Kersten Lahl

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Kersten Lahl (2007)

Kersten Lahl (* 6. Juli 1948 in Bielatal) ist ein Generalleutnant a. D. des Heeres der Bundeswehr. Nach seiner Pensionierung im April 2008 war er bis August 2011 Präsident der Bundesakademie für Sicherheitspolitik in Berlin.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lahl war Schüler der Oberrealschule München-Pasing (Max-Planck-Gymnasium, Weinbergerstraße) und machte im Frühsommer 1967 dort Abitur.

Lahl trat 1967 als Jäger in Füssen in den Dienst der Bundeswehr. Von 1968 bis 1970 absolvierte er die Offizierausbildung in Sonthofen, Idar-Oberstein und München. Danach diente er bis 1972 zwei Jahre lang als Batterieoffizier in der 4. Batterie des Gebirgsartilleriebataillon 235 in Bad Reichenhall. Von 1972 bis 1973 war Lahl Hörsaaloffizier an der Heeresoffizierschule III in München. Nach dieser Verwendung nahm er 1973 ein Studium der Betriebswirtschaftslehre an der Universität Mannheim auf, das er 1978 mit Prädikat als Diplom-Kaufmann abschloss.

Nach dem Studium war Lahl von 1979 bis 1981 als Batteriechef der 4. Batterie des Gebirgsartilleriebataillons 81 in Kempten eingesetzt. Von 1981 bis 1983 absolvierte er den Generalstabslehrgang an der Führungsakademie der Bundeswehr in Hamburg. Anschließend wurde er bis 1985 als Referent für Bundeswehrplanung im Führungsstab der Streitkräfte (FüS) im Bundesministerium der Verteidigung eingesetzt. Von 1985 bis 1986 nahm Lahl an der US-Generalstabsausbildung am Command and General Staff College in Fort Leavenworth, Kansas teil und gewann dort den Eisenhower Award.

Wieder in Deutschland übernahm Lahl von 1986 bis 1988 den Posten des Abteilungsleiters Operationen und Ausbildung (G3) im Stab der Panzergrenadierbrigade 31 in Oldenburg. Von 1988 bis Ende 1989 führte er als Kommandeur das Beobachtungsbataillon 113 in Delmenhorst und wechselte anschließend wieder nach Bonn. Hier arbeitete er bis 1991, also in den Monaten vor und nach der Deutschen Einheit, als Referent für die Konzeption der Bundeswehr im Führungsstab der Streitkräfte. Nach dieser Verwendung diente Lahl im Dienstgrad Oberst von 1991 bis 1994 als Adjutant und militärpolitischer Berater des Bundespräsidenten Richard von Weizsäcker.

Danach übernahm Lahl von 1994 bis 1996 das Kommando über die Panzerbrigade 34 in Diez an der Lahn. Diesem Truppenkommando folgten zwei Ministerialverwendungen in der Generalsebene: Von 1996 bis 1997 war Lahl Unterabteilungsleiter für Personal Offiziere Heer, und von 1997 bis 2000 übernahm er in der neu geschaffenen Abteilung Personal-, Sozial- und Zentralangelegenheiten (PSZ) die Personalführung des militärischen Spitzenpersonals der Bundeswehr.

Von 2000 bis 2001 war Generalmajor Lahl Befehlshaber im Wehrbereichskommando VI (WBK) und zugleich Kommandeur der 1. Gebirgsdivision, deren letzter Kommandeur er bis zum 30. September 2001 war. Im Rahmen von Umstrukturierungen der Streitkräfte mit der Aufstellung der Streitkräftebasis als neuem militärischen Organisationsbereich wechselte am 1. Oktober 2001 die Verantwortung für querschnittliche Aufgaben der Bundeswehr und die „Nationalen Territorialen Aufgaben“ zum Streitkräfteunterstützungskommando. Die bis zu diesem Zeitpunkt mit den Wehrbereichen fusionierten Divisionen wurden von den Wehrbereichskommandos getrennt und die Zahl der WBKs von sieben auf vier bei gleichzeitigem Aufwuchs ihrer Aufgaben reduziert. Daher übernahm Lahl von 2001 bis 2003 als Befehlshaber den Wehrbereich IV „Süddeutschland“ (Bayern und Baden-Württemberg) mit Dienstsitz in München. Von 2003 bis 2005 diente Lahl in der Luftwaffenkaserne Wahn als stellvertretender Befehlshaber des Streitkräfteunterstützungskommandos unter dem Befehl von Generalleutnant Ulf von Krause. Nach dessen Pensionierung übernahm Lahl vom 17. Februar 2005 als Generalleutnant das Streitkräfteunterstützungskommando und führte dieses bis zu seiner Pensionierung im Februar 2008.[1]

Im Anschluss an seinen aktiven Dienst als Soldat wurde Lahl am 31. März 2008 in Berlin Präsident der Bundesakademie für Sicherheitspolitik, der höchstrangigen ressortübergreifenden Weiterbildungseinrichtung Deutschlands auf dem Gebiet der Sicherheitspolitik. Diese Aufgabe übergab er turnusmäßig am 26. August 2011 an Botschafter Hans-Dieter Heumann.[2] Seit 2012 ist er Vizepräsident der Gesellschaft für Wehr- und Sicherheitspolitik.[3] Des Weiteren leitet er das Forum München der Deutschen Atlantischen Gesellschaft und publiziert Beiträge zu aktuellen sicherheitspolitischen Themen.

Lahl ist verheiratet und hat drei Töchter.

Ehrungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Personalveränderungen in militärischen Spitzenstellen. BMVg Presse- und Informationsstab, 8. Februar 2008, archiviert vom Original am 15. Juni 2008; abgerufen am 4. April 2016.
  2. Die drei Lücken deutscher Sicherheitspolitik. In: Behörden Spiegel. 30. August 2011, abgerufen am 21. Januar 2016.
  3. Gesellschaft für Wehr- und Sicherheitspolitik e. V., Bundesvorstand. Abgerufen am 21. Januar 2016.