Kloster Rottenmünster

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Das Kloster Rottenmünster war zwischen 1224 und 1850 eine Zisterzienserinnenabtei bei Rottweil.

1221 kaufte eine Abspaltung der Schwesterngemeinschaft in Hochmauern ein Gut südlich von Rottweil, das zukünftige Kloster. Am 9. Mai 1224 wurde das Kloster Rottenmünster durch Papst Honorius III. in das Generalkapitel der Zisterzienser aufgenommen. Vaterabt war der Abt von Salem, Eberhard von Rohrdorf, erste Äbtissin Meisterin Williburgis. 1237 erhob Kaiser Friedrich II. Rottenmünster zum Reichsstift und übertrug den Schutz des Klosters der Reichsstadt Rottweil. Durch Schenkungen und Mitgiften sammelte das Kloster Grundbesitz zwischen Schwarzwald und Schwäbischer Alb. Die Äbtissin war Mitglied des Reichstages und des Schwäbischen Reichskreises.

Die Zahl der Nonnen pendelte sich nach dem Höchststand von 100 Nonnen Ende des 14. Jahrhunderts auf zwischen 20 und 30 Nonnen ein. Im Dreißigjährigen Krieg wurde das Kloster von umherziehenden Truppen geplündert, 1643 wurde das Kloster von Truppen des Herzogs von Württemberg niedergebrannt. 1662 lebten nur noch 14 Chorfrauen und drei Laienschwestern im Kloster. Im 18. Jahrhundert stieg die Zahl der Schwestern wieder auf über 30 an. Im Rahmen der Säkularisation wurde der Besitz des Klosters am 23. November 1802 von Württemberg übernommen. Hierbei handelte es sich um ein Gebiet mit 3.000 Einwohnern und jährlichen Einnahmen von etwa 30.000 Gulden. 24 Chorfrauen, vier Novizinnen und 14 Laienschwestern blieben im Kloster. 1826 starb die letzte Äbtissin Juliana Mayer. 1850 verließ die letzte lebende Schwester, Franziska Gaupp, das Kloster. Damit endete die Nutzung als Zisterzienserinnenabtei.

1898 wurde in den Klosterräumen eine Heilanstalt für Geisteskranke eingerichtet, aus der sich das heutige Vinzenz von Paul-Hospital entwickelte.

Liste der Äbtissinnen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die letzte Äbtissin von Rottenmünster, Maria Juliana Mayer
  • 1237 Ida
  • 1290 Adelheid von Grieningen
  • 1328 Katharina von Triberg
  • 1343 Adelheid Diepolt
  • 1351 Anna Boller
  • 1388 Katharina Gieringer
  • 1419 Brigitta Kopp

seit 1442 Reichsäbtissinen

  • 1436 Elisabeth (Bletz) von Rothenstein
  • bis 1475 Beatrix von Enzberg
  • 1650 - 1658 Susanna von Pflummern
  • 1658 - 1687 Ursula Scherlin
  • 1687 - 1725 Maria Williburg Frey
  • 1725 - 1733 Magdalena Schneider
  • 1733 - 1748 Barbara von Pflummern
  • 1748 - 1762 Thesselina Eberle
  • 1762 - 1777 Magdalena Mayr
  • 1777 - 1796 Maria Barbara Barxel
  • 1796 - 1802 Maria Juliana Maier

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Margareta Bull-Reichenmiller: Das ehemalige Reichsstift und Zisterziensernonnen-Kloster Rottenmünster, Kohlhammer, Stuttgart 1964

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Kloster Rottenmünster – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Koordinaten: 48° 9′ 3″ N, 8° 38′ 6″ O