Kristin Alheit

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Kristin Alheit (2013)

Kristin Alheit (* 23. September 1967 in Kassel) ist eine deutsche Politikerin (SPD) und war von 2012 bis 2017 Ministerin für Soziales, Gesundheit, Wissenschaft und Gleichstellung in Schleswig-Holstein. Seit Oktober 2017 ist sie Geschäftsführende Vorständin des PARITÄTISCHEN Wohlfahrtsverbandes in Hamburg. Sie führt die Geschäfte des Verbandes und ist verantwortlich für die gerichtliche und außergerichtliche Vertretung des Verbandes.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kristin Alheit wurde als Tochter des Erziehungswissenschaftlers Peter Alheit und der Sozialpädagogin Marianne Päthke 1967 in Kassel geboren. Dort lebte sie mit ihren Eltern bis 1980 und zog dann nach Bremen um, da ihr Vater einen Ruf als Professor an der Universität Bremen bekam. 1986 machte sie Abitur und begann ein Jurastudium in Bremen sowie an der Goethe-Universität in Frankfurt. Neben dem Studium war sie in verschiedenen Gremien (AStA der Uni Frankfurt am Main) aktiv.

Nach dem Studium trat sie als Anwältin in eine Frankfurter Notars- und Rechtsanwaltskanzlei ein.

Kristin Alheit heiratete und zog 1998 zu ihrem Mann nach Hamburg. Im gleichen Jahr wurde sie Mutter. Sie arbeitete als wissenschaftliche Mitarbeiterin und war seit 2000 in der Hamburger Verwaltung tätig. Anfang 2006 wurde ihr zweiter Sohn geboren. Als Referentin in der Hamburger Finanzbehörde engagierte sie sich von 2004 bis 2008 für eine umfangreiche Verwaltungsmodernisierung in der Elbmetropole.

Politische Karriere[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kristin Alheit trat 1989 in die SPD ein und errang 1995 ihr erstes kommunalpolitisches Mandat: Sie zog parallel zu ihrer Anwaltstätigkeit als Abgeordnete für die SPD in das Stadtparlament von Kronberg im Taunus ein. 1997 wurde sie Referatesleiterin im Ministerbüro des hessischen Finanzministers Karl Starzacher.

Während ihrer Hamburger Zeit war sie als zugewählte Bürgerin in der Altonaer Bezirksversammlung ehrenamtlich aktiv. 2008 kandidierte sie als Bürgermeisterin von Pinneberg für die SPD und wurde gewählt.

Torsten Albig machte sie 2012 zur Sozialministerin in seinem Kabinett. Der CDU-Politiker Klaus Seyfert vertrat Alheit als Bürgermeisterin, bis bei der Neuwahl am 11. November 2012 die parteilose Kandidatin Urte Steinberg im ersten Wahlgang als Nachfolgerin mit 57,46 Prozent bestimmt wurde. Auf Kritik, ihr Amtsantritt in Kiel gleiche einer "Flucht" aus dem Amt der Bürgermeisterin von Pinneberg, sagte sie dem Hamburger Abendblatt: Selbst, wenn man nicht mit allen von mir angeschobenen Dingen einverstanden sein sollte, ist es doch eine gute Nachricht für die Stadt, wenn die Bürgermeisterin in ein solches Amt berufen wird. Außerdem kann Pinneberg über mich einen direkten und kurzen Draht zur Landesregierung bekommen. ...[1]

Engagement[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Alheit ist Mitglied des Kuratoriums der Stiftung Lesen.[2]

Positionen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Als Ministerin war Kristin Alheit verantwortlich für die sozialen Sicherungssysteme, Gesundheits- und Pflegepolitik, Schutz und Wohlergehen von Kindern und Jugendlichen, die finanziellen und sozialen Bedingungen für Familien, Betreuung von Seniorinnen und Senioren sowie Menschen mit körperlichen oder seelischen Beeinträchtigungen. Seit dem 12. Juni 2012 gehörten aufgrund des Koalitionsvertrages zum Sozialministerium auch die Aufgaben Kindertagesstätten und Gleichstellungspolitik.

Schon kurz nach ihrem Amtsantritt sprach sich Ministerin Alheit gegen die Einführung eines Betreuungsgeldes aus [3]. Im März 2013 beschloss das Kabinett von Ministerpräsident Torsten Albig eine Bundesratsinitiative zusammen mit Niedersachsen und Rheinland-Pfalz gegen die verfehlte Familienpolitik der Bundesregierung [4]. Die Mehrheit der acht Länder, in denen SPD, Grüne und Linke die Regierung stellen, stimmte im Bundesrat am 22. März 2013 für die Initiative und forderte, das beschlossene Gesetz aufzuheben und die geplante Leistung rückgängig zu machen.

Ministerin Alheit engagierte sich dagegen für einen zügigen Ausbau der Kinderbetreuung und einer besseren Vereinbarkeit von Familie und Beruf [5]. Zusammen mit der Bundesagentur für Arbeit unterstützt sie daher auch Betriebskindergärten. Im Sozialministerium wurde deshalb eine „Beratungsstelle Betriebliche Kinderbetreuung“ geschaffen. Unternehmer erhalten dort Informationen über Fördermöglichkeiten und über innovative Konzepte betrieblicher Kinderbetreuung.

Mit den Kommunen handelte Ministerin Alheit einen Kompromiss für die Umsetzung des Rechtsanspruchs auf einen Krippenplatz für unter dreijährige Kinder aus [6]. Dadurch verhinderte sie eine Klagewelle der Kommunen. Der im Dezember vereinbarte Kompromiss zwischen Kommunen und Land sieht nun eine „Platzkostenpauschale“ von 10.000 Euro vor. Einige Kommunen hatten deutlich höhere Forderungen und bereits Klagen beim Verwaltungsgericht eingereicht. Ende 2014 wird die Höhe der Pauschale nun überprüft. Auch bei der Eingliederungshilfe von Menschen mit Behinderung hat Ministerin Alheit aufgrund ihrer kommunalpolitischen Erfahrung einen Kompromiss aushandeln können und im neuen Landesrahmenplan die Kostensteigerungen bei einem der größten Einzelposten im Landeshaushalt gedämpft.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Kristin Alheit – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

"Traumjob gegen die Armut", Hamburger Abendblatt vom 20./21. Januar 2018, abgerufen am 25. Januar 2018