Iitate (Fukushima)

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Iitate-mura
飯舘村
Iitate (Fukushima) (Japan)
Red pog.svg
Geographische Lage in Japan
Region: Tōhoku
Präfektur: Fukushima
Koordinaten: 37° 41′ N, 140° 44′ OKoordinaten: 37° 40′ 43″ N, 140° 44′ 6″ O
Basisdaten
Fläche: 230,13 km²
Einwohner: 41
(1. Oktober 2018)
Bevölkerungsdichte: 0 Einwohner je km²
Gemeindeschlüssel: 07564-7
Symbole
Flagge/Wappen:
Flagge/Wappen von Iitate
Baum: Japanische Rotkiefer
Blume: Lilium auratum
Vogel: Japanbuschsänger
Rathaus
Adresse: Iitate Village Hall
580-1, Aza Itamizawa, Itamizawa
Iitate-mura, Sōma-gun
Fukushima 960-1892
Webadresse: www.vill.iitate.fukushima.jp
Lage Iitates in der Präfektur Fukushima
Lage Iitates in der Präfektur

Iitate (jap. 飯舘村, -mura) ist eine Dorfgemeinde im Landkreis Sōma in der Präfektur Fukushima in Japan. Der Ort ist seit der Nuklearkatastrophe von Fukushima unbewohnt. Eine Wiederbesiedlung ist ab März 2017 geplant.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Iitate liegt im Abukuma-Hochland (阿武隈高地, Abukuma-kōchi). Die größte Erhebung ist mit 918,5 m der Hanazuka-yama (花塚山) auf der Westgrenze zu Kawamata.[1]

Größter See ist der Hayama-ko (はやま湖), der 1991 – 34 Jahre nach der Projektplanung – als Stausee des Mono-Damms (真野ダム, Mono-damu) entstand.[2] Zufluss ist der Mono-gawa (真野川). Im Süden befindet sich das Nitta-gawa-Flusssystem (新田川), das an seinem Seitenarm Iitoi-gawa (飯樋川) am Iwabe-Damm (岩部ダム, Iwabe-damu) und am Notegami-gawa am Notegami-Damm (野手上川, Notegami-damu) – auch Fugane-Damm (風兼ダム, Fugane-damu) genannt[3] – zu zwei viel kleineren Seen gestaut wird.

Die Gemeinde bestand zum Zeitpunkt der Evakuierung aus 20 Ortsteilen, die bis auf Nagadoro (長泥) und Warabidaira (蕨平) alle auf vormoderne Dörfer zurückgehen (siehe Geschichtsabschnitt).

Nachbargemeinden sind Sōma im Nordosten, Minamisōma im Osten, Namie im Süden, Kawamata im Südwesten und Westen und Date im Nordwesten.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde Iitate entstand am 30. September 1956 aus der Vereinigung der beiden Dörfer Iiso (飯曽村) und Ōtate (大舘村), von denen auch der Name abgeleitet wurde, ebenso wie es in der Vergangenheit bei diesen beiden Dörfern geschah: Iiso entstand am 1. April 1889 aus Iitoi (飯樋村) und Hiso (比曽村), sowie Ōtate am 1. April 1967 aus Ōsu (大須村) und Niitate (新舘村).[4]

Ōsu wiederum wurde am 1. April 1889 gebildet aus Ōkura (大倉村, dt. „großes Lager“) und Sasu (佐須村, dt. „notwendige Hilfe“), sowie Niitate aus Kusano (草野村, dt. „Grasfeld“), Yagisawa (八木沢村, dt. „Fluss mit vielen Bäumen/acht Baumarten“), Ashimata (芦股村, dt. „Schilfrohrgabelung“), Sekisawa (関沢村, dt. „Barrierefluss“), Numadaira (沼平村, dt. „flacher Morast, Morastebene“), Komiya (小宮村, dt. „kleiner Schrein“), Itamizawa (伊丹沢村) und Fukaya (深谷村, dt. „tiefes Tal“).[4]

Zudem wurde am 1. April 1967 Ishibashi (石橋村, dt. „Steinbrücke“) in Iiso eingemeindet, das am 1. April 1889 gebildet wurde aus Usuishi (臼石村, dt. „Mörserstein“), Nimaibashi (二枚橋村, dt. „zwei Brücken“), Maeda (前田村, dt. „Vorreisfeld“), Sugaya (須萱村, dt. „notwendiges Schilfgras“), Sekine (関根村) und Matsuzuka (松塚村, dt. „Kieferngrab(hügel)“).[4]

Diese ursprünglichen 18 Dörfer aus der Zeit vor der nationalen Reorganisation des Gemeindewesens am 1. April 1889 haben mit ihren Namen in den Ortsteilen überlebt, ausgenommen Ashimata, das heute Ashihara (芦原, dt. „Schilfrohrebene“) heißt. Ashi ist homophon mit dem Wort für „Fuß, Bein“, und das Schriftzeichen von mata kann auch „Oberschenkel; Schritt[bereich]“ bezeichnen.

2004 stellte sich die Gemeinde gegen den allgemeinen Eingemeindungstrend, trat aus der Ratsversammlung über die Eingemeindung nach Minamisōma aus und verfolgte seitdem einen Unabhängigkeitskurs.[5]

Tōhoku-Erdbeben und Nuklearkatastrophe 2011[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Dorf Iwate war nicht direkt vom Tōhoku-Erdbeben am 11. März 2011 betroffen. Doch der vom Erdbeben ausgelöste Tsunami und die daraus resultierende Nuklearkatastrophe von Fukushima führten dazu, dass das gesamte Dorf aufgrund der Kontamination evakuiert werden musste.[6]

Strahlenbelastung und Lagebezug von Iitate zum Kernkraftwerk Fukushima Daiichi
und den Langzeit-Evakuierungszonen
Fukushima doses 30mars.svg
Strahlenbelastung Ende März bis Anfang April 2011[7]
Fukushima evac april2011.svg
Stand vom 22. April 2011:
Orange = Sperrgebiet in 20-km-Umkreis
Gelb = „Evacuation Prepared Area“
Rosa = „Deliberate Evacuation Area“
[8][9]
Rearrangement of evacuation zoning.jpg
Stand vom 15. Juni 2012:
Neben Sperrgebiet und „Deliberate Evacuation Area“ bestehen 3 Kategorien:
Kategorie 1: Gebiet bereit für Aufhebung des Evakuierungsbefehls
Kategorie 2 = Einwohnern ist dauerhafter Aufenthalt untersagt
Kategorie 3 = langfristig ungeeignet für Rückkehr der Einwohner
[10][11]


Strahlenbelastung in Iitate
Gamma ray dose rate maps of Fukushima Prefecture.jpg
ɣ-Strahlenbelastung (Dosisleistung in μSv/h) in der Präfektur Fukushima (links) und in den Gebieten mit der höchsten Belastung: Futaba, Namie, Katsurao, Minamisōma, Iitate und Kawamata (rechts) (Stand: Ende Juni 2012)
Quelle: MEXT: “Extension Site of Distribution Map of Radiation Dose, etc.,/Digital Japan” (http://ramap.jmc.or.jp/map/eng/)[12]
Changes in gamma ray dose rate at a monitoring station near the Iitate Village hall.jpg
Änderungen der ɣ-Strahlenbelastung (Dosisleistung in μSv/h) an einer Beobachtungsstation in der Nähe des Gemeindezentrums von Iitate bis Mitte August 2011[13]


Schäden und Opfer[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Brand- und Katastrophenschutzbehörde meldete bis zu ihrem 145. Schadensbericht vom 13. März 2012 einen Toten für Iitate als Folge der Tōhoku-Dreifachkatastrophe von 2011,[14][15][16] erhöhte ihre Angabe dann aber in ihrem 146. Schadensbericht vom 28. September 2012 auf 38 Tote[17] und bis zum 157. Schadensbericht vom 7. März 2018 auf 42 Tote.[18]

Evakuierung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bekannt wurde Iitate weltweit aufgrund der Folgen der Nuklearkatastrophe von Fukushima. Trotz einer Entfernung von 40 Kilometern zum havarierten Kernkraftwerk gehörte Iitate zu den am stärksten radioaktiv kontaminierten Gebieten. Bei einer Analyse von Bodenproben in der Präfektur Fukushima wurde auf einem Bauernhof in Iitate die mit Abstand höchste Kontamination nachgewiesen[19][20] (siehe auch: Hotspot in Iitate im Artikel Strahlungsbelastung durch die Nuklearunfälle von Fukushima).

Die Internationale Atomenergie-Organisation und Greenpeace forderten die japanischen Behörden Ende März 2011 auf, die Evakuierung der Umgebung des Kernkraftwerks auf Iitate auszuweiten.[21] Am 12. April verfügte die japanische Regierung die Evakuierung von Iitate und vier benachbarten Orten.[22] Die Bevölkerung von Iitate betrug mit Stand von 2010 etwa 6100 Einwohner (laut Volkszählung 2010: 6,209).[23][24]

Die Evakuierungsanordnung der Regierung nach dem Nuklearunfall aufgrund der hohen Strahlenbelastung betraf das gesamte Dorf Iitate. Etwa 90 % der Bevölkerung wurden aus dem Dorf zu Gebieten innerhalb eines Umkreises von einer Stunde Wegzeit evakuiert, während etwa 10 % der Bevölkerung an Orte außerhalb der Präfektur Fuskushima evakuiert wurden.[23][6] Bis Ende Mai 2011 mussten alle Bewohner den Ort verlassen.[25] Die Gemeinde von Iitate hatte zwar erwogen, geschlossen an einen einzigen Standort zu ervakuieren, dann aber versucht, die Umsiedlung auf die Bedürfnisse der Dorfbewohner bezüglich ihrer Beschäftigung, Ausbildung und Vermeidung von Einschränkungen im Lebensfeld zu erfüllen. In der Folge kam es bei der Evakuierung zu einer Zerstreuung der Evakuierten von Iitate auf die Zielorte der Evakuierung, wobei die Gesamtzahl der Haushalte durch die Aufteilung der Haushaltsmitglieder auf verschiedene Orte entsprechend von 1.700 vor der Evakuierung auf 3.300 nach der Evakuierung stieg. Laut einer 2012 durchgeführten Umfrage lebten die Familienmitglieder von 65 % der Haushalte an zwei oder mehr und von 23,4 % der Haushalte an drei oder mehr Orten nach ihrer Evakuierung. Lediglich 30 % der Haushalte wurden geschossen evakuiert, viele zogen in Mietwohnungen um. 42,7 % der Befragten gaben an, nur wenige Freunde oder Bekannte in der Nähe und keine echten Gesprächspartner zu haben. Das in einem bäuerlich geprägten Bergland gelegene Dorf Iitate bot gute Bedingungen für eine florierende Landwirtschaft, Viehzucht und Blumenzucht. Vor der Evakuierung hatten regelmäßig Gemeinschaftsveranstaltungen stattgefunden, an denen besonders Frauen und Jugendliche teilgenommen hatten. Nach der Evakuierung führte die eintretende Arbeitslosigkeit und das dauerhafte Verlassen des Dorfes vieler Menschen zu Motivationsverlust und Zerfall der lokalen Gemeinschaft. Der dramatische Schwund der sozialen Netzwerke wird als Gefahr für die Gesundheit der Dorfbewohner angesehen, zumal in Notunterkünften lebende Evakuierte aufgrund ihrer geringeren sozialen Vernetztheit einem höheren Depressionsrisiko ausgesetzt sind.[6] Medien hatten im April 2011 berichtet, dass der mit einem Alter von 102 Jahren älteste Einwohner von Iitate aufgrund des Zwanges zur Evakuierung Suizid begangen habe.[26]

Als Gegenmaßnahme zur Nuklearkatastrophe wurde ein Sperrgebiet um das Kernkraftwerk Fukushima Daiichi in einem Umkreis von 20 km ausgewiesen. Es gab jedoch auch jenseits dieses 20 km-Radius viele andere Standorte mit hohen Strahlungswerten, da radioaktive Partikel über den Wind aus dem havarierten Kraftwerk fortgetragen wurden. Zu diesen Orten zählten Iitate sowie 10 weitere Dörfer und Städte, darunter Minamisōma, Naraha, Tomioka, Kawauchi, Ōkuma, Futaba, Namie, Katsurao, Tamura und Kawamata. Diese Regionen wurden entsprechend ihrer radioaktiven Belastung nach der Erlassung der Evakuierungsanordnungen vom 7. Mai 2013 in folgende vier verschiedene Kategorien eingeteilt: Gebiete mit einer Strahlenbelastung von weniger als 20 mSv pro Jahr, die von der Regierung als Schwellenwert für eine dauerhafte Rückkehr behandelt wurde, bildeten die Kategorie 1. Gebiete dieser Kategorie 1 konnten die Einwohner nach eigenem Ermessen und ohne Einsatz von Schutzausrüstung betreten mit der einzigen Einschränkung, dass sie dort nicht übernachten durften. Diese Gebiete waren bereit für eine Aufhebung des Evakuierungsbefehls. In Gebieten mit einer Strahlenbelastung zwischen 20 und 50 mSv pro Jahr (Kategorie 2) war den Einwohnern ein dauerhafter Aufenthalt untersagt. Gebiete mit über 50 mSv pro Jahr (Kategorie 3) wurden als langfristig ungeeignet für eine Rückkehr der Einwohner angesehen. Einen Sonderstatus nahm ein viertes Evakuierungsgebiet ein.[27]

Im Dezember 2012 stimmte das Dorfbüro Iitate mit der Stadtverwaltung von Fukushima darin überein, eine „temporäre Stadt“ in der Stadt Fukushima zu entwickeln. Mit Stand 2014 waren über die Hälfte der Dorfbewohner (etwa 3.800 Menschen) sowie das Dorfbüro von Iitate in die Stadt Fukushima umgezogen. Sozialwohnungen, eine Realschule, ein Kindergarten, landwirtschaftliche Einrichtungen und andere notwendige Infrastruktur wurden errichtet. Es handelte sich um den ersten Fall einer Vereinbarung über eine „temporäre Stadt“, auf die sich zwei Kommunalverwaltungen geeinigt hatten.[28]

Rückkehrer[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Juli 2016 nahm die Dorfverwaltung wieder ihre Aufgaben innerhalb des Dorfes auf und registrierte Einwohner durften langfristig im Dorf bleiben.[23] Die Aufhebung der Evakuierungsverordnung und somit Erlaubnis zur Wiederbesiedlung für den größten Teil des Dorfes Iitate wurde für Ende März 2017 geplant. Davon ausgenommen sollten die Gebiete bleiben, in denen die Rückkehr der Bewohner als „schwierig“ erachtet wurde.[29][23] Die Wiederbesiedlung einer Fläche von 7 % des Gemeindegebiets, die stark kontaminiert wurde, war damit weiterhin ausgeschlossen.[29] Entsprechend wurde am 31. März 2017 die Evakuierungsempfehlung für den größten Teil des Dorfes aufgehoben.[23] Insgesamt hob die japanische Regierung am 31. März und 1. April 2017 die Evakuierungsbefehle für rund 32.000 Einwohner aus den vier strahlenbelasteten Gemeinden Iitate, Kawamata, Namie und Tomioka auf, denen somit wieder erlaubt war, in ihre Häuser zurückzukehren. Die einzigen Orte, die damit noch Gegenstand von Evakuierungsbefehlen waren, waren Futaba und Ōkuma sowie Teile der fünf benachbarten Städte und Dörfer Minamisōma, Iitate, Namie, Tomioka, Katsurao.[30]

Zunächst kehrte in den Gebieten, für die die Evakuierungsanordnung aufgehoben wurde, jedoch nur eine begrenzte Anzahl von Einwohnern in ihre ursprüngliche Häuser zurück. Zu den Gründen für das Ausbleiben ihrer Rückkehr zählten eingeschränkte soziale Infrastruktur und begrenzte Beschäftigungsmöglichkeiten sowie Bedenken hinsichtlich der Strahlenbelastung.[23]

Im Dorf Iitate stellte beispielsweise das Sammeln von Sansai (essbare Wildpflanzen und wildwachsende Pilze) ein wichtiges und traditionelles Ereignis für viele Menschen dar. Im ebenfalls nahe am Kernkraftwerk Fukushima Daiichi gelegenen Dorf Kawauchi, wo die Evakuierungsanordnung für alle Dorfgebiete im Jahr 2016 aufgehoben worden war, war jedoch die Anzahl der Menschen, die Sansai sammelten, seit dem Nuklearunfall signifikant gesunken. Die zusätzliche individuelle Strahlenbelastung für Menschen, die in den Bergen Wildpflanzen und Pilze sammelten, war wissenschaftlich mit Stand von 2017 nicht ermittelt worden.[23]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wichtigste Fernverkehrsstraße ist die Nationalstraße 339 nach Iwaki oder Nan’yō.

Iitate ist nicht an das Schienennetz angeschlossen.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wolfsstatue beim Yamatsumi-Schrein

Der 918,5 m hohe Hanazuka-yama auf der Westgrenze, der 705,5 m hohe Toratori-yama (虎捕山) auf der Grenze zum Ortsteil Ryōzanmachi-Ishida von Date sowie der 628,6 m hohe Notegami-yama (野手上山) gegenüber dem Notegami-Stausee sollen zu den 100 schönsten Bergen der Präfektur zählen.[1][2]

Auf dem Hanazuka-yama wurde der Gott Hanazukayama-daigongen (花塚山大権現) verehrt. Der Berg hat eine lange Bergsteigergeschichte: Einerseits wurde er bestiegen, um dort für Regen zu beten, andererseits auch von buddhistischen Bergasketen wie Ennin (Shigaku-daishi). Der Berg selbst zeichnet sich durch große Granitblöcke auf dem Gipfel und einen Blick auf den 35 km entfernten Pazifischen Ozean aus.[1][31]

Der Name des Toratori-yama, „Tigerfang-Berg“, kommt daher, dass hier der Bandit Tachibana no Sumitora (橘墨虎, wobei Sumitora wörtlich „Tuschetiger“ heißt) von Minamoto no Yoriyoshi (988–1075) gefangen wurde. Minamoto hatte dabei Hilfe durch einen weißen Wolf, zu dessen Ehren im Jahr 1051 der Shintō-Schrein Yamatsumi-jinja (山津見神社) gegründet wurde, wobei yamatsumi in etwa „Berggott“ bedeutet, der hier verehrt wird. Am Südfuße des Berges befindet sich die Gebetshalle (haiden), die für ihre vielen weißen Wolfsstatuen und ehemals 231 Deckengemälde mit Wölfen bekannt ist. Die Originalgemälde aus dem Jahr 1904 wie auch die Gebetshalle wurden bei einem Brand im April 2013 zerstört. Die im Juni 2015 rekonstruierte Gebetshalle konnte 2016 teilweise mit Nachbildungen, die Kunststudenten anfertigten, neu bestückt werden.[32][33] Ein Pfad führt weiter zum Gipfel, auf dem sich das eigentliche Heiligtum, die Haupthalle (honden), befindet. Die heutigen Gebäude stammen jedoch aus der Meiji-Zeit. Jedes Jahr am 17. Tag des 10. Mondmonats fand hier ein Fest zu Ehren des Berggottes statt, an den zwei Tage zuvor ein Herbstfest.[34] Vom Berggipfel aus ist auch der 30 km entfernte Pazifische Ozean zu sehen.[1]

Auch am Notegami-yama gibt es einen Schrein, den Notegami-jinja (野手神神社), in dem fünf Götter verehrt werden, darunter einer des Seidenbaus, der buddhistische Sonnengott Marici, ein Berggott und ein Schlangengott.[1]

Nordwestlich des Ortszentrums befindet sich der Wald Sonmin no Mori (村民の森) mit dem Campingplatz Ai no Sawa (あいの沢) entlang eines Sees, dessen Promenade zu den 50 schönsten der Präfektur zählen soll.[31] Von 2001 bis 2005 wurde jährlich ein Haiku-Wettbewerb zum Thema Liebe ausgeschrieben, mit Tausenden von Einsendungen aus dem ganzen Land, dessen beste 50 jährlich durch Madoka Mayuzumi ausgewählt wurden und dann auf Stein verewigt entlang der Promenade aufgestellt wurden.[35]

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Iitate befanden sich bis zur Evakuierung die Grundschulen (飯舘村立X小学校, Iitate-sonritsu X shōgakkō) Usuishi, Iitoi und Kusano, die Mittelschule Iitate (飯舘村立飯舘中学校, Iitate-sonritsu Iitate chūgakkō), sowie die Iitate-Zweigschule der präfekturalen Landwirtschaftsoberschule Sōma (福島県立相馬農業高等学校飯舘校, Fukushima-kenritsu Sōma nōgyō kōtō gakkō Iitate-kō).

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c d e 飯舘の山. Iitate, abgerufen am 11. August 2016 (japanisch, Höhenangaben aus amtlicher topografischer Karte).
  2. a b 59.飯舘村の歴史を探る(飯舘村) / ふくしまの歴史と文化の回廊. Präfektur Fukushima, archiviert vom Original am 18. Februar 2013; abgerufen am 11. August 2016 (japanisch).
  3. 風兼ダム. In: ダム便覧. 一般財団法人日本ダム協会, abgerufen am 12. August 2016 (japanisch).
  4. a b c Satoshi Ishida: 07:福島県 [浜通り] (1). In: 市町村の変遷. 8. Februar 2007, abgerufen am 15. Mai 2011 (japanisch).
  5. 福島県本部/自治労飯舘村職員労働組合: 市町村合併問題への取り組みから自立へ. Nationale Gemeinde-Arbeitergewerkschaft, abgerufen am 12. August 2016 (japanisch).
  6. a b c Yujiro Kuroda, Hajime Iwasa, Aya Goto, Kazuki Yoshida, Kumiko Matsuda, Yumi Iwamitsu, Seiji Yasumura: Occurrence of depressive tendency and associated social factors among elderly persons forced by the Great East Japan Earthquake and nuclear disaster to live as long-term evacuees: a prospective cohort study. In: BMJ Open. Band 7, Nr. 9, 2017, S. e014339-1-e014339-8, doi:10.1136/bmjopen-2016-014339.; Lizenz: Creative Commons Attribution-NonCommercial 4.0 International (CC BY-NC 4.0).
  7. Cf. Akihiko Ozaki, Shuhei Nomura, Claire Leppold, Masaharu Tsubokura, Tetsuya Tanimoto, Takeru Yokota, Shigehira Saji, Toyoaki Sawano, Manabu Tsukada, Tomohiro Morita, Sae Ochi, Shigeaki Kato, Masahiro Kami, Tsuyoshi Nemoto, Yukio Kanazawa, Hiromichi Ohira: Breast cancer patient delay in Fukushima, Japan following the 2011 triple disaster: a long-term retrospective study. In: BMC Cancer. Band 17, Nr. 423, 2017, ISSN 1471-2407, S. 1–13, doi:10.1186/s12885-017-3412-4. (Online veröffentlicht am 19. Juni 2017); Lizenz: Creative Commons Attribution 4.0 International (CC BY 4.0). Hier: S. 2, Fig. 1.
  8. Reiko Hasegawa: Disaster Evacuation from Japan's 2011 Tsunami Disaster and the Fukushima Nuclear Accident. In: Studies. Nr. 5, 2013, ISSN 2258-7535, S. 1–54. (Institut du développement durable et des relations internationales, IDDRI).
  9. Masaru Arakida, Mikio Ishiwatari: Evacuation. In: Federica Ranghieri, Mikio Ishiwatari (Hrsg.): Learning from Megadisasters - Lessons from the Great East Japan Earthquake. World Bank Publications, Washington, DC 2014, ISBN 978-1-4648-0153-2, Chapter 11, S. 99–108, doi:10.1596/978-1-4648-0153-2 (Werk online zugreifbar auf Google Books [abgerufen am 3. April 2018])., Lizenz: Creative Commons Attribution CC BY 3.0 IGO.
  10. Mikio Ishiwatari, Satoru Mimura, Hideki Ishii, Kenji Ohse, Akira Takagi: The Recovery Process in Fukushima. In: Federica Ranghieri, Mikio Ishiwatari (Hrsg.): Learning from Megadisasters - Lessons from the Great East Japan Earthquake. World Bank Publications, Washington, DC 2014, ISBN 978-1-4648-0153-2, Kap. 36, S. 331–343, doi:10.1596/978-1-4648-0153-2 (Werk online zugreifbar auf Google Books [abgerufen am 3. April 2018])., hier: S. 335, Map 36.1 "Rearrangement of evacuation zoning" "Source: Ministry of Economy, Trade and Industry.", Lizenz: Creative Commons Attribution CC BY 3.0 IGO.
  11. Evacuation Areas Ministry of Economy, Trade and Industry (METI), (METI Measures and Requests in response to the Great East Japan Earthquake > Assistance of Residents Affected by the Nuclear Incidents > Evacuation Areas): Restricted areas and areas to which evacuation orders have been issued (June 15, 2012) (Memento vom 9. Juli 2018 auf WebCite) (PDF)
  12. Tetsuo Ishikawa, Seiji Yasumura, Kotaro Ozasa, Gen Kobashi, Hiroshi Yasuda, Makoto Miyazaki, Keiichi Akahane, Shunsuke Yonai, Akira Ohtsuru, Akira Sakai, Ritsu Sakata, Kenji Kamiya, Masafumi Abe: The Fukushima Health Management Survey: estimation of external doses to residents in Fukushima Prefecture. In: Scientific Reports. Band 5, Nr. 12712, 2015, S. 1–11, doi:10.1038/srep12712. (Online veröffentlicht am 4. August 2015); Lizenz: Creative Commons Attribution 4.0 International (CC BY 4.0). Hier: S. 6, Figure 4: "Gamma ray dose rate maps of Fukushima Prefecture These maps were modified by using PowerPoint® and Adobe Reader® software, from maps obtained by airborne monitoring surveys made in April to June, 2012". Lizenz: Creative Commons Attribution 4.0 International (CC BY 4.0).
  13. Tetsuo Ishikawa, Seiji Yasumura, Kotaro Ozasa, Gen Kobashi, Hiroshi Yasuda, Makoto Miyazaki, Keiichi Akahane, Shunsuke Yonai, Akira Ohtsuru, Akira Sakai, Ritsu Sakata, Kenji Kamiya, Masafumi Abe: The Fukushima Health Management Survey: estimation of external doses to residents in Fukushima Prefecture. In: Scientific Reports. Band 5, Nr. 12712, 2015, S. 1–11, doi:10.1038/srep12712. (Online veröffentlicht am 4. August 2015); Lizenz: Creative Commons Attribution 4.0 International (CC BY 4.0). Hier: S. 3, Figure 2: "Changes in gamma ray dose rate at a monitoring station near the Iitate Village hall". Lizenz: Creative Commons Attribution 4.0 International (CC BY 4.0).
  14. 平成23 年(2011 年)東北地方太平洋沖地震(東日本大震災)について(第145 報) (Memento vom 12. April 2018 auf WebCite) (PDF (Memento vom 12. April 2018 auf WebCite)), 総務省消防庁 (Fire and Disaster Management Agency), 145. Bericht, 13. März 2012.
  15. 平成23年(2011年)東北地方太平洋沖地震(第124報) (Memento vom 25. März 2018 auf WebCite) (PDF (Memento vom 25. März 2018 auf WebCite)), 総務省消防庁 (Fire and Disaster Management Agency), 124. Bericht, 19. Mai 2011.
  16. 東日本大震災 図説集. In: mainichi.jp. Mainichi Shimbun-sha, 20. Mai 2011, archiviert vom Original am 19. Juni 2011; abgerufen am 19. Juni 2011 (japanisch, Übersicht über gemeldete Tote, Vermisste und Evakuierte).
  17. 平成 23 年(2011 年)東北地方太平洋沖地震(東日本大震災)について(第 146 報) (Memento vom 12. April 2018 auf WebCite) (PDF (Memento vom 12. April 2018 auf WebCite)), 総務省消防庁 (Fire and Disaster Management Agency), 146. Bericht, 28. September 2012.
  18. 平成23年(2011年)東北地方太平洋沖地震(東日本大震災)について(第157報) (Memento vom 18. März 2018 auf WebCite) (PDF (Memento vom 18. März 2018 auf WebCite)), 総務省消防庁 (Fire and Disaster Management Agency), 157. Bericht, 7. März 2018.
  19. Aya Takada: Cattle Struggling to Survive in Fukushima as Radiation Taints Soil, Water (englisch) Bloomberg. 1. April 2011. Archiviert vom Original am 8. April 2011. Abgerufen am 8. April 2011.
  20. Daniel Wagner: Japan's Government Needs to Move Quickly (englisch) Huffington Post. 3. April 2011. Archiviert vom Original am 8. April 2011. Abgerufen am 8. April 2011.
  21. Hohe Strahlung außerhalb der Evakuierungszone in Japan, Nachrichten, 30. März 2011, DerWesten
  22. Japan expands evacuation areas around crippled nuclear plant (englisch) Kyodo News. 11. April 2011. Archiviert vom Original am 12. April 2011. Abgerufen am 12. April 2011.
  23. a b c d e f g Wataru Naito, Motoki Uesaka, Tadahiro Kurosawa, Yujiro Kuroda: Measuring and assessing individual external doses during the rehabilitation phase in Iitate village after the Fukushima Daiichi nuclear power plant accident. In: Journal of Radiological Protection. Band 37, Nr. 3, Mai 2017, S. 606–622, doi:10.1088/1361-6498/aa7359. (Veröffentlicht am 6. Juli 2017); Lizenz: Creative Commons Attribution 3.0 Unported (CC BY 3.0).
  24. 平成 22年国勢調査 - 人口等基本集計結果 -(岩手県,宮城県及び福島県) (Memento vom 24. März 2018 auf WebCite) (PDF, japanisch), stat.go.jp (Statistics Japan - Statistics Bureau, Ministry of Internal Affairs and communication), Volkszählung 2010, Zusammenfassung der Ergebnisse für die Präfekturen Iwate, Miyagi und Fukushima, URL: http://www.stat.go.jp/data/kokusei/2010/index.html.
  25. Evacuation zone widened beyond 20 km from Fukushima nuclear plant (englisch) Kyodo News. 22. April 2011. Archiviert vom Original am 22. April 2011. Abgerufen am 22. April 2011.
  26. Man, 102, 'kills self over nuclear evacuation plan' (englisch) The Straits Times. 14. April 2011. Archiviert vom Original am 20. Dezember 2011. Abgerufen am 20. Dezember 2011.
  27. Dinil Pushpalal, Zhang Yan, Tran Thi Diem Thi, Yuri Scherbak, Michiko Kohama: Tears of Namie: An Appraisal of Human Security in the Township of Namie. In: Dinil Pushpalal, Jakob Rhyner, Vilma Hossini (Hrsg.): The Great Eastern Japan Earthquake 11 March 2011: Lessons Learned And Research Questions - Conference Proceedings (11 March 2013, UN Campus, Bonn). 2013, ISBN 978-3-944535-20-3, ISSN 2075-0498, S. 80–87.
  28. The Recovery Process in Fukushima. In: Federica Ranghieri, Mikio Ishiwatari (Hrsg.): Learning from Megadisasters - Lessons from the Great East Japan Earthquake. World Bank Publications, Washington, DC 2014, ISBN 978-1-4648-0153-2, Chapter 36, S. 331–343, doi:10.1596/978-1-4648-0153-2 (Werk online zugreifbar auf Google Books [abgerufen am 3. April 2018])., Lizenz: Creative Commons Attribution CC BY 3.0 IGO.
  29. a b Fukushima Prefectural Government: Transition of evacuation instruction zones. 12. Juli 2016, abgerufen am 28. November 2016 (englisch): „For most of IItate Village, evacuation instruction is to be cancelled on March 31, 2017.“
  30. Even as Evacuation Orders are Lifted, Recovery Remains Distant Prospect for Many Fukushima Residents (Memento vom 14. Juli 2018 auf WebCite), nippon.com, 24. Mai 2017, von Suzuki Hiroshi.
  31. a b 観光ガイドマップ. Iitate, abgerufen am 12. August 2016 (japanisch).
  32. Kyodo News: Gutted Fukushima shrine’s famed wolf paintings reproduced. In: The Japan Times NEWS. The Japan Times, 8. November 2016, abgerufen am 28. November 2016 (englisch).
  33. Lost Fukushima Wolf Deity Images Recreated. In: All About Japan. 27. Oktober 2016, abgerufen am 28. November 2016 (englisch).
  34. 山津見(やまつみ)神社. In: raifuku.net. Abgerufen am 15. Mai 2011 (japanisch).
  35. 愛の句碑事業. Iitate, abgerufen am 12. August 2016 (japanisch).

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]