Landsmannschaft Teutonia Würzburg

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In aller Kürze…
Bundesland: Bayern
Universität: Julius-Maximilians-Universität Würzburg
Gründungstag: 23. November 1865[1] in Würzburg
Verband: Coburger Convent (CC)
Wahlspruch: Einigkeit macht stark
Farben:
Teutonisches Burschenband
Burschenband
Teutonisches Fuxenband
Fuxenband
Zirkel: Zirkel der Landsmannschaft Teutonia Würzburg
Adresse: Greisingstraße 17
97074 Würzburg
Website: http://www.teutonia-wuerzburg.de

Die Landsmannschaft Teutonia ist eine Studentenverbindung im Coburger Convent der akademischen Landsmannschaften und Turnerschaften (CC). Sie ist pflichtschlagend und farbentragend. Sie vereint Studenten und ehemalige Studenten der Julius-Maximilians-Universität Würzburg sowie der Fachhochschule Würzburg-Schweinfurt. Die Mitglieder der Landsmannschaft werden "Teutonen" oder "Teuten" genannt.

Couleur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Burschen der Landsmannschaft Teutonia tragen das rot-weiß-gelbe Burschenband mit silberner Perkussion. Die Fuxen tragen ein rot-gelbes Fuxenband mit silberner Perkussion. Burschen wie Fuxen tragen seit 1904 mit Ausnahme einer kurzen Spanne nach der Wiederaufmachung im Oktober 1919, als gelbes Tuch nicht verfügbar war, eine gelbe Tellermütze. Ihr Wahlspruch lautet "Einigkeit macht stark!"

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wappen der Landsmannschaft Teutonia Würzburg

Die Landsmannschaft Teutonia ist hervorgegangen aus dem am 23. November 1865 gegründeten „Pharmazeutisch-Naturwissenschaftlichen Verein“ zu Würzburg, der mit den gleichnamigen Vereinen der Universitäten München, Erlangen, Göttingen, Straßburg und Tübingen im Kartell stand. Es galt der Grundsatz der unbedingten Genugtuung, im Bierzipfel wurden die Farben rot-weiß-gelb getragen.

1868 wurde Teutonia in die Freie Studentenverbindung Teutonia umgewandelt. 1887 entstand die „Freie Schlagende Verbindung Teutonia“ mit Farben und eigenen Waffen. 1892 bewarb sich Teutonia um Zulassung zum Coburger Landsmannschafter Convent (LC) und wurde 1893 als Landsmannschaft recipiert. Teutonia übernahm 1901 erstmals das Präsidium des Verbandes.

Von 1902 bis 1904 musste Teutonia vertagen. Im Wintersemester 1909 machte Teutonia die freischlagende Verbindung Saxonia Würzburg als Landsmannschaft auf, sah sich dann aber gezwungen, von 1912 bis zur Beendigung des ersten Weltkrieges erneut bis 1919 zu vertagen. 1920 erwarb der Altherren-Verband ein stattliches Haus in der Rottendorfer Straße Nr. 16[2], die „Villa Perathoner“. 1921 übernahm Teutonia zum zweiten Male das Präsidium des Verbandes.

Bis zu ihrer Auflösung im Jahre 1931 bewahrte Teutonia ihre markante Stellung im Würzburger Waffenring. Das Teutenhaus wurde am 16. März 1945, im Rahmen des amerikanischen Bombenangriffs auf Würzburg durch eine Luftmine zerstört. 1950 wurde im zerbombten Würzburg die Aktivitas wiederaufgemacht, gemeinsam mit der an der Hochschule in Bamberg aus der Studentenverbindung Alemannia entstandenen „Teutonia-Franken“. Die bereits wiedererstandenen Würzburger Burschenschaften und Corps halfen Teutonia beim Wiedererringen der alten Stellung im Würzburger Waffenring. Am alten Platz wurde das neue Haus erbaut und 1955 zum 90. Stiftungsfest der Aktivitas übergeben.

1960 wurde aus Anlass des 95. Stiftungsfestes zum Gedächtnis der in den beiden Weltkriegen gefallenen Bundesbrüder ein Gedenkstein nach einem Entwurf des Teutonen Kupfahl im Garten des Hauses enthüllt. Im Ersten Weltkrieg fielen 6, im Zweiten Weltkrieg 29 Mitglieder. 1965 wurde gemeinsam mit der suspendierten Landsmannschaft „Franconia Leipzig“, die mit Teutonia in Arbeitsgemeinschaft stand, das 100. Stiftungsfest begangen. Im Jahre 1973 übernahm die Aktivitas - in einer schwierigen Lage des Dachverbands Coburger Convent - freiwillig das Präsidium des Verbandes. 1970 rief Teutonia den "Würzburger Kreis" ins Leben, der sich im Coburger Convent zusammen mit anderen mensurbejahenden Bünden mit einem klaren Bekenntnis zur Pflichtmensur durchsetzen konnte. 2005 wurde 140. Stiftungsfest gefeiert.

Teutonia ist im Würzburger Waffenring und hat 170 Alten Herren in Deutschland, Europa und Nordamerika.

Bekannte Mitglieder[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Emanuel August Merck (1865–1923), Chemiker, studierte in Würzburg und Straßburg Pharmazie. Unter seiner Leitung stieg die Beschäftigtenzahl des Unternehmens Merck von etwa 250 auf 4000 Mitarbeiter
  • Willy Mißmahl (1885–1964), Chirurg und Klinikleiter
  • Ulrich Wetzel (* 1956), Jurist, Richter und Darsteller in der Gerichtsshow "Das Strafgericht"

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Rolf-Joachim Baum et al. (Hrsg.): Studentenschaft und Korporationswesen an der Universität Würzburg 1582–1982., Würzburg 1982, S. 264–265.
  • Max Lindemann: Handbuch der Deutschen Landsmannschaft. 10. Aufl., Berlin 1925, S. 250–251.
  • Karl Oetter: 115 Jahre Teutonia Würzburg. Würzburg 1980

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Meyers Konversationslexikon. 5. Auflage, Leipzig 1896, Beilage zum Artikel Studentenverbindungen.
  2. E. H. Eberhard: Handbuch des studentischen Verbindungswesens. Leipzig, 1924/25, S. 115.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]