Kreuzer Emden

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Filmdaten
Originaltitel Kreuzer Emden
Produktionsland Deutschland
Originalsprache Deutsch
Erscheinungsjahr 1932
Stab
Regie Louis Ralph
Drehbuch Alfred Halm
Louis Ralph
Produktion Emelka, München
Musik Friedrich Jung
Kamera Franz Koch
Josef Wirsching[1]
Besetzung

als „Emden“-Offiziere:

als „Emden“-Matrosen:

Kreuzer Emden ist ein deutscher Spielfilm aus dem Jahre 1932 von und mit Louis Ralph in der Hauptrolle.

Handlung[Bearbeiten]

Erster Weltkrieg. Der als Verwalter bei der Deutschen Elektrizitätsgesellschaft tätige Mertens wird als Reservist einberufen und als Oberbootsmaat eingesetzt. Kurz zuvor heiraten er und seine Braut Grete überstürzt. In einem Hotel wird eine Hochzeitsfeier ausgerichtet, auf der der ziemlich angetrunkene Matrose Petzold, einst Gretes Verlobter, unangenehm auffällt. Petzold wie Mertens sollen ihren Dienst auf dem Kreuzer „Emden“ verrichten. Unter dem Kommando des erfahrenen Kapitän von Müller läuft das Schiff aus, Zielrichtung Südosten. Auf dem Weg in südliche Gefilde schließt sich die „Emden“ dem Geschwader des Grafen Spee an. Bald aber erhält von Müller die Order, gemeinsam mit dem Tenderschiff „Markomania“ eigenständig auf Kaperfahrt zu gehen. Im Rahmen dieser Direktive versenkt die „Emden“ im Indischen Ozean mehrere britische Handelsschiffe und den englischen Truppentransporter „Indus“. Eine Auftrag führt den Kreuzer schließlich in einen Hafen von Penang (Malaysia), wo der russische Kreuzer „Schenmschuk“ vor Anker liegt. Auch dieses Schiff wird am 28. Oktober 1914 von der „Emden“ versenkt.

Kapitän von Müller ist sich im Klaren, dass seine Glückssträhne nicht ewig anhalten wird. Besondere Gefahr droht durch die englische Funkstation „Keeling Island“ auf den Kokosinseln, über die der gesamte britische Funkverkehr zwischen London und Fernost läuft. Am 9. November 1914 wird diese Relaisstation zerstört, doch kann der Feind kurz zuvor eine Nachricht an den australischen Kreuzer „Sydney“ absetzen. Es kommt zum Gefecht, bei dem die besser ausgestattete „Sydney“ nach anfänglichen Fehlschüssen die „Emden“ weitgehend zerstört. Mertens wird schwer verletzt. Ehe er stirbt kann er sich mit seinem alten Kontrahenten Petzold versöhnen und nimmt diesem das Versprechen ab, sich um seine Frau Grete daheim zu kümmern. Wenig später stirbt jedoch auch er im Schlachtengetümmel. Kapitän von Müller entscheidet sich angesichts der hoffnungslosen Lage zur Aufgabe des Schiffes und will die „Emden“ auf Grund setzten. Er nimmt die Flagge des Kreuzes herunter und verbrennt diese, damit sie dem Feind nicht in die Hände fällt. Die Australier bergen die überlebenden, deutschen Schiffbrüchigen und holen sie an Bord der „Sydney“. Auf Anordnung des englischen Schiffskommandanten dürfen die Männer ihre Waffen behalten.

Produktionsnotizen[Bearbeiten]

Kreuzer Emden entstand unter Einbeziehung zahlreicher Aufnahmen aus Louis Ralphs 1926 gedrehtem Stummfilm „Unsere Emden“ ab dem 14. März 1932. Am 8. Mai 1932 lag die Schnittfassung vor. Gedreht wurde in den Emelka-Studios von Geiselgasteig (bei München). Der Film besaß zehn Akte und war 2674 Meter lang. Die Zensur gab ihn am 18. Mai 1932 für die Jugend frei. Die Uraufführung erfolgte am 20. Mai 1932 im Münchner Phoebus-Palast. In Berlin konnte man Kreuzer Emden am selben Tag im Titania-Palast und im Primus-Palast sehen.

Die Bauten für den Tonfilm stammen aus den Händen von Willy Reiber. Dessen jüngerer Bruder Ludwig Reiber und Kollege Botho Höfer zeichneten für die hier gleichfalls zu sehenden Dekorationen der Ralph‘schen Stummfilmfassung von 1926 verantwortlich. Walter Tjaden sorgte für den Ton. Komponist Friedrich Jung hatte auch die musikalische Leitung. Gespielt wurde ein Musiktitel: Das Matrosenlied „Den blauen Jungens sagt ein Mädel niemals ‚nein‘“.

Der damals ausschließlich als Schauspieler (Kabarettist) arbeitende, nachmalige Starregisseur Helmut Käutner gab hier an der Seite seiner Kollegen Bobby Todd, Kurd E. Heyne und Frank Norbert von der Kleinkunstbühne Die vier Nachrichter sein Filmdebüt.

Eine nationalsozialistisch eingefärbte dritte Fassung dieses Stoffes brachte Louis Ralph 1934 mit Heldentum und Todeskampf unserer Emden in die Kinos.

Historischer Hintergrund[Bearbeiten]

Die Emden war ein Kleiner Kreuzer der kaiserlichen Kriegsmarine Wilhelm II. Ihr Einsatzgebiet lag überwiegend im Fernen Osten. Mit Beginn des Ersten Weltkriegs wurde die Emden zwecks Entfachung eines Handelskriegs gegen feindliche Schiffe in den Indischen Ozean entsandt. Dort versenkte sie innerhalb von zwei Monaten 23 feindliche Handelsschiffe und zwei Kriegsschiffe bzw. brachte sie auf. Am 9. November 1914 unterlag sie in einem Gefecht dem australischen Kreuzer Sydney nahe den Kokosinseln. Insgesamt 136 „Emden“-Fahrer kamen bei diesem Gefecht ums Leben, die Überlebenden gingen in Kriegsgefangenschaft.

Kritiken[Bearbeiten]

„Der Film “Kreuzer Emden“ (Regie: Louis Ralph) ist vor mehreren Jahren als stummer Film gedreht worden (1926), der in Form einer rekonstruktiven Reportage die welthistorischen Fahrten des Kreuzers “Emden“ von seiner Ausfahrt in Kiel nach den gelben Gewässern bis zu seiner Versenkung vor Keeling Island wiedergab. Die fortgeschrittene Tonfilmtechnik ermöglicht es heute, zu Wasser und zu Lande, über der Erde und unter dem Meeresspiegel Tonaufnahmen zu machen. Deshalb sah man sich veranlaßt, die stumme Fahrt der “Emden“ tonfilmtechnisch etwas aufzufrischen, wobei man bewußt auf jede Ausschmückung, auf jede künstlerische Steigerung und Konstruktion dramatischer Ereignisse verzichtet hat. Man wollte den Helden unserer “Emden“ ein filmisches Denkmal setzen, in dem man die Taten sorgfältig und sachlich rekonstruierte. Der Film dient der Erinnerung. Er will ein ernstes, schönes und bei aller Tragik stolzes Dokument des Ruhmes sein, der über der deutschen Flagge stand, wo sie während des Krieges auch wehen mochte...“

Oskar Kalbus: Vom Werden deutscher Filmkunst. 2. Teil: Der Tonfilm. Berlin 1935. S. 81

Paimann’s Filmlisten resümierte: "Trotz Vermittlung der Realität des Kriegsgeschehens, infolge sparsamerer Verwendung von Situationsskizzen und Fehlen von Zwischentexten weniger anschaulich. In den Dialog aufgenommene Kommandos sind, in ihrer monotonen Wiederholung ermüdend, weniger geeignet die Gefechtshandlungen, besonders bei der kaum zureichenden Differenzierung der Nationalitäten am Schlusse, unmißverständlich zu erläutern. Einzelschicksale werden nur in kleinen, den Stoff belebenden Episoden behandelt. Meist natürliche, ungezwungene Darstellung, wirksame Geräuschkulissen, passende Musik. (…) Ein ausgesprochener patriotischer, wenn auch nicht tendenziös eingestellter Kulturfilm."[2]

„Louis Ralphs Kriegsfilm, in dem er selbst den Kapitän der "Emden" spielt und nachvertonte Aufnahmen aus seinem Stummfilm "Unsere Emden" von 1926 einsetzt, singt ein Hohelied auf deutsche Soldaten, die im Ersten Weltkrieg gegen Engländer und Russen kämpfen.“

filmportal.de

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Tonfilmaufnahmen. Die stummen Szenen von 1926 wurden von Ewald Daub, Werner Bohne, Arthur von Schwertführer und erneut Wirsching fotografiert
  2. Kreuzer Emden in Paimann‘s Filmlisten

Weblinks[Bearbeiten]