Kryry

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Kryry
Wappen von Kryry
Kryry (Tschechien)
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Basisdaten
Staat: Tschechien
Region: Ústecký kraj
Bezirk: Louny
Fläche: 3942,757[1] ha
Geographische Lage: 50° 10′ N, 13° 26′ OKoordinaten: 50° 10′ 28″ N, 13° 25′ 34″ O
Höhe: 304 m n.m.
Einwohner: 2.302 (1. Jan. 2017)[2]
Postleitzahl: 439 81 - 439 86
Kfz-Kennzeichen: U
Verkehr
Bahnanschluss: Plzeň–Duchcov
Struktur
Status: Stadt
Ortsteile: 4
Verwaltung
Bürgermeister: Miroslav Brda (Stand: 2013)
Adresse: Hlavní 1
43981 Kryry
Gemeindenummer: 566314
Website: www.kryry.cz
Lage von Kryry im Bezirk Louny
Karte
Blick von der Schillerwarte auf Kriegern

Kryry (deutsch Kriegern) ist eine Stadt in Tschechien. Sie liegt an der Blšanka im Saazer Becken und gehört zum Okres Louny.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kriegern war ehemals Herrschaftssitz, die Burg wurde jedoch bereits im 14. Jahrhundert zerstört. Anschließend gelangte die Ansiedlung in den Besitz der Liebsteinsky von Kolowrat. 1653 erhielt Kriegern das Marktrecht, das Braurecht und eine eigene Gerichtsbarkeit. Die erste Pfarrkirche bestand bereits im Jahre 1384. Während der Hussitenkriege verließ der letzte katholische Geistliche die Stadt, welche bis 1664 von protestantischen Geistlichen betreut wurde. Erst 1664 wurden die Seelsorge wieder mit einem katholischen Geistlichen besetzt. Die Kirche Mariä Geburt wurde 1722 im Stil des Barock erbaut. Zum Pfarrbezirks Kriegern gehören nach dem Kirchenbuchverzeichnis die Pfarrorte: Kriegern, Rebitschka-Mühle; zeitweise: Golleschau, Kleintschernitz, Neue Mühle, Oberklee, Pschesnitz, Strojeditz, Tschentschitz, Wiessen. Mehrere Unglücke suchten die Stadt heim. Durch Großbrände wurden Teile der Stadt in den Jahren 1664, 1791 und 1820 eingeäschert. Die Überschwemmungen von 1762, 1779, 1789, 1795, 1852 und 1855 richteten ebenfalls größere Schäden an.

In Kriegern waren eine bedeutende Glasfabrik, eine große Porzellanfabrik, eine Bierbrauerei, zwei Mühlen, fünf Ziegeleien, das Sägewerk Siegel sowie ein Elektro-Werk ansässig. Seit 1875 bestand die Saazer Aktien-Rübenzucker-Fabrik. Die Glasfabrik Kupfer & Glaser aus Wien nahm 1908 ihren Betrieb auf. Aufgrund der günstigen Bodenbeschaffenheit ließen sich mehrere Ziegelwerke in der Stadt nieder. Zu nennen sind hier: Ziegelei Vinzenz Kaiser, Karl Kaiser, Rudolf Zimmermann.

Am 10. Oktober 1938 rückte die deutsche Wehrmacht in der Stadt ein. Von 1938 bis 1945 gehörte der Ort zum deutschen Landkreis Podersam. Am 7. Juni 1945 wurden 68 Bewohner am Elementenwald bei Podersam, während einer Vergeltungsaktion durch Tschechen, ermordet und verscharrt. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die deutschböhmische Bevölkerung enteignet und vertrieben. Der historische Stadtkern samt Rathaus wurden in der Folgezeit abgetragen und zum Teil neu bebaut.

Seit dem 23. Januar 2007 besitzt Kryry wieder Stadtrechte

Ortsgliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Stadt Kryry besteht aus den Ortsteilen Běsno (Wiessen), Kryry (Kriegern), Stebno (Steben) und Strojetice (Strojetitz)[3], die zugleich auch Katastralbezirke bilden.[4] Zu Kryry gehören außerdem die Ansiedlungen Březnice (Pschesnitz) und Nový Mlýn (Neumühle).

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Pfarrkirche Mariä Geburt (Kostel Narození Panny Marie) – Barockkirche von 1722, seit 1958 Kulturdenkmal der Tschechischen Republik
  • Schillerwarte (Schillerova rozhledna), errichtet 1905/06 auf dem ehemaligen Burgberg Kozihrady (383 m), seit 2004 Kulturdenkmal der Tschechischen Republik

Söhne und Töchter der Gemeinde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. http://www.uir.cz/obec/566314/Kryry
  2. Český statistický úřad – Die Einwohnerzahlen der tschechischen Gemeinden vom 1. Januar 2017 (PDF; 371 KiB)
  3. http://www.uir.cz/casti-obce-obec/566314/Obec-Kryry
  4. http://www.uir.cz/katastralni-uzemi-obec/566314/Obec-Kryry

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Kryry – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien