Worb

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Worb
Wappen von Worb
Staat: Schweiz
Kanton: Bern (BE)
Verwaltungskreis: Bern-Mittellandw
BFS-Nr.: 0627i1f3f4
Postleitzahl: 3075 Rüfenacht
3075 Vielbringen bei Worb
3076 Worb
3077 Enggistein
3078 Richigen
Koordinaten: 609581 / 197756Koordinaten: 46° 55′ 51″ N, 7° 33′ 52″ O; CH1903: 609581 / 197756
Höhe: 585 m ü. M.
Fläche: 21,084 km²
Einwohner: i11'394 (31. Dezember 2017)[1]
Einwohnerdichte: 540 Einw. pro km²
Ausländeranteil:
(Einwohner ohne
Bürgerrecht)
14,0 % (2010)[2]
Arbeitslosenquote: 2,09 % (2011)[3]
Gemeindepräsident: Niklaus Gfeller (EVP)
Website: www.worb.ch
Blick auf Worb

Blick auf Worb

Karte
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Worb ist eine politische Gemeinde im Verwaltungskreis Bern-Mittelland des Kantons Bern in der Schweiz.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Worb ist eine Agglomerationsgemeinde der Stadt Bern. Zur Gemeinde Worb gehören die Dörfer Worb, Rüfenacht, Enggistein, Richigen und Vielbringen sowie die Weiler Ried, Wattenwil (Worb) und Bangerten.

Die Nachbargemeinden von Worb von Norden beginnend im Uhrzeigersinn sind: Vechigen, Walkringen, Biglen, Grosshöchstetten, Münsingen, Rubigen, Allmendingen bei Bern und Muri bei Bern.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der älteste erhaltene archäologische Fund ist eine geschliffene Klinge eines Steinbeils, das vom Landwirt Friedrich Gfeller 1903 im Murmösli gefunden wurde. Es wird in die Jungsteinzeit eingeordnet, aber lässt als Einzelfund keine Rückschlüsse auf eine Siedlung zu. Gleiches gilt für die gefundene Bronzeaxt. Der Hallstattzeit werden die zwei Grabhügel im Buchliwald bei Richigen zugeordnet. Beim Kiesabbau in der Stockergrube wurden zwischen 1903 und 1919 mindestens 20 Gräber aus der Latènezeit zerstört, welche aber vorher durch Mitarbeiter des Historischen Museums Bern erfasst und die Beigaben geborgen werden konnte. Anhand der Gräber kann also eine Besiedelung der Gegend in der Eisenzeit bejaht werden. Der römische Gutshof in Worb-Sunhalde ist der endgültige Beweis einer dauerhaften Besiedelung.[4] Es fanden sich auch Spuren alemannischer und frühmittelalterlicher Besiedelung, auch dies vor allem in Form von Gräbern.

Der Ortsname Worb wird erstmals 1146 fassbar, damals noch als „apudu Worwo“ (=bei der Worb), und zeugt damit auch davon, dass der Ortsname mit dem Gewässer der Worble verknüpft ist. Die zweisilbige Schreibweise hielt sich rund 250 Jahre bevor er gegen Ende des 14. Jahrhunderts von „Worw“ abgelöst wurde. Wandelte sich aber kurz darauf zu „Worb“ was die Schrittweise ist die ab etwa 1500 verwendet wurde.[5]

Das es ein indogermanische Wurzelwort wor- für „Wasser, Regen, Fluss“ gibt, dürfte der Name auf die Keltische (gallische) Vorbevölkerung des erste vorchristliche Jahrtausend zurückgehen.[6]

Im Mittelalter bildet sich die Herrschaft Worb, die neben dem Twing Worb auch die Twinge Trimstein und Wikartswil umfasste. Daneben existierte noch die Kirchgemeinde Worb die nicht deckungsgleich war. Am Ende des Ancien Régime -also der Herrschaft der Stadt und Republik Bern- gehörte Ried zur Herrschaft Wyl, aber zur Kirchgemeinde Worb. Dagegen gehörte Bangerten zur Herrschaft und Twing Worb aber zur Kirchgemeinde Vechingen. Auch die beiden Twinge Trimstein und Wikartswil gehörten zu einer anderen Kirchgemeinde (Trimstein zur Kirchgemeinde Münsingen und Wikartswil zur Kirchgemeinde Walkringen). Rüfenacht-Vielbringen gehörte zwar zu Kirchgemeinde Worb, gehörte aber zum Stadtgericht Bern und lag somit ausserhalb der Herrschaft und Twing Worb. Vereinfacht gesagt ist es aber die Kirchgemeinde Worb, die mit ihrer mittelalterliche Struktur der heutigen Gemeinde Worb ihre Grenzen vor gab. In der Helvetik entstand 1799 auf Basis der Kirchgemeinde die neue Munizipalgemeinde Worb. Dieser war zwar keine lange Lebensdauer gegeben wurde doch 1803, wieder der Zustand von vor 1798 eingeführt. Die Idee wurde aber 1833 wieder aufgegriffen als das Gemeindewesen neu organisiert wurde. In der Beschreibung die 1838 erschienen ist, in der die neue „Einwohnergemeinde der Kirchgemeinde Worb“ genau beschrieben ist, lässt sich ableiten, dass die Gemeinde aus vier Vierteln (Worb, Rüfenacht-Vielbringen, Richingen-Ried und Wattenwil-Enggistein) und sieben Burgergemeinden (Worb, Rüfenacht, Vielbringen, Richingen, Ried, Wattenwil und Enggistein) bestand. 1880 kam es zu einem Gebiets-Abtausch zwischen Worb und Vechigen. Wobei Enklave Wiler zu Vechingen und im Gegenzug halb Bangerten zu Worb kam. Im Jahr 1920 wurden die früheren Burgergemeinden aufgehoben und seit diesem Jahr gibt es die Einwohnergemeinde Worb.[7]

Bevölkerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Worb ist mehrheitlich reformiert, es existiert eine evangelisch-reformierte und eine römisch-katholische Kirchgemeinde.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Legislative[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

12
5
2
3
9
9
12 
Insgesamt 40 Sitze

Die Legislative wird vom Grossen Gemeinderat gebildet. Er umfasst 40 Mitglieder. Davon 12 SP + Grüne, 9 FDP, 9 SVP, 5 EVP, 3 BDP und 2 glp. (Wahlergebnisse vom 27. November 2016).[8]

Exekutive[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der vollamtliche Gemeindepräsident ist seit 2009 Niklaus Gfeller (EVP). Er präsidiert den siebenköpfigen Gemeinderat. Dieser setzt sich seit der Wahl vom 27. November 2016[9] aus folgenden weiteren Vertretern zusammen: Ernst Hauser (Vizepräsident, BDP), Urs Gerber (Grüne), Lenka Kölliker (FDP), Markus Lädrach (FDP), Christoph Moser (SP) und Bruno Wermuth (SVP).

Nationale Wahlen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Stimmenanteile der Parteien anlässlich der Nationalratswahlen 2015 betrugen: SVP 28,9 %, SP 19,3 %, BDP 12,8 %, FDP 12,8 %, GPS 8,0 %, glp 6,3 %, EVP 5,9 %, EDU 2,0 %, CVP 1,8 %.[10]

Schloss Worb

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gewerbe[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Worb und seinen acht Ortschaften gibt es gegen 200 Gewerbetreibende. Es sind praktisch alle Branchen ansässig. Eine Transformation von den Handwerksbetrieben hin zu den Dienstleistern findet auch in Worb statt. Es siedeln sich auch neue Betriebe an; so konnte 2016 der Zuzug der ersten Schweizer Pharmafirma notiert werden.

Die ältesten Betriebe sind die Filzfabrik Fissco (1841) und die Brauerei Egger (1863). Die grössten Betriebe sind die OLWO AG, die Spagyros AG und der Regionalverkehr Bern–Solothurn (RBS).

Der Gewerbeverein Worb «worber Gwärb» vertritt die Interessen der Betriebe.

Die Kirche im Zentrum
Katholische Kirche
Schloss Worb

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Worb besitzt einen Kopfbahnhof der Meterspurbahn RBS. Diese betreibt zwei Linien nach Bern: Einerseits die Linie S7 der S-Bahn Bern via Bolligen, die im Berner Hauptbahnhof endet, andererseits die mit Trambahnen bediente Linie 6 die über Gümligen bis Bern Fischermätteli führt. Daneben bestehen Busverbindungen, welche von der RBS mit gelben Postautos betrieben werden. Bernmobil fährt mit drei Nachtbuslinien (Moonliner) nach Worb. Etwas ausserhalb von Worb befindet sich auch ein SBB-Bahnhof (Worb SBB), der an der Linie S2 (Bern-Langnau) der S-Bahn Bern liegt. Seit Dezember 2004 wird diese Linie von der BLS betrieben.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Wahrzeichen von Worb ist das Schloss Worb, welches sich in Privatbesitz befindet. Im Gewölbekeller des Gasthofs Löwen befindet sich ein Korkenzieher-Museum.

Pfarrkirche

Die 1983/84 erfolgte Restaurierung der Kirche von Worb bedingte eine archäologische Grabung im Kirchenraum. Der Bestand älterer Kirchenbauten konnte bis ins Frühmittelalter zurückverfolgt werden. Die erste frühmittelalterliche Kirche war ein Holzpfostenbau mit rechteckigem Grundriss und Pfosten auf der mittleren Längsachse. Auf eine nachfolgende gemauerte Anlage verweisen nur noch geringe Spuren. Die dritte Kirche wurde im 11. Jahrhundert im frühromanischen Stil mit einer Apsis errichtet. Von ihr haben sich größere Teile des Schiffes erhalten. In der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts ist diese Kirche abgebrannt und wiederhergestellt worden. In der Folge entstand ein querrechteckiges Altarhaus, das die Apsis ablöste. Später musste auch die anscheinend stärker beschädigte Westmauer des Schiffes ersetzt werden. Diese Erneuerung erfolgte entweder gemeinsam mit dem Bau des heutigen Turmes, um 1434, oder in der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts. Aus dieser Zeit stammt die an der Westwand sichtbare spätgotische Bilderfolge der Schöpfungsgeschichte. 1520 wurde der spätromanische Rechteckchor durch das heutige, dreiseitig geschlossene Altarhaus mit Sakristei ersetzt. Der mit einem Netzgewölbe gedeckte Raum verlängerte die Chorzone bedeutend. Bauherren waren die Patronatsherren der Kirche, die Familie von Diesbach und die damaligen Inhaber der Herrschaft Worb. Die von Diesbachs stifteten auch die Glasgemälde des Chores.[11]

Bilder[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sonstiges[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Worbs Partnerstadt ist seit 1997 Edelény in Ungarn.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Peter Eggenberger, Manuel Kehrli e.a.: Worb, Pfarrkirche. Die Ergebnisse der Bauforschungen von 1983. Bern 2012.
  • Heinrich Richard Schmidt (Hrsg.): Worber Geschichte. Stämpfli, Bern 2005, ISBN 3-7272-1173-3.
  • Johanna Strübin-Rindisbacher: Neuschloss Worb. Stämpfli, Bern 2004, ISBN 3-7272-1170-9.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Worb – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Ständige und nichtständige Wohnbevölkerung nach Jahr, Kanton, Bezirk, Gemeinde, Bevölkerungstyp und Geschlecht (Ständige Wohnbevölkerung). In: bfs.admin.ch. Bundesamt für Statistik (BFS), 31. August 2018, abgerufen am 30. September 2018.
  2. Mitarbeiter: Gemeindesuche. Bevölkerung. In: Offizielle Webseite. Bundesamt für Statistik, 2011, S. 1, archiviert vom Original am 30. Juli 2012; abgerufen am 23. Dezember 2012 (HTML, deutsch, Eingabe Worb). i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.bfs.admin.ch
  3. Mitarbeiter: Gemeindesuche. Arbeit. In: Offizielle Webseite. Bundesamt für Statistik, 2011, S. 1, archiviert vom Original am 30. Juli 2012; abgerufen am 23. Dezember 2012 (HTML, deutsch, Eingabe Worb. Jahresdurchschnitt). i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.bfs.admin.ch
  4. Beitrag von Marianne Ramstein Worb in ur- und frühgeschichtlicher Zeit in Worber Geschichte Seite 77–87
  5. Beitrag von Andreas Burri Siedlungs- und Flurnahmen in Worber Geschichte Seite 39
  6. Beitrag von Andreas Burri Siedlungs- und Flurnahmen in Worber Geschichte Seite 39
  7. Beitrag von Bernhard Adamek Die Entwicklung des Gemeindeterritoriums bis zur heutigen Grenzziehung in Worber Geschichte Seite 88–97
  8. Worber Parlamentswahlen: Ergebnisse. Gemeinde Worb, 27. November 2016, archiviert vom Original am 3. Dezember 2016; abgerufen am 30. November 2016 (php). i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.worb.ch
  9. Worber Gemeinderat: Ergebnisse. Gemeinde Worb, 27. November 2016, archiviert vom Original am 3. Dezember 2016; abgerufen am 30. November 2016 (php). i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.worb.ch
  10. Resultate der Gemeinde Worb. abgerufen am 12. November 2015.
  11. Samuel Rutishauser: Kirche Worb BE. (Schweizerische Kunstführer, Nr. 377). Hrsg. Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte GSK. Bern 1985.