Reichsfürstenrat

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Der Reichstag zu Augsburg, dem Kaiser gegenüber auf beiden Seiten die Kurfürsten, die Reichsfürsten, die Bischöfe, die Prälaten usw.

Reichsfürstenrat oder Fürstenbank war etwa seit der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts bis 1806 die Bezeichnung für das Kollegium (Kurie) der Reichsfürsten im Reichstag des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation. Neben dem Reichsfürstenrat bestand der Reichstag aus dem Kurfürstenkollegium und dem Reichsstädtekollegium.

Zusammensetzung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts schlossen sich Fürsten, Reichsgrafen, einige reichsunmittelbare Herren, die Bischöfe der Hochstifte sowie die Reichsprälaten zusammen. Sie waren damit bei den Reichstagen das zweite Kollegium dieser Art nach dem Kurfürstenkollegium. Es ging ihnen um die Durchsetzung ihrer Positionen gegenüber dem Kaiser und den Kurfürsten. Der Reichsfürstenrat war die mitgliederstärkste Kurie bei den Reichstagen. Sie war durch die unterschiedliche Art ihrer Mitglieder auch das am wenigsten homogene Gremium.

Der Reichsfürstenrat gliederte sich in eine weltliche und eine geistliche Bank.

Dabei lag die Führung der geistlichen Bank bei weltlichen Reichsständen, nämlich bei dem Erzherzog von Österreich und dem Herzog von Burgund. Hintergrund war, dass sich Österreich mit seinem Anspruch auf die Führung der weltlichen Bank gegen das Herzogtum Bayern nicht durchsetzen konnte und es daher als Ausweg die Stimmführung auf der geistlichen Bank übernehmen durfte. Ähnlich war die Situation auch im Fall Burgund, dessen Stimme auch die (spanischen) Habsburger innehatten. Es folgte im Rang das Fürsterzbistum Salzburg. Der Erzbischof von Bisanz (Besançon) gehörte zwar offiziell bis 1678 zum Reich, nahm aber an den Reichstagen nicht mehr teil. Neben den Hochstiften und den Äbten einiger reichsunmittelbaren Klöster gehörten auch der Hoch- und Deutschmeister des Deutschen Ordens sowie der Großprior des Johanniterordens zur geistlichen Bank. Die geistliche Bank hatte am Ende des Reiches 37 Stimmen. Davon waren 35 Viril- und 2 Kuriatstimmen.

Eine Sonderrolle nahmen die Hochstifte Lübeck und Osnabrück ein. Obwohl protestantisch geworden, existierte das Bistum Lübeck als Hochstift weiter. Im Fall des Hochstifts Osnabrück wechselten protestantische und katholische Bischöfe einander ab. Da beide Gebiete weder zur weltlichen noch zur geistlichen Bank passten, bildeten sie die sogenannte Querbank zwischen beiden Gremien.

Stimmrechte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Mitglieder hatten je nach Bedeutung Viril- oder Kuriatstimmen. Virilstimmen standen den Fürsten zu. Sie waren zu Beginn an die Person des jeweiligen Fürsten gebunden. Beim Aussterben einer Familie konnte die Stimme dem Territorium verloren gehen. Allerdings stieg die Zahl der Virilstimmen bei Aufspaltung einer Familie in mehrere Fürstenlinien an. Im Jahr 1582 endete diese Praxis. Die Stimmen wurden an die Territorien gebunden. Der Zugang zum Reichsfürstenstand wurde gleichzeitig erschwert. Das Territorialprinzip hatte zur Folge, dass Reichsfürsten, die über mehrere Gebiete mit Stimmrecht verfügten, diese Stimmen auch abgeben konnten. Die Hohenzollern der Markgrafschaft Brandenburg etwa verfügten über acht Stimmen.[Anm. 1]

Die kleineren Grafen und Herren verfügten nur über die gemeinschaftlichen Kuriatstimmen. Es entstanden im Laufe der Zeit vier regionale Kollegien von Grafen und Herren, die jeweils eine Kuriatstimme hatten. Dies waren der Wetterauer Grafenverein, das schwäbische, das fränkische und das Niederrheinisch-Westfälische Reichsgrafenkollegium. Auf der geistlichen Bank schlossen sich die nichtfürstlichen Reichsprälaten im schwäbischen und Rheinischen Reichsprälatenkollegium zusammen. Zusammen hatten die kleineren Territorien und Prälaten seit 1653 sechs Kuriatstimmen. Die Fürsten kamen dagegen am Ende des 18. Jahrhunderts auf 94 Virilstimmen. Die Stimmabgabe erfolgte nach einer festgelegten „Aufrufordnung“ immer abwechselnd zwischen Geistlicher und Weltlicher Bank.

Direktorium[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Direktorium des Reichsfürstenkollegium lag abwechselnd beim Erzherzogtum Österreich und beim Fürsterzbistum Salzburg. Während der Sitzungen hatte Österreich (directorium agens) und sonst Salzburg (directorium qiescens) den Vorsitz.

Mit dem im Privilegium Maius (1453 rechtsgültig) erhobenen Anspruch auf Gleichrangigkeit mit den Kurfürsten war die Forderung nach dem Direktorium Österreichs im Reichsfürstenrat verbunden, nachdem die Tür zum Kurfürstenkolleg nachhaltig verschlossen blieb. Hier traf das Erzhaus auf den erbitterten Widerstand seiner ärgsten Widersacher im Reich, dem Hause Wittelsbach. Als Herzog von Bayern übte es bisher das Direktorium aus und war nicht bereit, den ersten Rang auf der Weltlichen Bank aufzugeben. Der Kompromiss, der es schließlich allen Beteiligten erlaubte, das Gesicht zu wahren, ist typisch für das komplizierte, aber dennoch letztlich wirkungsvolle Zusammenwirken der politischen Kräfte im Alten Reich. Österreich und das ebenfalls von Habsburg regierte Burgund nahmen auf der Geistlichen Bank Platz. Der Erzbischof von Salzburg räumte den bisher eingenommenen Rang und wurde dafür am Direktorium des Reichsfürstenrats beteiligt, das nun vom Erzherzogtum Österreich, dem Herzogtum Burgund und dem Erzbistum Salzburg alternierend ausgeübt wurde. Da die Aufrufordnung des Reichsfürstenrats stets von der Geistlichen zur Weltlichen Bank sprang, erhielt Österreich # 1, Bayern # 2, Burgund # 3, Magdeburg # 4 und Salzburg # 5. Somit war gewährleistet, dass Habsburg, Wittelsbach und Hohenzollern über das anstatt des säkularisierten Erzbistums gebildete und von der Geistlichen auf die Weltliche Bank gewechselte Herzogtum Magdeburg an der Leitung dieses für die Reichspolitik entscheidenden Gremiums beteiligt waren

Der Immerwährende Reichstag 1663[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zehn Jahre nach dem Jüngsten Reichsabschied und fünfzehn Jahre nach dem Westfälischen Frieden wurde schließlich wieder in Regensburg ein Reichstag einberufen, aus dem der Immerwährende Reichstag hervorgehen sollte. Das Verzeichnis der teilnehmenden Reichsfürsten und ihre Sitzordnung im Ratssaal[1] machen einige Konstanten in der Funktion des Reichsfürstenrats deutlich.

Der Kaiser ließ sich durch den als Prinzipalkommissar fungierenden Erzbischof von Salzburg, den Primas Germaniae, vertreten. An der Stirnseite nahmen die nunmehr acht Kurfürsten Platz, nachdem Bayern anstatt Kurpfalz 1623 zur Kurwürde aufgestiegen war und letzteres dann 1648 eine achte Kur erhielt. Die Reichsfürsten saßen in folgender Ordnung (Nummerierung gemäß der klassischen Aufrufordnung):

Zunächst fällt auf, dass nur rund ein Drittel der Stimmberechtigten auch tatsächlich anwesend waren. Vielen Reichsfürsten war der Aufwand zur Teilnahme zu kostspielig und mühsam, so dass zunehmend die ständige Vertretung durch Gesandte üblich wurde. Auf der Geistlichen Bank fällt der herausgehobene Platz des Fürstabts von Fulda auf, dem offensichtlich eine Funktion als Sekretär des als Sitzungsleiter wirkenden Salzburger Erzbischofs an seiner Seite zugekommen war. Sodann wurde die Weltliche Bank mit Ausnahme von Arenberg und Eggenberg von evangelischen Reichsständen besetzt, wobei insbesondere die protestantische Vormacht Schweden und die Kurfürsten dominierten; nicht vertreten waren aber beispielsweise Baden, Mecklenburg oder Holstein sowie die Kuriatstimmen der Schwäbischen und Westfälischen Grafen. Ein gewichtiger Grund für die lange Frist zwischen Friedensschluss in Münster und Osnabrück und der Eröffnung des Reichstags in Regensburg lag in dem konfessionellen Konflikt im Hause Wittelsbach, denn der eigentlich dem nunmehr in das Kurfürstenkolleg aufgestiegenen katholischen Herzog von Bayern zugekommene Ehrenplatz auf der Weltlichen Bank wurde von der protestantischen kurpfälzischen Nebenlinie Pfalz-Lautern wahrgenommen. Auch in der Folgezeit wurde der bayerische Sitz (# 2) auf der Fürstenbank von verschiedenen Nebenlinien wie Pfalz-Neuburg oder Pfalz-Sulzbach besetzt.

Die Mitglieder des Reichsfürstenrats 1792[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geistliche Bank[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

(Aufrufordnung) Virilstimmen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

(Aufrufordnung) Kuriatstimmen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weltliche Bank[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

(Aufrufordnung) Virilstimmen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

(Aufrufordnung) Kuriatstimmen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Auflösung des Reichsfürstenrats[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Auflösung des Reichsfürstenrats erfolgte faktisch in drei Schritten. Der Friede von Lunéville vom 9. Februar 1801 hatte das Ausscheiden der linksrheinischen Reichsstände zur Folge. Der Reichsdeputationshauptschluss vom 25. Februar 1803 regelte die Entschädigung der depossedierten Fürsten, Grafen und Herren durch die Säkularisation geistlicher Besitztümer. Zugleich erließ der Beschluss eine umfassende Neuordnung des Reichsfürstenrats wie die Aufhebung der Geistlichen Bank und die Zulassung zahlreicher neuer Virilstimmen. Die Reform erlangte allerdings keine politische Wirkung mehr. Die am 12. Juli 1806 erfolgte Unterzeichnung der Rheinbundakte bedeutete das Ende des Heiligen Römischen Reiches, des Reichstags und die Mediatisierung zahlreicher kleiner und mittlerer Reichsstände durch die von Napoleon protegierten Rheinbundstaaten.

1801[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der 1801 zu Lunéville geschlossene Friede war die völkerrechtliche Anerkennung der Abtretung des linken Rheinufers an Frankreich durch das Heilige Römische Reich. Damit schieden aus dem Reichsfürstenrat endgültig aus:

  • Erzstift Besançon[Anm. 51]
  • Markgrafschaft Nomeny[Anm. 52]
  • Herzogtum Savoyen[Anm. 53]
  • Herzogtum Burgund[Anm. 54]
  • Hochstift Lüttich[Anm. 55]
  • Fürstabtei Stablo[Anm. 56]
  • Gefürstete Grafschaft Mömpelgard[Anm. 57]
  • Hochstift Worms
  • Hochstift Speyer
  • Hochstift Straßburg
  • Hochstift Basel
  • Fürstpropstei Weißenburg
  • Fürstabtei Prüm
  • Pfalzgrafschaft Pfalz-Lautern[Anm. 58]
  • Pfalzgrafschaft Pfalz-Simmern
  • Pfalzgrafschaft Pfalz-Zweibrücken
  • Pfalzgrafschaft Pfalz-Veldenz
  • Fürstentum Ostfriesland[Anm. 59]

1803[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der 1803 von Kaiser und Reich völkerrechtlich verbindlich ratifizierte Reichsdeputationshauptschluss brachte weitere einschneidende Veränderungen der Reichsstände mit Virilstimmen (für die Kuriatstimmen siehe die Prälatenbänke und Reichsgrafenkollegien):

  • Der von Napoleon aus seinem Großherzogtum in Italien verjagte Großherzog von Toskana erhielt als österreichische Sekundogenitur und Kurfürstentum:
    • Erzstift Salzburg (1805 zu Österreich, 1809 zu Bayern; das Kurfürstentum 1805 auf das Großherzogtum Würzburg übertragen)
    • Hochstift Eichstätt (1806 zu Bayern)
    • Propstei Berchtesgaden (1805 zu Österreich, 1809 zu Bayern)
  • Das Fürstentum Regensburg wurde für den Reichskurerzkanzler Karl Theodor von Dalberg geschaffen, dazu kam auch:
    • Hochstift Regensburg (1810 zu Bayern)
  • Das Fürstentum Mergentheim wurde als österreichische Sekundogenitur aus dem Meistertum Mergentheim des Deutschen Ritterordens geschaffen (1809 zu Württemberg)
  • Der Erzherzog von Österreich erhielt:
    • Hochstift Trient (1806 zu Bayern, 1810 zu Italien)
    • Hochstift Brixen (1806 zu Bayern)
  • Der Kurfürst von Pfalzbaiern erhielt:
    • Hochstift Bamberg
    • Hochstift Würzburg (1805 Großherzogtum Würzburg, Beitritt zum Rheinbund)
    • Hochstift Augsburg
    • Hochstift Freising
    • Hochstift Passau
    • Fürststift Kempten
  • Der zum Kurfürsten ernannte Herzog von Württemberg erhielt:
    • Fürstpropstei Ellwangen
  • Der zum Kurfürsten ernannte Markgraf von Baden erhielt:
    • Rechtsrheinische Reste des Hochstifts Speyer
    • Rechtsrheinische Reste des Hochstifts Straßburg
    • Rechtsrheinische Reste des Hochstifts Basel
    • Hochstift Konstanz (die Virilstimme fiel an Österreich)
  • Der Landgraf von Hessen-Darmstadt erhielt:
    • Rechtsrheinische Reste des Hochstifts Worms
  • Der Kurfürst von Brandenburg und König von Preußen erhielt:
    • Hochstift Hildesheim (1807 zum Königreich Westphalen)
    • Hochstift Paderborn
    • Hochstift Münster (geteilt mit mehreren Reichsgrafen mit Kuriatstimme)
    • Herzogtum Hinterpommern (seit 1648)
    • Fürstentum Cammin (seit 1648)
  • Der Kurfürst von Hannover (1804 von Frankreich besetzt, 1807 zu Westphalen) und König von England erhielt:
    • Hochstift Osnabrück (1807 zum Königreich Westphalen, 1810 zu Frankreich)
  • Der Herzog von Oldenburg (1810 zu Frankreich) erhielt:
    • Hochstift Lübeck
  • Der Herzog von Nassau-Dillenburg und Fürst von Oranien erhielt:
  • Die Helvetische Republik erhielt
    • Hochstift Chur (Territorium 1648 eidgenössisch; Bischof Reichsstand ohne unmittelbares Land)

1806[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1806 trat der Rheinbund an die Stelle des aufgelösten Heiligen Römischen Reiches und folgende ehemalige Reichsstände mit Virilstimmen wurden Signatarstaaten:

  • Der zum König von Bayern ernannte Kurfürst von Pfalzbaiern (# 01) erhielt:
  • Der zum König ernannte Kurfürst von Württemberg (# 02) erhielt:
    • Herrschaft Neuravensburg, die 1803 an den Fürsten von Dietrichstein gefallen war
    • Die 1803 an den Fürsten von Thurn und Taxis gefallenen Besitzungen
  • Der Fürstprimas des Rheinbunds, Karl Theodor von Dalberg, als Rechtsnachfolger des säkularisierten Erzbischofs von Mainz und Bischofs von Regensburg (# 03)
  • Der zum Großherzog ernannte Kurfürst von Baden (# 04) (mit den ehemaligen Virilstimmen für Baden-Baden, Baden-Durlach, Baden-Hachberg) erhielt:
    • Die Besitzungen des Fürsten von Fürstenberg
    • Die Besitzungen des Johanniterordens
    • Gefürstete Grafschaft Tengen des Fürsten von Auersperg
  • Der von Napoleon kreierte Großherzog von Berg (# 05) (mit der ehemaligen Virilstimme für Nassau-Hadamar)
  • Der zum Großherzog ernannte Landgraf von Hessen-Darmstadt (# 06)
  • Die Fürsten von Nassau-Usingen (# 07) und Nassau-Weilburg (# 08) (mit der ehemaligen Virilstimme von Nassau-Dillenburg)
  • Die Fürsten von Hohenzollern-Hechingen (# 09) und Hohenzollern-Sigmaringen (# 10) (mit der ehemaligen gemeinsamen Virilstimme für Hohenzollern)
  • Die Fürsten von Salm-Salm (# 11) und Salm-Kyrburg (# 12) (für ihre „auf diesseitige Lande versetzte Virilstimme“ – die Ämter Bocholt und Ahaus des Hochstifts Münster - 1810 zu Frankreich)
  • Der Fürst von Arenberg (# 14) (für „seine auf diesseitige Lande versetzte Virilstimme“ – Amt Meppen des Hochstifts Münster - 1810 zu Frankreich)
  • Der Fürst von Liechtenstein[Anm. 60] (# 15)
  • Der Großherzog von Würzburg (# 17) (ehemals Großherzog von Toskana, 1803 Großherzog und Kurfürst von Salzburg)
  • Der Herzog von Sachsen (Kursachsen) (# 18)
  • Der Herzog von Sachsen-Weimar (# 19) (mit Sachsen-Eisenach)
  • Der Herzog von Sachsen-Gotha (# 20) (mit Sachsen-Altenburg)
  • Die Herzöge von Sachsen-Meiningen (# 21) und Sachsen-Hildburghausen (# 23) (mit der ehemaligen Virilstimme für Henneberg)
  • Der Herzog von Sachsen-Coburg (# 22)
  • Die Fürsten von Anhalt-Dessau (# 24), Anhalt-Bernburg (# 25) und Anhalt-Köthen (# 26) (mit der ehemaligen gemeinsamen Virilstimme für Anhalt)
  • Der Herzog von Mecklenburg-Schwerin (# 27) (mit Mecklenburg-Güstrow und Fürstentum Schwerin)
  • Der Herzog von Mecklenburg-Strelitz (# 28) (mit der ehemaligen Virilstimme für das Fürstentum Ratzeburg)
  • Der Herzog von Oldenburg (# 29) (mit der ehemaligen Virilstimme für Holstein-Oldenburg, 1810 zu Frankreich)
  • Die Fürsten von Schwarzburg-Sondershausen (# 36) und Schwarzburg-Rudolstadt (# 37) (mit der ehemaligen gemeinsamen Virilstimme für Schwarzburg)
  • Der von Napoleon kreierte König von Westphalen (# 39) (mit der ehemaligen Virilstimme für die zum Kurfürstentum ernannte Landgrafschaft Hessen-Kassel). 1807 wurden dem Königreich Westphalen zugeschlagen:
    • Herzogtum Magdeburg
    • Herzogtum Braunschweig-Celle
    • Herzogtum Braunschweig-Calenberg
    • Herzogtum Braunschweig-Grubenhagen
    • Herzogtum Braunschweig-Wolfenbüttel
    • Herzogtum Bremen
    • Fürstentum Verden
    • Herzogtum Sachsen-Lauenburg
    • Fürstentum Halberstadt
    • Landgrafschaft Hessen-Kassel (Kurhessen)
    • Fürstentum Minden (1810 Minden westlich der Weser zu Frankreich)
    • Gefürstete Grafschaft Henneberg
    • Fürstentum Hersfeld
  • Von Frankreich besetzt wurde 1807:
    • Herzogtum Vorpommern (1809 zurück an Schweden)

Quellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Carl Wilhelm von Lancizolle: Uebersicht der deutschen Reichsstandschafts- und Territorial-Verhältnisse vor dem französischen Revolutionskriege, der seitdem eingetretenen Veränderungen und der gegenwärtigen Bestandtheile des deutschen Bundes und der Bundesstaaten. Dümmler, Berlin 1830 (Nachdruck). Mit einer Einleitung herausgegeben von Hans Hattenhauer. Olms, Hildesheim u. a. 2003, ISBN 3-487-11896-3 (Historia Scientiarum – Fachgebiet Geschichte und Politik), online.
  • Gerhard Taddey (Hrsg.): Lexikon der deutschen Geschichte. Personen, Ereignisse, Institutionen. Von der Zeitwende bis zum Ausgang des 2. Weltkrieges. 2. überarbeitete Auflage. Kröner, Stuttgart 1983, ISBN 3-520-80002-0, S.1022 f.
  • Rudolf Hoke: Österreichische und deutsche Rechtsgeschichte. 2. verbesserte Auflage. Böhlau, Wien u. a. 1996, ISBN 3-205-98179-0, S. 152–154 (Böhlau-Studien-Bücher).
  • Axel Gotthard: Das Alte Reich. 1495–1806. 4. durchgesehene und bibliographisch ergänzte Auflage. Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 2009, ISBN 978-3-534-23039-6, S. 21f. (Geschichte kompakt).
  • Waldemar Domke, Die Viril-Stimmen im Reichs-Fürstenrath von 1495–1654, Breslau 1882.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Eygentlicher Abriß deß Reichstags Solennität so den (10.) (20.) Januarii Anno 1663 in Regenspurg auff dem gewöhnlichen grossen RathHaußSaale bey eröffneter Kayserlichen Proposition angestellet und gehalten worden (Kupferstich von Christoph Fischer, in: Hans-Jürgen Becker, Der Reichstag zu Regensburg, Regensburg 2003, Reprint der Originalausgabe 1786)
  2. Datum lt. Martin Dallmeier und Martha Schad: Das fürstliche Haus Thurn und Taxis. Friedrich Pustet, Regensburg 1996, ISBN 3-7917-1492-9, S. 60.

Anmerkungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Herzogtum Magdeburg, Markgrafschaft Brandenburg-Ansbach, Markgrafschaft Brandenburg-Kulmbach, Fürstentum Halberstadt, Herzogtum Hinterpommern, Fürstentümer Minden, Cammin und Ostfriesland.
  2. Arenberg 1576 gefürstet, 1645 Herzog von Aarschot, 1675 Kuriatstimme im Westfälischen Reichsgrafenkollegium.
  3. Eggenberg 1623 gefürstet, 1625 Herzog von Krumau, 1647 gefürsteter Graf von Gradisca, 1717 erloschen.
  4. Bei der Neuordnung des Reichsfürstenrats 1803 erhielt der Kaiser als Erzherzog von Österreich (# 1) 4 zusätzliche Virilstimmen, je 1 für Steiermark (# 3), Krain (# 41), Kärnten (# 16), Tirol (# 79).
  5. Virilstimme mit Basel alternierend.
  6. Virilstimme mit Brixen alternierend.
  7. Virilstimme mit Osnabrück und Lüttich alternierend.
  8. Virilstimme mit Münster und Lüttich alternierend. Reformation 1543, ab 1648 abwechselnd ein katholischer Fürstbischof und ein evangelischer Prinz aus dem Haus Braunschweig-Lüneburg. Sonderregelung für Osnabrück: War der Bischof evangelisch, saß es mit Lübeck auf der Querbank zwischen der Geistlichen und Weltlichen Bank.
  9. Virilstimme mit Münster und Osnabrück alternierend.
  10. 1530 Reformation, 1535 erster evangelischer Bischof, seit 1555 Administratoren aus dem Hause Holstein-Gottorf. Lübeck zählte trotz des evangelischen Bekenntnis aber weiterhin zur Geistlichen Bank, Sitz auf einer Querbank zwischen der Geistlichen und der Weltlichen Bank.
  11. Virilstimme mit Ellwangen, Murbach und Lure kompetierend
  12. Virilstimme mit Ellwangen und Kempten kompetierend
  13. Virilstimme mit Kempten, Murbach und Lure kompetierend
  14. Virilstimme mit Weißenburg/ Prüm und Stablo/ Corvey kompetierend
  15. Virilstimme intern mit Prüm und weiterhin mit Berchtesgaden und Stablo/ Corvey kompetierend. Weißenburg in Personalunion mit dem Bischof von Speyer.
  16. Virilstimme intern mit Weißenburg und weiterhin mit Berchtesgaden und Stablo/ Corvey kompetierend. Prüm in Personalunion mit dem Erzbischof von Trier.
  17. Virilstimme intern mit Corvey, weiterhin mit Berchtesgaden und Weißenburg/ Prüm kompetierend.
  18. Virilstimme intern mit Stablo, weiterhin mit Berchtesgaden und Weißenburg/ Prüm kompetierend.
  19. Bei der Neuordnung des Reichsfürstenrats 1803 erhielt der Kurfürst von der Pfalz als Herzog in Bayern (Oberbayern # 2) 4 zusätzliche Virilstimmen, je 1 für das Herzogtum Berg (# 14), Sulzbach (Pfalz-Sulzbach # 8), Niederbayern (# 6) und Mindelheim (# 97).
  20. Bei der Neuordnung des Reichsfürstenrats 1803 erhielt der König von Preußen als Herzog von Magdeburg (# 4) 2 zusätzliche Virilstimmen für Erfurt (# 106) und Eichsfeld (# 103).
  21. Herzog in Bayern war ein Titel, den die Wittelsbacher Herzöge von Pfalz-Neuburg und die von ihnen abstammenden Nebenlinien führten. Die übrigen Familienmitglieder führten den Titel Pfalzgraf bei Rhein.
  22. Bei der Neuordnung des Reichsfürstenrats 1803 erhielt der Kurfürst von Hannover als Herzog von Bremen (# 12) 1 zusätzliche Virilstimme für Göttingen (# 96).
  23. Herzog in Bayern war ein Titel, den die Wittelsbacher Herzöge von Pfalz-Zweibrücken und die von ihnen abstammenden Nebenlinien führten. Die übrigen Familienmitglieder führten den Titel Pfalzgraf bei Rhein.
  24. Stimmführung der ernestinischen Herzogtümer alternierend. Bei der Neuordnung des Reichsfürstenrats 1803 erhielt der Herzog von Sachsen-Weimar (# 24) 1 zusätzliche Virilstimme für Thüringen (# 33) alternierend mit Kursachsen und Sachsen-Gotha.
  25. Stimmführung der ernestinischen Herzogtümer alternierend.
  26. Stimmführung der ernestinischen Herzogtümer alternierend. Die Stimme ruhte wegen Streits über den Anteil von Sachsen-Coburg-Saalfeld und Sachsen-Meiningen
  27. Stimmführung der ernestinischen Herzogtümer alternierend. Bei der Neuordnung des Reichsfürstenrats 1803 erhielt der Herzog von Sachsen-Gotha (# 20) 1 zusätzliche Virilstimme für Thüringen (# 33) alternierend mit Kursachsen und Sachsen-Weimar.
  28. Stimmführung der ernestinischen Herzogtümer alternierend.
  29. Bei der Neuordnung des Reichsfürstenrats 1803 wurde die bisher von Brandenburg-Kulmbach geführte Stimme in Brandenburg-Bayreuth (# 30) umbenannt.
  30. 1707–1735 geliehen an das Fürstentum Braunschweig-Blankenburg
  31. Bei der Neuordnung des Reichsfürstenrats 1803 erhielt der Herzog von Braunschweig-Wolfenbüttel (# 32) 1 zusätzliche Virilstimme für Blankenburg (# 104).
  32. Der erste Kurfürst von Hannover, Ernst August I. (1661-1698), zuvor Bischof von Osnabrück, setzte 1692 mit Hilfe des Kaisers ein Hausgesetz durch, das die Primogenitur und die Unteilbarkeit der vereinigten Herzogtümer verfügte. Lediglich Braunschweig-Wolfenbüttel blieb dem welfischen Territorium auf Dauer fern.
  33. Virilstimme mit Mecklenburg-Güstrow alternierend.
  34. Virilstimme mit Mecklenburg-Schwerin alternierend.
  35. Bei der Neuordnung des Reichsfürstenrats 1803 erhielt der Kurfürst von Württemberg (# 50) 3 zusätzliche Virilstimmen, je 1 für Teck (# 43), Zwiefalten (# 89) und Tübingen (# 80).
  36. Virilstimme mit Hessen-Darmstadt alternierend. Bei der Neuordnung des Reichsfürstenrats 1803 erhielt der Kurfürst von Hessen-Kassel (# 62) 2 zusätzliche Virilstimmen, je 1 für Fritzlar (# 84) und Hanau (# 51).
  37. Virilstimme mit Hessen-Kassel alternierend. Bei der Neuordnung des Reichsfürstenrats 1803 erhielt der Landgraf von Hessen-Darmstadt (# 60) 2 zusätzliche Virilstimmen, je 1 für Herzogtum Westfalen (# 63) und Starkenburg (# 92).
  38. Virilstimme mit Baden-Durlach alternierend. Bei der Neuordnung des Reichsfürstenrats 1803 erhielt der Kurfürst von Baden (Baden-Baden # 42, Baden-Durlach # 44, Baden-Hachberg # 48) 2 zusätzliche Virilstimmen, je 1 für Bruchsal (# 19) und Ettenheim (# 21).
  39. Bei der Neuordnung des Reichsfürstenrats 1803 erhielt der König von Dänemark als Herzog von Holstein-Glückstadt (# 52) 1 zusätzliche Virilstimme für Plön (# 65).
  40. Seit 1720 nur noch formal Mitglied seit in der Folge des Friedens von Utrecht 1713 die Herzöge Souveräne des Königreichs Sardinien wurden ("Sardinien Piemont") und deshalb nicht mehr an den Sitzungen des Oberrheinischen Reichskreises abstimmten.
  41. Virilstimme von Anhalt-Bernburg, -Köthen, -Dessau, -Zerbst gemeinsam geführt, Senior hatte Stimmführung.
  42. Virilstimme alternierend durch Kurfürstentum Sachsen und die ernestinischen Herzogtümer geführt.
  43. 1736 Übernahme des Sitzes für das Herzogtum Lothringen im Reichsfürstenrat. Seit 1766 unter französischer Landeshoheit.
  44. Virilstimme gemeinsam für Hohenzollern-Hechingen und Hohenzollern-Sigmaringen.
  45. Stimmführung ab 1739 gemeinsam durch Salm-Salm und Salm-Kyrburg.
  46. Nassau-Diez führte seit 1711 gemeinsam mit Nassau-Dillenburg die Stimme von Nassau-Hadamar im Reichsfürstenrat.
  47. Bei der Neuordnung des Reichsfürstenrats 1803 erhielt der Fürst von Fürstenberg (# 94) 1 zusätzliche Virilstimme für Baar und Stühlingen (# 111).
  48. Bei der Neuordnung des Reichsfürstenrats 1803 erhielt der Fürst von Schwarzenberg (# 95) 1 zusätzliche Virilstimme für Klettgau (# 112).
  49. Sitz im Reichsfürstenrat aufgrund des zum Reichsthronlehen (80 000 Reichstaler) erklärten Reichserbgeneralpostmeisteramtes. Seit 1743 kaiserlicher Prinzipalkommissar im Immerwährenden Reichstag zu Regensburg.
  50. Virilstimme gemeinsam für Schwarzburg-Sondershausen und Schwarzburg-Rudolstadt.
  51. Besançon seit 1648 unter spanischer Landeshoheit, dennoch bis 1678 als reichsunmittelbar geltend, im Friede von Nimwegen vom 10. August 1678 an Frankreich abgetreten; die Stimme im Reichsfürstenrat wurde nicht mehr ausgeübt.
  52. Nomeny fiel mit dem Herzogtum Lothringen am 23. Februar 1766 vereinbarungsgemäß an Frankreich; die Stimme im Reichsfürstenrat ruhte.
  53. Savoyen erhielt 1720 den Königstitel für Sardinien im von Österreich initiierten Tausch gegen Sizilien und schied damit faktisch aus dem Reich aus, 1792 von französischen Revolutionstruppen besetzt.
  54. 1789 Brabanter Revolution in den Österreichischen Niederlanden, 1794 von französischen Revolutionstruppen besetzt, 1795 von Frankreich annektiert, im Frieden von Campo Formio am 17. Oktober 1797 völkerrechtlich anerkannt.
  55. Lüttich nach der Schlacht bei Fleurus (1794) besetzt und 1795 von Frankreich annektiert, im Frieden von Campo Formio am 17. Oktober 1797 völkerrechtlich anerkannt.
  56. Stablo 1794 von französischen Revolutionstruppen besetzt, 1795 von Frankreich annektiert, im Frieden von Campo Formio am 17. Oktober 1797 völkerrechtlich anerkannt.
  57. Mömpelgard im Zusatzabkommen vom 7. August zum Pariser Frieden 1796 von Württemberg an Frankreich abgetreten
  58. Kaub 1803 zu Nassau-Usingen.
  59. Ostfriesland 1807 zu Holland, 1810 wieder zu Frankreich.
  60. Das Fürstentum Liechtenstein ist die einzige noch im 21. Jahrhundert weiter bestehende souveräne Monarchie der 39 Rheinbundstaaten.