Frittlingen

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Frittlingen
Frittlingen
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Frittlingen hervorgehoben
Koordinaten: 48° 8′ N, 8° 42′ O
Basisdaten
Bundesland: Baden-Württemberg
Regierungsbezirk: Freiburg
Landkreis: Tuttlingen
Höhe: 659 m ü. NHN
Fläche: 8,79 km2
Einwohner: 2132 (31. Dez. 2016)[1]
Bevölkerungsdichte: 243 Einwohner je km2
Postleitzahlen: 78665, 78554
Vorwahl: 07426
Kfz-Kennzeichen: TUT
Gemeindeschlüssel: 08 3 27 017
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Hauptstraße 46
78665 Frittlingen
Webpräsenz: www.frittlingen.de
Bürgermeister: Dominic Butz (parteilos)
Lage der Gemeinde Frittlingen im Landkreis Tuttlingen
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Über dieses Bild

Frittlingen ist eine Gemeinde im Landkreis Tuttlingen in Baden-Württemberg. Sie liegt zwischen Rottweil und Tuttlingen.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geographische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Frittlingen liegt unterhalb des Traufs der südwestlichen Schwäbischen Alb. Von Frittlingen aus sieht man den rund vier Kilometer entfernten Lemberg, die höchste Erhebung der Alb.

Geologie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

An einigen Stellen der Frittlinger Gemarkung wurden im braunen Jura oder Dogger viele große und schöne Fossilien gefunden, hauptsächlich Ammoniten.

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde grenzt im Norden an Wellendingen im Landkreis Rottweil, im Osten an Gosheim, im Süden an Denkingen, Aldingen, den Weiler Neuhaus und Aixheim, welche beide eingemeindet sind nach Aldingen, sowie im Westen an den Ortsteil Neufra der Stadt Rottweil.

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zur Gemeinde Frittlingen gehören das Dorf Frittlingen und die seit 1802 bestehenden Häuser Michelhölzle.[2]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zehntscheuer
Hagenbrunnen

Erstmals erwähnt wurde Frittlingen im Jahr 797 in einer Urkunde des Klosters St. Gallen. Teile des Ortes kamen in den Besitz der Ritter von Schildeck, einige Teile gehörten diversen Klöstern. Ab 1306 hatte das Kloster Rottenmünster Besitzungen im Ort. Auch der Herrschaft Konzenberg gehörte ein Teil Frittlingens, der 1411, beziehungsweise endgültig 1623 an das Kloster Rottenmünster kam. Nachdem die Klöster säkularisiert waren, wurde Frittlingen 1803 Teil von Württemberg. Im Königreich Württemberg ab 1806, wurde es dem Oberamtes Spaichingen zugeordnet. Im Zuge der Gebietsreform 1938 kam Frittlingen zum Kreis Tuttlingen.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde ist Mitglied der Vereinbarten Verwaltungsgemeinschaft der Stadt Spaichingen. Mit den benachbarten Gemeinden Aldingen, Denkingen, Deisslingen und Wellendingen hat sie sich zur "Nachhaltigkeitsregion FÜNF G" zusammengeschlossen, die ein gemeinsames Klimaschutzkonzept verfolgt und bei Planungen und Projekten einen besonderen Wert auf nachhaltige Lösungen (z. B. Verwendung von Baumaterialien, Energieeffizienz und-einsparung, Synergieeffekte) legt. Der Vorsitz dieser "N!Region" wechselt jährlich zwischen diesen Gemeinden. Ab 1. April 2018 liegt er in Frittlingen.

Der Gemeinderat besteht aus zehn Mitgliedern. Parteien sind im Frittlinger Gemeinderat nicht vertreten. Seit 1. März 2018 ist Dominic Butz Bürgermeister von Frittlingen. Er wurde am 3. Dezember 2017 mit 82,8 % der abgegebenen, gültigen Stimmen bei einer Wahlbeteiligung von 61,75 % zum neuen Bürgermeister der Gemeinde Frittlingen gewählt.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Kommune hat sich dem Tourismusverband „Donaubergland“ angeschlossen.

Bauwerke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Kirche St. Hyppolit und Kassian
Öschkapelle
  • Katholische Pfarrkirche St. Hippolyt und Kassian, vermutlich im 15. Jahrhundert erbaut, 1876–1878 Neubau des Kirchenschiffes
  • Dorfgemeinschaftshaus, 1997 Umbau der ehemaligen Pfarrscheuer
  • Leintalhalle, erbaut 2007–2009

Fasnet[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das älteste Foto von der Frittlinger Fasnet stammt von 1900 und zeigt zwei Narren.

In Frittlingen wird die traditionelle schwäbisch-alemannische Fasnet gefeiert. Die 1936 gegründete Narrenzunft Frittlingen veranstaltet einen Kinderumzug und zwei weitere Fasnetsumzüge. Die Bürgermeisterabsetzung, ein Bunter Abend und eine Kinderbescherung ergänzen das Fasnetsprogramm. Zur Narrenzunft gehören die Narrenfiguren „Frittlinger Narr“ (der in Frittlingen auf das Jahr 1798 zurückgeführt wird) und „Kratta-Weib“ (von 1986) sowie die Einzelfiguren „Benna-Rössle“ (eine Pferdeattrappe) mit Treibern, „Polizist“ und „Schnappesel“. Die Narrenzunft Frittlingen ist Mitglied im „Narrenfreundschaftsring Schwarzwald-Baar-Heuberg“.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Gemeinde existieren metallverarbeitende Kleinbetriebe mit den Schwerpunkten Chirurgie- und Feinmechanik sowie Aluminiumbearbeitung.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ort liegt rund 15 Kilometer von der Bundesautobahn 81 entfernt.

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Leintalschule (Grundschule)

Trivia[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1593 wurde Hans Schlieffer von Frittlingen in Rottweil durch Rädern hingerichtet und verbrannt. Der Rat der Stadt Rottweil hat am 15. April 2015 einen Beschluss zur sozialethisch-moralischen Rehabilitierung der Opfer der Hexenprozesse gefasst.[3]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Gemeinde Frittlingen: Geschichte und Gegenwart 797–1997. Autoren: Ulrich Fiedler, Winfried Hecht, Hans-Joachim Schuster. 1996 Geiger-Verlag, Horb am Neckar.
  • Geschichts- und Heimatverein: Frittlinger Heimatblätter Bd. 1 „Von der Pfarrscheuer zum Dorfgemeinschaftshaus“ Autor: Ulrich Fiedler, 1997 Geiger-Verlag, Horb am Neckar.
  • Frittlingen: Bilder aus vergangenen Tagen; Redaktionsteam: Josef Huber, Erich Braun, Hermann Braun, Hermann Roth, Franz Braun und Bürgermeister Anton Stier, 1985 Geiger-Verlag, Horb am Neckar.
  • Daheim im Landkreis Tuttlingen; Diverse Autoren aus dem Landkreis Tuttlingen, 1983 Verlag Friedr. Stadler, Konstanz.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Statistisches Bundesamt – Anzahl der Einwohner in den Kommunen am 31. Dezember 2016 (Hilfe dazu).
  2. Das Land Baden-Württemberg. Amtliche Beschreibung nach Kreisen und Gemeinden. Band VI: Regierungsbezirk Freiburg Kohlhammer, Stuttgart 1982, ISBN 3-17-007174-2, S. 661.
  3. NRWZ Verlag (Memento des Originals vom 25. Mai 2015 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.nrwz.de

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Frittlingen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien