Konstantin Alexandrowitsch Fedin

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Konstantin Fedin (links) im Gespräch mit Gustav Just und F. C. Weiskopf, 1954

Konstantin Alexandrowitsch Fedin (russisch Константин Александрович Федин; * 12. Februarjul./ 24. Februar 1892greg. in Saratow; † 15. Juli 1977 in Moskau) war ein russischer/sowjetischer Schriftsteller und Schauspieler.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Fedin stammte aus einfachen Verhältnissen.

Anlässlich einer Reise durch Deutschland wurde er 1914, nach Ausbruch des Ersten Weltkrieges, wegen seiner russischen Staatsbürgerschaft zivilinterniert. Fedin lebte während dieser Zeit in verschiedenen Städten, so in Zittau, Dresden, Görlitz, Zwickau und Nürnberg, gab Sprachunterricht und trat als Schauspieler auf. Dort kam er auch mit deutschen Expressionisten in Berührung. Erst 1918 durfte er im Rahmen eines Gefangenenaustausches in seine Heimat zurückkehren. Dieser Zeit setzte er in seinem 1924 erschienenen Roman Städte und Jahre (Города и годы) ein Denkmal. 1931 verbrachte er, an Tuberkulose erkrankt, einen Kuraufenthalt in Davos, der ihm durch Gorki ermöglicht wurde. Aus diesem Erleben verfasste er den Roman Sanatorium Arktur (Санаторий Арктур).

Fedin arbeitete auch als Dozent am Maxim-Gorki-Institut für Literatur, wo Autoren ausgebildet wurden. Zu seinen Schülern gehörte Juri Trifonow, den er entdeckte und förderte.

Die 1958 gegründete sowjetische Gesellschaft für Freundschaft mit der DDR wählte Fedin zu ihrem Vorsitzenden. 1959 ernannte ihn der Schriftstellerverband der UdSSR ebenfalls zu seinem Vorsitzenden. 1965 wurde er in der DDR mit dem Vaterländischen Verdienstorden in Gold ausgezeichnet.[1]

Im August 1973 war er Mitunterzeichner eines in der Parteizeitung Prawda erschienenen Offenen Briefes einer Gruppe bekannter sowjetischer Schriftsteller im Zusammenhang mit den "antisowjetischen Handlungen und dem Auftreten Alexander Solschenizyns und Andrei Sacharows".[2]

Fedin war Mitglied der literarischen Gruppe Serapionsbrüder.

1949 erhielt Fedin den Stalinpreis. 1967 wurde er in der DDR mit der Johannes-R.-Becher-Medaille ausgezeichnet. 1982 wurde er postum zum Ehrenbürger von Zittau ernannt. Bis zur deutschen Wiedervereinigung war die 8. Polytechnische Oberschule in Zittau nach ihm benannt und hieß offiziell „8. POS – Konstantin-Fedin-Oberschule“.

Werke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Konstantin Fedin (russische Briefmarke, 1992)
  • Städte und Jahre (Города и годы). 1924
  • Die Brüder (Братья). 1928
  • Sanatorium Arktur (Санаторий Арктур). 1940
  • Frühe Freuden (Первые радости). 1945
  • Ein ungewöhnlicher Sommer (Необыкновенное лето). 1948
  • Die Flamme (Костёр). 1961

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Konstantin Fedin – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Hohe Ehrung für Konstantin Fedin, In: Neues Deutschland, 21. Mai 1965, S. 1.
  2. Pravda, 31.08.1973, S.3