Alte Kantonsschule Aarau

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Alte Kantonsschule Aarau
Einsteinhaus
Vorderseite Hauptgebäude (Albert-Einstein-Haus)
Schulform Kantonsschule (Gymnasium)
Gründung 1802
Adresse

Bahnhofstrasse 91

Ort Aarau
Kanton Aargau
Staat Schweiz
Koordinaten 646347 / 249345Koordinaten: 47° 23′ 36″ N, 8° 3′ 9″ O; CH1903: 646347 / 249345
Träger Kanton Aargau, Departement für Bildung Kultur und Sport (BKS)
Schüler 1400[1]
Lehrkräfte ca. 190[2]
Leitung Martin Burkard[3]
Website www.alte-kanti-aarau.ch

Die Alte Kantonsschule Aarau (AKSA) (umgangssprachlich «Alte Kanti») an der Bahnhofsstrasse in Aarau wurde 1802 gegründet und ist das älteste nichtkirchliche Gymnasium der Schweiz. Da das Einsteinhaus über eine Sternwarte verfügt, findet dort jedes Jahr ein öffentlicher, kostenloser Astronomiekurs statt.

Unterricht[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lehrgänge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Alte Kantonsschule Aarau ist eine öffentliche Mittelschule des Kantons Aargau. Ausser dem Gymnasium (MAR) wird auch die Wirtschaftsmittelschule (WMS) und die Informatikmittelschule (IMS) an der Alten Kantonsschule angeboten. Für die ersten zwei Jahre des Gymnasiums wird ein Akzentfach gewählt, für das dritte und vierte Jahr ein Schwerpunktfach und für das vierte Jahr ein Ergänzungsfach.

Seit kurzer Zeit werden auch eine Sportabteilung pro Klasse und mehrere Immersionsabteilungen (Unterricht auf Englisch) im Gymnasium. Seit 2006 ist zudem ein «Nawimat»-Lehrgang (NAturWIssenschaft, MAThematik) wählbar. Ebenfalls an der AKSA angesiedelt ist ein Sportgymnasium für Spitzensportler/ Leistungssportler.

Sprachen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nebst den obligatorischen Sprachen Englisch, Deutsch und Französisch werden Latein, Italienisch und Spanisch, aber auch Griechisch, Russisch, Hebräisch und seit 2006 sogar Arabisch angeboten. Neu auch Chinesisch und Japanisch. An der Schule können das kleine und grosse Latinum, das Graecum, das Hebraicum sowie das Advanced und das Proficiency abgelegt werden. Für die Spanischschüler besteht zudem die Möglichkeit das DELE-Diplom zu machen, Französischschüler können das DELF-Diplom machen.

Musik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nebst der Möglichkeit Unterricht auf diversen Musikinstrumenten zu belegen, existieren auch ein Chor, ein Orchester und zahlreiche Ensembles. Zusätzlich zum Grundlagenfach, wird auch ein Schwerpunkt- und ein Ergänzungsfach "Musik" angeboten. Studierende dieser beiden Fächer haben Anrecht auf eine weitere halbe Stunde Instrumentalunterricht.

Theater[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es existiert ein Theaterkurs. Die eingeübten Stücke werden ungefähr halbjährlich öffentlich aufgeführt.

Informatik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit 2010 wird an der Schule ein Informatiklehrgang (Informatikmittelschule, IMS) mit kaufmännischer Berufsmaturität und eidgenössische Fähigkeitszeugnis "Informatik / Applikationsentwicklung" angeboten. Der Lehrgang besteht aus einer dreijährigen Studienzeit in Aarau mit 5-wöchigem Praktikum im zweiten und 4-wöchigem Sprachaufenthalt im dritten Jahr. Das vierte Jahr ist als Praxisjahr vorgesehen.

Seit 2005 ist die Schule autorisiertes ECDL-Testcenter, wodurch am Gymnasium freiwillig ECDL-Diplome erworben werden können, währenddessen der Erwerb in der WMS zum Lehrplan gehört.

Seit 2017 ist zudem Informatik ein Pflichtfach für alle Gymnasialschüler. Gelehrt werden in diesem Unterricht nebst Grundlagen des Programmieren in mehreren Programmiersprachen auch Medienkompetenz.

Sport[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Früher diente die Balänenturnhalle, die beim Zeughaus steht, dem Sportunterricht. Heute findet dieser aber in der Telli statt. Die Sportanlage dient ausserhalb der Unterrichtszeiten als öffentliches Schwimmbad, die Turnhallen dienen Vereinen, wie z. B. der Karateschule Aarau als Trainings- und Übungslokal.

Gebäude[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Schule besteht heute aus fünf Gebäuden:

Name Alter Name
(bis 2006)
Baujahr Architekt Nutzung Schulge-
bäude seit
benannt nach
Karl-Moser-Haus Rauchensteinhaus
1860
Unterricht,
ehemals Bibliothek
Karl Moser
Albert-Einstein-Haus Tuchschmidhaus
1894
Karl Moser Unterricht, Rektorat
1894
Albert Einstein
Paul-Karrer-Haus («Aquarium») Steinmannhaus
1969
Barth & Zaugg Unterricht
1969
Paul Karrer
János-Tamás-Haus Fehrhaus Musikhaus János Tamás
Frank-Wedekind-Haus AVA
1933
Richner & Anliker Medienzentrum,
Mensa, BiG
2008
Frank Wedekind
Sportanlage Telli Sportunterricht,
Schwimmen

Albert-Einstein-Haus[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Einstein-Haus im Jahr seiner Eröffnung (1895), im Vordergrund der Boulevard der Bahnhofstrasse

Nutzung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Albert-Einstein-Haus befinden sich die Räume der Schulverwaltung, eine Aula sowie etwa die Hälfte der Unterrichtszimmer der AKSA, vor allem jene der Geistes- und Sozialwissenschaften, der Sprachen sowie der Musik. Es wurde 1894 von Karl Moser gebaut und im folgenden Jahr eröffnet.

Kunst[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

An der Ostfassade befinden sich im 2. Stock anstelle von Fenstern eine Serie allegorischer Bilder der Wissenschaften, auf welche das Gymnasium vorbereitet. Sie wurden von Kunstmaler Arnold Büchli (* 1885) gemalt, der selber Schüler der AKSA war. Auf den Bildern sind zu sehen:

  1. Jurisprudenz: Eine niedergeschlagene Justitia mit Schwert und Waage, dahinter ein geöffnetes Buch: «SVVM CVIQVE» (Lateinisch für jedem das seine).
  2. Medizin: Ein übergrosser Totenkopf, davor eine Frau mit Äskulapstab, der eine nackte Frau zu Füssen liegt.
  3. Theologie und Philosophie: Das leere Kreuz Christi, dahinter steht der geflügelte Satan, davor sitzt ein Mann bei einem Amboss, der eine Schrifttafel «ENS ENTI UM» (ens entium, lat.: Wesen aller Wesen) in den Händen hält.

Auch auf der Westseite haben sich früher Bilder befunden. Es waren dies Allegorien für die drei Richtungen, auf welche die Gewerbeschule vorbereitet: Technik, Mathematik & Naturwissenschaften sowie Handel.

Die «alten Herren» der drei Kantonsschülervereinigungen Argovia, Industria und Turnverein finanzierten 1895 die Anschaffung von sechs Gipsstatuen ins Vestibül und Büsten berühmter Männer in die Lehrerzimmer. Zwei der Statuen, Sophokles und Augustus (genannt «di Prima Porta») hatten die Höhe von über zwei Metern. Die ihnen zur Seite stehenden Figuren, die Musen Clio und Urania, ein Athlet und ein scheibenwerfender Jüngling (Discobolos des Myron) waren absichtlich kleiner gewählt worden. – «Durch die Büsten sollten so dem Schüler eine Reihe von Männern vor Augen geführt werden, welche Hervorragendes geleistet haben auf den verschiedenen Gebieten geistiger Kultur.»[4]

Das Vestibül und gewisse Elemente in den Gängen sind von Herrn Steimer (Fachlehrer für Dekorationsmalen und kunstgewerbliches Zeichnen am Gewerbemuseum) ornamentös verziert worden. In ähnlichem Stile muss bei der Eröffnung des Gebäudes auch die Westwand der Aula verziert gewesen sein. In der Mitte des Ornaments befand sich das Aarauerwappen. Jedoch wurde in der Mitte des 20. Jahrhunderts eine horizontale Decke eingezogen und die Wand einheitlich weiss gestrichen, womit auch das Ornament verschwand. An der Wand, bevor die Dachschräge beginnt, war an beiden Seitenwänden ein ca. 30 cm breiter Streifen bemalt. Zu sehen waren Tiere und Pflanzen. Als die horizontale Decke bei einer Renovation wieder entfernt wurde, waren diese Streifen in einem sehr schlechten Zustand. Nur drei Sektoren konnten restauriert werden, der Rest wurde grün gestrichen. Die Dachschräge jedoch wird nach wie vor beiderseits von Aaraueradlern geziert. Da nach der Renovation die Wände allseitig weiss gestrichen wurden, musste auch das ursprünglich aufgemalte Gedicht «Jugendgeist» von Adolf Frey verschwinden. Da man ihn aber nicht einfach verschwinden lassen wollte, wurde er auf eine Plexiglasscheibe geschrieben, welche dann an die Wand montiert wurde.[5]

Geheimnisvoll ist Jugendgeist –
Ein Wandrer auf verhülllten Wegen.
Dem reift ein Tagwerk voller Segen,
Der aufwärts ihm die Pfade weist:
Der Junge rasch, doch willig,
Das Alter streng, doch billig,
So schreiten wir dem Licht entgegen.

Im zweiten Stock finden sich im Treppenhause die Wappen der ehemaligen Gebiete, welche beim Bau alle zum Kanton Aargau gehörten. Sie sind direkt auf dem Verputz aufgemalt.

Die vier Kantonsschülerverbindungen (Argovia, Industria, KTV Aarau und Zofingia) schenkten 2003 ihrer Alma Mater zum 200-jährigen Bestehen ein Kunstwerk von Ruth Maria Obrist «Installation mit 200 Farbtafeln», welches nun im Gang des ersten Stockes ausgestellt ist.[6]

Die Stadt Aarau schenkte ihr zum Jubiläum 200 Jahre Mittelschule Aargau «positiv und negativ» von Max Matter, basierend auf «Injektion» (1998) (50 cm × 50 cm, im Rektorat aufbewahrt). Dies sind zwei Tinkturen auf Seidenpapier 100 cm × 100 cm, zwei Lambdaprinte (farbecht und komplementär).[7]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1891[8] wurde das Feer-Herzog-Gut seiner zentralen Lage wegen von der Stadt erworben. Unter bestmöglicher Beibehaltung des Baumbestandes sollte hier ein städtischer Schulbezirk mit Kantonsschule, Gewerbeschule und Gewerbemuseum entstehen. Den Wettbewerb für die gesamte Anlage gewann Karl Moser, Teilhaber des Architekturbüros Curjel & Moser in Karlsruhe, der nach 1900 als Architekt und ab 1915 auch als ETH-Professor ein Wegbegleiter der Modernen Architektur in der Schweiz wurde. Für die 1896 eingeweihte Kantonsschule wählte er indes die Formen der deutschen Renaissance und stand damit noch ganz im Banne des Historismus des 19. Jahrhunderts.
1916 wurde auch noch ein Flügelanbau mit Sternwarte durch Karl Moser geplant.[8]

Paul-Karrer-Haus[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nutzung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Paul-Karrer-Haus (genannt: Aquarium) dient der Schule hauptsächlich als Gebäude für den naturwissenschaftlichen Unterricht und dessen Praktika, wenngleich auch vereinzelt Sprachen darin unterrichtet werden. Im 1. Untergeschoss bieten reihenweise abschliessbare Kästchen den Studierenden Lagerraum für Schulmaterialien, während sich im 2. Untergeschoss die Schutzräume der Schule befinden.

Kunst[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Fenster im Parterre sind zusammen mit einem darauf dargestellten (und sich auch im Erdgeschoss befindlichen Körper) ein Kunstwerk des Aargauer Künstlers Hugo Suter.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das zunächst nach dem Naturwissenschafter Paul Steinmann «Steinmannhaus» genannte Schulgebäude von Barth und Zaugg von 1969 strahlt Modernität und Fortschrittsglauben aus. Die Architekten zählten zur Solothurner Schule, die ihre Bauten aus Stahl, Beton und Glas nach dem Beispiel von Mies van der Rohe auf einfache, geometrische Körper reduzierten. Das hohe Haus auf kleinem Grundriss verbaute den alten Park nur wenig. In städtebaulicher Hinsicht war das Wettbewerbsprojekt (1961) noch provokativer gewesen: Ein 13-geschossiges Turmhaus an der Bahnhofstrasse. Der an zentraler Lage geplante Akzent löste im Grossen Rat eine hitzige Hochhausdebatte aus, die mit einem Kompromiss endete: Das Gebäude wurde auf acht Geschosse reduziert und in den «hinteren Teil» des Parkes verbannt, weshalb es heute an die (ruhigere) Laurenzenvorstadt grenzt; statt in Stahl/Glas musste es in Beton aufgeführt werden.[9]

Weithin unbekannt ist auch, dass sich im Gebäude ein vom Untergeschoss bis nach obenhin reichender Lüftungsschacht befindet («Kühlturm»), der aber beim letzten Umbau ausser Betrieb genommen und verschlossen wurde, sodass er heute nicht mehr betreten werden kann. Er befindet sich im südwestlichen Teil des Kernes des Gebäudes, in welchem sich auch Lifte, Nottreppenhaus und Toiletten befinden.

Karl-Moser-Haus[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ansicht des Karl-Moser-Hauses

Nutzung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Karl-Moser-Haus befindet sich die Kantonale Schule für Berufsbildung (KSB), wo Jugendliche, die nach der obligatorischen Schulzeit keine Lehrstelle gefunden haben, ein 10. Schuljahr absolvieren können.[10] Ausserdem befindet sich im Erdgeschoss das Lehratelier für Modegestaltung, wo Lernende zum Bekleidungsgestalter bzw. zur Bekleidungsgestalterin ausgebildet werden.[11] Bis 2008 war im Erdgeschoss die Bibliothek der AKSA untergebracht gewesen, welche im selben Jahr in das neu erstellte Frank-Wedekind-Haus übersiedelte.

Kunst[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im zweiten Stock sind als Fensterbilder im Haupttreppenhaus die Wappen von Muri und Klingnau, sowie ein veraltetes Küttigerwappen abgebildet. Die Fensterscheiben wurden von der Firma Adolf Kreuzer aus Zürich im Jahre 1896 gefertigt.[12]

Auf der südlichen Fassade sind neun kunstvoll gehauene Steine zu sehen. Auf manchen sind Wappenschilde zu sehen, auf anderen Figuren und auf einem auch ein Leitspruch für die Gewerbeschule. Am südlichen Anbau, sind zudem oberhalb der Fenster zwei Wappen angebracht. Zwei leere Wappenschilde befinden sich unterhalb des Erkers an der Südseite.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schrift im dritten Stock des Karl-Moser-Hauses

Das Gewerbemuseum samt Gewerbeschule kam 1896 neben der gleichzeitig neu gebauten Kantonsschule im Park des Feer-Herzog-Gutes zu stehen. Für die Gesamtüberbauung wurde 1892 ein Wettbewerb ausgeschrieben.

Das erstprämierte Projekt von Karl Moser ergänzte die neugotische Villa Feer von 1862[13] mit Spitzgiebeln und fügte ihr einen hofbildenden Winkelbau in neugotischem Stil an. Dieser homogenisierenden Lösung kam der Stilpluralismus des späten 19. Jahrhunderts entgegen. Konzeptionell ein interessantes Beispiel dafür, wie man eine grossbürgerliche Villa, statt abzubrechen, durch eine Erweiterung und bauliche Einverleibung einer neuen Nutzung zuführen kann.
Das Gebäude gilt als ein Hauptwerk der neugotischen Profanarchitektur im Aargau.[14] Um 1895 fanden in den Räumen Handwerkerkurse, eine Frauenarbeitsschule, Bau- und Malschule sowie Sammlungen, um 1985 Fachschul- und Weiterbildungskurse ein neues Zuhause. Die Inschriften an der Wand im dritten Stock erinnern an die Geschichte der im Haus untergebrachten Institutionen, ergänzt mit dem Spruch «Kunst und Gewerke – des Volkes Stärke».[15]

Frank-Wedekind-Haus[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wedekind-Haus im Bau
Ende Juni 2007

Nutzung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Erdgeschoss ist eine Mensa/Cafeteria ohne Produktionsküche untergebracht. Ein Medienzentrum, das auf dem Areal an einem einzigen Ort die biblio- und mediothekarischen Bedürfnisse beider Schulen (AKSA und Kantonale Schule für Berufsbildung KSB) abdeckt, befindet sich im 1. Obergeschoss. Im Untergeschoss und im 2. Obergeschoss haben Werkstätten und Zeichenräume für das bildnerische Gestalten Platz gefunden.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Gebäude wurde 1933 von den Aarauer Architekten Richner & Anliker für das Aargauische Versicherungsamt AVA erbaut. Letzteres wurde per Ende 2007 aufgelöst,[16] nachdem das Gebäude bereits einige Zeit leer gestanden war. Von November 2006 bis Juni 2008 wurde es dann vollständig renoviert und mit einem Anbau - anstelle des alten Annexbaus mit Splitlevel - ergänzt.

János Tamás-Haus[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

János Tamás-Haus

Im János Tamás-Haus findet der grösste Teil des Instrumentalunterrichts der AKSA statt. Es scheint früher ein Wohnhaus gewesen zu sein. Das Gebäude ist in einen Süd- und einen Nordflügel aufgeteilt, zwischen denen die einzige Verbindung durch den Keller führt.

Ehemaligenverein[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die «Aula – Verein Ehemaliger der Alten Kantonsschule Aarau» unterstützt Projekte der Schule und der Schülerschaft sowie den Schülerrat bis zu einem jährlichen Geldbetrag von 10'000 Franken. Er prämiert aber auch ausserordentliche Leistungen an den Maturaprüfungen. Dem Verein gehören 1'620 Mitglieder an (Stand: Februar 2008), sowohl ehemalige Schüler als auch Lehrer und Angestellte.

Bekannte Ehemalige[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Diese Schule besuchten drei Nobelpreisträger und vier Bundesräte.

Name Eintritt Matur Anmerkung
Augustin Keller 1822 1825 Ständerat, Regierungsrat
Friedrich Frey-Herosé Bundesrat
Emil Welti 1840 1844 Bundesrat
Karl Moser Architekt
Armin Kellersberger 1855 1859 Ständerat
Frank Wedekind 1879 1884 Schriftsteller
Maximilian Oskar Bircher-Benner Erfinder des Birchermüesli
Edmund Schulthess 1884 1888 Bundesrat
Alfred Wyrsch 1887 1891 Nationalrat
Paul Haller Schriftsteller, Pfarrer, Gymnasiallehrer
Albert Einstein 1895 1896 Nobelpreis für Physik, 1921
Alfred Vogt 1898 Professor der Augenheilkunde
Paul Karrer 1905 1908 Nobelpreis für Chemie, 1937
Werner Arber 1945 1949 Nobelpreis für Physiologie oder Medizin, 1978
Ernst Halter 1954 1958 Schriftsteller
Hansjörg Schneider 1954 1958 Schriftsteller
Kaspar Villiger 1957 1960 Bundesrat, Unternehmer
Maximilian Reimann 1958 1962 Politiker (SVP)
Hermann Burger Schriftsteller
Franz Hohler 1963 Schriftsteller
Max E. Keller 1964 1967 Komponist und Jazz-Pianist
Michael Schneider Komponist und Musikwissenschaftler
Virgilio Masciadri 1979 1983 Schriftsteller, Übersetzer und Privatdozent Universität Zürich
Walter Thurnherr 1979 1982 Diplomat und Bundeskanzler
Alain Gsponer 1992 1996 Filmregisseur, Drehbuchautor

Bekannte Lehrer[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Alphabetisch:

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Von 1802 bis 1896 war die Kantonsschule im heutigen Amthaus (Kantonspolizei) an der Laurenzenvorstadt untergebracht. Um 1896 wurde das Einsteinhaus eingeweiht. 1917 wurde der Anbau an das Einsteinhaus mit Sternwarte bezogen. 1969 wurde das Karrerhaus fertiggestellt. 1999/2000 wurde es renoviert. 2008 wird das umgebaute Karl-Moser-Haus bezugsbereit sein. 2014 erhielt die Alte Kantonschule Aarau den Schulpreis des Verbands Schweizer Wissenschafts-Olympiaden.

Zitate bekannter Personen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Albert Einstein[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

«Diese Schule hat durch ihren liberalen Geist und durch den schlichten Ernst der auf keinerlei äusserliche Autorität sich stützenden Lehrer einen unvergesslichen Eindruck in mir hinterlassen; durch Vergleich mit sechs Jahren Schulung an einem deutschen, autoritär geführten Gymnasium wurde mir eindringlich bewusst, wie sehr die Erziehung zu freiem Handeln und Selbstverantwortlichkeit jener Erziehung überlegen ist, die sich auf Drill, äusserliche Autorität und Ehrgeiz stützt. Echte Demokratie ist kein leerer Wahn.»[17]

«Die Erfahrung meiner Jugend hat mir so recht gezeigt, dass Dezentralisation des Unterrichtswesens, verbunden mit weitgehender Freiheit der Lehrkräfte in der Wahl des Stoffes und der Lehrmethoden, Lehrer und Schüler zu verantwortungsvollem freudigem Arbeiten bringen kann, wie es keine spitzefindige Reglementiererei vermag.»[18]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Feyerliche Eröffnung der Kantons-Schule in Aarau. Zum Druke befördert von der neuen literärischen Gesellschaft in Aarau. 1802.
  • Heinrich Staehelin: Die alte Kantonsschule Aarau 1802–2002. AT Verlag, Aarau 2002, ISBN 3-85502-876-1
  • Kantonsschule Aarau (Hrsg.): Programme der Kantonsschule. Staatsarchiv Aargau, Aarau.
  • Herbert Hunzinker: Albert Einsteins Magic Mountain: An Aarau Education, Physics in Perspective, Band 17, 2015, S. 55–69 (Übersetzung aus dem Deutschen, Zeitschrift der Aargauischen Naturforschenden Gesellschaft, Nr. 2, September 2013, S. 58–70)

Quellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Archivlink (Memento vom 8. Oktober 2008 im Internet Archive)
  2. http://www.alte-kanti-aarau.ch/Main/Organisation/Lehrpersonen/O_Lehrpersonen.pdf
  3. http://www.alte-kanti-aarau.ch/Main/Organisation/Organigramm/Schulleitung/O_Schulleitung.html
  4. Aug. Tuchschmid (Hrsg.): «Programm der Aargauischen Kantonsschule für das Schuljahr 1895/96», H.R. Sauerländer & Co.1 Aarau, 1896, S. 71
  5. Aug. Tuchschmid (Hrsg.): «Programm der Aargauischen Kantonsschule für das Schuljahr 1895/96», H.R. Sauerländer & Co.1 Aarau, 1896, S. 68
  6. Bild:AKSA Ruth Maria Obrist Info.jpg
  7. Beschriftungstafel unterhalb der Bilder im 2. Stock vor der Aula
  8. a b Bild:Info Albert-Einstein-Haus.jpg
  9. Bild:Info Paul-Karrer-Haus.jpg
  10. Archivlink (Memento vom 19. Februar 2011 im Internet Archive)
  11. Archivlink (Memento vom 29. Januar 2011 im Internet Archive)
  12. Bild:COA-Window Muri.jpg untere rechte Bildecke sowie Jahreszahl unter «Muri»
  13. Jahreszahl Moser-Haus.jpg
  14. Bild:Info Karl-Moser-Haus.jpg
  15. Bild:Schrift Moser-Haus.jpg
  16. Hauptseite, Stand Oktober 2008t (Memento vom 29. September 2007 im Internet Archive)
  17. Albrecht Fölsing: Albert Einstein, Frankfurt am Main 1993, Seite 52
  18. Hans Kaeslin: Beiträge zur Geschichte der aargauischen Kantonsschule, Jahresbericht 1952/53, Seite 73

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Category:Alte Kantonsschule Aarau – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien