Kien (Adelsgeschlecht)

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Die Freiherren von Kien waren eine schweizerische Adelsfamilie, die vielleicht aus dem Berner Oberland stammte. Daneben besaßen sie Güter im Langetental im Oberaargau. Erstmals erwähnt ist die Familie seit 1175 mit den beiden Brüdern Heinrich I. und Hugo von Kien. Die Familie stellte mehrere Schultheissen in Thun, Werner II. und später sein Sohn Philipp von Kien waren Schultheissen in Bern.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ursprung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Streubesitz der Familie von Kien lag im Berner Oberland, besonders im Frutigtal. Ihnen gehörte die Herrschaft Mülenen mit den beiden Burgen Aris ob der Bäuert Kien und Mülenen (beide Gemeinde Reichenbach im Kandertal). Sie geboten auch über die Grosspfarrei Aeschi.

Damit darf angenommen werden, dass hier der Ursprung der Familie lag: die Burg Aris war vermutlich der Stammsitz der Freiherren von Kien. Sie war eine Anlage des 12. und 13. Jahrhunderts mit Burgturm und einem System von Halsgräben und Wall.

Ihre zweite Burganlage in Mülinen (erwähnt 1269 als „Mulinon“) stammt aus dem 12. bis 14. Jahrhundert. Sie lag am mittelalterlichen Saumweg ins Wallis und bildete mit einer Letzimauer vermutlich aus dem 12. Jahrhundert gegen Norden eine Talsperre. Die Siedlung, die sich an Burg und Letzi anlehnte, wurde zwar als „stetli“ erwähnt[1], jedoch ist kein Stadtrecht urkundlich fassbar.

Rechte und Grundbesitz derer von Kien in Mülinen gingen vor 1290 an die Freiherren von Wädenswil über.

Verbreitung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ab 1232 waren die Kien Lehensleute der Bischöfe von Sitten, nach 1250 Bürger von Bern. Nach 1260 kam die Familie von Kien erbweise zur Herrschaft Worb. Damit befanden sie sich im Gefolge der Grafen von Savoyen. Werner II. ist für 1271 als Schultheiss von Bern belegt.[2]

Im 14. Jahrhundert stellten sie mehrmals einen Schultheissen in Thun: Philipp von Kien für 1310 und 1319, sein Bruder Werner III. dazwischen 1312. Dessen Sohn Johannes I. war 1327 im Thuner Schultheissenamt.[3]

Belege[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Ernst Schweikert: Die deutschen, edelfreien Geschlechter des Berner Oberlandes bis zur Mitte des XIV. Jahrhunderts. Ein Beitrag zur Entwicklungsgeschichte der Stände im Mittelalter. P. Hauptmann'sche Buchdruckerei, Bonn 1911 (Dissertation Bonn).

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Konrad Justinger, Nennung für das Jahr 1331.
  2. Schweikert 1911: Stammtafel.
  3. Schweikert 1911: Stammtafel.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]