Katalanen

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Katalanen (von lateinisch Catalanus, der Katalane, von Catalonia)[1] sind Angehörige eines zu den Romanen gezählten Volkes mit katalanischer Muttersprache,[2] das im Mittelmeerraum im Nordosten der Pyrenäenhalbinsel beheimatet ist.

Begriff[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Üblicherweise werden die einheimischen Bewohner der spanischen Region Katalonien und der französischen Pyrenäenausläufer um Perpignan als Katalanen bezeichnet. Die spanischen und die französischen Katalanen haben eine gemeinsame Sprache. Zusammenfassend lassen sich auch die katalanisch sprechenden Bevölkerungen aller sogenannten Països Catalans insgesamt als Katalanen im Sinne einer Sprachgemeinschaft ansprechen. Historisch kann die Benennung eine Herkunft aus der katalanisch sprechenden Levante, insbesondere aus den katalanischen Grafschaften und dem Fürstentum Katalonien innerhalb des Aragonesischen Reiches bezeichnen.

Im deutschsprachigen Kontext wurde der Begriff gelegentlich auch verwendet, um eine katalanische Ethnie zu beschreiben.[3] Diese soll die Gesamtheit der Katalanischsprecher in den Països Catalans umfassen. Eine solche Ansicht wird jedoch weder von der Wissenschaft noch von der Mehrheit der katalanischen Nationalisten geteilt. Im Diskurs Letzterer nimmt vielmehr der Begriff der Nation eine zentrale Stellung ein, eine Zuordnung von Individuen zu einer bestimmten ethnischen Gruppe spielt dabei keine Rolle.

Sprache[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hauptartikel: Katalanische Sprache

Die katalanische Sprache ist eine romanische Sprache, die dem Okzitanischen nahesteht und ein Bindeglied zwischen den galloromanischen und den iberoromanischen Sprachen bildet.

Lebensraum[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Katalanen im Sinne von katalanischsprachigen Bevölkerungen leben heute in den spanischen Autonomiegebieten Katalonien und Valencia, im östlichen Grenzgebiet von Aragonien (Franja de Aragón) und auf den Balearen, sowie im französischen Roussillon, in Andorra und im italienischen Alghero auf Sardinien.

Kontroversen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Viele mit der sprachlichen, kulturellen, historischen und nationalen Identität der Katalanen und der Beanspruchung daraus erwachsender politischer Rechte verbundene Fragen sind innerhalb und außerhalb Spaniens und Kataloniens hoch umstritten.[4] Dazu gehören auch Umfang und Definition der katalanischen Länder und der katalanischen Sprachgemeinschaft. Der Katalanismus, der besonders im Norden und Westen der Region Katalonien eine breite Anhängerschaft besitzt, setzt sich für die nationale, kulturelle und zunehmend auch staatliche Eigenständigkeit des katalanischen Volkes ein und dehnt dieses Anliegen mitunter auch auf die Bewohner der übrigen katalanischsprachigen Länder aus.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Montserrat Guibernau: Catalan nationalism: Francoism, transition and democracy. Routledge, London/New York 2004, ISBN 0-415-32240-5.
  • Stanley Payne: Catalan and Basque Nationalism. In: Journal of Contemporary History. Bd. 6, Nr. 1, 1971, S. 15–51 (Online-Version, Zugang erforderlich).

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Johann Jakob Egli: Nomina geographica. Sprach- und Sacherklärung von 42000 geographischen Namen aller Erdräume. 2. Auflage. Friedrich Brandstetter, Leipzig 1893, S. 176 (Cataluña).
  2. Katalanen. In: Brockhaus Enzyklopädie, Onlineausgabe, NE GmbH, aufgerufen am 6. Juli 2018.
  3. So Der Fischer Weltalmanach 2003, Fischer Taschenbuch Verlag, Frankfurt am Main 2002, Sp. 739; nicht mehr jedoch Der Fischer Weltalmanach 2006, Frankfurt am Main 2005, Sp. 426.
  4. Walther L. Bernecker: Zwischen "Nation" und "Nationalität": das Baskenland und Katalonien. In: Aus Politik und Zeitgeschichte 36/37 (2010). Online auf den Internetseiten der Bundeszentrale für politische Bildung, aufgerufen am 6. Juli 2018.