Kombilösung (Karlsruhe)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Stadtbahntunnel Karlsruhe
Stadtbahntunnel Karlsruhe
Baustelle der Tunnelhaltestelle am Europaplatz im Februar 2012 mit der ersten Deckelhälfte
Offizieller Name Kombilösung Karlsruhe
Nutzung U-Straßenbahn nach BOStrab
Verkehrsverbindung Straßenbahn und Stadtbahn Karlsruhe
Ort Karlsruhe
Länge 2451 m (Ost-West-Tunnel) + 891 m (Südabzweig ohne Dreieck)dep1
Anzahl der Röhren 1
Bau
Bauherr KASIG
Baubeginn 21. Januar 2010
Planer KASIG
Betrieb
Betreiber KASIG
Kombilösung Übersicht
Kombi-prinzip-2013c.png
Bestandteile und Lage der Kombilösung
Lage
Kombilösung (Karlsruhe) (Baden-Württemberg)
Red pog.svg
Red pog.svg
Red pog.svg
Koordinaten
Westportal 49° 0′ 37,5″ N, 8° 23′ 14,4″ O
Ostportal 49° 0′ 30″ N, 8° 25′ 14″ O
Südportal 49° 0′ 4,2″ N, 8° 24′ 11,2″ O

Die Kombilösung ist ein Projekt zur Weiterentwicklung des normalspurigen Straßenbahnnetzes in Karlsruhe.

Es besteht aus den Projektteilen

Stadtbahntunnel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Teilprojekt Stadtbahntunnel besteht aus:[1]

  • dem Bau von sieben unterirdischen Haltestellen
  • dem Neubau, Umbau oder der Verlegung von sechs oberirdischen Haltestellen
  • dem Bau eines unterirdischen Gleisdreiecks
  • dem Bau von drei Rampen
  • dem Bau einer Ost-West-Tunnelröhre
  • dem Bau einer Nord-Süd-Tunnelröhre
  • der Bauvorleistung für einen Nordost-Abzweig

Haltestellen und Gleisdreieck[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die meisten unterirdischen Haltestellen werden nach Baufeldfreimachung und Kampfmittelsondierung in Deckelbauweise erstellt. Ursprünglich war geplant, alle Seitenwände als Bohrpfahlwand zu erstellen, bei einigen Haltestellen wurde jedoch mit Schlitzwänden gearbeitet. Der Tunnel liegt in der Oberrheinischen Tiefebene, einem Grabenbruch, der mit mehrere 1000 m starkem Sediment aufgefüllt ist. Daher können die Wände nicht, wie bei anderen Projekten, feste oder zumindest wasserdichte Schichten erreichen. Stattdessen wird ein provisorischer Boden im Düsenstrahlverfahren erstellt, dessen Dichtigkeit durch Pumpversuche geprüft wird. Abschließend wird der provisorische Boden verankert, ein Deckel betoniert und die Oberfläche wiederhergestellt. Im Schutze des so erstellten Baukörpers kann der Erdkern entfernt werden und anschließend der endgültige Boden, Wände, Zwischendecken, Gleiswanne und Bahnsteige errichtet werden.

Die unterirdischen Haltestellen sind (innen gemessen) 100 m lang. Der Bahnsteig gliedert sich dabei in einen 80 m langen Abschnitt mit 34 cm Bahnsteighöhe für den barrierefreien Zugang zu Niederflurbahnen und einen 15 m langen Abschnitt mit 55 cm Bahnsteighöhe für den barrierefreien Zugang zu den ersten zwei Türen von Mittelflurbahnen der Zweisystemlinien, dazwischen eine 5 m lange Rampe. Die Haltestellen sind somit auf bis zu 75 m lange Doppeltraktionen nach BOStrab ausgelegt. Die meisten Haltestellen haben eine Bahnsteigebene und eine Zwischenebene. Ein Aufzug pro Bahnsteig sorgt für die barrierefreie Erreichbarkeit.

Der Hauptbaukörper der Haltestelle Europaplatz des Ost-West-Tunnels beginnt an der Ostkante der Douglasstraße und endet in der Mitte der Karlstraße. Zwei Rolltreppenzugänge vom Platz und von der Fußgängerzone östlich der Karlstraße und ein Treppenzugang von der nördlichen Karlstraße sollen zur östlichen Zwischenebene führen, Postgalerie auf der Südseite und Saturn auf der Nordseite können an diese angeschlossen werden. Die westliche Zwischenebene erhält nur zwei Treppenzugänge. Die Aufzüge fahren zur Bahnsteigebene durch ohne Zugang zu den Zwischenebenen. Die Schienen liegen 13 m unter dem Gelände. Die Wände wurden mit Bohrpfahlwänden erstellt. Es gibt zwei Baufelder, von denen das erste auf der Südseite Mitte 2010 begonnen wurde. In dieser Bauphase war das oberirdische Gleisdreieck nur eingleisig aus Richtung Osten befahrbar. Der Wechsel auf das nördliche Baufeld erfolgte mit Wiederherstellung des Gleisdreiecks mit erheblicher Verspätung im Mai 2012. Im Juni 2014 wurde die alte Gleisführung wieder hergestellt, im November 2014 die oberirdische und für Niederflur barrierefreie Haltestelle direkt auf dem Platz wiedereröffnet.

Der Hauptbaukörper der Haltestelle Lammstraße des Ost-West-Tunnels beginnt östlich der Ritterstraße. Von dort ist per Treppe und Rolltreppe eine kleine Zwischenebene erreichbar. Eine weitere Zwischenebene ist mit zwei Treppen und einer Rolltreppe in nur einer Richtung und vom Karstadt erreichbar. Die Aufzüge direkt zur Bahnsteigebene liegen dazwischen. Die Schienen liegen 13 m unter dem Gelände. Auf der Ostseite geht der Baukörper der Haltestelle in den des Gleisdreiecks über. Die östliche Zwischenebene ist mit einem weiteren Rolltreppenzugang aus der Kaiserstraße erreichbar.

Großbaustelle am Marktplatz im März 2014

Auch die Zwischenebene geht in den Baukörper des Gleisdreiecks über, sodass man die Haltestelle Marktplatz des Südabzweigs unterirdisch erreicht, deren Baukörper direkt an den des Gleisdreiecks anschließt. Auf der Zwischenebene zwischen Lammstraße und Marktplatz wird auch eine öffentliche Toilettenanlage eingerichtet, die die bisherige, baubedingt stillgelegte Anlage auf dem Marktplatz ersetzt. Die nördliche Zwischenebene der Haltestelle Marktplatz erreicht man vom nördlichen Platz aus mit einer Treppe, einer Rolltreppe und einem einzelnen Aufzug mit Stopp in der Zwischenebene und dem westlichen Bahnsteig. Zum östlichen Bahnsteig muss in einen anderen Aufzug umgestiegen werden. Die südliche Zwischenebene hat nur einen Treppenzugang. Die Haltestelle verfügt neben den beiden durchgehenden Gleisen über ein drittes Stumpfgleis, auf dem Zweisystemlinien enden können wie die aus dem Murgtal. Dieses Gleis liegt etwas tiefer, sodass es komplett 55 cm Bahnsteighöhe hat. Die Idee, über diesem Gleis auf der Zwischenebene einen Veranstaltungsraum zu integrieren, wurde wegen hoher Brandschutzanforderungen fallen gelassen, wie deswegen auch schon vorher sämtliche Ideen an Kioske etc. Die Schienen liegen 13,4 m unter dem Gelände. Begonnen wurde der Bau in 2010 mit dem südlichen Baufeld der Haltestelle Lammstraße vor dem Karstadt-Gebäude. Dabei traf man auf unbekannte tragende Fundamentteile, was zu erheblichen Zeitverlusten führte. Die Wände der Haltestelle Lammstraße wurden mit Bohrpfählen gebaut. Der Wechsel zum nördlichen Baufeld erfolgte Ende 2012. Die Wände der Haltestelle Marktplatz und des Gleisdreiecks werden mit Schlitzwänden gebaut. Im Frühjahr 2013 begann, die Sperrung des Abschnitts Marktplatz – Kronenplatz ausnutzend, der Bau des Ostteils des Gleisdreiecks. Die Fertigstellung mitsamt Aufhebung der Sperrung dieses Abschnittes erfolgte wie vorgesehen am 18. November 2013. Ab dann wurde der Südabzweig am Marktplatz gesperrt, um dort die Haltestelle zu beginnen,[2] die Vorarbeiten dafür wie Leitungsverlegungen begannen bereits im Frühjahr. Die Sperrung des Südabzweigs sollte ursprünglich nur zwei bis drei Jahre dauern, danach sollte dieser bis zur Gesamtfertigstellung der Kombilösung inklusive Kriegsstraße und der damit verbundenen endgültigen oberirdischen Stilllegung wieder provisorisch hergestellt werden. Anfang 2015 beschloss man jedoch, darauf zu verzichten und den Busersatzverkehr beizubehalten und gegebenenfalls bis zum Marktplatz zu verlängern. Die Einzelhändler entlang der Strecke protestierten dagegen.[3]

Der Hauptbaukörper der Haltestelle Kronenplatz des Ost-West-Tunnels beginnt noch in der Fußgängerzone in Höhe Kaiserstraße 20 und reicht bis einige Meter vor das historische Hauptgebäude der Technischen Hochschule. Die westliche Zwischenebene ist per Treppe und Rolltreppe aus der Fußgängerzone erreichbar, die mittlere per Treppen aus der Waldhornstraße und den Aufzügen, die auch in der Zwischenebene halten. Die östliche Zwischenebene hat einen Treppen- und Rolltreppenzugang zur Englerstraße Richtung Universitätscampus. Hier finden Schlitzwände Verwendung. Die Schienen liegen 13 m unter dem Gelände. Der Bau begann in 2010 mit dem nordöstlichen Baufeld, der Wechsel zum südöstlichen Baufeld erfolgte im September 2012. Von Juni 2012 bis April 2013 war der Südabzweig bis zur Baumeisterstraße nicht befahrbar. Im Frühjahr 2013 begann der Bau des Westendes der Haltestelle, wofür der Abschnitt Marktplatz – Kronenplatz gesperrt wurde. Bis November 2013 konnte durch Vereinigung der beiden westlichen Baufelder in sieben Monaten die rund 15 Monate Verzögerung beim Bauablauf wieder aufgeholt werden.

Der Hauptbaukörper der Haltestelle Durlacher Tor des Ost-West-Tunnels beginnt am Ostende der Kaiserstraße noch vor Erreichen des Platzes. Die westliche Zwischenebene hat einen Treppen- und Rolltreppenzugang aus Richtung Campus und einen Treppenzugang auf der Südseite der Kaiserstraße. Außerdem halten an ihr die beiden Aufzüge. Die östliche Zwischenebene hat auf der Nordseite einen Treppen- und Rolltreppenzugang und auf der Südseite einen Treppenzugang und ebenfalls Aufzüge. Die Schienen liegen 11 m unter dem Gelände. An den mit Schlitzwänden erstellten Baukörper der Haltestelle schließen im Osten die Bauvorleistung für einen Nordostabzweig unter der Karl-Wilhelm-Straße und die Rampe zum Gottesauer Platz an. Nachdem schon zuvor ein neues Betriebsgebäude erstellt wurde, da das alte der Baustelle weichen musste, begannen die eigentlichen Bauarbeiten im Sommer 2011. Am Westende der Haltestelle startete die Tunnelbohrmaschine.

Ettlinger Tor 2017, mit alter Unterführung

Die Mitte des Hauptbaukörper des Kombibauwerks Ettlinger Tor des Südabzweigs liegt ungefähr im Bereich der Kriegsstraßen-Unterführung unter dem Ettlinger-Tor-Platz. Hier kreuzen sich beide Projektteile. Da der Stadtbahntunnel unter der alten Unterführung liegt, muss diese abgerissen und neu errichtet werden, daher „Kombi-Bauwerk“. Abgerissen wurde auch eine ehemalige Fußgängerunterführung, in der sich zuletzt der Musikclub „Substage“ befand. Die Zwischenebenen werden mit vier Treppen und drei einzelnen Rolltreppen an den vier Ecken der Haltestellen erreicht. Die Aufzüge sind nicht durchgehend. Das Einkaufszentrum Ettlinger Tor wird an die nördliche Zwischenebene angebunden. Die Schienen liegen 14 m unter dem Gelände. Baubeginn mit Schlitzwänden war 2011 mit dem Nordkopf, später folgte der Baubeginn des Südkopfes. Im November 2014 wurde nach Fertigstellung des Nord- und Südkopfes die Straßenunterführung gesperrt, um diese abzureißen und durch den Mittelteil der Haltestelle und die neue Straßenunterführung zu ersetzen. Nahe dem Bauwerk befindet sich der Infopavillon der Kombilösung „K.“ mit Aussichtsplattform.

Der Hauptbaukörper der Haltestelle Kongresszentrum des Südabzweigs beginnt südlich der Straße Nowackanlage und endet etwas südlich der Schützenstraße. Da der Tunnel des Südabzweigs hier schon allmählich nach oben kommt, hat diese Haltestelle im Gegensatz zu den anderen keine Zwischenebene. Die zwei Rolltreppen im Süden, die zwei Treppen im Norden und die beiden Aufzüge in der Mitte führen direkt auf die Bahnsteigebene. Die Schienen liegen 7,1 m unter dem Gelände. Nach Herstellen von provisorischen Wänden und Injektionssohle wird sie offen in dieses Provisorium eingebaut. Die Sperrung des Südabzweigs am Marktplatz ab 18. November 2013 umfasst seit Januar 2014 auch den Autoverkehr auf der Ettlinger Straße von Nord nach Süd. Die Gegenrichtung wurde in Höhe der künftigen Haltestelle auf die andere Seite verlegt, so dass danach mit dem Bau der Haltestelle begonnen werden konnte. Der Straßenbahnverkehr im Zuge von Baumeister- und Hermann-Billing-Straße und der Autoverkehr dort, allerdings nur von Ost nach West, werden über Hilfsbrücken über die Baustelle geführt.

Im Zuge des Baus des Stadtbahntunnels mussten auch einige oberirdische Haltestellen verlegt oder neu gebaut werden. Im Osten wurde zunächst 2011 die Haltestelle Gottesauer Platz vom Platz westlich der Wolfartsweierer Straße, wo die Rampe entstehen wird, nach östlich dieser Straße verlegt und dabei nach demselben Prinzip wie die U-Haltestellen barrierefrei ausgebaut.

Im Westen musste die Haltestelle Mühlburger Tor ebenfalls der künftigen Rampe weichen. Sie wurde im Frühjahr 2013 nach Westen verlegt vor das Helmholtzgymnasium zwischen Scheffelstraße und Grashofstraße. Die östlich vorher abzweigende Strecke in die Nordstadt bekam in der Grashofstraße eigene Bahnsteige. Die Haltestelle hat eine Länge von rund 160 m, da sie sowohl im Ostteil für Niederflurbahnen mit 34 cm, als auch im Westteil für Mittelflurbahnen mit 55 cm auf jeweils ganzer Länge einen barrierefreien Einstieg ermöglicht. Sie ist daher die erste Haltestelle, die seit dem 4. Juli 2013 auf ganzer Länge einen barrierefreien Umstieg auf kurzem Wege zwischen beiden Höhen bietet. Sie ersetzt nicht nur die alte Haltestelle Mühlburger Tor, sondern auch die Bahnsteige in der Kaiserallee der Haltestelle Schillerstraße, da diese zu nahe an der neuen Haltestelle liegen. Lediglich deren Bahnsteige in der Schillerstraße selbst für die Linie 1 bleiben erhalten, die in der Kaiserallee werden im Sommer 2015 zurückgebaut. Wegen des nun sehr großen Abstandes zur Haltestelle Europaplatz soll dazwischen für die oberirdischen Bahnen eine zusätzliche Haltestelle zwischen Leopold- und Hirschstraße errichtet werden.

Im Zuge der Bauarbeiten wurden und werden diverse Haltestellen zeitweise verlegt, so am Europaplatz, Kronenplatz, Ettlinger Tor und Durlacher Tor.

Außerhalb des Projektes Kombilösung steht der Umbau der Haltestellen Mathystraße und Kolpingplatz in der Karlstraße und der Haltestelle Werderstraße in der Rüppurrer Straße zu barrierefreien Haltestellen. Deren neue doppeltraktionsgeeignete Länge ist jedoch notwendig für die Umleitung während der Sperrung des Südabzweiges Marktplatz. Der anstehende Neubau der Haltestelle Volkswohnung zählt ebenso nicht direkt zum Projekt, während der Umbau der Haltestellen Mendelssohnplatz und Karlstor zum Teilprojekt Kriegsstraße gehört.

Tunnel und Rampen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ost-West-Tunnel wird im Schildvortrieb gebaut und hat eine Röhre mit zwei Gleisen. Der Regelquerschnitt sieht einen Innendurchmesser von 8,20 m vor mit einem einschaligen Tübbingausbau mit 40 cm Stärke. Inklusive Primärverpressung kommt man auf rund 9,3 m Außendurchmesser. Die Schienenoberkante liegt, innen gemessen, 2,60 m über der Sohle bzw. 5,60 m unter der Decke der Röhre bzw. 1,50 m unter dem Mittelpunkt der Röhre. Der Gleismittenabstand beträgt 3,05 m, der Abstand der Gleisachse zum Notgehweg beträgt 1,60 m. Dieser liegt 28 cm über Schienenoberkante und ist, nach den zum Baubeginn gültigen Regeln der BOStrab, 70 cm breit. Die Gleise liegen im Schotterbett. Der Schildvortrieb mit der beim Anschlagfest am 26. Oktober 2014 auf „Giulia“[4] getauften Tunnelbohrmaschine startete im November 2014 in der U-Haltestelle Durlacher Tor[5] und endete am 7. September 2015 im rund 13 m langen Zielschacht unter dem westlichen Teil des Kaiserplatzes innerhalb des heutigen Gleisrondells.[6]

Beim Schildvortrieb werden auch die Haltestellen Kronenplatz, Lammstraße und Europaplatz und das Gleisdreieck durchfahren, die Provisorien müssen bis dahin fertig sein. Danach wird dort die Röhre wieder abgebrochen und der im Haltestellenprovisorium noch befindliche Boden entfernt. Danach erfolgt von innen der Bau der endgültigen Haltestelle.

Im Zuge von Schwierigkeiten beim Bau der Haltestellen Europaplatz und insbesondere Lammstraße (unbekannte Fundamente beim Karstadt-Gebäude) kam es zu Verzögerungen von bis zu 18 Monaten. 15 Monate davon wurden 2013 durch die 7-monatige Sperrung des Abschnitts Marktplatz – Kronenplatz aufgeholt, da so kleine Baufelder zu großen zusammengelegt werden konnten.[7] Die Inbetriebnahme des Stadtbahntunnels ist, Stand April 2013, für den April 2018 geplant. Der Schildvortrieb begann am 18. November 2014.[8] Der Baufortschritt des Tunnelvortriebs beträgt etwa 10 Meter pro Tag.[9] Der Vortrieb erwies sich zunächst als weniger problematisch als gedacht. Teilweise ist es möglich, 30 m Tunnel pro Tag voran zu treiben. Die oberirdische Erdbewegung beträgt 2 mm. Bis zum 17. Februar 2015 konnten 889 m Tunnel bis zum Gleisdreieck Marktplatz hergestellt werden. Ursprünglich sollte der Marktplatz erst zu Ostern 2015 erreicht werden. Mitte März 2015 kam es wegen unerwarteter Probleme im Bereich des zukünftigen unterirdisches Gleisdreiecks am Marktplatz zu einem Stopp des Tunnelvortriebs. Die Arbeiten zur Verdichtung des Erdreichs über der Tunnelvortriebsmaschine werden einige Wochen dauern und einen Teil des Zeitpolsters aufzehren.

Die östliche Rampe in der Durlacher Allee startet im Anschluss an den potentiellen Nordostabzweig direkt hinter der U-Haltestelle Durlacher Tor, erreicht das Tageslicht mit dem Ostportal in Höhe Westkante Bernhardstraße und endet Westkante Buntestraße bzw. Gottesauer Platz. Sie hat maximal 32,0 Promille Steigung, 1600 m Kuppen- und 2000 m Wannenausrundung und eine Länge von rund 430 m, davon 230 m offen. Es schließen sich Weichen an beidseitige, oberirdische Umfahrungsgleise der Rampe an. Da auf den Umfahrungsgleisen kein linienmäßiger Betrieb geplant ist, sind sie nicht auf eigenem Gleiskörper, sondern in den Fahrbahnen der Durlacher Allee verlegt. Für die Rampe musste die Haltestelle Gottesauer Platz 2012 verlegt werden.

Die westliche Rampe in der Kaiserallee startet im Anschluss an den Zielschacht der Tunnelbohrmaschine, erreicht das Tageslicht mit dem Westportal etwas westlich der Westkante der Reinhold-Frank-Straße und endet in Höhe Mitte Lessingstraße. Sie hat maximal 49,5 Promille Steigung, 1600 m Kuppen- und 5000 m Wannenausrundung und eine Länge von rund 430 m, davon 150 m offen. Sie ist aus Platzgründen die steilste der drei Rampen. Es schließen Weichen an für eine auch im Linienbetrieb genutzte, beidseitige Umfahrung der Rampe, die daher einen eigenen Gleiskörper erhält. Für die Rampe musste die Haltestelle Mühlburger Tor verlegt werden. Seit 2014 sind Rampe und Zielschacht in Bau, die Bahnen umfahren die Baustelle seit Pfingsten 2014 auf der Nordseite.

Der Südabzweig als Nord-Süd-Tunnel schließt sich an das Haltestellenbauwerk Marktplatz an und hat ebenfalls eine Röhre mit zwei Gleisen, abgesehen von einem kurzen Stück am Marktplatz, in dem das dritte Gleis der Haltestelle abzweigt. Aufgrund der geringen Länge wird dieser Abschnitt nicht gebohrt, sondern auf den ersten 250 m bis zur U-Haltestelle Ettlinger Tor bergmännisch erstellt, wobei der Tunnel vom Ettlinger Tor nach Norden vorgetrieben wird. Beim Tunnelbau wird seit Sommer 2014 Zementsuspension und später Wasserglas als Injektionsdichtung zur Stabilisierung des kiesigen Untergrunds injiziert und anschließend unter Überdruck der Boden ausgeräumt. Das Innenmaß des Tunnels soll 8,50 in der Breite betragen. Zuzüglich 45 cm Ortsbetoninnenschale und 30 cm Spritzbeton ergibt sich ein Außenmaß von 10,0 m in der Breite. Abstand des Gleises zur Decke und sonstige gleisbezogene Maße entsprechen denen des Ost-West-Tunnels. Dieser Teil des Tunnels unterquert mit ca. 1-2 m Abstand den Karlsruher Landgraben.

Die Tunnelstrecke südlich des Ettlinger Tores wird, wie die Haltestelle Kongresszentrum, nach Erstellen von provisorischen Wänden und einer Injektionssohle offen in dieses Provisorium eingebaut mit einem rechteckigen Querschnitt und einem Innenmaß von 7,85 m in der Breite und 5,40 m in der Höhe und 80 cm dicken Wänden. Die querende Straßenbahnstrecke wurde im März und April 2014 fünf Wochen zum Einbau einer Hilfsbrücke über dem Tunnel unterbrochen.

Die südliche Rampe in der Ettlinger Straße entwickelt sich aus diesem Tunnel, erreicht das Tageslicht am Südportal 1 m südlich des Hauses Nr. 15 (südlich der Werderstraße) und endet wenige Meter vor der Unterführung an der Augartenstraße. Die dortige heutige Haltestelle wird nach südlich der Augartenstraße verlegt. Die Rampe hat maximal 35,0 Promille Steigung, 1600 m Kuppen- und 3000 m Wannenausrundung und eine Länge von rund 320 m, davon 210 m offen. Sie soll im Endausbau keinerlei Umfahrungsgleise und Verbindungen zu den querenden Straßenbahnstrecken in Kriegs- und Baumeisterstraße haben. Für die geplante Wiederinbetriebnahme der oberirdischen Strecke Mitte 2016 sind aber übergangsweise Umfahrungen nötig.

Mit der Wiederinbetriebnahme des Abschnittes Marktplatz – Kronenplatz erfolgte im November 2013 die Sperrung des Südabzweigs vom Marktplatz in die Ettlinger Straße (die anstelle des früheren Gleisdreiecks gebaute Kurve ohne Weichen wurde abgerissen und die Lücke der Kaiserstraße folgend ebenfalls ohne Weichen wieder geschlossen), so dass der Hauptteil der Arbeiten am Südabzweig und seinen Haltestellen danach beginnt mit Ausnahme der schon in Bau befindlichen Teile der Haltestelle Ettlinger Tor.

Kriegsstraße[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Teilprojekt Kriegsstraße besteht aus:[10]

  • dem Bau eines Autotunnels unter der östlichen Kriegsstraße mit
    • dem Abriss der Unterführung Ettlinger Tor und Neubau als Kombibauwerk, siehe oben
    • dem Neubau Verbindungstunnel zwischen den Unterführungen Ettlinger und Karlstor mit vier Rampen und einseitiger unterirdischer Anbindung des Parkhauses des Einkaufszentrums Ettlinger Tor
    • dem Neubau eines östlich anschließenden Tunnels bis östlich der Kapellenstraße
  • der Reduzierung der oberirdischen Straße
  • dem Bau einer oberirdischen Straßenbahnstrecke mit drei Haltestellen
  • der Verlegung zweier weiterer Haltestellen
  • dem Ersatz einer Unterführung und zweier Brücken durch ebenerdige Querungen

Autotunnel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Autotunnel schließt im Westen an die bestehende Unterführung Karlstor an. Diese bleibt inklusive der westlichen Rampen mit je zwei Spuren pro Richtung erhalten und wird nur mit einer Trennwand in der Unterführung nachgerüstet, die sich durch den ganzen Tunnel ziehen wird und beide Fahrtrichtungen voneinander trennt.

Bisher weitet sich die Unterführung nach Osten auf je drei Spuren auf, die alle bis zur Ritterstraße an die Oberfläche gekommen sind. Die Ritterstraße selbst ist jedoch nicht an die Unterführung angebunden. Die bisherige Unterführung Ettlinger Tor ist im Prinzip zwischen Lammstraße und Kreuzstraße spiegelbildlich aufgebaut: je drei Spuren nach unten und auf der Ostseite je zwei Spuren nach oben.

Dies wird östlich des Karlstores ersetzt durch einen durchgehenden Autotunnel mit zunächst je einer Fahrspur je Richtung. Es gibt zwischen Karls- und Ettlinger Tor je zwei (nun kürzere) Rampen nach oben und unten:

  • von der Ritterstraße erreichbar unter das Karlstor durch nach Westen
  • aus Richtung Westen rauf bis vor die Ritterstraße
  • von der Lammstraße erreichbar unter das Ettlinger Tor durch nach Osten
  • aus Richtung Osten rauf bis vor die Lammstraße

Auf der Nordseite ist das Parkhaus des Einkaufszentrums unterirdisch angebunden mit einer Einfahrt aus Richtung Osten und einer Ausfahrt Richtung Westen. Dies wurde beim Bau des Zentrums vorbereitet.

Östlich des Ettlinger Tores bleibt der Autotunnel zweispurig ohne weitere Ausfahrten bis zum neuen Ostportal zwischen Kapellen- und Ostendstraße. Von Osten her führt nur eine Fahrspur bis zur Ausfahrtrampe nach dem Ettlinger Tor. Unter der Einmündung Kapellenstraße teilt sich das gemeinsame Tunnelbauwerk für beide Fahrspuren, nur getrennt durch eine Wand, in zwei unabhängige Röhren, weil oberirdisch die Straßenbahntrasse zwischen den Rampen liegt.

Die Hauptfahrbahnen werden 3,50 m breit, die Rampenfahrbahnen 3,25 m, die Standstreifen 2,00 m breit bei einstreifiger Hauptfahrbahn, die zweistreifige Hauptfahrbahn bekommt keinen Standstreifen. Hinzu kommen links ca. 1,45 m und rechts 1,00 m breite Notgehwege. So wird der einstreifige Haupttunnel innen ca. 8,0 m und der zweistreifige 9,45 m breit, das Außenmaß zwischen ca. Kreuzstraße und ca. Mendelssohnplatz ist so ca. 20,35 m. Im Bereich der Rampen ergeben sich außen rund 28-29 m, im Bereich der Rampen und unterirdischen Anbindung des Parkhauses ca. 31 m Breite. Die Fahrbahnen liegen ca. sieben bis neun Meter unter dem Gelände, beim Kombibauwerk sieben Meter.

Die gesamte Länge des Autotunnels wird 1360 m (Südröhre Ostportal) bzw. 1400 m (Nordröhre) sein. Außer den Zwischenrampen wird es keine weiteren Zugänge geben. Falls eine Entlüftung nötig wäre, ist diese am Karlstor geplant an Stelle des Ostzugangs zur ehemaligen Fußgängerunterführung. Der Gemeinderat beschloss am 8. April 2014, vorerst auf den Kamin zu verzichten und andere Maßnahmen zur Schadstoffreduzierung zu testen.[11]

Als Bauverfahren ist vorgesehen, rückverankerte Bohrpfahlwände im Abstand von einem Meter zum Tunnelbauwerk zu setzen und eine Injektionssohle mit ca. 15 m Abstand zum Gelände herzustellen. Der eigentliche Tunnel wird in diese Wanne offen eingebaut. Leitungsverlegungen für die Rampe in der Ludwig-Erhard-Allee begannen im Frühjahr 2014. Im Frühjahr 2015 begann nach Abriss der Unterführung Ettlinger Tor, siehe oben, das Verfüllen der Rampen, um dort den Autoverkehr provisorisch führen zu können, und das Beseitigen von Verkehrsinseln.

Oberirdische Straßenführung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

beim Nymphengarten

Die Kriegsstraße ist zwischen Brauer- und Fritz-Erler-Straße eine in den 1970er Jahren gebaute autodominierte vielspurige Stadtautobahn mit hoher Trennungswirkung und ohne Radinfrastruktur und wenig Aufenthaltsqualität. In Höhe Nymphengarten verfügt die Kriegsstraße seitdem über insgesamt zehn Fahrspuren: vier durchgehende, zwei Verflechtungsspuren und je zwei Anliegerspuren. Zwei Fußgängerbrücken im Zuge von Ritter- und Lammstraße sowie zwei Fußgängerunterführungen in Höhe Kreuz- und Hirschstraße stellen nicht barrierefreie fußläufige Querungen her. Die letztere außerhalb des Gebietes des Bebauungsplans wurde 2011 durch eine ebenerdige und so barrierefreie Querung für Fußgänger und Radfahrer ergänzt.

Ziel des Projektteiles Kriegsstraße ist es auch (neben der Süderweiterung der Innenstadt), diese Stadtautobahn zeitgemäß umzugestalten, indem die Trennwirkung reduziert und die Aufenthaltsqualität gesteigert wird. Die Verlegung eines Teils des Verkehrs ist die Voraussetzung dafür. Weitere Maßnahmen sind die Reduzierung der oben verbleibenden Fahrspuren auf zumeist nur noch eine Fahrspur je Richtung, weitere oberirdische Verknüpfungen und Querungen, die Anlage von Radspuren und die Begrünung. Zwischen Karlstor und Ritterstraße verbleibt neben den Rampen je nur eine durchgehende Fahrspur. Im Zuge der Ritterstraße wird eine ebenerdige Querung für Fußgänger und Radfahrer geschaffen. Zwischen Ritter- und Lammstraße verbleiben je zwei Fahrspuren zuzüglich einer Abbiegespur vor der Lammstraße, denn hier wird ein ebenerdiger Knoten für alle Verkehrsarten und Richtungen geschaffen samt einer Wendespur auf der Ostseite. Die beiden Fußgängerbrücken sollen abgebrochen werden. Die im Zuge der Ritterstraße wird durch eine Querungsmöglichkeit für Fußgänger und Radfahrer ersetzt. Zwischen Lammstraße und Ettlinger Tor verbleibt im Süden eine durchgehende Spur, im Norden teilweise zwei wegen der Parkhauszufahrt.

Östlich des Ettlinger Tores verbleibt bis ungefähr zur Meidingerstraße je eine Spur, weiter östlich je zwei. In Höhe Kreuz- und Adlerstraße werden ebenerdige Querungen für Fußgänger geschaffen, die die Unterführung im Zuge der Kreuzstraße ersetzen. Ein Stück östlich der Kapellenstraße verbleibt wieder nur je eine Fahrspur neben der Rampe.

Die Kriegsstraße wird, soweit möglich, mit zwei bis vier Baumreihen zur Allee umgestaltet.

Straßenbahn[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Anlass des Umbaus ist eine den Stadtbahntunnel ergänzende oberirdische Straßenbahnstrecke in der Kriegsstraße. Diese wird mit einem Gleisdreieck an die Strecke in der Karlstraße angebunden. Dort am Karlstor entsteht eine neue Haltestelle in der Kriegsstraße mit 75 m langen und 34 cm hohen Bahnsteigen, angebunden nur in Richtung Karlstor. Außerdem wurde die alte Haltestelle nördlich des Tores nach südlich des Tores verlegt, da im Norden kein Platz für eine doppeltraktionsgeeignete barrierefreie Haltestelle vorhanden war; diese wurde seit Ende 2012 gebaut und wurde am 3. Juli 2013 für die Niederflurlinien in Betrieb genommen, während die Altfahrzeuge der Linie 5 bis Ende 2014 während ihrer Umleitung weiter auf der Nordseite halten.

Westlich des Ettlinger Tores entsteht eine weitere 75 m lange Haltestelle mit 3 m breiten und 34 cm hohen Bahnsteigen, angebunden nur in Richtung Ettlinger Tor.

Am Mendelssohnplatz entsteht ein Gleisviereck zur Verknüpfung mit der Straßenbahntrasse in Fritz-Erler- und Rüppurrer Straße. Zwischen diesem und der Kapellenstraße wird eine 75 m lange Haltestelle mit 3 m breiten und 34 cm hohen Bahnsteigen erstellt. Wegen dieser wird die Einmündung der Kapellenstraße nach Osten verlagert und rechtwinklig statt wie bisher schräg ausgeführt. Integriert wird eine einfache Abzweigung aus Richtung Westen zur Betriebsstrecke in der Kapellenstraße. Außerdem wurden die bisherige Haltestelle nördlich des Mendelssohnplatzes und die Haltestelle Baumeisterstraße südlich derselben zusammengelegt zu einer neuen Haltestelle Rüppurrer Tor zwischen Kriegs- und Baumeisterstraße. Deren Bau begann Ende 2012, wurde zu Beginn der Sperrung der Kaiserstraße zwischen Markt- und Kronenplatz wegen des Umleitungsverkehrs unterbrochen und im Juli 2013 wieder aufgenommen und Ende 2013 beendet.

Die Straßenbahnstrecke endet an der Henriette-Obermüller-Straße, wo die bisherige Kurve der Straßenbahnstrecke in der Ludwig-Erhard-Allee in einen einfachen Abzweig umgebaut wird. Die hier abzweigende, im September 2012 eröffnete Strecke zur Umfahrung des hochbelasteten Knotens Mendelssohnplatz Richtung Baumeisterstraße bleibt erhalten, nicht zuletzt wegen der Bindungsfrist der Zuschüsse zum Bau.

Straßenbahnfreie Fußgängerzone[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei der 1996 im Bürgerentscheid abgelehnten U-Strab ging es hauptsächlich um die Steigerung der Leistungsfähigkeit der Hauptachse des Straßen- und Stadtbahnverkehrs in der Kaiserstraße, während die Entlastung der Fußgängerzone vom Straßenbahnverkehr nur eine untergeordnete Rolle spielte. Hingegen stand beim Bürgerentscheid 2002 die straßenbahnfreie Fußgängerzone im Fokus. Während Kritiker die Notwendigkeit der Straßenbahnfreiheit bezweifeln oder gar für kontraproduktiv halten, insbesondere nachts, heben Befürworter hervor, dass der unterschiedliche Ausgang der Bürgerentscheide zeige, dass die Straßenbahnfreiheit vom Bürger gewollt sei und die Attraktivität der Haupteinkaufsstraße steigern werde.

Straßenbahnfrei wird der Abschnitt der Kaiserstraße zwischen Karl- und Fritz-Erler-Straße, also zwischen Europa- und Kronenplatz. Insbesondere der Abschnitt zwischen Adlerstraße exklusive und Europaplatz inklusive gilt als hochfrequentiert mit Fußgängern. Östlich und südlich des Kronenplatzes wird es außerhalb der Fußgängerzone weiterhin oberirdischen Straßenbahnverkehr geben mit einer Haltestelle in der Fritz-Erler-Straße. Ebenso wird es westlich und südlich des jetzigen Gleisdreiecks am Europaplatz weiterhin oberirdischen Straßenbahnverkehr geben mit einer Haltestelle auf dem Europaplatz. Dort besteht also auch in einem Fußgängerbereich weiterhin (reduzierter) Bahnverkehr. Durch die neue oberirdische Haltestelle zwischen Hirsch- und Leopoldstraße wird vermutlich auch der Autoverkehr westlich davon kaum noch eine Rolle spielen.

Durch diese Maßnahme wird auch der heutige oberirdische Südabzweig ab Marktplatz straßenbahnfrei und damit auch die Fußgängerzone Marktplatz, aber auch der bis zur Rampe in der Augartenstraße reichende Bereich der Karl-Friedrich-Straße und Ettlinger Straße, da die Rampe keine Umfahrungen haben wird und somit keine Möglichkeit besteht, dort weiterhin oberirdischen Straßenbahnverkehr anzubieten.

Unter dem Motto „unten die Bahnen und oben das Leben“ wurden im Wahlkampf des Bürgerentscheids die neuen Möglichkeiten einer bahnfreien Fußgängerzone als „Flaniermeile“ beworben mit Straßencafés, entspannt plaudernden Menschen, fröhlich tobenden Kindern, Spielmöglichkeiten, Straßenmalern und Musikern und den Auslagen der Geschäfte als attraktiveres Einkaufserlebnis.[12]

Konkretisiert wurde dies zwischen Sommer 2009 und März 2010 mit einem „Wettbewerb Kaiserstraße und Karl-Friedrich-Straße“, der den Bereich der kompletten Kaiserstraße zwischen Durlacher und Mühlburger Tor inklusive und der kompletten Karl-Friedrich-Straße bis zum Ettlinger Tor exklusive umfasste. Hierin wurden Ideen gesammelt und bewertet zur Gestaltung des Pflasters, der Möblierung, der Beleuchtung und der Begrünung. [13]

Im Frühjahr 2013 wurden als erste Maßnahme der Umsetzung der Wettbewerbsergebnisse einige Testflächen mit den vorgeschlagenen Pflastern belegt, um deren Tauglichkeit zu testen.

Im Gegensatz zu den planungsrechtlich abgesicherten Projektteilen Stadtbahntunnel und Kriegsstraße ist die Bahnfreiheit der Fußgängerzone rechtlich nicht fixiert.[14] Da die Bindungswirkung eines Bürgerentscheides in Baden-Württemberg stets nur drei Jahre beträgt, ist auch der Entscheid von 2002 seit 2005 nur noch eine moralische Verpflichtung, zu der sich aber bisher alle großen Karlsruher Parteien bekannt haben. Der Umbau der Fußgängerzone nach Vollendung der Kombilösung ist nicht förderwürdig und ist daher nicht Bestandteil der Kostenrechnung.

Sonstige Baumaßnahmen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der oben erwähnte Umbau von Haltestellen außerhalb der beiden Projektteile Stadtbahntunnel und Kriegsstraße für die Nutzung durch Doppeltraktionen bei Sperrung des Südabzweigs Marktplatz, ist nicht Teil des Projektes inklusive der Kostenrechnung, ebenso wenig die Verlegungen von Leitungen aus den Baufeldern heraus. Hervorzuheben ist dabei der aufwändige Düker des „Abwassersammlers Mitte“ unter der Kreuzung der Ettlinger Straße mit Baumeister- und Hermann-Billing-Straße.

Des Weiteren wurde südöstlich des Ettlinger Tores der Infopavillon „K.“ für gut 800.000 Euro gebaut und im April 2010 eröffnet. Er bietet neben Infomaterial und einem Café einen Veranstaltungsraum und eine Aussichtsplattform auf die Baustelle des Kombibauwerks. Der Name „K.“ steht für Kombilösung, Karlsruhe, Kommunikation und Kompetenz. Von Juli 2009 bis 2011 informierten 16 Info-Stelen an den (damals) künftigen Baustellen über die lokalen Baumaßnahmen.[15]

Während die Karlsruher Pyramide auf dem Marktplatz und das Großherzog-Karl-Denkmal auf dem Rondellplatz mit der Konstitutionssäule und vermutlich auch das Kaiser-Wilhelm-Denkmal auf dem Kaiserplatz von den Baumaßnahmen nicht betroffen sind, mussten der Ludwigsbrunnen auf dem Marktplatz und das Leibgrenadierdenkmal auf dem Europaplatz für die Bauarbeiten abgebaut werden. Diese werden anschließend wieder aufgebaut.[16] Die Pyramide wurde zum Schutz mit Holz verkleidet; zur Überwachung wurden im Inneren Erschütterungssensoren angebracht.

Liniennetz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schon das kurz nach Veröffentlichung der Kombilösung im Juni 2002 präsentierte „denkbare Liniennetz für die Kombi-Lösung“[17] war bis auf kleine Details identisch mit dem Liniennetz des „Mitfalls“ der Standardisierten Bewertung, das auch heute noch als „geplantes Liniennetz Endzustand“ offiziell verbreitet wird:[18]

Schematische Darstellung des Liniennetzes Mitfall
Linie Liniennetz der Kombilösung – Endzustand bzw. Mitfall
1 Durlach – Stadtbahntunnel – Oberreut
2 Wolfartsweier – Stadtbahntunnel – Hbf – Europaplatz – Daxlanden
3 Waldstadt-Jägerhaus – Kronenplatz – Hbf – Europaplatz – Knielingen-Nord
4 Waldstadt-Europaviertel – Tullastraße – Stadtbahntunnel – Nordstadt – Kirchfeld
5 Rintheim – Kronenplatz – Konzerthaus – Kühler Krug – Rheinhafen
6 Durlach – Ludwig-Erhard-Allee – Kriegsstraße – Brauerstraße – Hbf, weiter als:
7 Hbf – Rüppurrer Straße – Kriegsstraße – Europaplatz – Rheinstrandsiedlung verkehrt nur in der HVZ
8 Wolfartsweier – Durlach
S1/S11 Albtalbahn – Hauptbahnhof – Stadtbahntunnel – Nordweststadt – Neureut – Hardtbahn
S2 Stutensee – Tullastraße – Stadtbahntunnel – Rheinstetten
S4/S41 Heilbronn – Bretten – Stadtbahntunnel – Hbf – Rastatt – Murgtal/Achern
S5 Pforzheim – Pfinztal – Stadtbahntunnel – Wörth
S8 Landau/Germersheim – Hbf – Stadtbahntunnel

Unterschiede der aktuellen Darstellung zum „denkbaren Netz“ von 2002: Man ging damals von einem Lückenschluss zwischen Endschleife Rintheim und Hirtenweg aus, so dass die Linien 3 und 5 dort ineinander hätten übergehen können. Die 3 soll nun bis zum Jägerhaus weitergeführt werden. Ebenfalls verlängert wurde die 7 vom Kaiserplatz (Planung 2002) in die Rheinstrandsiedlung.

Es fehlt in den Darstellungen die heutige Linie S31/S32, für die es ursprünglich die Planung einer Innenstadtanbindung mit der Streckenführung … – Bruchsal – Bf Durlach – „Rampe Gleisbauhof“ – Ludwig-Erhard-Allee – Ettlinger Tor – Hbf – Ettlingen-Erbprinz – Ettlingen-Bruchhausen – Rastatt – … gab, die jedoch wegen wegfallender Gleisverbindung am Ettlinger Tor so nicht mehr möglich ist. Die Planfeststellung der „Südbahn“ Erbprinz – Bruchhausen wurde aber durchgeführt und die Trassen rund um den Gleisbauhof werden freigehalten, jüngst erst in der Planfeststellung Südostbahn und der „Planungswerkstatt Durlacher Allee“.[19]

Gegenüber dem seit Ende 2008 geltenden Liniennetz weicht der Endzustand dahingehend ab, dass die S4/S41 gebrochen wurde in die Südäste nach Achern und ins Murgtal, die seitdem in der Tullastraße enden, und in den Nordast nach Heilbronn, der am Hauptbahnhof endet. Des Weiteren fährt die Stadtbahn nach Germersheim als S51/S52 werktags einen Ring Germersheim – Kaiserallee – Marktplatz – Hbf – Germersheim bzw. umgekehrt, statt als S8 am Marktplatz zu enden. Inwieweit diese aktuellen Konzepte Einfluss auf das obige Netz haben, ist unbekannt.

Das geplante Liniennetz enthält somit beim bisherigen 10-min-Takt im Stadtbahntunnel je Stunde in der HVZ:

  • zwischen Mühlburger Tor und Marktplatz 5 Linien mit 33 Bahnen je Richtung (inklusive der zusätzlichen S1/S11-Eilzüge in der HVZ)
    • davon biegen 9 Bahnen je Richtung am Marktplatz ab (S1/S11 inkl. Eilzüge)
  • zwischen Marktplatz und Durlacher Tor 6 Linien mit 33 Bahnen je Richtung (S4/S41 im 20-min-Takt)
    • davon biegen 9 Bahnen je Richtung am Marktplatz ab (2 und S4/S41)
  • zwischen Marktplatz und Augartenstraße 4 Linien mit 19 Bahnen je Richtung (bei Stundentakt S8 und Eilzügen S1/S11)
    • Von denen 1 Bahn auf dem 3. Gleis endet, bei Berücksichtigung der aktuellen Brechung würden 2 Bahnen mehr fahren und dann 3 Bahnen enden

Damit ergibt sich eine Zugfolgezeit von durchschnittlich 109 Sekunden im Ost-West-Tunnel. Ähnlich dichte Zugfolgen werden bzw. wurden auch in anderen Stadtbahntunneln in Deutschland gefahren. Allerdings ist strittig, in welchem Umfang das höhengleiche unterirdische Gleisdreieck am Marktplatz die Kapazität beeinträchtigt, da es hierfür keine Vorbilder in anderen Städten gibt, siehe auch Kapitel Planungsphase.

Für den „Zwischenzustand“ zwischen Inbetriebnahme des Stadtbahntunnels (ursprünglich für Ende 2016 geplant) und Fertigstellung der Kriegsstraße und damit der ganzen Kombilösung enthielt die Gemeinderatsvorlage für die Entscheidung über die Baureihenfolge Stadtbahntunnel contra Kriegsstraße zwei Netze mit dann straßenbahnfreier bzw. noch nicht straßenbahnfreier Fußgängerzone. Die Entscheidung fiel zugunsten letzterer aus mit folgendem Netz:

Schematische Darstellung des Liniennetzes Zwischenzustand
Linie Liniennetz der Kombilösung – Zwischenzustand
1 Durlach – Stadtbahntunnel – Oberreut
2 Wolfartsweier – Stadtbahntunnel – Hbf – Brauerstraße – Europaplatz – Knielingen-Nord
3 Heide – Kronenplatz – Hbf (oberirdisch durch die Kaiserstraße), weiter als:
4 Hbf – Europaplatz – Waldstadt (oberirdisch durch die Kaiserstraße)
5 Rintheim – Tullastraße – Ludwig-Erhard-Allee – Konzerthaus – Kühler Krug – Rheinhafen
6 Daxlanden – Europaplatz – Hbf – Kronenplatz – Hirtenweg
8 Wolfartsweier – Durlach
S1/S11 Albtalbahn – Hauptbahnhof – Stadtbahntunnel – Nordweststadt – Neureut – Hardtbahn
S2 Stutensee – Tullastraße – Stadtbahntunnel – Rheinstetten
S4/S41 Heilbronn – Bretten – Stadtbahntunnel – Hbf – Rastatt – Murgtal/Achern
S5 Pforzheim – Pfinztal – Stadtbahntunnel – Wörth
S8 Landau/Germersheim – Hbf – Stadtbahntunnel

Dies entspricht im Wesentlichen dem heutigen Liniennetz mit dem 3/4-Ring, angepasst an den Stadtbahntunnel mit dem Umweg der S2 über die Tullastraße und einer veränderten Führung der Linie 5, da die Fahrtmöglichkeit über die Karl-Friedrich-Straße entfällt, wobei gegenüber heute die Linienwege von 5 und 6 östlich des Mendelssohnplatz getauscht sind aufgrund der fehlenden Abbiegemöglichkeit von der südlichen Rüppurrer Straße in die Philipp-Reis-Straße. Es verblieben so nur zwei Linien in der Fußgängerzonen, nämlich der 3/4-Ring mit zwölf Bahnen je Stunde und Richtung, der Hauptteil des Marktplatzes wäre bereits straßenbahnfrei.

Der obige „Mitfall“ der Standardisierten Bewertung wurde mit folgendem „Ohnefall“ verglichen:[20]

Schematische Darstellung des Liniennetzes Ohnefall
Linie Liniennetz der Kombilösung – Ohnefall in der standardisierten Bewertung
1 Durlach – Marktplatz – Oberreut
2 Wolfartsweier – Marktplatz – Hbf – Europaplatz – Daxlanden
3 Hirtenweg – Kronenplatz – Hbf – Brauerstraße – Europaplatz – Knielingen-Nord
4 Waldstadt-Europaviertel – Europaplatz – Hbf, weiter als:
6 Hbf – Kronenplatz – Neureut-Kirchfeld
5 Rintheim – Tullastraße – Ludwig-Erhard-Allee – Konzerthaus – Kühler Krug – Rheinhafen
7 Durlach – Ludwig-Erhard-Allee – Konzerthaus – Kühler Krug – Rheinstrandsiedlung
8 Wolfartsweier – Durlach
S1/S11 Albtalbahn – Hauptbahnhof – Marktplatz – Europaplatz – Nordweststadt – Neureut – Hardtbahn
S2 Stutensee – Durlacher Tor – Marktplatz – Rheinstetten
S4/S41 Heilbronn – Bretten – Marktplatz – Hbf – Rastatt – Murgtal/Achern
S5 Pforzheim – Pfinztal – Marktplatz – Wörth
S8 Landau/Germersheim – Albtalbahnhof – Marktplatz – Europaplatz – Albtalbahnhof

Die Führung der S8 entspricht der der S41 nach Abtrennung aus den S4-Umläufen, wobei deren Endziel nach Eröffnung des neuen Depots in der Gerwigstraße auf Tullastraße geändert wurde.

Im Rahmen der Planfeststellung der Strecke über die 2012 eröffneten Ludwig-Erhard-Allee wurde die Frage nach dem Schicksal der Führung über die Philipp-Reis-Straße aufgeworfen, die nach obigem Netz ungenutzt wäre, was aber der zehnjährigen Bindungsfrist der Fördergelder widerspräche. Es wurde eine Linie 9 skizziert von der Tullastraße über die Philipp-Reis-Straße und die Brauerstraße über zwei Neubaustrecken, Querspange Europahalle und Pulverhausstraße, zur Rheinstrandsiedlung.[21] Der Umsetzungszeitpunkt dieser beiden Projekte ist aber offen, im Doppelhaushalt 2013/2014 ist kein konkretes Jahr mehr angegeben.

Kosten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Vorfeld des Bürgerentscheides 2002 wurden die Gesamtkosten mit 380 Millionen Euro für den Stadtbahntunnel und 150 Millionen Euro für die Kriegsstraße prognostiziert, zusammen 530 Millionen Euro, gefördert vom Bund mit 60 % und dem Land mit 25 %, „die Verkehrsbetriebe haben lediglich 15 Prozent, also etwa 57 Millionen Euro, für die Baukosten des [Stadtbahn-]Tunnels zu übernehmen“. Falls die Förderung der Kriegsstraße im Zuge einer ÖV-Maßnahme scheitern sollte, solle eine Förderung als IV-Maßnahme (max. 70 %) beantragt werden.[22] Nicht förderfähige Kosten waren in der damaligen Prognose noch nicht vorgesehen.

Der Förderantrag von Ende 2004 ging von einer geringeren Gesamtsumme von 495 Millionen Euro aus, davon 333 Mio. für den Stadtbahntunnel und 162 Mio. für die Kriegsstraße. Der darauf beruhende Zuwendungsbescheid von Ende 2008 wies rund 66. Mio. nicht zuwendungsfähige Kosten aus, so dass zusammen mit einer inzwischen von 25 % auf 20 % reduzierten Landesförderung ein Eigenanteil von gut 151 Mio. resultierte.

Gleichzeitig mit der Förderzusage wurde im Dezember 2008 auch eine neue Kostenschätzung veröffentlicht über 588 Mio. Euro, davon gut 172 Mio. Eigenanteil.

Der nach Ausschreibungsergebnis für den Rohbau des Stadtbahntunnels gestellte Ergänzungsantrag ging von 638 Mio. Euro Gesamtkosten aus. Der darauf beruhende Bescheid wies nur noch 500 Mio. förderfähige Kosten aus, wodurch sich der Eigenanteil mittlerweile auf 240 Mio. erhöhte.[23]

Die aktuelle Kostenfortschreibung Stand April 2013 für Dezember 2013 wurde auf 674 Mio. Euro beziffert, die Prognose für das Ende 2019 mit selbem Stand mit 750 bis 800 Mio. Euro.[24]

Stand Januar 2015 liegt die Prognose für die Gesamtherstellungskosten laut Bauherr KASIG bei 897,3 Millionen Euro.[25] Der Oberbürgermeister der Stadt Karlsruhe glaubt indes nicht mehr daran, dass die Kosten unter der Marke von 900 Millionen Euro zu halten sein werden.[26]

Am 20. Mai 2015 berichtete die Stuttgarter Zeitung, dass die „Bundeszuschüsse für Stadtbahn in Gefahr“ seien, da der Bundesrechnungshof Zweifel an der Wirtschaftlichkeit habe. Der knappe Nutzen-Kosten-Faktor drohe angesichts der gestiegenen Kosten unter 1 zu sinken, womit dem Projekt die Förderfähigkeit entzogen wäre. Stadt und das Projekt befürwortende Parteien widersprachen scharf und betrachten den Entzug der Förderung als nicht möglich, ablehnende Parteien sahen die prognostizierten Risiken bestätigt.[27] Der Förderbescheid von Ende 2008 enthält aber einen expliziten Hinweis auf die Möglichkeit, dass die Förderung entzogen werden kann, und auf die Pflicht zur unverzüglichen Einreichung von Unterlagen bei Kostensteigerungen.[28] Gefahr besteht vor allem für den Projektteil Kriegsstraße, dessen Bau bis auf Vorarbeiten noch nicht begonnen ist, während die Bauarbeiten am Stadtbahntunnel schon relativ weit fortgeschritten sind. Bei der Kriegsstraße wird daher schon mit Verzögerungen gerechnet, da der Bund als Konsequenz der Bundesrechnungshofkritik Unterlagen angefordert hat.[29] "Das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) hat gegenüber dem Bundesrechnungshof bestätigt, dass es weiterhin von der Gesamtwirtschaftlichkeit Ihres Projektes (sprich: Kombilösung) ausgeht" bestätigte das Ministerium für Verkehr des Landes Baden-Württemberg am 5. Oktober 2016 gegenüber dem Bauherren, der KASIG. Am 28. Oktober 2016 hat der Aufsichtsrat der KASIG der Vergabe für die Ausführung der Rohbauleistungen für den Straßentunnel in der Kriegsstraße zugestimmt.

Bauzeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Für den Stadtbahntunnel wurde 2002, je nachdem, wie viele Maßnahmen parallel angegangen werden, eine minimale Bauzeit von sechs Jahren prognostiziert, pro Haltestelle zwei Jahre oberirdische Baumaßnahmen.[30]

Eine genauere Zeitplanung enthielt die Gemeinderatsvorlage vom 21. Oktober 2008 zur Entscheidung über die Reihenfolge, nach der der Bau des Stadtbahntunnels in 6,5 Jahren von Anfang 2010 bis Mitte 2016 und der Bau der Kriegsstraße in 4,5 Jahren von Herbst 2015 bis Frühjahr 2020 vorgesehen war. Eine umgekehrte Reihenfolge hätte das Bauende auf Frühjahr 2022 verschoben, da man während des 300. Stadtjubiläums keine Behinderungen durch oberirdische Baustellen im Bereich der Fußgängerzone haben wollte. In diesem Jahr sollte nur der Innenausbau des Stadtbahntunnels erfolgen.[31]

Bedingt durch das Auslaufen des Fördergesetzes GVFG zum 31. Dezember 2019 musste die Zeitberechnung angepasst werden, da bis zu diesem Stichtag nach derzeitigem Stand jedes nach GVFG geförderte Projekt schlussabgerechnet sein muss. Die Planung für den Stadtbahntunnel sah unverändert eine Inbetriebnahme zum Fahrplanwechsel Dezember 2016 vor, während erste Maßnahmen zum Bau der Kriegsstraße auf 2014 vorgezogen werden mussten, um eine Fertigstellung Ende 2019 zu gewährleisten.

Bedingt vor allem durch Verzögerungen beim Haltestellenbau rechnet man beim derzeitigen Baufortschritt (Stand März 2016) mit der Aufnahme des Regelbetriebs im Stadtbahntunnel zum Jahresende 2018. Bedingt durch die Kritik des Bundesrechnungshofes (siehe vorheriges Kapitel) steht aktuell der Baubeginn der Kriegsstraße nicht fest. Es zeichnet sich ab, dass es ein Nachfolgeprogramm des GVFG geben wird und damit der Zeitdruck zu Ende 2019 entfällt.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Anfänge des Schienenverkehrs in Karlsruhe[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Karlsruhe erhielt öffentlichen Schienenverkehr am 10. April 1843 mit der Badischen Hauptbahn, deren erster Hauptbahnhof in der Kriegsstraße zwischen Ettlinger und Rüppurrer Tor lag. Innerstädtischer Straßenbahnverkehr begann am 21. Januar 1877 mit einer Pferdebahn zwischen Gottesauer Platz zum Mühlburger Tor und am 26. Juni vom Marktplatz über die Karl-Friedrich-Straße zum ersten Hauptbahnhof. Am 14. Mai 1881 folgte die Dampfbahn vom Durlacher Tor nach Durlach. 1900 erfolgte die Elektrifizierung des Netzes. Zum 6. Oktober 1890 kam die meterspurige Karlsruher Lokalbahn in der Kriegsstraße hinzu, die auch über deren östlichen Teil am alten Hauptbahnhof vorbeiführte. Damit hat Schienenverkehr fast in allen Abschnitten des Projektes der Kombilösung eine weit in das 19. Jahrhundert zurückreichende Tradition.

Am 13. Juni 1961 wurde der Verkehrslinienplan beschlossen, der nicht nur Nord- und Südtangente festlegte, sondern auch einen kreuzungsfreien Ausbau der Kriegsstraße. Wegen des Baus der 1965 eröffneten Unterführung Ettlinger Tor wurde der Straßenbahnverkehr in der Kriegsstraße am 2. Februar 1964 stillgelegt. 1972 folgte die Unterführung Karlstor.

Überlegungen, den Nahverkehr von Straßenbahnen komplett auf Busse umzustellen, scheiterten Anfang der 1950er Jahre schon im Ansatz. Auch ein Gutachten, das im Zuge der Aufstellung des Verkehrslinienplans von 1961 im Jahr 1960 beauftragt und 1966 fertiggestellt wurde zur Ausweitung des Busverkehrs, konnte sich nicht durchsetzen. Es blieb dabei, dass Karlsruhe auf den Schienenverkehr setzte und diesen konsequent ausbaute. Dazu gehörte auch 1957 die Gründung der Albtal-Verkehrs-Gesellschaft aus Anlass der Übernahme und anschließenden Umspurung der Albtalbahn und Integration in das Straßenbahnnetz als Überlandstraßenbahn, womit die Keimzelle des späteren Karlsruher Modells aufgebaut war.

Frühe U-Bahn-Überlegungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das 1966er Gutachten enthielt aber auch schon drei Varianten für eine Tieferlegung des Straßenbahnverkehrs.[32]

Der 1970 neu gewählte Oberbürgermeister Otto Dullenkopf kehrte von der Idee der autogerechten Stadt ab und favorisierte die menschengerechte Stadt mit ausgebautem Gerüst im öffentlichen Nahverkehr. Dadurch änderte sich auch die Zielsetzung einer U-Strab. Diente sie anfangs eher der autogerechten Stadt und beseitigte ihre „Hindernisse“, stand nun immer mehr die Entlastung der Innenstadt vom zunehmenden Straßenbahnverkehr im Fokus.

Am 6. August 1970 wurde ein „Arbeitskreis U-Strab“ beschlossen, der am 24. September 1971 sein Ergebnis der „Untersuchung über eine Unterpflasterstraßenbahn in Karlsruhe“ vorlegte. Zur optimalen Erschließung mit öffentlichem Verkehr wären 11 Linien notwendig, unzumutbar für die Hauptgeschäftsstraße. Der darin favorisierte Vorschlag enthielt einen Ost-West-Tunnel mit Rampen in der Durlacher Allee westlich der Tullastraße und in der Kaiserallee westlich des Mühlburger Tores. Allerdings sollte dieser Tunnel nicht unter der Kaiserstraße sondern unter der Erbprinzen- und Markgrafenstraße verlaufen. Außerdem waren ein Südabzweig vom Rondellplatz bis südlich hinter den Hauptbahnhof und ein Nordabzweig vom Europaplatz unter der Knielinger Allee zur Nordweststadt Teil des Vorschlags. Die Hälfte der Linien sollte unterirdisch fahren, die andere Hälfte weiterhin oberirdisch:

Linie Vorgeschlagener Linienweg über Tunnel – 1971
1 Durlach – Rondellplatz – Hauptpost (heute: Europaplatz) – Knielingen
2 Durlach – Rondellplatz – Hauptpost – Nordweststadt
3 Durlach – Rondellplatz – Hauptpost – Rheinstrandsiedlung
4 Waldstadt – Rondellplatz – Hauptpost – Rheinstrandsiedlung – Durmersheim
6 Herrenalb/Langensteinbach – Hauptbahnhof – Rondellplatz – Hauptpost – Nordweststadt – Neureut – …
7 Waldstadt – Rondellplatz – Hauptpost – Beiertheimer Feld – Oberreut *)
Linie Vorgeschlagener Linienweg oberirdisch – 1971
5 Waldstadt – Marktplatz – Hauptpost – Hauptbahnhof – Rüppurr *)
8 Daxlanden – Hauptpost – Marktplatz – Hauptbahnhof – Mathystraße – Kühler Krug – Entenfang – Rheinhafen – Rheinstadt
9 Oberreut – Beiertheimer Feld – Ebertstraße – Hauptbahnhof – Marktplatz – Hauptpost – Neureuter Straße
10 Rintheim – Hauptfriedhof – Marktplatz – Hauptbahnhof – Hauptpost – Rheinhafen – Rheinstadt
11 Ring Hauptbahnhof – Rüppurrer Straße – Marktplatz – Hauptpost – Hauptbahnhof
12 Ring Hauptbahnhof – Rüppurrer Straße – Marktplatz – Hauptpost – Schillerstraße – Beiertheimer Feld – Ebertstraße – Hauptbahnhof
*) In der Quelle wird die Linie 5 zu den Tunnellinien gezählt, was aber nicht zur angegebenen Streckenführung passt mangels Abzweig an der Hauptpost, und die Linie 7 zu den oberirdischen Linien!

Die Rheinstadt war ein damals geplanter Trabantenstadtteil in der Nähe des Knielinger Sees in Rheinnähe. Die Betriebsstrecke zum Depot West wäre auch von den Linien dorthin genutzt worden. Beim Bau der Tiefgarage hinter dem Hauptbahnhof wurde deren Untertunnelung als Bauvorleistung berücksichtigt.[33] Neben der favorisierten Variante 5.2 enthielt die Studie von 1971 noch weitere Varianten: ohne Nordabzweig, mit oder ohne Nordabzweig mit weiterem Tunnel unter der Kaiserstraße und anderen Straßen für eine bahnfreie Innenstadt sowie eine Voll-U-Bahn mit einer Nord-Süd-Linie … – Rüppurr – Marktplatz – Neureut – … und einer Ost-West-Linie Rheinstetten – Marktplatz – Durlach mit Abzweigen in die Waldstadt und in die Rheinstadt, das restliche Netz wäre eingestellt worden.[32]

Als „Y-Lösung“ ohne Nordabzweig hielt sich diese Idee noch länger, zuletzt noch bei der FDP, die unter Favorisierung dieser Variante zu den Gegnern des 1996 geplanten Tunnels zählte.

Neben Straßenbahntunneln wurden in den 1970er Jahren bis Anfang der 1980er auch verschiedene S-Bahn- und Regionalbahnkonzepte mit besserer Anbindung der Innenstadt (der Hauptbahnhof liegt seit 1913 relativ weit von der Innenstadt entfernt) von unterschiedlichen Institutionen und Verbänden untersucht. Viele Ideen integrierten den damaligen citynahen Güterbahnhof und verlängerten diesen per Tunnel unter der Stadt durch.

1976 erbrachte ein weiteres Gutachten, dass das oberirdische Netz vorläufig ausreiche, nur langfristig wurde die Notwendigkeit unterirdischer Lösungen bestätigt, bspw. durch eine Kompaktbahn. 1972 wurde im übrigen mit der Umwandlung der Kaiserstraße zur Fußgängerzone begonnen. Zusammen mit der ausgebauten Kriegsstraße entspannten sich so die Verkehrsverhältnisse in der Innenstadt. Dieselben Gutachter kamen 1980 zum Ergebnis der Beibehaltung des vorhandenen Netzes mit Erweiterung in die Region.[32]

1981/1983 entstand eine Studie zur „K-Bahn“, eine fahrerlose Kleinprofilbahn mit Stromschiene, in Außenbezirken aufgeständert. Als Strecken wurden Rheinstrandsiedlung – Durlach und Oberreut – Waldstadt vorgeschlagen, Kosten 1 Mrd DM.[32]

1983 gab es eine erste Studie zur Verknüpfung von Straßen- und Eisenbahn, noch mit mehreren Ansätzen zur Energieversorgung.

U-Bahn-Studie 1989[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Mai 1989 hat die Stadt eine Studie „U-Strab in Karlsruhe“ vorgelegt.[34] Zu dieser Zeit war bereits die Erweiterung des Karlsruher Stadtbahnnetzes nach dem Karlsruher Modell auf Eisenbahnstrecken in die Region hinaus beschlossen, wodurch mehr Bahnen in der Innenstadt erwartet wurden. Ein Teil des Mehrverkehrs wurde aber auch durch andere Fahrzeuge aufgefangen. Bot eine Doppeltraktion des alten, nur 2,4 m breiten und 26 m langen GT8-D nur 140 Plätze, hatte eine Doppeltraktion der damals neuen 2,65 m breiten und rund 38 m langen GT8-80C 234 Sitzplätze. Allerdings behinderten die längeren Stadtbahnzüge Fußgänger stärker beim Überqueren der Kaiserstraße als die älteren, kürzeren Fahrzeuge; ein Phänomen, welches in Anspielung auf die Lackierung der Fahrzeuge mitunter als die „gelbe Wand“ bezeichnet wird.

In dieser Studie wurden fünf Varianten untersucht:[34][35]

Variante 1
U-Straßenbahn in der ganzen Innenstadt
Verlegung des heutigen Netzes in der Innenstadt unter die Erde mit viergleisigem Tunnel im Bereich der Kaiserstraße.
Mit Untervarianten (2x2 Gleise übereinander oder 4 nebeneinander), 7 Rampen in der Kernstadt, bahnfreie Innenstadt
Baukosten 580 (Gefrierverfahren) bis 630 (Deckelbauweise) Mio. DM, 11 Jahre Bauzeit, Bewertung: denkbar
Variante 2
Y-Lösung mit Omnibusergänzung
Führung der Regionallinien unterirdisch und Ersatz des restlichen Straßenbahn-Netzes durch Omnibusse.
Mit 3 Rampen: westlich Mühlburger Tor, östlich Durlacher Tor, südlich Hauptbahnhof, Ost-West-Tunnel unter Amalien-, Erbprinzen- und Markgrafen- und Brunnenstraße, Südabzweig unter Lamm- und Bahnhofstraße bahnfreie Innenstadt, Busse über Zirkel und Kriegsstraße
Baukosten 590 (Gefrierverfahren) bis 760 (Schildvortrieb) Mio. DM, 7 Jahre Bauzeit: nicht empfehlenswert
Variante 3
Y-Lösung mit Straßenbahn-Ergänzung
Führung der Regionallinien unterirdisch und Beibehaltung des heutigen Straßenbahn-Netzes ebenerdig.
Y wie 2., keine bahnfreie Innenstadt
Baukosten 490 (Gefrierverfahren) bis 660 (Schildvortrieb) Mio. DM: denkbar und könnte als Zwischenstufe zur Variante 4 empfohlen werden
Variante 4
Y-Lösung mit U-Strab-Ergänzung
Führung der Regionallinien unterirdisch, restliches Straßenbahn-Netz in der Innenstadt ebenfalls unterirdisch.
Mit Untervarianten 4.1 mit 4 Rampen innerhalb und 4.2 mit 5 Rampen außerhalb der Stadttore, (teilweise) bahnfreie Innenstadt
Baukosten 1020 (4.1 Schildvortrieb), 790 (4.1 Gefrierverf.), 1030 (4.2 Gefrierverf.) oder 1330 (4.2 Schildvortrieb) Mio. DM: Variante 4.2 empfehlenswert, Variante 4.1 wurde verworfen
Variante 5
U-Strab im Fußgängerbereich
Verlegung des heutigen Netzes in der Innenstadt unter die Erde mit zweigleisigem Tunnel unter der Kaiserstraße.
Untervarianten 5.1. fahren auf Sicht im beleuchteten Tunnel, 5.2 automatischer Betrieb, wie Variante 4.1 ohne Y für alle Linien, inakzeptable Rampenlagen
Baukosten 200 (5.1 Gefrierverf.) bis 220 (5.1 Deckelbauweise) plus 85 (5.2 Autom.) Mio. DM: nicht empfehlenswert

Die Y-Variante 3 wurde nach 1989 aufgegriffen, aber aus Kostengründen bald wieder verworfen zugunsten einer Planung unter der Kaiserstraße.

1991 wurde in der städtischen Materialsammlung „Verkehr in der Stadt“ die Notwendigkeit einer U-Strab im Innenstadtbereich oder einer Trasse in der Kriegsstraße aufgezeigt.[32]

U-Bahn-Studie 1992[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eine weitere Studie „Straßenbahn in der Kaiserstraße, Entlastung durch eine zweite Ost-West-Achse“ untersuchte die Varianten.[32]:

Kriegsstraße
K1 Straßenbahn in Mittellage, Aufständerung im Bereich der Rampen
K2 Straßenbahn in Mittellage, teils Aufständerung und Richtungstrennung
K3 Straßenbahn in nördlicher Seitenlage
K4 Straßenbahn in Mittellage über Autotunnel
K5 Straßenbahn in Mittellage bei Aufgabe der Unterführungen, alles ebenerdig
K6 Straßenbahn in Hochlage
U-Strab
U1 zweigleisige Tunnelröhre unter der Kaiserstraße
U2 Zwei eingleisige Tunnelröhren unter der Kaiserstraße
U3 Deckelbauweise in der Kaiserstraße
U4 Zweigleisige Tunnelröhre unter der Zähringerstraße
U5 Ost-West-Achse unter Amalien-, Erbprinzen- und Markgrafen- und Brunnenstraße

Der Gemeinderat beschloss am 15. Dezember 1992, zur Steigerung der Leistungsfähigkeit und zur Entlastung vom hohen Straßenbahnaufkommen in der Innenstadt mit der Mehrheit von CDU und SPD die Variante U2 bis zur Planfeststellungsreife zu planen. Veranschlagt war sie mit 320 Mio. DM. Grüne und Karlsruher Liste waren für eine Bahn in der Kriegsstraße, die FDP für die Variante U5.

U-Bahn-Beschluss 1996 und erster Bürgerentscheid[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei der Planung wurde dann die Option eines kreuzungsfreien Südabzweigs berücksichtigt, der aus Kostengründen später als zweiter Bauabschnitt hinzukommen sollte. Ebenfalls aus Kostengründen sollte es keine unterirdische Haltestelle Mühlburger Tor geben, sie sollte oberirdisch vor das Helmholtzgymnasium verlegt werden. Außerdem sollte die Länge der Halte nur noch auf Doppeltraktionen ausgelegt sein statt auf Dreifachtraktionen. Finanziell wurde die U-Strab als Teilmaßnahme der Stadtbahnprojekte nach „Pforzheim, Landau und Stutensee“ eingestuft: Die Standardisierte Bewertung wurde für diese Außenäste und die U-Strab gemeinsam durchgeführt und schloss 1995 mit einem Faktor von 2,06.

Die Rampen waren, wie heute, im Westen am Mühlburger Tor zwischen Grashofstraße und der Reinhold-Frank-Straße und im Osten östlich des Durlacher Tors bis vor den Gottesauer Platz geplant. Man wollte zwei Röhren bauen, je eine für ein Gleis in teilweise unterschiedlichen Tiefen, damit man am Marktplatz den Südabzweig später kreuzungsfrei hätte anbinden können. Deswegen hätte auch einer der beiden Bahnsteige dort in einer Tiefe von 22 Meter liegen müssen, während die anderen Haltestellen zwischen 10 und 12 Meter tief hätten liegen sollen. Die Lage der Halte entsprach ansonsten ungefähr denen der 2002er U-Strab. Diese Planung beschloss der Gemeinderat am 14. Mai 1996 mit einem Kostenvolumen von 390 Mio. DM und einer Bauzeit von sieben bis acht Jahren.[36]

Schematische Darstellung des Liniennetzes 1996, 1. Stufe
Linie Vorgeschlagener Linienweg über Tunnel – 1996 – 1. Stufe
1 Durlach – Marktplatz – Oberreut
6 Aue – Marktplatz – Nordstadt
S2 Stutensee – Tullastraße – Marktplatz – Rheinstetten
S5 Pforzheim – Marktplatz – Wörth
Linie Vorgeschlagener Linienweg oberirdisch – 1996 – 1. Stufe
2 Durlach – Marktplatz – Hbf – Europaplatz – Daxlanden
3/4 Siemensallee – Kronenplatz – Hbf – Europaplatz – Waldstadt
S1/S11 … – Ettlingen – Marktplatz – Neureut – …
S4 … – Bretten – Marktplatz – Rastatt – …
5 Rintheim – Südstadt-Ost – Brauerstraße – Hbf – Tivoli
7 Rheinhafen – Kühler Krug – Mathystraße – Hbf – Tivoli
S3 … – Bruchsal – Bf Durlach – Südstadt-Ost – Ettlinger Tor – Hbf

Es wären also weiterhin Straßenbahnen oberirdisch durch die Fußgängerzone gefahren.[37] Nachts hätten alle Linien oben fahren sollen, dafür sollten alle Rampen Umfahrungen haben.

Während die beiden großen Fraktionen CDU und SPD die Planung unterstützten, gab es gegen diese Planungen Kritik von kleineren Parteien und Verbänden. Einigen Kritikern, darunter die FDP, ging die Planung nicht weit genug, da sie keine straßenbahnfreie Fußgängerzone ermöglicht. Insbesondere die großen Bahnen der Linien S1/S11 und S4 würden noch weiterhin dort fahren. Andere kritisierten die hohen Kosten, Sicherheitsrisiken, den umständlicheren Zugang zur Bahn, die Tiefe des einen Bahnsteiges sowie die betriebliche Inflexibilität des Tunnels. Kritisiert wurde auch, dass mit der Planung das Stadtzentrum weiterhin auf die Kaiserstraße fixiert bliebe, statt die Innenstadt in die Fläche zu entwickeln. Diese Südentwicklung würde dagegen durch eine Straßenbahntrasse in der Kriegsstraße gefördert, die daher als Alternative von den Kritikern gefordert wurde. Befürworter der U-Strab sahen diese dagegen nicht als Alternative, da bei Linienführungen über diese ein Umsteigen für Ziele um den Marktplatz herum erforderlich wäre und zudem eine Einschränkung des Autoverkehrs auf der Kriegsstraße nicht akzeptabel sei. Daher entstanden weitere Alternativkonzepte, unter anderem eine Nutzung des Zirkels als kaiserstraßennahe Umfahrung sowie der Bau einer zweiten Verbindungsrampe am Hauptbahnhof, die Fahrten aus Richtung Wörth ab Europaplatz über Albtalbahnhof und die DB-Gleise in Richtung Durlach (und weiter nach Bruchsal, Bretten oder Pforzheim) ermöglicht und somit eine andere Führung der Stadtbahnlinien statt durch die Fußgängerzone erlaubt hätte. [36][37]

Aus den Kreisen der Kritiker heraus wurde daher die Initiative „Stoppt den Stadtbahntunnel“ gegründet und im Anschluss an den Gemeinderatsbeschluss vom 14. Mai 1996 ein Bürgerbegehren gestartet. Die nötige Zahl von 24.000 Unterschriften wurde in der gesetzlichen Frist erreicht, so dass es am 20. Oktober zu einem Bürgerentscheid kam. Dieser fiel mit 67,6 % deutlich gegen die U-Strab aus, das Quorum von 30 % wurde ebenfalls übersprungen, wenn auch nur knapp.[38]

Kriegsstraße und AK ÖV[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eine Machbarkeitsstudie für eine Straßenbahn in der Kriegsstraße wurde auf Initiative der SPD bereits zusammen mit dem U-Strab-Beschluss vom 14. Mai 1996 beschlossen als spätere Ergänzung des Netzes, nicht als Alternative. Der Zwischenbericht wurde im Dezember 1996, also nach dem die Ausgangslage verändernden Bürgerentscheid vorgestellt. 16 realistische Varianten wurden festgestellt:

  • ÖV ebenerdig in Mittellage: Variante 100 ohne Unterführungen für den Autoverkehr, 101 Beibehaltung Unterführungen, 104 Autotunnel zwischen Karls- und Ettlinger Tor ohne Zwischenrampen, 106 durchgehender Autotunnel ohne Zwischenrampen an den Toren
  • ÖV ebenerdig in nördlicher Seitenlage: 120 ohne Unterführungen, 121 Beibehaltung Unterführungen
  • ÖV ebenerdig, ab Ettlinger Tor über Baumeisterstraße (Variante 140)
  • ÖV-Tunnel Weinbrennerplatz – Kriegsstraße-Ost (200)
  • ÖV-Tunnel Karlstor – Ettlinger Tor: 221 Beibehaltung Unterführungen, 224 ÖV- und IV-Tunnel dort
  • ÖV-Tunnel Karlstor – Ettlinger Tor, Nymphengarten ebenerdig: 241 Beibehaltung Unterführungen, 246 Autotunnel dort
  • ÖV-Hochlage Weinbrennerplatz – Kriegsstraße-Ost (321)
  • ÖV-Hochlage mit ebenerdigen Anschluss an Karls- und Ettlinger Tor (340)
  • ÖV-Hochlage mit ebenerdigem Halt Nymphengarten (361)

Die Varianten 100, 104, 121.1, 140, 200, 321 wurden zur vertieften Untersuchung vorgeschlagen.[39]

Von diesen blieben im weiteren Verlauf nur die Varianten 100 und 104 übrig. Durchgehende Autotunnel (106 o. ä.) wurden abgelehnt, da der Durchgangsverkehr sehr gering ist. Eine Unterführung des überlasteten Mendelssohnplatzes ergänzend zu den bisherigen Unterführungen statt eines durchgehenden Tunnels war aber in keiner dieser 16 Varianten vorgesehen, daher auch: „Die Gutachter kamen allerdings zum Ergebnis, dass der durch den Individualverkehr ohnehin bereits stark belastete Knoten zur Aufnahme einer weiteren Straßenbahnstrecke in Ost-West-Richtung mit mehreren Linien nicht geeignet ist. Zudem brachte die Standardisierte Bewertung ein unzureichendes, sogar negatives Resultat, da die Mehrzahl der Fahrgäste längere Reisezeiten durch Umsteigen oder zusätzliche Fußwege gehabt hätte. Der Gemeinderat hat diese Ergebnisse am 28.04.1998 zur Kenntnis genommen.“[40]

Als Konsequenz dieser Bewertung wurde ein „Arbeitskreis Öffentlicher Verkehr in der Innenstadt“ gegründet, der in zwei Staffeln tagte. Er war zusammengesetzt aus je einem Vertreter der Gemeinderatsfraktionen und der lokalen Verbände ADAC, AG der Bürgervereine, Architektenkammer, BUZO, Einzelhandel, IHK, Pro Bahn, TSNV, VCD, zudem aus diversen Vertretern der Stadt und der Verkehrsbetriebe und den Gutachterbüros Koehler/Leutwein und PTV.

Der AK ÖV I behandelte in 4 Sitzungen zwischen 7. Juli 1998 und 3. Dezember 1998 kurzfristige Maßnahmen zur Entlastung der Kaiserstraße, der AK ÖV II in 5 Sitzungen zwischen 6. Juli 2000 und 21. Februar 2001 langfristige Maßnahmen zur Entlastung der Kaiserstraße.[41] Im AK ÖV II wurden drei Konzepte entwickelt:

  • Variante A des VCD: Oberirdisches Straßenbahnnetz mit Netzergänzungen: Eine weitere Rampe am Hauptbahnhof, mit der die Linien S3, S4 und S5 bei gleichzeitiger Anbindung von Hauptbahnhof und Innenstadt anders geführt und die Fußgängerzone von einer Zweisystemlinie entlastet werden kann, sowie die Kriegsstraße, mit der eine Entlastung um eine weitere Linie möglich ist.
  • Variante B der Verkehrsbetriebe: Straßenbahnfreie Fußgängerzone – Zwei-Stufen-Modell: Im ersten Schritt wird ein Ost-West-Tunnel mit Südabzweig am Marktplatz gebaut, der alle regionalem Stadtbahnlinien aufnehmen soll, der oberirdische Südabzweig am Marktplatz kann stillgelegt werden. In einer zweiten Stufe werden Südabzweige an Europa- und Kronenplatz geplant, um den kompletten Straßenbahnverkehr aus der Fußgängerzone herausnehmen zu können. Außerdem gibt es eine Option auf einen Nordostabzweig am Durlacher Tor. Die letzteren drei Rampen befänden sich in städtebaulich kritischem Umfeld.
  • Variante C der BUZO: Tram oben, Stadtbahn unten – Entlastung der Kaiserstraße und Kapazitätserweiterung: Im Prinzip die erste Stufe von B, Gleise in der Fußgängerzone bleiben aber langfristig bestehen, dadurch mehr Leistung und Flexibilität sowie Belebung der Innenstadt auch nachts.[40]

Als offizielles Ergebnis des AK ÖV wurde bezeichnet, dass sich nur vier Stimmen für Variante A ausgesprochen haben, eine deutliche Mehrheit habe für eine Tunnellösung votiert. Dabei werden aber beide Tunnelvarianten zusammen geworfen, die sich in Bauaufwand und Ergebnis (Straßenbahnfreiheit der Fußgängerzone, ein später als wesentlich bezeichnetes Argument aus dem Bürgerentscheid 1996) deutlich unterscheiden.[41][42]

City 2015 und zweiter Bürgerentscheid[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Diese drei Varianten waren die Grundlage des weiteren Prozesses, der zunächst im Oktober 2001 in eine Gemeinderatsvorlage für eine Bürgerbeteiligung mit dem Titel „City 2015 – Zukunftschancen für die Karlsruher Innenstadt“ mündete:

Über die Entwicklung seit den 70ern (Fußgängerzone, Aufwertung des ÖPNV) und der Konkurrenz zu anderen Städten und der „grünen Wiese“ mit Erwartungen der Besucher einer Innenstadt an Erreichbarkeit und Aufenthaltsqualität wurde ein Bedarf angenommen, die Innenstadt in einer offenen Diskussion zukunftsfähig weiterzuentwickeln. Ein Thema dabei wäre die Bahn, denn „in der inneren Stadt stellt sich die physische Dimension von Stadt- und Straßenbahnwagen sowie die Vielzahl der gebündelten Linien als Herausforderung für die weitere Diskussion dar. Wenn es möglich wird, die fußgängerunfreundliche Dichte der Fahrzeuge zu verringern, bis hin zu einer vollständigen Befreiung, sind weitreichende städteräumliche und funktionale Verbesserungen denkbar und möglich. Soll das qualitativ herausragende Angebot des Karlsruher öffentlichen Personennahverkehrs beibehalten werden, erscheint das Tieferlegen der innerstädtischen Strecken diskussionswert. Es kann nach derzeitiger Einschätzung sogar weiteren Zuwächsen im öffentlichen Nahverkehr Rechnung tragen.“ Auch die großen Knotenpunkte am Rande der Innenstadt seien an der Grenze der Leistungsfähigkeit. Im weiteren Verlauf der Vorlage wird die Variante B des AK ÖV als dessen Empfehlung zitiert, aber auch die Ergänzung des innerstädtischen Straßenbahnnetzes mit einer Strecke in der Kriegsstraße.[40]

Die beschlossene Bürgerbeteiligung „City 2015“ bestand aus folgenden Komponenten: Begleitausschuss Gemeinderat, Workshop von fünf Nichtkarlsruher Architekturbüros, ein Bürgerforum I, Bürgerarbeitsgruppen, Projektgruppe Bürgervereine, Facharbeitsgruppen von Verbänden, Klausurtagung Expertenforum, Bürger- und Besuchergutachten an zwei Wochenenden, Bürgerforum II mit Präsentation der Ergebnisse, Grundsatzbeschluss des Gemeinderates. Für den September 2012 war ein Bürgerentscheid geplant. Parallel dazu sollte während der ganzen Bürgerbeteiligung bis zum Bürgerentscheid ein Internetforum angeboten werden, das jedoch schon zum 7. August geschlossen wurde bei Wechsel der Trägerschaft von der „Kommunalentwicklung (KE)“ zur Stadt. [43] Die Bürgerarbeitsgruppen teilten sich auf folgende Themen auf: Entwicklung der Fußgängerzone (2 Gruppen), Gestaltung von öffentlichen Räumen (2), Einkaufen in der City und Arbeiten in der City (1), Wohnen in der City (1-2), Entwicklung des Nahverkehrsnetzes (5), Gestaltung und Lage von Haltestellen (1), Auto und Rad fahren in der City (2), Umgestaltung der Kriegsstraße (2).[44]

Auch wenn „City 2015“ viele innenstadtrelevante Themen umfasste, stand doch das Teilthema U-Strab im Fokus der Teilnehmer und der Öffentlichkeit. So wurden die rund 420 Teilnehmer der Bürgerarbeitsgruppen am Anfang nach der von ihnen favorisierten Lösung befragt. Zur Wahl standen die drei Varianten des AK ÖV (siehe oben) und die Auswahlmöglichkeiten „Status Quo“ D, „Sonstige Lösung“ E und „(noch) keine“ F. Das nicht repräsentative Meinungsbild von 335 an City 2015 teilnehmenden Bürger ergab 141 Punkte für A (oberirdisches Straßenbahnnetz), 72 für B (straßenbahnfreie Fußgängerzone), 60 für C (Tram oben, Stadtbahn unten), 2 für D, 29 für E, 31 für F,[45] die zwei Tunnelvarianten mit unterschiedlichen Ansätzen konnten nur zusammen gleichziehen. Das nachfolgende Expertenforum bewertete Tunnellösungen besser als oberirdische. Das Gutachten von 89 repräsentativ ausgesuchten Bürgern (nicht wie geplant nach Stadt und Region unterschieden) kam am 6. und 8. Juni 2001 zu 94,4 % zum Ergebnis einer „Untertunnelung des gesamten Bahnverkehrs, um eine völlig freie Fußgängerzone mit hoher Qualität erreichen zu können“. Kurz darauf wurde von Oberbürgermeister Heinz Fenrich im Begleitausschuss des Gemeinderats am 12. Juni die heutige „Kombilösung“ als Ergebnis der (noch nicht beendeten) Bürgerbeteiligung präsentiert, die in dieser Form jedoch in den Bürgergruppen nicht thematisiert wurde.[46] Die Diskrepanz zwischen Anfangsvotum und Bürgergutachten und die Verkündung der in City 2015 nicht diskutierten Kombilösung noch vor Ende der Beteiligung führte zu Kritik am Verfahren. Das abschließende Bürgerforum II am 3. Juli 2002, auf dem das Ergebnis der Bürgerbeteiligung City 2015 zusammen mit der Kombilösung vorgestellt wurden, verdeutlichte den „Riss durch die Stadt“ in der U-Strab-Frage, wie auch den weitgehenden Konsens in den 5 anderen Punkten, darunter der Umbau der Kriegsstraße.[47] Danach entschied sich der Gemeinderat am 23. Juli 2002 für die Kombilösung und den Bürgerentscheid.[48] Festgelegt wurde dabei auch die Fragestellung des Bürgerentscheids:

Sind Sie zur Entlastung der Kaiserstraße und Umgestaltung der Karlsruher Innenstadt für die Umsetzung der „Kombi-Lösung“, die aus folgenden Maßnahmen besteht:

  • Unterirdische Führung des Schienenverkehrs in der Kaiserstraße mit einem unterirdischen Südabzweig am Marktplatz und
  • schienenfreie Fußgängerzone zwischen Europaplatz und Kronenplatz sowie
  • Umbau der Kriegsstraße mit einem Straßentunnel und oberirdischen Straßenbahnlinien?
☐ JA ☐ NEIN

Die Zusammenführung des nicht umstrittenen Umbaus der Kriegsstraße mit der strittigen Untertunnelung in einer Frage war ebenfalls Ziel von Kritik. Durchgeführt wurde der Entscheid am 22. September 2002 zusammen mit der Bundestagswahl 2002, was zu einer deutlich höheren Beteiligung als beim ersten Bürgerentscheid führte. Das Ergebnis war eine Zustimmung von 55,55 %.[49]

Auf der Seite der Gegner gab es kein gemeinsames Alternativkonzept. Grüne, VCD und Bürgerinitiative traten mit vier Alternativnetzen an (drei davon von Berufsverkehrsplanern) mit unterschiedlichen Schwerpunkten.[50]

Planungsphase[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Für Planung und Umsetzung wurde im Mai 2003 die Karlsruher Schieneninfrastruktur-Gesellschaft mbH (KASIG) gegründet. Diese stellte kurz vor Weihnachten 2004 den GVFG-Förderantrag. Man hat beschlossen, das Teilprojekt Stadtbahntunnel mit einem Planfeststellungsverfahren, das Teilprojekt Kaiserstraße mit einem Bebauungsplanverfahren zu planen. Am 20. April 2005 fand eine vorgezogene Bürgerbeteiligung im Rahmen des Bebauungsplanverfahrens Kriegsstraße statt. Beide Planungen lagen vom 9. Januar bis 10. Februar 2006 öffentlich aus, Einwendungen konnten bis zum 24. Februar 2006 eingereicht werden.[51] Der Erörterungstermin für das Planfeststellungsverfahren fand vom 16. bis 18. Mai 2006 statt.

Am 11. März 2008 wurde der Bebauungsplan Kriegsstraße vom Gemeinderat beschlossen. Eine Randnotiz, die Entscheidung über die Reihenfolge der Projekte solle der KASIG überlassen werden, sorgte für Aufregung, denn es war Konsens, dass dies der Gemeinderat entscheidet, was dann am 21. Oktober 2008 erfolgte.[52] Die Entscheidung fiel zugunsten der Reihenfolge Stadtbahntunnel – Kriegsstraße aus, wegen verkehrlicher und finanzieller Vorteile und weil die Bauzeit so unter Berücksichtigung des möglichst baustellenarmen Jahres des 300. Stadtjubiläums zwei Jahre kürzer ausfalle.[31]

Am 15. Dezember 2008 wurde der Bewilligungsbescheid des Förderantrags erteilt. Bei der gesamtwirtschaftlichen Bewertung der Kombilösung wurde ein Nutzen- Kosten-Indikator von 1,186 ermittelt.[53] Nach einer Absichtserklärung vom 3. Juli 2007 unterzeichneten Stadt und Land am 22./23. Dezember 2008 eine Finanzierungsvereinbarung über eine Festbetragsfinanzierung von 100,8 Millionen Euro in zwölf Jahresraten, erstmals zum 30. Juni 2010.[54] Die Förderzusage gilt nur bis zum 31. Dezember 2019, da dann das GVFG ausläuft. Die Förderzusage für den Umbau der Kriegsstraße erfolgte nur unter dem Vorbehalt, dass die Notwendigkeit des Umbaus zeitnah zum Baubeginn nochmals nachgewiesen wird. Hintergrund dieser Einschränkung sind die hohen Kosten des Autotunnels bei einer Finanzierung aus einem Topf des Schienenverkehrs.

Am 17. Dezember 2008 wurde der Planfeststellungsbeschluss übergeben.[55] Gegen den Beschluss wurden zwei Einzelklagen eingereicht[56], nur von einer wurde der Inhalt bekannt. Hierin ging es um die unzureichende Breite der Rettungswege im Tunnel für Rollstuhlfahrer, was auch Thema einer Petition des Klägers war. Am 24. März 2010 wurde die Klage wegen Nichtbetroffenheit für unzulässig erklärt.[57]

Die Gegner des Projektes unternahmen mit einem neuen Bündnis ab 27. August 2009 einen letzten Versuch, das Projekt zu verhindern, indem sie Unterschriften für ein Bürgerbegehren sammelten, das sich nicht gegen einen konkreten Gemeinderatsbeschlüssen richtet (ansonsten hätte die Sammlung innerhalb einer Frist nach dem Beschluss erfolgen müssen). Die Zahl der nötigen Unterschriften wurde zwar laut Ergebnis der Prüfung am 5. November 2009 erreicht, aber die Zulässigkeit des Bürgerbegehrens wurde verneint, was am 7. Mai 2010 durch eine Eilentscheidung des Verwaltungsgerichtshofes Mannheim bestätigt wurde.[58]

Parallel dazu wurde im Dezember 2009 von den Grünen ein Gutachten bei Vieregg-Rössler in Auftrag gegeben, das die Schätzung der Baukosten aber als seriös bezeichnete. Die errechneten Folgekosten seien jedoch zu niedrig angesetzt. Im Zuge dieses Gutachtens kamen dem Büro Zweifel, ob die Leistungsfähigkeit des Tunnels richtig beurteilt wurde. Der BUND beauftragte daher ein Folgegutachten zu diesem Thema. Knackpunkt sei danach das unterirdische höhengleiche Gleisdreieck, dessen Kapazität nicht für die geplante Zahl an Bahnen ausreiche. Das Problem wäre durch Umplanung lösbar.[59] Die KASIG und das Landesministerium wiesen dies zurück und verwiesen auf den Nachweis der Leistungsfähigkeit durch ein Gutachten von DB International.[60]

Eine Bundestagsanfrage der Grünen im Juli 2010 ergab, dass der Nutzen-Kosten-Quotient nicht mehr bei 1,186 liegt, sondern nur noch bei 1,12 wegen einer nicht genehmigten Abweichung von der Standardisierten Bewertung: Geringe Reisezeitgewinne dürfen nicht voll in die Berechnung eingebracht werden.[61]

Die Ausschreibungsunterlagen wurden am 19. Juni 2009 an fünf ausgewählte Konsortien versandt. Die Angebote mussten bis 6. Oktober 2009 abgegeben werden.[62] Am 23. Februar 2010 wurde bekannt gegeben, dass der Zuschlag über 300 Millionen Euro an die zur Alpine Holding gehörende Arge aus Alpine Bau Deutschland AG, Universale Grund- und Sonderbaugesellschaft mbH (GSB), Alpine Beton- und Monierbau (Bemo) Tunneling GmbH und deren Mutterkonzern FCC Construcciòn erteilt wurde.[63]

Nach ersten Vorarbeiten in 2009 inklusive des Baus eines Infopavillons am Ettlinger Tor („K.“) erfolgte am 21. Januar 2010 der offizielle Spatenstich des Stadtbahntunnels am Europaplatz.

Bauphase[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Alpine-Insolvenz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nachdem die im Oktober 2012 gemeldeten Liquiditätsschwierigkeiten der Alpine Anfang 2013 zunächst gelöst schienen, musste die Alpine Bau in Österreich am 19. Juni 2013 Insolvenz anmelden.[64] Die an der Arge beteiligten Unternehmen der Alpine Holding waren davon zunächst nicht betroffen.[65] Im Verlauf des Tages meldete aber auch die Alpine Bau Deutschland Insolvenz an.[66] Der Weiterbau der Kombilösung sei aber gesichert, notfalls werden Rechnungen von Subunternehmern von der KASIG direkt bezahlt und die anderen Partner der Arge springen ein.[67] „Möglicherweise bringt die Insolvenz Zeitverlust, höhere Kosten und neue Partner mit sich.“[68] Am 12. Juli 2013 wurde bekannt, dass die Alpine Deutschland aus der Arge ausscheidet, Bemo Tunneling übernimmt deren Aufgaben und Personal.[69]

Hohlraum unter der Kaiserstraße[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 25. Juni 2015 brachte der Tunnelvortrieb im Bereich der Haltestelle Lammstraße instabilen Untergrund aus Kies und Sand zum Abrutschen. Dadurch entstand ein Hohlraum unter der Kaiserstraße. Da sich die Straßenbahnschienen um mehr als 20 mm abgesenkt hatten, musste der Straßenbahnbetrieb auf der Kaiserstraße eingestellt werden.[70][71] Nachdem der Hohlraum mit Beton aufgefüllt worden war, wurde der Boden im Bereich des Hohlraums verdichtet und die Gleise wurden unterschottert.[72] Der Bahnbetrieb in der Kaiserstraße wurde am 8. Juli 2015 wieder aufgenommen.[73]

Stand der Arbeiten Ende März 2017[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ost-West-Strecke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Erste Abschnitte der Durlacher Allee südlich der Rampe sind wieder befahrbar, nördlich der Rampe hat der Straßenbau erst Mitte März begonnen, da hier von den Stadtwerken noch neue Gas- und Wasserleitungen verlegt wurden. Die Haltestelle Durlacher Tor ist im Rohbau fertiggestellt, die provisorischen Deckenstützen wurden entfernt und die beiden Andienöffnungen verschlossen. Oberirdisch wurden die Baustelleneinrichtungen für den Tunnelbau (Werkstatthalle, Portalkran, Containerdorf etc.) demontiert und die noch auf dem Platz gelagerten ca. 400 m³ Aushub abtransportiert. Auch der Zugang Südwest an der Brunnenstraße ist jetzt fertig betoniert. In die Tunnelröhre zwischen Durlacher Tor und Kronenplatz ist die Betonsohle für die Gleise eingebracht und es werden die seitlichen Notwege installiert. In der Rampe zum Gottesauer Platz wurde mit der Installation der Notwege begonnen. In der Haltestelle Kronenplatz und im Gleisdreieck am Marktplatz sind die Sohlen fertig betoniert, derzeit wird am Bau der Stahlbetonwände gearbeitet. In der Tunnelröhre zwischen Kronenplatz und Gleisdreieck wurde der zwischenzeitlich gelagerte Aushub entfernt, aktuell wird auch hier die Betonsohle eingebracht. In der Haltestelle Lammstraße ist der letzte Sohlenabschnitt Mitte März betoniert worden und der Bau der Wände wurde gestartet. Das Schott zur Station Marktplatz wurde abgebaut. In der Station Europaplatz ist der dritte Abschnitt der Stahlbetonsohle in Arbeit, die Abfuhr des restlichen Aushubs erfolgt hier vor allem über die Rampe in der Kaiserallee. Auf dem Kaiserplatz wurden die Baustelleneinrichtungen entfernt und mit der Wiederherstellung der Grünanlagen begonnen, von der Baustelle an der westlichen Rampe ist nur noch das Containerdorf vor der Christuskirche verblieben.

Südabzweig[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blick in die zukünftige unterirdische Haltestelle Marktplatz in Karlsruhe, Bauzustand November 2016.

In der Haltestelle Marktplatz werden noch die inneren Wände und die Räume oberhalb des dritten Gleises erstellt. Die Kalotte des ‚Sabine‘-Tunnels zwischen Marktplatz und Ettlinger Tor ist bis an die Südwand der Haltestelle Marktplatz aufgefahren, derzeit wird der Tunnel ‚rückwärts‘, also von Nord nach Süd, bis auf die endgültige Sohle vertieft und die Sauberkeitsschicht als Vorbereitung für den Bau der Sohle wird eingebracht, dabei arbeitet man nach wie vor unter Überdruck. Zwecks besserem Zugang wurde in der Station Marktplatz eine zweite Druckschleuse zum Tunnel eingebaut. In der Station Ettlinger Tor (dem ‚Kombibauwerk‘) sind der Boden, die Wände und der Deckel des Straßentunnels gegossen. Unterhalb des Straßentunnels und im Nordkopf der Haltestelle sind die Ankerarbeiten abgeschlossen, so dass in Kürze mit dem Bau der Sohle begonnen werden kann. Im Südkopf der Haltestelle sind die Sohle und die Stahlbetonwände fertig und die provisorischen Deckenstützen werden entfernt. Der Deckel des ersten Tunnelsegments in der Ettlinger Straße, der noch als Andienöffnung für den Rohbau der Station genutzt wurde, ist Anfang März betoniert worden, damit sind der Tunnel südlich des Ettlinger Tors und die Rampe an der Augartenstraße im Rohbau fertig, an der Oberfläche laufen die Arbeiten zur Wiederherstellung der Ettlinger Straße. Die Haltestelle Kongresszentrum ist im Rohbau fertiggestellt, die provisorischen Deckenstützen wurden entfernt und es wurde mit den Arbeiten an den Bahnsteigen begonnen.

Autotunnel Kriegsstraße[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Bundesrechnungshof hatte im Mai 2016 den volkswirtschaftlichen Nutzen des Autotunnels angezweifelt, da er den Bau des Tunnels generell nicht für notwendig erachtet.[74], im Herbst wurden die Fördergelder aber trotzdem freigegeben und die Auftragsvergabe eingeleitet. Für die ersten zwei Bauabschnitte (zwischen Ritter- und Lammstraße sowie Kapellen- und Henriette-Obermüller-Straße) werden aktuell die Arbeiten vorbereitet, als erster Schritt wurde im März die Fußgängerbrücke an der Ritterstraße abgerissen. Am 21. April 2017 erfolgte der erste Spatenstich dieses Teilprojekts.[75] Zu dieser Zeit wurde erwartet, dass es 230,2 Millionen Euro kosten würde und bis Ende 2021 fertiggestellt sei.[75]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Kombilösung – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Nachfolgende Daten des Abschnitts Stadtbahntunnel vom Erstbearbeiter größtenteils aus den Planfeststellungsunterlagen u. ä., dem Stadtwiki. Abgerufen am 1. Mai 2013., Kenntnissen aus Presse etc.
  2. KASIG und ka-news 13. September 2013 bzw. BNN vom 14. und 28. September 2013 bzgl. der 2 bis 2,5 bzw. 3 Jahre
  3. Stadtzeitung vom 30. Januar 2015, und bei ka-news Sparpläne für Kombilösung: Bleibt der Marktplatz gleisfrei? und Südabzweig am Marktplatz: Leere Geschäfte ab 2018?, alle abgerufen am 25. Mai 2015
  4. ka-news-Artikel: „Tag der offenen Baustelle“: 15.000 Besucher strömen zum Durlacher Tor. Abgerufen am 14. November 2014.
  5. ka-news-Artikel: Kombilösung: Tunnelbohrer ist bestellt – 2014 geht’s unter die Erde. Abgerufen am 8. August 2013.
  6. ka-news-Artikel: Kombilösung: Tunnelbohrer "Giulia" am Mühlburger Tor angekommen. Abgerufen am 8. September 2015.
  7. Online-Zeitungsartikel. ka-news, abgerufen am 1. Mai 2013.
  8. Kombi-News: Hier befindet sich Fächerwurm "Giulia" gerade! ka-news.de, 5. Dezember 2012, abgerufen am 10. Dezember 2014.
  9. Hier geht’s voran! KASIG – Karlsruher Schieneninfrastruktur-Gesellschaft mbH, abgerufen am 10. Dezember 2014.
  10. Nachfolgende Daten des Abschnitts Stadtbahntunnel vom Erstbearbeiter größtenteils aus den Bebauungsplanunterlagen u. ä., Kenntnissen aus Presse etc.
  11. ka-news vom 9. April 2014, abgerufen am 10. April 2014
  12. alte Projektseite der Stadt, Fassung im Wahlkampf (Memento vom 29. Oktober 2002 im Internet Archive)
  13. Wettbewerbsseite. Stadt Karlsruhe, abgerufen am 1. Mai 2013.
  14. Aus der Variantenabwägung des Planfeststellungsbeschlusses. Regierungspräsidium Karlsruhe, abgerufen am 1. Mai 2013.: „2.4.1.6 Stadtbahntunnel mit oberirdischer Bahnanlage in der Kaiserstraße (Fußgängerzone)“
    Bei dieser Alternative geht es darum, neben dem Stadtbahntunnel weitere Linien oberirdisch in der Kaiserstraße zu belassen. Dazu ist allerdings in Erinnerung zu rufen, dass Gegenstand des vorliegenden Planfeststellungsverfahrens lediglich der Bauteil „Stadtbahntunnel Kaiserstraße mit Südabzweig Ettlinger Straße“, nicht jedoch der Rückbau der Gleise in der Kaiserstraße und die Umgestaltung der Kriegsstraße ist. Die Planfeststellungsbehörde hat bei der ihrer Entscheidung unterliegenden Planung zwar realistische Entwicklungen mit in Betracht zu ziehen, soweit sie sich auf die festzustellende Maßnahme auswirken können. Bereits im Rahmen der Prüfung der Planrechtfertigung ist die Planfeststellungsbehörde allerdings zum Ergebnis gelangt, dass der „Stadtbahntunnel Kaiserstraße mit Südabzweig Ettlinger Straße“ sowohl aus verkehrlichen als auch städtebaulichen Gründen aus sich heraus gerechtfertigt ist, unabhängig davon, ob weiterhin Gleise oberirdisch verbleiben (sog. „Zwischenzustand“) oder ob eine Weiterentwicklung in der Kriegsstraße erfolgt. Einer abschließenden Entscheidung, welche dieser beiden Varianten sich im Ergebnis als vorteilhafter erweist, bedarf es im vorliegenden Verfahren deshalb nicht. In der Konsequenz kann der Vorhabensträger jedenfalls im vorliegenden Verfahren auch nicht verpflichtet werden, weiterhin oberirdischen Schienenverkehr in der Kaiserstraße durchzuführen. Gleiches gilt allerdings auch für eine mögliche Verpflichtung zum Rückbau der oberirdischen Gleisanlagen in der Kaiserstraße. Den Vorschlag der Anhörungsbehörde, vor dem Hintergrund der Beschlusslage des Bürgerentscheids im Planfeststellungsbeschluss eine Maßgabe aufzunehmen, welche den Vorhabensträger auf Verlangen der Stadt Karlsruhe verpflichtet, einen Rückbau der Schienenanlage in der Kaiserstraße vorzunehmen, greift die Planfeststellungsbehörde daher nicht auf. Zum einen ist es grundsätzlich nicht Aufgabe der Planfeststellungsbehörde eine interne Willensbildung abzusichern, zum anderen hat es die Stadt Karlsruhe aufgrund ihrer Gesellschafterstellung selbst in der Hand eine von ihr getragene Beschlussfassung auch durchzusetzen.
  15. Übersicht im Stadtwiki. Abgerufen am 1. Mai 2013.
  16. Liste im Karlsruher Stadtwiki ohne Kaiser Wilhelm. Abgerufen am 1. Mai 2013.
  17. Kopie des „denkbaren Liniennetzes“. auf einer privaten Webseite, abgerufen am 1. Mai 2013.
  18. Offizielles Liniennetz. KASIG, abgerufen am 1. Mai 2013 (PDF; 45 kB).
  19. siehe Grobkonzept. Stadt Karlsruhe, abgerufen am 1. Mai 2013.
  20. Kopie des Ohnefalls. auf einer privaten Webseite, abgerufen am 1. Mai 2013 (PDF; 31 kB).
  21. Linie 9 im Stadtwiki. Abgerufen am 1. Mai 2013.
  22. Ausschnitte aus der kleinen. Abgerufen am 1. Mai 2013. und großen Infobroschüre. auf einer privaten Webseite, abgerufen am 1. Mai 2013.
  23. Alle Zahlen des Kapitels aus der detaillierteren Stadtwiki-Seite. Abgerufen am 1. Mai 2013., das auch eine große Zahl von weiteren Quellen nennt.
  24. Online-Zeitungsartikel. ka-news, abgerufen am 1. Mai 2013.
  25. [1]
  26. [2]
  27. Artikel dazu in der Stuttgarter Zeitung und bei ka-news: Stehen die Bundeszuschüsse auf der Kippe?, "Das Projekt ist nicht in Gefahr" und Karlsruher Stadträte beziehen Stellung, alle abgerufen am 25. Mai 2015
  28. Aus dem Zuwendungsbescheid bei wikileaks, abgerufen 20. Mai 2015: „Ich weise vorsorglich darauf hin, dass bei gravierender Kostenerhöhung die Gefahr besteht, dass dem Vorhaben angesichts des knappen Nutzen-Kosten-Indikators die Fördervoraussetzungen entzogen werden“ und „Sollten die bei der Prüfung des Antrages festgestellten Kosten überschritten werden oder wird eine erforderlich, ist unverzüglich ein Ergänzungsantrag mit den für seine Beurteilung notwendigen Unterlagen vorzulegen.“
  29. Aus den Badischen Neuesten Nachrichten vom 23. Mai 2015: „Als Konsequenz aus der Kritik des Bundesrechnungshofes an den Kosten der Kombilösung […] droht laut OB Frank Mentrup eine mögliche Verzögerung der Vergabe für die Arbeiten zum Kriegsstraßenumbau. Diese läuft zur Zeit. Inzwischen hat das Bundesverkehrsministerium eine ‚Gesamtbetrachtung der Kosten im umfangreichen Rahmen‘ angefordert, so der OB. Vorher könne nicht über die Beauftragung von Firmen entschieden werden. […]“
  30. Große Info-Broschüre zum Bürgerentscheid
  31. a b Gemeinderatsvorlage 21. Oktober 2008
  32. a b c d e f Bisherige Untersuchungen zum öffentlichen Personennahverkehr in Karlsruhe, Stadt Karlsruhe, Stadtplanungsamt, Aspekte der Stadtplanung, Nr. 21, Januar 1999
  33. „Unter Strom“, S. 232–234.
  34. a b U-Strab in Karlsruhe, Studie über Möglichkeiten einer unterirdischen Straßenbahn in der Innenstadt, Stadt Karlsruhe, Mitteilungen Bürgermeisteramt, Nr. 25, Mai 1989, Dez. IV
  35. aus 89er Studie, Zusammenfassung überarbeitet nach Vcfr“ etc.: Kombilösung Entstehungsgeschichte, Abschnitt 1989. Stadtwiki Karlsruhe, abgerufen am 1. Mai 2013.
  36. a b alte Projektseite der Stadt (Memento vom 14. September 2001 im Internet Archive)
  37. a b Inoffizielle Wiedergabe der Liniennetze 1997/2004/2014 zu finden. auf einer privaten Webseite, abgerufen am 1. Mai 2013. ebenso Alternativnetze.
  38. Rückblick 1996: Bürgerentscheid. Abstimmungsergebnis Bürgerentscheid Stadtbahntunnel Kaiserstraße am 20. Oktober 1996. Stadt Karlsruhe, abgerufen am 21. Mai 2015.
  39. Aus dem Zwischenbericht von DE-Consult, Dezember 1996
  40. a b c Vorlage zur Gemeinderatssitzung am 23. Oktober 2001. Stadt Karlsruhe, abgerufen am 1. Mai 2013., siehe auch Online-Zeitungsartikel. ka-news, abgerufen am 1. Mai 2013. und zwei Artikel im kreisfairkehr 1/98. VCD Karlsruhe, abgerufen am 1. Mai 2013.
  41. a b Inoffizielle Zusammenfassung der Sitzungen. auf einer privaten Webseite, abgerufen am 1. Mai 2013.
  42. Bericht in kreisfairkehr 1/2002. VCD Karlsruhe, abgerufen am 1. Mai 2013.
  43. Zeitplan auf alter City2015-Seite (Memento vom 4. Juni 2002 im Internet Archive)
  44. Zeitplan auf alter City2015-Seite (Memento vom 4. Juni 2002 im Internet Archive)
  45. Kopie der Ergebnistabelle. auf der Seite der BI, abgerufen am 1. Mai 2013.
  46. Daten aus den Berichten im Grünen-Rundbrief 8/9-2002. Archiviert vom Original am 21. August 2014, abgerufen am 1. Mai 2013 (PDF; 836 kB). und kreisfairkehr 2/02. VCD Karlsruhe, abgerufen am 1. Mai 2013., Online-Zeitungsartikel. ka-news, abgerufen am 1. Mai 2013.
  47. Online-Zeitungsartikel. ka-news, abgerufen am 1. Mai 2013.
  48. Online-Zeitungsartikel. ka-news, abgerufen am 1. Mai 2013.
  49. Bürgerentscheid City 2015 - amtliche Endergebnisse. (Nicht mehr online verfügbar.) Stadt Karlsruhe, Amt für Stadtentwicklung - Wahlamt -, September 2002, ehemals im Original, abgerufen am 21. Mai 2015.@1@2Vorlage:Toter Link/www1.karlsruhe.de (Seite nicht mehr abrufbar; Suche in Webarchiven)
  50. Übersicht über alle Netze. auf einer privaten Webseite, abgerufen am 1. Mai 2013.
  51. Ankündigung in der Stadtzeitung vom 30. Dezember 2005. Stadt Karlsruhe, abgerufen am 1. Mai 2013.
  52. Artikel in der Stadtzeitung. Stadt Karlsruhe, abgerufen am 1. Mai 2013.
  53. Aus einer Antwort auf eine Landtagsanfrage. Ba-Wü, abgerufen am 1. Mai 2013 (PDF; 53 kB)., Förderbescheid bei. Wikileaks, abgerufen am 1. Mai 2013.
  54. siehe Webseite des Landesverkehrsministeriums. Abgerufen am 1. Mai 2013.
  55. Der Planfeststellungsbeschluss auf der Seite des. Regierungspräsidiums Karlsruhe, abgerufen am 1. Mai 2013 (PDF; 971 kB).
  56. Online-Zeitungsartikel. ka-news, abgerufen am 1. Mai 2013.
  57. Seite zur Petition. auf der privaten Webseite des Petenten, abgerufen am 1. Mai 2013.
  58. Begründungen im Detail im Stadtwiki Karlsruhe. Abgerufen am 1. Mai 2013.
  59. Beide Gutachten mit allen Bestandteilen. auf einer privaten Webseite, abgerufen am 1. Mai 2013.
  60. PM der. KASIG, abgerufen am 1. Mai 2013. und Mitteilung Landes bei. KASIG, abgerufen am 1. Mai 2013.
  61. Antwort auf die Anfrage. Bundestag, abgerufen am 1. Mai 2013 (PDF; 63 kB)., siehe auch weitere Fußnote im Stadtwiki
  62. Daten aus dem Stadtwiki. Abgerufen am 1. Mai 2013.
  63. PM beim BvRK. Abgerufen am 1. Mai 2013. und ka-news-Artikel zur Pleite von Alpine. Abgerufen am 1. Juni 2013.
  64. Salzburger Nachrichten zur Insolvenz. Abgerufen am 19. Juni 2013.
  65. Salzburger Nachrichten zu den betroffenen Gesellschaften. Abgerufen am 19. Juni 2013. und ka-news-Artikel zur Pleite von Alpine. Abgerufen am 19. Juni 2013.
  66. Handelsblatt zur Pleite von Alpine Deutschland. Abgerufen am 19. Juni 2013.
  67. ka-news-Artikel. Abgerufen am 22. Juni 2013.
  68. ka-news-Artikel. Abgerufen am 22. Juni 2013.
  69. ka-news-Artikel. Abgerufen am 12. Juli 2013.
  70. Hohlraum unter der Fußgängerzone: Bahnen in Karlsruhe fahren nach Ersatzkonzept. Abgerufen am 30. Juni 2015.,Pressemitteilung zur Kombilösung
  71. Hohlraum unter Kaiserstraße entstand an neuralgischem Punkt - Sperrung Gleise voraussichtlich bis Mitte nächster Woche. Abgerufen am 30. Juni 2015.,Pressemitteilung zur Kombilösung
  72. Hohlraum: Sanierung unter der Kaiserstraße abgeschlossen. Abgerufen am 30. Juni 2015.,Pressemitteilung zur Kombilösung
  73. Bahnbetrieb in der Kaiserstraße startet morgen in aller Frühe - Arbeiten zum Freischneiden von „Giulia“ laufen weiter. Abgerufen am 8. Juli 2015.,Pressemitteilung zur Kombilösung
  74. Bundesrechnungshof sagt "Nein" zum Kriegsstraßentunnel. In: ka-news.de. 3. Mai 2016, abgerufen am 19. September 2016.
  75. a b Baubeginn der Straßenbahntrasse in Karlsruhe. Ministerium für Verkehr Baden-Württemberg, 21. April 2017, abgerufen am 23. Mai 2017.