Katsurao (Fukushima)

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Katsurao-mura
葛尾村
Katsurao (Fukushima) (Japan)
Red pog.svg
Geographische Lage in Japan
Region: Tōhoku
Präfektur: Fukushima
Koordinaten: 37° 30′ N, 140° 46′ OKoordinaten: 37° 30′ 13″ N, 140° 45′ 52″ O
Basisdaten
Fläche: 84,23 km²
Einwohner: 18
(1. April 2018)
Bevölkerungsdichte: 0 Einwohner je km²
Gemeindeschlüssel: 07548-5
Symbole
Flagge/Wappen:
Flagge/Wappen von Katsurao
Baum: Japanische Rotkiefer
Blume: Azalee
Vogel: Buntfasan
Rathaus
Adresse: Katsurao Village Hall
16 Aza Ochiai, Ōaza Ochiai
Katsurao-mura, Futaba-gun
Fukushima 979-1602
Webadresse: www.katsurao.org
Lage Katsuraos in der Präfektur Fukushima
Lage Katsuraos in der Präfektur

Katsurao (jap. 葛尾村, -mura) ist eine Dorfgemeinde im Landkreis Futaba in der japanischen Präfektur Fukushima.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Katsurao liegt tief im Abukuma-Hochland, das von Wäldern geprägt, und ist daher weitgehend unbesiedelt ist. Dessen höchste Erhebung auf dem Gemeindegebiet ist der Hiyama (日山) mit 1054,6 m im nordwestlichsten Zipfel, auf der Grenze zu Nihonmatsu und Namie. Eine weitere Nachbargemeinde ist Tamura im Süden.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde Katsurao entstand im Zuge der landesweiten Reorganisation des Gemeindewesens am 1. April 1889 und befand sich in dem damaligen Landkreis Shineha (, -gun). Dieser Landkreis wurde am 1. April 1896 mit dem Landkreis Naraha (, -gun) zum Landkreis Futaba (双葉郡, -gun), wörtlich: „zwei ha ()“, zusammengelegt.

Tōhoku-Erdbeben und Nuklearkatastrophe 2011[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lage von Katsurao, des Kernkraftwerks Fukushima Daiichi und der Langzeit-Evakuierungszonen

Beim Tōhoku-Erdbeben vom 11. März 2011 hatte die Gemeinde Katsurao, für die bei der Volkszählung von 2010 eine Bevölkerung von 1.531 angegeben worden war,[1] aufgrund ihrer abgelegen Lage relativ wenig Schäden.[2] 31 Wohngebäude wurden teilweise, keines vollständig zerstört.[3]

Die Brand- und Katastrophenschutzbehörde (Fire and Disaster Management Agency, FDMA) meldete bis zu ihrem 145. Schadensbericht vom 13. März 2012 7 Tote für Katsurao als Folge der Tōhoku-Katastrophe von 2011,[4] erhöhte ihre Angabe dann in ihrem 146. Schadensbericht vom 28. September 2012 auf 16 Tote und einen Vermissten[5] und bis zum 157. Schadensbericht vom 7. März 2018 auf 39 Tote und einen Vermissten.[3]

Als Gegenmaßnahme zur Nuklearkatastrophe wurde ein Sperrgebiet um das Kernkraftwerk Fukushima Daiichi in einem Umkreis von 20 km ausgewiesen. Es gab jedoch auch jenseits dieses 20 km-Radius viele andere Standorte mit hohen Strahlungswerten, da radioaktive Partikel über den Wind aus dem havarierten Kraftwerk fortgetragen wurden. Zu diesen Orten zählten Katsurao sowie 10 weitere Dörfer und Städte, darunter Minamisōma, Naraha, Tomioka, Kawauchi, Ōkuma, Futaba, Namie, Iitate, Tamura und Kawamata. Diese Regionen wurden entsprechend ihrer radioaktiven Belastung nach der Erlassung der Evakuierungsanordnungen vom 7. Mai 2013 in folgende vier verschiedene Kategorien eingeteilt: Gebiete mit einer Strahlenbelastung von weniger als 20 mSv pro Jahr, die von der Regierung als Schwellenwert für eine dauerhafte Rückkehr behandelt wurde, bildeten die Kategorie 1. Gebiete dieser Kategorie 1 konnten die Einwohner nach eigenem Ermessen und ohne Einsatz von Schutzausrüstung betreten mit der einzigen Einschränkung, dass sie dort nicht übernachten durften. Diese Gebiete waren bereit für eine Aufhebung des Evakuierungsbefehls. In Gebieten mit einer Strahlenbelastung zwischen 20 und 50 mSv pro Jahr (Kategorie 2) war den Einwohnern ein dauerhafter Aufenthalt untersagt. Gebiete mit über 50 mSv pro Jahr (Kategorie 3) wurden als langfristig ungeeignet für eine Rückkehr der Einwohner angesehen. Einen Sonderstatus nahm ein viertes Evakuierungsgebiet ein.[6]

Die Gemeinde Katsurao wurde stark durch die von dem Erdbeben ausgelöste Nuklearkatastrophe von Fukushima beeinflusst.[2] Zwar befindet sich nur ein schmaler östlicher Streifen innerhalb der 20-km-Sperrzone, allerdings liegt der zentrale Teil innerhalb der 20–30-km-Zone, für die eine Evakuierung empfohlen wurde. Die Gemeindeverwaltung und die Bevölkerung zog daher erst nach Aizubange[7] und am 15. Juni in das nähergelegene Miharu,[8] wo auch temporäre Unterkünfte errichtet wurden.[9]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die wichtigste Fernstraße von Katsurao ist die Nationalstraße 399 nach Iwaki oder Nan’yō. Es besteht keine Verbindung an das Schienennetz.

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Katsurao befindet sich die Grundschule Katsurao (葛尾村立葛尾小学校, Katsurao-sonritsu Katsurao shōgakkō) und die Mittelschule Katsurao (葛尾村立葛尾中学校, Katsurao-sonritsu Katsurao chūgakkō).

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. 平成 22年国勢調査 - 人口等基本集計結果 -(岩手県,宮城県及び福島県) (Memento vom 24. März 2018 auf WebCite) (PDF, japanisch), stat.go.jp (Statistics Japan - Statistics Bureau, Ministry of Internal Affairs and communication), Volkszählung 2010, Zusammenfassung der Ergebnisse für die Präfekturen Iwate, Miyagi und Fukushima, URL: http://www.stat.go.jp/data/kokusei/2010/index.html.
  2. a b 東日本大震災 図説集. In: mainichi.jp. Mainichi Shimbun-sha, 20. Mai 2011, archiviert vom Original am 19. Juni 2011; abgerufen am 24. Dezember 2011 (japanisch, Übersicht über gemeldete Tote, Vermisste und Evakuierte).
  3. a b 平成23年(2011年)東北地方太平洋沖地震(東日本大震災)について(第157報) (Memento vom 18. März 2018 auf WebCite) (PDF (Memento vom 18. März 2018 auf WebCite)), 総務省消防庁 (Fire and Disaster Management Agency), 7. März 2018.
  4. 平成23 年(2011 年)東北地方太平洋沖地震(東日本大震災)について(第145 報) (Memento vom 12. April 2018 auf WebCite) (PDF (Memento vom 12. April 2018 auf WebCite)), 総務省消防庁 (Fire and Disaster Management Agency), 145. Bericht, 13. März 2012.
  5. 平成 23 年(2011 年)東北地方太平洋沖地震(東日本大震災)について(第 146 報) (Memento vom 12. April 2018 auf WebCite) (PDF (Memento vom 12. April 2018 auf WebCite)), 総務省消防庁 (Fire and Disaster Management Agency), 146. Bericht, 28. September 2012.
  6. Dinil Pushpalal, Zhang Yan, Tran Thi Diem Thi, Yuri Scherbak, Michiko Kohama: Tears of Namie: An Appraisal of Human Security in the Township of Namie. In: Dinil Pushpalal, Jakob Rhyner, Vilma Hossini (Hrsg.): The Great Eastern Japan Earthquake 11 March 2011: Lessons Learned And Research Questions - Conference Proceedings (11 March 2013, UN Campus, Bonn). 2013, ISBN 978-3-944535-20-3, ISSN 2075-0498, S. 80–87.
  7. 福島・双葉町 役場ごとさいたま市へ…1500人が集団避難. In: Sponichi Annex. 19. März 2011, archiviert vom Original am 23. März 2011; abgerufen am 10. August 2016 (japanisch).
  8. 葛尾村の皆さまへ ひろがる和. Katsurao, 16. Juni 2011, S. 1, abgerufen am 10. August 2016.
  9. 義援金及び支援物資の御礼(葛尾村). Katsurao, 5. August 2011, archiviert vom Original am 9. März 2013; abgerufen am 10. August 2016 (japanisch).