Konservative Annahme

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Eine konservative Annahme ist eine Annahme, Hypothese, Vereinfachung oder Approximation aufgrund von Tatsachen, Erfahrung, Intuition, Linearisierung, Grenzwertbertrachtungen oder ähnlichem. Eine konservative Annahme liegt auf der sicheren Seite. Sie stellt oftmals eine Vereinfachung dar, welche auch zur Überbrückung von Daten- oder Verständnislücken verwendet werden könnten.[1]

Im Ingenieurwesen werden oft Annahmen für Randbedingungen, Voraussetzungen, Theorien oder Kennwerte getroffen. Eine solche Annahme nennt man konservativ, wenn sie die Anforderungen Sicherheitsreserven enthält. Eine konservative Annahme ist eine Vereinfachung, die nicht auf der ungünstigen Seite liegt, das heißt sie kann zwar in gewissen Fällen mit der exakten Berechnung übereinstimmen, aber sie kann auch auf der sicheren Seite überdimensionieren. In der heutigen Normung werden geringe Versagenswahrscheinlichkeiten (~10^-6) in der Lebenszeit des Gebäudes eingefordert und deshalb werden in der Berechnung oftmals Lasten über dem Erwartungswert angenommen um Streuungen auszugleichen. Dies hat jedoch nichts mit einer konservativen Annahme zu tun, eine konservative Annahme hingegen sagt aus, dass man eine Vereinfachung trifft, die das geforderte Sicherheitsniveau sicher einhält, aber nicht die volle Komplexität mehr aufweist und damit in einigen Fällen zu einer überdimensionierung führen könnte. Das Bauteil erfüllt bei einer Überdimensionierung höhere Anforderungen, und wird dann oftmals dicker, breiter, enthält mehr Bewehrung, mehr Aussteifungen, bessere Materialqualität, kleinere Imperfektionen, bessere Kerbklasse,... . Damit liegt man aber „auf der sicheren Seite“. Würde man die Annahme der Anforderungen unter der maximalen erwarteten Belastung ansiedeln, wäre die Bemessung zu schwach und man läge „auf der unsicheren Seite“.

Von konservativen Annahmen, welche eine Vereinfachung darstellen, muss man ungünstige Annahmen unterscheiden, welche keine Vereinfachung darstellt, sondern einen für den Bemessungslastfall relevanten Fall. Man bezeichnet Belastungen als ungünstig, wenn sie für den jeweiligen Lastfall die Ausnützung steigern. Selbst wenn man von einem einzelnen Einzelstab ausgehen würden, können hier unzählige Lastfälle maßgeblich werden, nicht nur da es unterschiedliche Schnittkraftkombinationen (Normalkraft, Biegemoment, Querkraft) gibt, sondern auch weil die Schnittgrößen an jeder Stelle des Stabes eingehalten werden muss, was insbesondere bei Abstufungen, von dazugeschweißten Blechen maßgeblich wird.

Der Begriff konservative Annahme ist in der Fachsprache der Ingenieure gebräuchlich, wird aber auch in wirtschaftlichen Zusammenhängen, zum Beispiel im Bankwesen, benutzt und hat bereits Eingang in die Umgangssprache gefunden. Der Begriff stellt eine Schätzung, die auf Vorsicht bedacht ist, oder[2] ein Worst-Case-Szenario dar.[2] Es kann in der Risikobewertung angewendet werden um etwas auf der ungünstigen Seite liegend abzuschätzen.[2] In der Radiologie wird eine konservative Annahme so definiert, dass die Auswirkungen auf Mensch und Umwelt,[1] mit hoher Wahrscheinlichkeit überschätzt werden.

Nachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Spezifische Auslegungsgrundsätze für geologische Tiefenlager und Anforderungen an den Sicherheitsnachweis.. Eidgenössisches Nuklearsicherheitsinspektorat ENSI, April 2009.
  2. a b c Glossary. European Food Safety Authority. Abgerufen am 6. April 2017.