Klaus Eichner

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Klaus Eichner (* 4. Mai 1939 in Reichenbach (Vogtl.)) ist ein ehemaliger Oberst der Hauptverwaltung Aufklärung (HVA) der DDR-Staatssicherheit (MfS).

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eichner, Sohn eines Kellners und einer Näherin, legte 1957 an der Erweiterten Oberschule in Windischleuba das Abitur ab, wurde vom MfS eingestellt und begann ein Studium an der Hochschule des Ministeriums für Staatssicherheit in Potsdam-Eiche. 1946 trat er in die Freie Deutsche Jugend (FDJ) und 1957 in die Sozialistische Einheitspartei Deutschlands (SED) ein.

Von 1959 bis 1968 war Eichner in der MfS-Kreisdienststelle Altenburg und Leipzig-Land im Bereich Spionageabwehr eingesetzt. Von 1965 bis 1971 absolvierte er ein Fernstudium an der Humboldt-Universität Berlin (HU) und wurde Diplom-Jurist. 1970 wurde er in die Bezirksverwaltung Leipzig versetzt und war dort bis 1972 Mitarbeiter der Abteilung XV (Aufklärung).

1972 wurde Eichner in die Hauptverwaltung A (Aufklärung) in Ost-Berlin berufen und war bis 1974 Mitarbeiter der Abteilung XII, zuständig für die NATO. 1974 wechselte er als Analytiker im Fachgebiet amerikanische Geheimdienste in die Abteilung IX, zuständig für westliche Geheimdienste (Gegenspionage). 1987 wurde er zum Oberst und Leiter des Bereichs C (Auswertung, Analyse) der Abteilung IX der HV A befördert.

Nach der Wende und der friedlichen Revolution in der DDR war Eichner 1990 in der Mitarbeitergruppe zur Auflösung der HVA tätig. Später studierte er Umweltschutz und Ökologie an der HU Berlin, arbeitete als Umweltberater und Mitarbeiter eines Kurierdienstes in Berlin.

Von 1990 bis 2003 war Eichner Mitglied der Partei des Demokratischen Sozialismus (PDS). Er war Mitbegründer und 1. Sprecher des geschichtsrevisionistischen Insider-Komitees zur Förderung der kritischen Aneignung der MfS-Geschichte.[1] Eichner veröffentlichte Bücher über seine Zeit bei der Staatssicherheit. Andreas Förster von der Berliner Zeitung ist von der Qualität des Buchs Konterspionage enttäuscht.[2], während Hans Halter von der Süddeutschen Zeitung durchaus angetan von diesem Buch ist.[3][4]

Heute lebt er als Rentner in Lentzke.[5]

Schriften (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • mit Gotthold Schramm (Hrsg.): Spionage für den Frieden. Edition Ost, Berlin 2004.
  • mit Ernst Langrock: Der Drahtzieher: Vernon Walters. Berlin 2005.
  • Angriff und Abwehr – Die deutschen Geheimdienste nach 1945. Berlin 2007.
  • mit Gotthold Schramm: Top-Spione. Berlin 2008.
  • Klaus Eichner: Operation CONDOR. Eine Internationale des Terrors. Verlag Wiljo Heinen, Berlin 2009, ISBN 978-3-939828-42-6.
  • mit Gotthold Schramm: Konterspionage. Die DDR-Aufklärung in den Geheimdienstzentren. Berlin 2010.
  • mit Gotthold Schramm: Imperium ohne Rätsel. Was bereits die DDR-Aufklärung über die NSA wusste. Edition Ost, Berlin 2014, ISBN 978-3-360-01864-9.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. http://www.morgenpost.de/printarchiv/berlin/article102714078/Stasi-Offiziere-ersetzen-Ex-Spionagechef-Grossmann.html
  2. Andreas Förster, An der unsichtbaren Front, In: Berliner Zeitung, 28. August 2010.
  3. Rezension zu Konterspionage auf perlentaucher.de
  4. Rezension in der Süddeutschen Zeitung
  5. Angelika Henkel und Stefan Schölermann, Ein Treffen mit einem Stasi-Oberst, Auf: Norddeutscher Rundfunk, 19. September 2014.
  6. Karl Wilhelm Fricke: Geschichtsrevisionismus aus MfS-Perspektive (Memento vom 27. Juni 2013 im Internet Archive) (PDF; 132 kB)