Kassenprüfer

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Kassenprüfer (in der Schweiz Revisor) bezeichnet ein Amt in einem Verein, eventuell auch in einer Partei, einer Kirchengemeinde oder einer anderen Organisation.

Aufgabe[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kassenprüfer werden, je nach den Bestimmungen der Vereinssatzung, von der Mitgliederversammlung oder einem Kontrollgremium berufen. Er vergewissert sich, ob das Vermögen des Vereins in einem festgelegten Zeitraum, i.d.R. dem abgelaufenen Geschäftsjahr, ordnungsgemäß verwaltet wurde, und erstattet der Mitgliederversammlung Bericht. Er kontrolliert somit die Tätigkeiten des Vorstands und des Kassenwarts oder Schatzmeisters.

Qualifikation[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die meisten Vereinssatzungen sehen für die Wahl zum Kassenprüfer keine Mindestqualifikation vor. Das führt zu einer unterschiedlichen Qualität der Kassenprüfungen. Als Absicherungsmöglichkeit enthalten einige Satzungen das Recht der Kassenprüfer oder der Mitgliederversammlung bei umfangreicherem Prüfungsbedarf die Hilfe von Buchprüfern oder Wirtschaftsprüfern in Anspruch zu nehmen.

Wirkung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die in der Regel jährlichen Prüfungen haben folgende Wirkungen:

  • Unregelmäßigkeiten können entdeckt und können direkt oder für die Zukunft korrigiert werden.
  • Die Motivation für den Kassenwart oder Buchhalter ordentlich zu arbeiten, kann gegebenenfalls gesteigert werden.
  • Das Vertrauen der Mitglieder in den Kassenwart wird gestärkt.

Entlastung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Prüfungsbericht ist Entscheidungsgrundlage für die Mitgliederversammlung. Sie befindet, ob der Kassenwart und der gesamte Vorstand des Vereins (als geschäftsführendes Organ) entlastet werden sollen. Durch die Entlastung spricht die Mitgliederversammlung den entlasteten Personen das Vertrauen aus und verzichtet auf nachträgliche Schadensersatzforderungen. Die Entlasteten sind – auch nach erfolgter Entlastung – jedoch nicht vor Ansprüchen aus solchen Sachverhalten geschützt, die deshalb nicht entdeckt wurden, weil sie die Kassenprüfer etwa durch Vorlage falscher oder unvollständiger Unterlagen getäuscht haben oder über die schriftliche Unterlagen im Verein nicht vorliegen.

Vorgehensweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der oder die Kassenprüfer nehmen nach ihrem Ermessen Einsicht in sämtliche Vereinsunterlagen, die sich auf den zu prüfenden Zeitraum beziehen. Dabei achten sie auf folgende Aspekte beim Umgang mit Vereinsvermögen[1]:

Ordentliches Arbeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Systematik und Nachvollziehbarkeit aller Buchungen
  • Vorhandensein aller Belege
  • Übereinstimmung von Belegen und Buchungen
  • Korrekte Verbuchung von Abschlägen, Vorschüssen usw. sowie deren Ausgleich
  • Vollständigkeit sonstiger schriftlichen Unterlagen (Vorstandsbeschlüsse, Personalunterlagen, steuerrelevante Unterlagen, Verträge, Zuschussunterlagen u.a.)
  • Übereinstimmung der Kontenabschlüsse, inklusive Kasse, mit den Daten des Jahresabschlusses
  • Übereinstimmung von Aktiv- und Passivseite der Buchführung, oder soweit z.B. bei kirchlichen Vereinen kameralistische Buchführung vorliegt, Übereinstimmung der Salden
  • Liste der offenen Forderungen und Verbindlichkeiten
  • Einhaltung der finanziellen Verpflichtungen v.a. gegenüber Arbeitnehmern u. SozialVersich.

Wahrung der Vereinsinteressen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Berechnung aller Leistungen, Überwachung des Zahlungseingangs
  • Begleichung der berechtigten Forderungen Dritter entsprechend der Zahlungsziele
  • zeitnahe Erhebung der Mitgliederbeiträge

Einhaltung von Kompetenzen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Umsetzung von Beschlüssen von Vorstand und Mitgliederversammlung
  • Einhaltung eines Haushaltsplans bzw. zeitnahe Berichterstattung bei Risiken oder Abweichungen
  • Sachgemäße und satzungsgemäße Mittelverwendung
  • Nachvollziehbarkeit und Aktualität der Zeichnungsberechtigungen v.a. gegenüber Banken

Beachtung des Steuerrechts[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei kleinen Vereinen gilt ein vereinfachtes Steuerrecht. Besondere Regeln gelten für gemeinnützige Vereine. Nicht alle aufgeführten Punkte müssen daher bedeutsam sein.

  • Korrekte Zuordnung zu den steuerlichen Bereichen „Vermögensverwaltung“, „Zweckbetrieb“, „Wirtschaftlicher Geschäftsbetrieb“, „Ideeller Bereich“
  • Darstellung von Spenden, Vorliegen von Quittungskopien
  • Besondere Kennzeichnung von Sachspenden
  • Zulässigkeit der Rücklagenbildung
  • Aufzeichnung von Zugang und Mittelbindung für öffentliche Zuschüsse sowie evtl. Rückzahlungspflichten
  • Anlagenbuchung, bei Anschaffungen über 410,- €
  • Vorsteuerabzug und evtl.Nutzung des verminderten UST-Steuersatzes bei Gemeinnützigkeit

Sparsamkeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Vermeidung von Überziehungskrediten, Negativzinsen, Säumnisgebühren usw.
  • Nutzung von Skonti, zinsbringender Anlageformen, günstigen Angeboten usw.

Sicherheitsvorschriften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Verhinderung von unbefugtem Zugriff auf elektronische Daten
  • Verschluss von Bargeld, Wertgegenständen usw.
  • Verschluss von Unterlagen
  • Zeitnahe und manipulationssichere Verbuchung von Vorgängen
  • Erfüllung berufsgenossenschaftlicher Auflagen zur Sicherstellung der Unfallversicherung

Ehrlichkeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Verbuchung von Einnahmen, Spenden und Rückerstattungen von Lieferanten
  • Begründung von Preisnachlässen und Rückerstattungen an Kunden
  • Begründung bei Auszahlung von Gehältern, Honoraren usw.
  • Begründung bei Auszahlung von Geldbeträgen an Mitglieder
  • Korrektheit von Spesenabrechnungen
  • Anlagenbestände bzw. Inventargegenstände sind tatsächlich vorhanden, Verkaufserlöse wurden gebucht
  • vollständige Auflistung von Daueraufträgen und Lastschriften zu Lasten der Bankkonten
  • Vermeidung von Nebenkassen, die in der Buchhaltung nicht auftauchen

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. siehe z.B. den Leitfaden des KreisSportBundes Hildesheim e.V.