Kloster Säben

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Kloster Säben von Südwesten
Kloster Säben von Osten

Das seit dem ausgehenden 17. Jahrhundert bestehende Kloster Säben ist eine Benediktinerinnenabtei auf dem Säbener Berg in Südtirol. Ursprünglich wurde es von Nonnen des Salzburger Stifts Nonnberg bezogen. Es ist bis heute von Klausurschwestern bewohnt.

Geschichte[Bearbeiten]

Säben (lateinisch Sabiona), gelegen auf dem Heiligen Berg oberhalb von Klausen, war schon in der Jungsteinzeit besiedelt. Am Ort des heutigen Klosters befand sich früher eine spätrömische Siedlung, das sich bald zu einem frühchristlichen Zentrum entwickelte: Vom 6. Jahrhundert bis ca. 960 befand sich hier ein Bischofssitz, zu dem auch die im frühen 5. Jahrhundert errichtete und ausgegrabene Kirche im Weinberg gehörte.[1]

Am 13. September 901 schenkte König Ludwig IV. dem Bischof Zacharias den Meierhof Prichsna, aus dem später Brixen entstehen sollte. Spätestens 960 unter Bischof Richbert wurde der Bischofssitz dorthin verlegt. Danach blieb Säben eine bischöfliche Wehrburg.[2] Im 14. und 15. Jahrhundert war die Burg Säben Sitz des Richters von Klausen und Verwaltungsmittelpunkt der südlichsten Gebiete des Bistums Brixen.

Auf Betreiben von Kanonikus, Stadt- und Spitalspfarrer Matthias Jenner kamen im Jahr 1685 die ersten Nonnen drei Chorfrauen und zwei Laienschwestern aus dem Stift Nonnberg in Salzburg nach Säben, um das zu errichtende Kloster zum Heiligen Kreuz auf Säben zu beleben.[3] Die auf den 21. November 1686 datierte Gründungsurkunde des Fürstbischofs Johann Franz Khuen von Belasi, der auch die Klosterkirche weihte, bestätigt die Errichtung des neuen Klosters. 1699 wurde das Kloster zur Abtei erhoben und M. Agnes von Zeiller (in den Quellen auch Maria Agnes Zeillerin genannt) zur ersten Äbtissin erwählt.[4]

1974 wurde das Kloster in die Beuroner Kongregation aufgenommen. Die kontemplativen Benediktinerinnen leben in strenger Klausur, widmen sich dem Chorgebet und der häuslichen Arbeit, kümmern sich aber auch um Pilger und nehmen im Sommer Gäste im Gästehaus auf.

Von 1970 bis 1996 leitete die aus der Abtei Herstelle stammende Schwester Marcellina Pustet als zehnte Äbtissin die Gemeinschaft. 1996 wurde Sr. Maria Ancilla Hohenegger zur elften Äbtissin des Klosters geweiht.

Baulichkeiten[Bearbeiten]

Das Klostergebäude wurde gegen Ende des 17. Jahrhunderts aus den Ruinen der mittelalterlichen bischöflichen Burg erbaut. Die schlichte Klosterkirche ist ein Werk von Giovanni Battista Delai. Um 1890 erfolgten am Kloster Um- und Ausbauarbeiten.[5] In unmittelbarer Nachbarschaft zur Abtei befinden sich mit der Heilig-Kreuz-Kirche und der Liebfrauenkirche zwei weitere Sakralbauten.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Volker Bierbrauer, Hans Nothdurfter: Die Ausgrabungen im spätantik-frühmittelalterichen Bischofssitz Sabiona-Säben. In: Der Schlern Jg. 62 (1988), S. 243–300.
  • Volker Bierbrauer, Hans Nothdurfter: Die Ausgrabungen im spätantik-frühmittelalterlichen Bischofssitz Sabiona-Säben in Südtirol. Frühchristliche Kirche und Gräberfeld (= Münchner Beiträge zur Vor- und Frühgeschichte). C.H. Beck, München 2014, ISBN 978-3-406-10762-7.
  • Oda Hagemeyer: Die Benediktinerinnenabtei Säben in Südtirol. In: Erbe und Auftrag, Jg. 43 (1967), S. 493–498.
  • Sybille-Karin Moser (Hg.): Säben. Tappeiner, Bozen 1992, ISBN 88-7073-139-1.

Fußnoten[Bearbeiten]

  1. Oda Hagemeyer: Die Benediktinerinnenabtei Säben in Südtirol. In: Erbe und Auftrag, Jg. 43 (1967), S. 493.
  2. Oda Hagemeyer: Die Benediktinerinnenabtei Säben in Südtirol. In: Erbe und Auftrag, Jg. 43 (1967), S. 494.
  3. Oda Hagemeyer: Die Benediktinerinnenabtei Säben in Südtirol. In: Erbe und Auftrag, Jg. 43 (1967), S. 495.
  4. Oda Hagemeyer: Die Benediktinerinnenabtei Säben in Südtirol. In: Erbe und Auftrag, Jg. 43 (1967), S. 496.
  5. Oda Hagemeyer: Die Benediktinerinnenabtei Säben in Südtirol. In: Erbe und Auftrag, Jg. 43 (1967), S. 497.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Kloster Säben – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

46.64453811.56796Koordinaten: 46° 38′ 40″ N, 11° 34′ 5″ O