren zu können, wurde einigen Ortsteilen Königs Wusterhausens ab 1. Januar 2009 neue Postleitzahlen zugeordnet. Zuvor wurden bereits Straßen umbenannt. Der Ortsteil Kablow-Ziegelei gehört seit dem 1. April 1965 zum Nachbarort Zernsdorf[4] obwohl er auf der Kablower Seite des Lankensees liegt.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Gründungsdatum ist nicht bekannt. Kablow ist mindestens seit 3000 Jahren besiedelt (archäologische Funde der späten Mittelsteinzeit und Jungsteinzeit). Bis etwa 50 v. Chr. siedelten sich Semnonen an, um 300 n. Chr. slawische Germanen. Auch dazu fanden Ausgrabungen statt.[5] Der Ort ist ein Fischerdorf, von Wasser umgeben.

Seit 1518 befand sich Kablow in ritterlichem Besitz. Nach 1555 erwarb Markgraf Johann von Küstrin das Dorf von Hans von Schlieben für das Amt Storkow. 1717 kam Kablow in den Besitz von Friedrich Wilhelm I.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ortsvorsteher ist Martin Meinert (CDU).[6]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Die Dorfkirche Kablow ist eine neogotische Saalkirche aus den Jahren 1869/1870. Im Innern steht unter anderem ein spätgotischer Schnitzaltar von Hermen Herwich aus dem Jahr 1516.
  • Ein wichtiger Teil des dörflichen Zusammenlebens besteht im Dorffest; im August 2019 wurde es zum 38. Mal unter dem Motto „Kablower Musikantenscheune“ veranstaltet. Vor der Wiedervereinigung gab es dieses Fest nicht. Seit Mai 2019 ist auf dem Platz der früheren Schule das Gemeindehaus zugänglich. Die Grundschule liegt nun in Zernsdorf, ebenso das Depot der Feuerwehr. Einkaufsmöglichkeiten bestehen nicht mehr, doch gibt es eine kleine Pension. Mehrere Betriebe haben geschlossen. Andere Firmen expandierten, so die FSG Fernsteuergeräte. Die Zahl der hier lebenden Flüchtlinge ist äußerst gering. Abwanderung gibt es kaum.[7]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kablow liegt an der Kreisstraße 6137 von Königs Wusterhausen nach Friedersdorf. Die nächstgelegenen Anschlussstellen zur im Norden vorbeiführende Autobahn sind Niederlehme an der A 10 (Berliner Ring) und Friedersdorf an der A 12 nach Frankfurt (Oder). Zahlreiche Straßen wurden nach der Wiedervereinigung teils neu gebaut, teils saniert.

Der Ort hat einen Haltepunkt an der Bahnstrecke Grunow–Königs Wusterhausen, auf der Dieseltriebwagen der Niederbarnimer Eisenbahn im Stundentakt Verbindungen zwischen Frankfurt (Oder) und Königs Wusterhausen herstellen.

Vereine[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • SG Askania Kablow 1916 e. V. (Fußball-, Kegel- und Tanzverein; es gibt acht Tanzgruppen)
  • Gemischter Chor Kablow e.V.
  • Feuerwehrverein Kablow e. V.
  • Kulturverein Kablow 05 e.V.
  • Anglerverein Ortsgemeinschaft Kablow e. V.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Ortsnamen Niederlausitz; ISBN 3-515-08664-1 Die Ortsnamen des Kreises Beeskow-Storkow; Seiten 226 bis 228 → Kablow / Kobłow
  2. Starker Zuzug nach Königs Wusterhausen MAZ, 6. Mai 2016, abgerufen am 7. März 2019.
  3. StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 2003
  4. Gemeinden 1994 und ihre Veränderungen seit 1. Januar 1948 in den neuen Ländern, Verlag Metzler-Poeschel, Stuttgart, 1995, ISBN 3-8246-0321-7, Herausgeber: Statistisches Bundesamt
  5. Maxi Leinkauf: Unser Dorf lebt. Kablow hat seit der Wende viel verloren, aber die Leute halten zusammen. Manche meckern, wenn im Ort Fremde auftauchen. In: der Freitag vom 29. August 2019, S. 31
  6. Ortsvorsteher. Stadt Königs Wusterhausen, 14. Februar 2019, abgerufen am 13. März 2019.
  7. Maxi Leinkauf: Unser Dorf lebt. Kablow hat seit der Wende viel verloren, aber die Leute halten zusammen. Manche meckern, wenn im Ort Fremde auftauchen. In: der Freitag vom 29. August 2019, S. 31

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Kablow – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien