Kreis Roßlau

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Basisdaten[1]
Bezirk der DDR Halle
Kreisstadt Roßlau
Fläche 403 km² (1989)
Einwohner 35.027 (1989)
Bevölkerungsdichte 87 Einwohner/km² (1989)
Kfz-Kennzeichen K und V (1953–1990)
KV und VV (1974–1990)
RSL (1991–1994)
Bezirk CottbusBezirk DresdenBezirk ErfurtBezirk Frankfurt (Oder)Bezirk GeraBezirk Karl-Marx-StadtBezirk LeipzigBezirk MagdeburgBezirk NeubrandenburgBerlinBezirk PotsdamBezirk RostockBezirk SchwerinBezirk SuhlKreis ArternKreis AscherslebenKreis BernburgKreis BitterfeldDessauKreis EislebenKreis GräfenhainichenHalle (Saale) und Halle Neustadt (ab 1967 eigener Stadtkreis)Kreis HettstedtKreis HohenmölsenKreis KöthenKreis NaumburgKreis NebraKreis QuedlinburgKreis QuerfurtKreis RoßlauSaalkreis (Bezirk Halle)Kreis SangerhausenKreis WeißenfelsKreis WittenbergKreis ZeitzKreis MerseburgDDR-Bezirk-Halle-Kreis-Roßlau.png
Über dieses Bild
Der Kreis Roßlau im Bezirk Halle
(anklickbare Karte)

Der Kreis Roßlau war ein Landkreis im Bezirk Halle der DDR. Von 1990 bis 1994 bestand er als Landkreis Roßlau im Land Sachsen-Anhalt fort. Sein Gebiet liegt heute im Landkreis Anhalt-Bitterfeld, im Landkreis Wittenberg und in der kreisfreien Stadt Dessau-Roßlau in Sachsen-Anhalt. Der Sitz der Kreisverwaltung befand sich in Roßlau.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Kreis Roßlau lag südlich des Hohen Flämings am rechten Ufer der Elbe.

Nachbarkreise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Kreis Roßlau grenzte im Uhrzeigersinn im Nordwesten beginnend an die Kreise Zerbst (Bezirk Magdeburg), Belzig (Bezirk Potsdam), Wittenberg, Gräfenhainichen, Stadtkreis Dessau und Köthen (Bezirk Halle).

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 25. Juli 1952 kam es in der DDR zu einer umfassenden Kreisreform, bei der unter anderem die Länder aufgelöst und durch Bezirke ersetzt wurden. Aus einem Teil des damaligen Landkreises Zerbst wurde der neue Kreis Roßlau mit Sitz in Roßlau gebildet, der dem neugebildeten Bezirk Halle zugeordnet wurde.[2]

Zum Kreis Roßlau gehörten zwei Städte und 22 Gemeinden:[3]

Stadt Coswig (Anhalt)
Stadt Roßlau (Elbe)
Gemeinde Bräsen
Gemeinde Brambach
Gemeinde Buko
Gemeinde Cobbelsdorf
Gemeinde Düben
Gemeinde Griebo
Gemeinde Hundeluft
Gemeinde Jeber-Bergfrieden
Gemeinde Klieken
Gemeinde Köselitz
Gemeinde Luko
Gemeinde Möllensdorf
Gemeinde Mühlstedt
Gemeinde Ragösen
Gemeinde Rodleben
Gemeinde Senst
Gemeinde Serno
Gemeinde Stackelitz
Gemeinde Streetz
Gemeinde Thießen
Gemeinde Wörpen
Gemeinde Zieko

Am 17. Mai 1990 wurde der Kreis in Landkreis Roßlau umbenannt.[4] Seit der Wiedervereinigung der beiden deutschen Staaten im Oktober 1990 gehört der Landkreis zum wiedergegründeten Land Sachsen-Anhalt. Bei der ersten Kreisreform in Sachsen-Anhalt ging er am 1. Juli 1994 im Landkreis Anhalt-Zerbst auf.[2]

Roßlau, Brambach, Mühlstedt und Rodleben sind heute Ortsteile der Stadt Dessau-Roßlau, Griebo ist Ortsteil der Kreisstadt Wittenberg, alle anderen Gemeinden wurden in die Stadt Coswig (Anhalt) eingemeindet und gehören damit zum Landkreis Wittenberg.

Einwohnerentwicklung

Kreis Roßlau[1]
Jahr 1960 1971 1981 1989
Einwohner 43.621 41.292 35.840 35.027

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bedeutende Betriebe waren unter anderem:

  • VEB Deutsches Hydrierwerk Rodleben
  • VEB Elbewerk Roßlau
  • VEB Schiffswerft Roßlau
  • VEB Chemiewerk Coswig
  • VEB Zündholzfabrik Coswig

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Durch die Autobahn Berliner Ring–Hirschberg mit der Anschlussstelle Coswig war der Kreis an das Autobahnnetz der DDR angeschlossen. Dem überregionalen Straßenverkehr dienten außerdem die F 107 von Coswig nach Genthin, die F 184 von Magdeburg über Roßlau nach Leipzig, die F 187 von Roßlau nach Wittenberg und die F 187a von Coswig über Hundeluft nach Zerbst.

Der Kreis Roßlau war durch die Bahnstrecken Dessau–Roßlau–Magdeburg, Roßlau–Wiesenburg und Roßlau–Falkenberg/Elster in das Eisenbahnnetz der DDR eingebunden.

Kfz-Kennzeichen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach 1952 erhielten die im Kreis zugelassenen Fahrzeuge Kennzeichen mit dem Anfangsbuchstaben K (wie im gesamten DDR-Bezirk Halle). Später kamen Kennzeichen mit dem Anfangsbuchstaben V hinzu. Den Kraftfahrzeugen (mit Ausnahme der Motorräder) und Anhängern wurden von etwa 1974 bis Ende 1990 dreibuchstabige Unterscheidungszeichen, die mit den Buchstabenpaaren KV und VV begannen, zugewiesen.[5] Die letzte für Motorräder genutzte Kennzeichenserie war VV 00-01 bis VV 99-99.[6]

Anfang 1991 erhielt der Landkreis das Unterscheidungszeichen RSL. Es wurde bis zum 30. Juni 1994 ausgegeben. Seit dem 27. November 2012 ist es in der kreisfreien Stadt Dessau-Roßlau erhältlich.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Statistische Jahrbücher der Deutschen Demokratischen Republik. In: DigiZeitschriften. Abgerufen am 6. Oktober 2009.
  2. a b Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Gemeinden 1994 und ihre Veränderungen seit 01.01.1948 in den neuen Ländern. Metzler-Poeschel, Stuttgart 1995, ISBN 3-8246-0321-7.
  3. Verzeichnis der Gemeinden und Ortsteile der Deutschen Demokratischen Republik, Staatsverlag, Berlin 1968, S. 39
  4. Gesetz über die Selbstverwaltung der Gemeinden und Landkreise in der DDR (Kommunalverfassung) vom 17. Mai 1990
  5. Andreas Herzfeld: Die Geschichte der deutschen Kennzeichen. 4. Auflage. Deutsche Gesellschaft für Flaggenkunde e. V., Berlin 2010, ISBN 978-3-935131-11-7, S. 302 f.
  6. Andreas Herzfeld: Die Geschichte der deutschen Kennzeichen. 4. Auflage. Deutsche Gesellschaft für Flaggenkunde e. V., Berlin 2010, ISBN 978-3-935131-11-7, S. 520.