Kurt Böhme (Sänger)

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Kurt Böhme (* 5. Mai 1908 in Dresden; † 20. Dezember 1989 in München) war ein deutscher Opernsänger (Bass).

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Böhme studierte am Konservatorium Dresden und debütierte 1930 in Bautzen in Carl Maria von Webers Freischütz. Schon dieses erste Auftreten war bemerkenswert: Er sang gleich zwei Rollen – den Bösewicht Kaspar (eine seiner späteren Paraderollen) und den Eremiten. Drei Minuten blieben ihm dabei im letzten Akt zum Umziehen.

Wenige Monate nach seinem Bautzner Debüt verpflichtete ihn die Staatsoper seiner Heimatstadt. Dort begann Böhmes Karriere mit dem Fafner in Wagners Das Rheingold. Von 1930 bis 1950 blieb er Mitglied des Ensembles der berühmten Dresdner Staatsoper, wo er vor allem in Richard-Strauss-Opern glänzte. 1949 engagierte ihn die Münchner Staatsoper, 1955 die Wiener Staatsoper. Bei den Salzburger und Bayreuther Festspielen wurde er zum Publikumsliebling. In den 1950er und 1960er Jahren war er weltweit, auch wegen seiner schauspielerischen Begabung, sowohl als Bass-Buffo (Baron Ochs) als auch als Bösewicht gefragt (Kaspar 1954 mit Wilhelm Furtwängler, Fafner in Rheingold 1958 und in Siegfried 1964 mit Georg Solti). Regelmäßig gastierte Kurt Böhme in London, Buenos Aires und an der New Yorker Metropolitan Opera. Böhme setzte sich auch für das zeitgenössische Musiktheater ein, insbesondere durch seine Mitwirkung an zahlreichen Uraufführungen, wie Werner Egks Irische Legende (1955), Rolf Liebermanns Schule der Frauen (1957) und Isang Yuns Sim Tjon (1972). Bis weit in sein siebtes Jahrzehnt stand Böhme auf der Bühne. In seinem langen Sängerleben hat er etwa 120 Rollen gesungen – den Ochs verkörperte er dabei mehr als 500mal, den Kaspar etwa 350mal.

Der mit einer außergewöhnlich breiten Stimme ausgestattete Sänger hinterließ eine voluminöse Diskografie, auch wenn er darin von seinem Konkurrenten Gottlob Frick noch zu Lebzeiten übertroffen wurde. Unter anderem wurde er mit dem Bayerischen Verdienstorden ausgezeichnet (7. Dezember 1964).

Ende 1989 starb Kurt Böhme an Herzversagen. Er wurde im Familiengrab auf dem Friedhof in München-Haidhausen beigesetzt.[1]

Diskografie (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. knerger.de: Das Grab von Kurt Böhme