Koblenz-Rübenach

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Koblenz-Rübenach
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Über dieses Bild
Basisdaten
Stadtteil seit: 1970
Fläche: 12,89 km²
Einwohner: 5.049 (30. Sep. 2012)
Bevölkerungsdichte: 392 Einwohner je km²
Postleitzahl: 56072
Vorwahl: 0261
Kfz-Kennzeichen: KO
Ortsbezirk
Ortsvorsteher: Christian Franké (SPD)

Rübenach ist ein Stadtteil von Koblenz. Der 775 erstmals erwähnte Ort war einst von Landwirtschaft geprägt. Das westlich von Metternich liegende Rübenach ist räumlich von den anderen Stadtteilen getrennt und wurde 1970 nach Koblenz eingemeindet. Viele Häuser wurden aus Eifeler Basalt errichtet. Wahrzeichen von Rübenach ist die von Weitem sichtbare katholische Pfarrkirche St. Mauritius.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ehemaliges Gemeindewappen von Rübenach

Siedlungen auf dem Gebiet des heutigen Rübenach lassen sich zurück bis in die Jungsteinzeit nachweisen. Für die Herkunft des Ortsnamens Rübenach gibt es keine wissenschaftlich eindeutige Erklärung. Am wahrscheinlichsten ist, dass es sich um die latinisierte Fassung eines gallischen Eigennamens handelt. Demnach befand sich hier „Rubiniacum“, übersetzt die Siedlung des „Rubinius“. Während des Baus der A 48 wurden 1939/40 und 1966 nordwestlich des Orts große fränkische Reihengräberfelder freigelegt. Die mehr als tausend Gräber zählenden Felder können auf die Zeit zwischen dem 5. und 7. Jahrhundert datiert werden.

Der Stadtteil von Koblenz wurde erstmals 775 in der „Breviarium Sancti Lulli“ als „Ribenahcho“ erwähnt, welches das älteste Güterverzeichnis des Klosters Hersfeld war. Damals wurde eine Kapelle, die sich in Rübenach befand, vom Mainzer Erzbischof Lullus Karl dem Großen geschenkt, der die Schenkung an das neu gegründete Kloster Hersfeld weitergab.

Eine verfälschte Urkunde König Arnulf von Kärnten, in der Rübenach im Jahr 888 der Trierer Abtei St. Maximin geschenkt wurde, zog einen jahrelangen Rechtsstreit über Details der Schenkung nach sich. Letztendlich wurde die Schenkung mehrfach erneuert bzw. bestätigt, so z. B. 962 durch Kaiser Otto I. oder 1031 von Papst Leo IX. Das Vogteirecht über die Kirchengüter übten im 12. Jahrhundert die Grafen von Luxemburg aus. Erst als kaiserliches Lehn, dann ab 1147 als Lehn des Trierer Erzbischofs. Anfang des 14. Jahrhunderts erbte die Familie „von Eltz“ die Vogtei. Das Burghaus dieser Familie wurde erstmals im Jahr 1200 erwähnt.

Seit 1419 gehört Rübenach zum Kurfürstentum Trier und kam zum Amt Bergpflege. Bis zur französischen Besetzung 1794 und der darauf folgenden Auflösung des Kurstaats sowie der Säkularisation der kirchlichen Besitztümer blieb das Vogteirecht in der Hand der Familie von Eltz. In der französischen Zeit gab der Ort dem Kanton Rübenach innerhalb des Arrondissement de Coblence seinen Namen und gehörte zur Mairie Bassenheim. Nach der Übernahme durch Preußen 1815 kam er zum Landkreis Koblenz.

Im Jahr 1220 wurde in Rübenach erstmals eine Kirche gebaut. Sie musste 1866 nach einem Kirchenstreit dem Neubau der Mauritiuskirche weichen. Der Kirchturm des von Johann Claudius von Lassaulx 1846 geplanten und von 1862 bis 1866 von Vincenz Statz vollendeten Gotteshauses prägt bis heute das Bild von Rübenach und ist das Wahrzeichen des Stadtteils. Die Kirche wurde bei einem Luftangriff 1942 schwer beschädigt.

Im Jahr 1841 brach ein schwerer Brand im Ort aus. Bei dem drei Tage anhaltenden Feuer wurde fast ganz Rübenach ein Raub der Flammen. Ein Bahnhofsgebäude wurde 1907 eingeweiht, nachdem Rübenach bereits 1904 Anschluss an die Eisenbahnlinie Koblenz-Mayen erhielt. Die Züge verkehrten auf dieser Strecke bis zu ihrer Stilllegung im Jahr 1983. Rübenach wurde am 7. November 1970 in die Stadt Koblenz eingemeindet.[1] 1975 konnte Rübenach sein 1200-jähriges Bestehen feiern.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Folgende Persönlichkeiten wurden in Rübenach geboren:

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • „Rübenach eine Heimatgeschichte“ herausgegeben anlässlich der Feiern zu 1200 Jahre Rübenach, 1975
  • Ulrike Weber (Bearb.): Kulturdenkmäler in Rheinland-Pfalz. Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland. Band 3.3: Stadt Koblenz. Stadtteile. Werner, Worms 2013, ISBN 978-3-88462-345-9.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Koblenz-Rübenach – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Amtliches Gemeindeverzeichnis (= Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz [Hrsg.]: Statistische Bände. Band 407). Bad Ems Februar 2016, S. 153 (PDF; 2,8 MB).

Koordinaten: 50° 22′ 12″ N, 7° 31′ 8″ O