Krummstab (Pflanze)

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Krummstab
Blühende Krummstäbe auf Kreta

Blühende Krummstäbe auf Kreta

Systematik
Monokotyledonen
Ordnung: Froschlöffelartige (Alismatales)
Familie: Aronstabgewächse (Araceae)
Unterfamilie: Aroideae
Gattung: Krummstab (Arisarum)
Art: Krummstab
Wissenschaftlicher Name
Arisarum vulgare
Targ.Tozz.

Der Krummstab, genauer Gemeiner Krummstab genannt, (Arisarum vulgare) ist eine Pflanzenart aus der Familie der Aronstabgewächse (Araceae). Der deutsche Vulgärname der Pflanze bezieht sich auf die optische Ähnlichkeit zur bischöflichen Insigne, dem Krummstab.

Beschreibung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Krummstab ist eine ausdauernde krautige Pflanze, die Wuchshöhen von 10 bis 30 Zentimetern erreicht. Diese Art bildet Knollen als Überdauerungsorgane. Es werden nur grundständige, lang gestielte Laubblätter gebildet, mit eiförmigen, am Grund pfeilförmigen, etwa 15 Zentimeter langen und bis 12 Zentimeter breiten Blattspreiten.

Der oft purpurviolett gesprenkelte Blütenschaft wird etwa so lang wie die Blattstiele. Das einzelne Hochblatt (Spatha) ist unten zu einer braunvioletten oder olivgrün gestreiften Röhre verwachsen und wird etwa 5 Zentimeter lang. Der obere Teil ist offen und helm- oder kapuzenförmig nach vorn gekrümmt. Der grünliche Blütenkolben (Spadix) ist ebenfalls nach vorne gekrümmt und ragt aus der Röhre hervor. Der Krummstab ist einhäusig getrenntgeschlechtig (monözisch). Die etwa 20 männlichen Blüten befinden sich über den vier bis sechs weiblichen, wobei sterile Blüten gänzlich fehlen. Die Bestäubung erfolgt durch Insekten. Blütezeit ist von Oktober bis Mai. Die Beeren sind grün.

Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 56.[1]

Vorkommen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Verbreitungsgebiet umfasst das gesamte Mittelmeergebiet, von Südeuropa und Nordafrika bis Transkaukasien, dazu die Azoren, Kanaren und Madeira. Diese Art gedeiht vor allem auf Brachflächen, Garigues, aber auch auf Kulturland wie Ölbaumbeständen sowie in Wäldern. Es werden schattige Standorte bevorzugt.

Krummstab (Arisarum vulgare)

Systematik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zur Art Arisarum vulgare Targ.Tozz. (Syn.: Arisarum incurvatum Holmboe) gibt es mehrere Unterarten[2][3]:

  • Arisarum vulgare subsp. clusii (Schott) K.Richt.: Sie kommt auf den Kanaren und in Nordafrika vor.[3]
  • Arisarum vulgare subsp. hastatum (Pomel) Dobignard: Sie kommt nur in Algerien und Marokko vor.[3]
  • Arisarum vulgare subsp. vulgare (Syn.: Arisarum vulgare subsp. veslingii (Schott) K.Richt.): Sie kommt in Madeira, auf den Azoren, in Spanien, auf den Balearen, in Frankreich, Korsika, Sardinien, Italien, im früheren Jugoslawien, Albanien, Griechenland, Sizilien, Kreta, in der Ägäis, auf Zypern, in der Türkei, im Kaukasusraum, auf der Sinai-Halbinsel, im Gebiet von Syrien und Libanon und im Gebiet von Jordanien und Israel vor.[3]

In Südspanien, auf den Balearen, in Portugal, Algerien und Marokko wird die Unterart

  • Arisarum vulgare subsp. simorrhinum (Durieu) Maire & Weiller abgetrennt.[4] Sie wird aber auch als eigene Art (Arisarum simorrhinum Durieu) angesehen[3]. Der Blütenschaft ist bei dieser Unterart bzw. Art viel kürzer als die Blattstiele. Hochblatt und Blütenkolben sind aufrecht. Letzterer ist an der Spitze verdickt, so dass die Öffnung des Hochblattes mehr oder weniger verschlossen ist.

Darüber hinaus gibt es in der Gattung Arisarum nur noch die Art:

Nutzung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Wurzeln wurden gegessen. Alle Pflanzenteile, die gegessen werden sollen, müssen wegen des hohen Anteils an Oxalatkristallen vorher gekocht werden.[5]

Quellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Dankwart Seidel: Blumen am Mittelmeer. Treffsicher bestimmen mit dem 3er-Check. BLV, München 2002, ISBN 3-405-16294-7.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Tropicos. [1]
  2. http://rbg-web2.rbge.org.uk/cgi-bin/nph-readbtree.pl/feout?GENUS_XREF=Arisarum&SPECIES_XREF=vulgare Eintrag in der Flora Europaea-Datenbank.
  3. a b c d e f Rafael Govaerts (Hrsg.): World Checklist of Selected Plant Families: Arisarum. Royal Botanic Gardens Kew, abgerufen am 14. Juni 2018.
  4. Peter Schönfelder, Ingrid Schönfelder: Was blüht am Mittelmeer? 750 Arten (= Kosmos-Naturführer). 4. Auflage. Franckh-Kosmos, Stuttgart 2005, ISBN 3-440-10211-4.
  5. Eintrag bei Plants for a Future. (engl.)

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Krummstab (Pflanze) – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien