Iwaki

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Iwaki-shi
いわき市
Iwaki
Geographische Lage in Japan
Iwaki (Japan)
Red pog.svg
Region: Tōhoku
Präfektur: Fukushima
Koordinaten: 37° 3′ N, 140° 53′ OKoordinaten: 37° 3′ 2″ N, 140° 53′ 16″ O
Basisdaten
Fläche: 1.231,34 km²
Einwohner: 342.897
(1. Oktober 2018)
Bevölkerungsdichte: 278 Einwohner je km²
Gemeindeschlüssel: 07204-4
Symbole
Flagge/Wappen:
Flagge/Wappen von Iwaki
Baum: Japanische Schwarzkiefer
Blume: Azalee
Vogel: Sturmmöwe
Fisch: Chlorophthalmus albatrossis
Rathaus
Adresse: Iwaki City Hall
21, Aza Umemoto, Taira
Iwaki-shi
Fukushima 970-8686
Webadresse: http://www.city.iwaki.fukushima.jp/
Lage Iwakis in der Präfektur Fukushima
Lage Iwakis in der Präfektur

Iwaki (japanisch いわき市, -shi) ist eine Großstadt in der Präfektur Fukushima auf Honshū, der Hauptinsel von Japan. Iwaki liegt am Rande der Sperrzone von Fukushima. Früher umfasste die Stadt 350.000 Einwohner, nach der Nuklearkatastrophe von Fukushima sind viele Menschen aus Angst vor radioaktiver Strahlung weggezogen.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Taira district Iwaki city center area Aerial photograph.1975.jpg
Zentrum des Bezirks Taira
Port of Onahama Aerial photograph.1975.jpg
Hafen von Onahama


Aus mehreren Luftaufnahmen zusammengesetzte Luftbilder, in Farbe, erstellt 1975 vom MLIT

Iwaki liegt ungefähr 200 km nordöstlich von Tokio an der Küste zum pazifischen Ozean an der Mündung des gleichnamigen Flusses Iwaki gelegen.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Iwaki entstand am 1. Oktober 1966 durch Zusammenschluss der Städte Uchigō (内郷市), Iwaki (磐城市), Jōban (常磐市), Nakoso (勿来市) und Taira (平市), sowie weiteren 4 Gemeinden und 5 Dörfern der Landkreise Iwaki und Futaba.

Tōhoku-Erdbeben 2011[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lage von Iwaki, des Kernkraftwerks Fukushima Daiichi und der Langzeit-Evakuierungszonen

Am 11. März 2011 wurde die Stadt vom Tōhoku-Erdbeben und dem darauffolgenden Tsunami getroffen. Die Zahl der völlig zerstörten Wohngebäude wird auf 4644 und die der teilweise zerstörten auf 32.921 beziffert.[1]

Die Brand- und Katastrophenschutzbehörde (Fire and Disaster Management Agency, FDMA) meldete in ihrem Schadensbericht vom 19. Mai 303 Tote und 82 Vermisste.[2][3] Später erhöhte sich nach der Schadenserfassung die Zahl der gezählten Toten auf 436, während noch 37 Menschen vermisst wurden.[4][1]

Als Gegenmaßnahme zur Nuklearkatastrophe wurde ein Sperrgebiet um das Kernkraftwerk Fukushima Daiichi in einem Umkreis von 20 km ausgewiesen. Es gab jedoch auch jenseits dieses 20 km-Radius viele andere Standorte mit hohen Strahlungswerten, da radioaktive Partikel über den Wind aus dem havarierten Kraftwerk fortgetragen wurden. Zu diesen Orten zählten 11 Dörfer und Städte, darunter Minamisōma, Naraha, Tomioka, Kawauchi, Ōkuma, Futaba, Namie, Katsurao, Iitate, Tamura und Kawamata. Diese Regionen wurden entsprechend ihrer radioaktiven Belastung nach der Erlassung der Evakuierungsanordnungen vom 7. Mai 2013 in folgende vier verschiedene Kategorien eingeteilt: Gebiete mit einer Strahlenbelastung von weniger als 20 mSv pro Jahr, die von der Regierung als Schwellenwert für eine dauerhafte Rückkehr behandelt wurde, bildeten die Kategorie 1. Gebiete dieser Kategorie 1 konnten die Einwohner nach eigenem Ermessen und ohne Einsatz von Schutzausrüstung betreten mit der einzigen Einschränkung, dass sie dort nicht übernachten durften. Diese Gebiete waren bereit für eine Aufhebung des Evakuierungsbefehls. In Gebieten mit einer Strahlenbelastung zwischen 20 und 50 mSv pro Jahr (Kategorie 2) war den Einwohnern ein dauerhafter Aufenthalt untersagt. Gebiete mit über 50 mSv pro Jahr (Kategorie 3) wurden als langfristig ungeeignet für eine Rückkehr der Einwohner angesehen. Einen Sonderstatus nahm ein viertes Evakuierungsgebiet ein.[5]

Die Stadt Iwaki ist ein Beispiel für die Aufnahmegemeinden von Evakuierten, in denen die staatlichen Unterstützungsprogramme und Kompensationszahlungen von TEPCO von Konflikten zwischen Evakuierten und ihrer Aufnahmegemeinde begleitet waren. Bei Menschen in der Aufnahmegemeinschaft Iwaki, die selbst unter den Auswirkungen des Tsunamis und Erdbebens litten, ohne entschädigt worden zu sein, entwickelte sich eine missgünstige Einstellung zu den Evakuierten der Nuklearkatastrophe aus Futaba, die entschädigt worden waren. Die Stadt Iwaki, die neben den Folgen von Erdbeben und Tsunami auch die Last der Beherbung von rund 24.000 Evakuierten aus anderen betroffenen Gemeinden trug, bat die japanische Regierung um zusätzliche finanzielle Unterstützung zur Stärkung des öffentlichen Dienstes für die Evakuierten.[6]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Iwaki ist heute ein modernes Industriezentrum, in dem Maschinen und Holzwaren und chemische Produkte produziert werden.

Alpine Electronics hat in Iwaki sein Entwicklungszentrum.

Angrenzende Städte und Gemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b 平成23年(2011年)東北地方太平洋沖地震(東日本大震災)について(第157報) (Memento vom 18. März 2018 auf WebCite) (PDF (Memento vom 18. März 2018 auf WebCite)), 総務省消防庁 (Fire and Disaster Management Agency), 7. März 2018.
  2. 平成23年(2011年)東北地方太平洋沖地震(第124報) (Memento vom 25. März 2018 auf WebCite) (PDF (Memento vom 25. März 2018 auf WebCite)), 総務省消防庁 (Fire and Disaster Management Agency), 124. Bericht, 19. Mai 2011.
  3. 東日本大震災 図説集. In: mainichi.jp. Mainichi Shimbun-sha, 20. Mai 2011, archiviert vom Original am 19. Juni 2011; abgerufen am 19. Juni 2011 (japanisch, Übersicht über gemeldete Tote, Vermisste und Evakuierte).
  4. 平成23年(2011年)東北地方太平洋沖地震(東日本大震災)について(第153報) (Memento vom 10. März 2016 auf WebCite), 総務省消防庁 (Fire and Disaster Management Agency), 8. März 2016.
  5. Dinil Pushpalal, Zhang Yan, Tran Thi Diem Thi, Yuri Scherbak, Michiko Kohama: Tears of Namie: An Appraisal of Human Security in the Township of Namie. In: Dinil Pushpalal, Jakob Rhyner, Vilma Hossini (Hrsg.): The Great Eastern Japan Earthquake 11 March 2011: Lessons Learned And Research Questions - Conference Proceedings (11 March 2013, UN Campus, Bonn). 2013, ISBN 978-3-944535-20-3, ISSN 2075-0498, S. 80–87.
  6. The Recovery Process in Fukushima. In: Federica Ranghieri, Mikio Ishiwatari (Hrsg.): Learning from Megadisasters - Lessons from the Great East Japan Earthquake. World Bank Publications, Washington, DC 2014, ISBN 978-1-4648-0153-2, Chapter 36, S. 331–343, doi:10.1596/978-1-4648-0153-2 (Werk online zugreifbar auf Google Books [abgerufen am 3. April 2018])., Lizenz: Creative Commons Attribution CC BY 3.0 IGO.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Iwaki – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
  • 10万分1浸水範囲概況図, 国土地理院 (Kokudo Chiriin, Geospatial Information Authority of Japan, ehemals: Geographical Survey Institute = GSI), www.gsi.go.jp: 地理院ホーム > 防災関連 > 平成23年(2011年)東北地方太平洋沖地震に関する情報提供 > 10万分1浸水範囲概況図:
Das GSI veröffentlicht an dieser Stelle zwei Landkarten mit Iwaki (浸水範囲概況図16, 浸水範囲概況図17), auf denen die vom Tōhoku-Tsunami 2011 überfluteten Gebiete auf Grundlage von Auswertungen von Luftbildern und Satellitenaufnahmen eingezeichnet sind, soweit dies möglich war.
Rathaus von Iwaki