Loxstedt

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Loxstedt
Loxstedt
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Loxstedt hervorgehoben
Koordinaten: 53° 28′ N, 8° 39′ O
Basisdaten
Bundesland: Niedersachsen
Landkreis: Cuxhaven
Höhe: 1 m ü. NHN
Fläche: 141,58 km2
Einwohner: 16.214 (31. Dez. 2018)[1]
Bevölkerungsdichte: 115 Einwohner je km2
Postleitzahl: 27612
Vorwahlen: 04703, 0471, 04740, 04744
Kfz-Kennzeichen: CUX
Gemeindeschlüssel: 03 3 52 032
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Am Wedenberg 10
27612 Loxstedt
Website: www.loxstedt.de
Bürgermeister: Detlef Wellbrock (parteilos)
Lage der Gemeinde Loxstedt im Landkreis Cuxhaven
NordseeSchleswig-HolsteinBremerhavenLandkreis OsterholzLandkreis Rotenburg (Wümme)Landkreis StadeLandkreis WesermarschArmstorfArmstorfBelumBeverstedtBülkauCadenbergeCuxhavenGeestlandHagen im BremischenHechthausenHemmoorHollnsethIhlienworthLamstedtLoxstedtMittelstenaheNeuenkirchen (Land Hadeln)Neuhaus (Oste)NordledaOberndorf (Oste)OdisheimOsten (Oste)OsterbruchOtterndorfSchiffdorfSteinau (Niedersachsen)StinstedtStinstedtWannaWingstWurster NordseeküsteKarte
Über dieses Bild

Loxstedt (niederdeutsch Lox) ist eine Einheitsgemeinde im Landkreis Cuxhaven, Niedersachsen, Deutschland. Die Gemeinde liegt südlich von Bremerhaven. Der Verwaltungssitz befindet sich in der Ortschaft Loxstedt.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geografische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Topografie der Gemeinde Loxstedt

Die Gemeinde Loxstedt liegt in der Norddeutschen Tiefebene und ist von Geest-, Marsch- und Moorlandschaften geprägt. Innerhalb des Gemeindegebietes befinden sich die Naturschutzgebiete Bülter See und Randmoore, Königsmoor, Neuenlander Außendeich, Stoteler Moor und Plackenmoor. Im Westen wird die Kommune auf 15 Kilometer Länge durch die Weser begrenzt. Südlich der Kernortschaft fließt die Lune, ein kleiner Nebenfluss der Weser, durch die Gemeinde. An der südlichen Gemeindegrenze befindet sich die Drepte.

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Flächen gemäß dem 2010 in Kraft getretenen Staatsvertrag:
rot zur Stadt Bremerhaven,
blau zur Gemeinde Loxstedt

Die Gemeinde besteht aus 21 Ortschaften, die teilweise weitere Wohnplätze umfassen. In der nachfolgenden Tabelle sind die Ortschaften mit ihren Einwohnerzahlen (Erst- und Zweitwohnsitz zum 31. Dezember 2018) aufgeführt.[2] Außerdem sind die jeweiligen Katasterflächen der ehemaligen gleichnamigen Gemeinden (Gemarkungen) aus dem Jahr 1965 angegeben.[3]

Da die Ortschaften Büttel, Holte und Schwegen aus Gebieten gebildet wurden, die früher zu unterschiedlichen Gemeinden gehörten, lässt sich aus den vorliegenden Daten nicht die tatsächliche heutige Größe ableiten oder die Bevölkerungsdichte berechnen: Für Schwegen müssten beispielsweise Teile von Neuenlande (Neuenlandermoor) abgezogen und ebenso wie die Fläche von Langendammsmoor (1,079 km²) hinzugefügt werden. Darüber hinaus veränderten sich 2010 auch die Größen der an Bremerhaven grenzenden Gemarkungen Bexhövede, Lanhausen und Loxstedt wegen des Gebietsaustausches mit der Nachbarstadt. Für die Orte der Gemarkung Landwürden gibt es keine verlässlichen Flächenangaben.

In einer besonderen Spalte werden die jeweiligen Gemarkungen angegeben, in denen die Ortschaft liegt. Heute abweichende oder fehlende Flächenangaben werden in der Tabelle durch einen Stern (*) gekennzeichnet.

Ortschaft Einwohnerzahlen Fläche (km²) (1965) Gemarkungen Ortsteile oder Wohnplätze
Bexhövede 2240 12,27 * Bexhövede Hosermühlen, Junkernhose, Nückel
Büttel 0260 01,74 * Büttel, Landwürden Buttel, Indiek, Schwingenburg, Schwingenfeld
Dedesdorf-Eidewarden 0556 * Landwürden
Donnern 0590 14,39 Donnern Böcken
Düring 0848 09,53 Düring Friedrich-Wilhelmsdorf
Fleeste 0102 02,64 Fleeste
Hahnenknoop 0226 05,50 Hahnenknoop Drostendamm
Hetthorn 0086 04,03 Hetthorn Moorhausen
Holte 0072 02,05 * Holte, Landwürden (ehemals), Stotel Speckje
Lanhausen 0260 03,81 * Lanhausen Welle
Loxstedt 5687 12,26 * Loxstedt Dünenfähr, Hohewurth, Siedewurt
Maihausen 0049 * Landwürden
Nesse 1393 06,20 Nesse Im Zollenhamm
Neuenlande 0120 10,67 * Neuenlande
Overwarfe 0149 * Landwürden Overwarfersiel
Schwegen 0234 01,86 * Langendammsmoor, Schwegen, Stotel Langendammsmoor, Neuenlandermoor
Stinstedt 0783 06,18 Stinstedt
Stotel 2591 10,99 * Stotel Sandberg (Stotelermoor)
Ueterlande 0389 * Landwürden Auf der Jührde
Wiemsdorf 0150 * Landwürden

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Loxstedt grenzt im Norden an die Großstadt Bremerhaven, im Nordosten an die Gemeinde Schiffdorf, im Südosten an die Gemeinde Beverstedt sowie im Süden an die Gemeinde Hagen im Bremischen. Die Weser trennt die Gemeinde von den westlich gelegenen Kommunen Nordenham und Stadland.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ortschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Ortschaft Loxstedt wurde das erste Mal im Jahr 1059 unter dem Namen Lacstidi urkundlich erwähnt. Lacstidi bedeutet „Siedlung an der Lache“ und verweist auf ein Moorgebiet, das zwischen den Orten Loxstedt und Düring existierte. Allerdings weisen Bodenfunde darauf hin, dass das Gebiet bereits seit der mittleren Steinzeit von Menschen genutzt wird. Mit umfangreichen archäologischen Grabungen hat das Niedersächsische Institut für historische Küstenforschung (NIhK), Wilhelmshaven, Vorgängersiedlungen des heutigen Loxstedt untersucht. Dabei wurden Siedlungsspuren aus der Zeit 1. Jh. v. Chr. bis 9. Jh. n. Chr. freigelegt. Wahrscheinlich kann man mit einer Kontinuität von über 2000 Jahren für Loxstedt rechnen. Die geborgenen Funde sollen im archäologischen Museum in der Burg Bederkesa ausgestellt werden.

Im historischen Kirchspiel waren Loxstedt, Düring und Nesse sowie später auch Hosermühlen eingepfarrt. Das Dorf gehörte um 1500 zur Börde Beverstedt und um 1768 zum Adeligen Gericht Beverstedt. Zwischenzeitlich war Loxstedt nach der Annexion durch Frankreich bis zum Sieg über Napoléon Bonaparte ein Teil der Kommune Bexhövede im Kanton Bremerlehe. Mit der Einführung der Ämter in Hannover gehörte Loxstedt von 1851 bis 1859 zum Amt Beverstedt und von 1859 bis 1885 zum Amt Lehe. Später war Loxstedt Teil der Landkreise Geestemünde, Wesermünde beziehungsweise Cuxhaven. Der Ort wurde 1840 eine Landgemeinde und war von 1971 bis 1974 Mitgliedsgemeinde der gleichnamigen Samtgemeinde.

Eingemeindungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde Loxstedt ist in ihrer heutigen Form mit dem Gesetz zur Neugliederung der Gemeinden im Raum Osterholz/Wesermünde vom 13. Juni 1974 (rückwirkend zum 1. März 1974) entstanden. Dabei wurden die zur damaligen Samtgemeinde Loxstedt gehörenden Kommunen Bexhövede, Donnern, Düring, Loxstedt, Nesse und Stinstedt sowie die Gemeinden Büttel, Fleeste, Holte, Landwürden, Lanhausen, Neuenlande und Stotel zu einer Einheitsgemeinde zusammengelegt.[4] Eine vergrößerte Samtgemeinde mit selbständigen Mitgliedsgemeinden war im Umland der Großstadt Bremerhaven nicht erlaubt. Die Gebietsreform sorgte daher vor allem im Raum Stotel für Proteste. Als Alternative wurden zwei Gemeinden vorgeschlagen, nämlich eine westlich und eine östlich der (ehemaligen) Bundesstraße 6 gelegen. Dieser Wunsch wurde jedoch vom Innenministerium abgelehnt.[5]

Historisch gesehen besaßen die Orte um Loxstedt eine Zugehörigkeit zu Beverstedt, die Orte um Stotel bildeten dagegen eher eine Verbindung mit Stotel und Hagen. Eine Besonderheit stellt Landwürden dar, da die Dörfer seit dem Mittelalter zu Oldenburg und somit (bis auf zeitliche Ausnahmen) zu einem anderen Land gehörten. Die zugehörigen Orte bildeten schon frühzeitig eine Einheit und sind auch heute noch in der Gemarkung Landwürden zusammengefasst.

Einwohnerstatistik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Gemeinde Loxstedt leben 16.115 Menschen, von denen 7982 männlich und 8133 weiblich sind. Das durchschnittliche Alter der Menschen in der Gemeinde Loxstedt liegt bei 45,6 Jahren. Der Ausländeranteil in Loxstedt liegt bei 6,77 %.

Bevölkerung nach Altersgruppen
Insgesamt 0–6 6–18 18–65 65+
16115 815 1819 9734 3747

(Quelle: Stand: 31. Dezember 2017[6])

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kernort Loxstedt

Jahr Einwohner Quelle
1910 1128 [7]
1925 1239 [8]
1933 1308 [8]
1939 1444 [8]
1950 2311 [9]
1973 3492 [10]
2010 5429 [11]
2011 5485 [11]
Jahr Einwohner Quelle
2012 5448 [11]
2013 5462 [11]
2014 5479 [12]
2015 5482 [12]
2016 5520 [12]
2017 5598 [2]
2018 5687 [2]
2019 5639 [2]

Gemeinde Loxstedt

Datum Einwohner Quelle
1961 (6. Jun.) 011.180 1 [4]
1970 (27. Mai) 012.110 1 [4]
1977 (31. Dez.) 13.741 [13]
1987 (31. Dez.) 14.636 [13]
1992 (31. Dez.) 15.254 [13]
1997 (31. Dez.) 16.246 [13]
2002 (31. Dez.) 16.676 [13]
2007 (31. Dez.) 16.084 [13]
Datum Einwohner Quelle
2008 (31. Dez.) 16.110 [13]
2009 (31. Dez.) 16.152 [13]
2010 (31. Dez.) 16.126 [13]
2011 (31. Dez.) 16.048 [13]
2015 (31. Dez.) 15.980 [13]
2016 (31. Dez.) 15.995 [13]
2017 (31. Dez.) 16.115 [6][13]
2018 (31. Dez.) 16.214 [13]

1 Volkszählungsergebnis einschließlich der später eingemeindeten Orte

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kommunalwahl 2016
 %
50
40
30
20
10
0
49,01 %
31,09 %
9,79 %
2,64 %
3,14 %
4,29 %
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2011
 %p
   6
   4
   2
   0
  -2
  -4
+0,90 %p
-3,62 %p
-1,44 %p
-0,05 %p
+1,15 %p
+4,29 %p

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Wahlperiode 2016–2021 gehören dem Rat der Gemeinde Loxstedt 32 Ratsfrauen und -herren an. Dies ist die festgelegte Anzahl für eine Gemeinde mit einer Einwohnerzahl zwischen 15.001 und 20.000 Einwohnern.[14] Die 32 Ratsmitglieder werden durch eine Kommunalwahl für jeweils fünf Jahre gewählt. Die aktuelle Amtszeit begann am 1. November 2016 und endet am 31. Oktober 2021.

Die Abgeordneten der SPD und von Bündnis 90/Die Grünen haben sich zu einer Gruppe zusammengeschlossen und stellen mit 18 Stimmen die Mehrheit.[15]

Sitzverteilung

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hauptamtlicher Bürgermeister der Gemeinde Loxstedt ist Detlef Wellbrock (parteilos). Bei der letzten Bürgermeisterwahl am 25. Mai 2014 wurde er als Amtsinhaber ohne Gegenkandidaten mit 90,9 % der Stimmen wiedergewählt. Die Wahlbeteiligung lag bei 47,8 %.[16] Wellbrock trat seine weitere Amtszeit am 1. November 2014 an.

Ortsvorsteher[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ortsvorsteher des Kernortes Loxstedt ist Frank Albers (SPD).[17]

Aktuelles Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit Ratsbeschluss vom 21. Mai 1985 wurde die Einführung eines neuen Kommunalwappens und einer Gemeindeflagge für die Gemeinde Loxstedt beschlossen. Seit Bestehen der (Einheits-) Gemeinde Loxstedt am 1. März 1974 wurde noch immer das Wappen der bis zum 28. Februar 1974 bestandenen (Einzel-) Gemeinde Loxstedt mit den drei Hufnägeln und drei Rosen geführt. Das Wappen und die Flagge wurden mit dem Inkrafttreten der neuen Hauptsatzung am 20. September 1985, dem Tag der Einweihung des erweiterten Rathauses, wirksam.

Wappen von Loxstedt
Blasonierung: „Das Wappen der Gemeinde zeigt auf grünem Schild, dessen Rand umlaufend mit 21 silbernen Schildnägeln belegt ist, über silbernem Wellenband ein nach rechts gewendetes silbernes Pferd.“[18]
Wappenbegründung: Die silbernen Schildnägel stehen für den Zusammenschluss der 21 Ortschaften zur Gemeinde Loxstedt. Das silberne Wellenband symbolisiert die Flüsse Weser und Lune, die das Gebiet durchfließen. Das silberne Pferd versinnbildlicht die in der Gemeinde betriebene Pferdezucht.

Altes Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Entwurf des alten Loxstedter Wappens stammt von dem Heraldiker und Wappenmaler Albert de Badrihaye, der sämtliche Wappen im Landkreis Cuxhaven entworfen hat.[19]

Wappen von Loxstedt
Blasonierung: „In Silber drei schwarze, mit den Spitzen einander zugewandte Nägel in Deichselstellung, oben und an den Seiten von einer goldbesamten, roten, sechsblättrigen Rose begleitet.“[19]
Wappenbegründung: Die Nägel sind dem Wappen des Adelsgeschlechts „Nagel“ entlehnt, das 1371 bei der Stiftung der Kirche in Loxstedt beteiligt war. Die Rosen sind Sinnbilder der Schutzpatronin dieser Kirche, der Jungfrau Maria.

Gemeindepartnerschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bauwerke, Sehenswertes[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Galerieholländerwindmühle in Dedesdorf

Aufgrund der unmittelbaren Nachbarschaft zum Oberzentrum Bremerhaven ist das kulturelle Angebot eher gering. Höhepunkte sind jedoch insbesondere der Dedesdorfer Markt und die Theateraufführungen, Konzerte und Kunstausstellungen einiger Vereine.

Als Sehenswürdigkeiten gelten die Kirchen, nämlich die Johannes-der-Täufer-Kirche in Bexhövede, St.-Marien-Kirche in Büttel, St. Margarethenkirche in Stotel sowie die Sankt-Marien-Kirche in Loxstedt mit Deckenmalereien (Loxstedter Totentanz, Heilige Sippe) und einer Denkmalsorgel von 1768, erbaut von Johann Matthias Schreiber/Glückstadt. Diese Kirchen gehören zum Kirchenkreis Wesermünde-Süd in der evangelischen Hannoverschen Landeskirche.

In der katholischen St.-Johannes-Kirche (1966)[20] befindet sich das Bild „Heilige Familie mit Johannesknabe“ des italienischen Barockmalers Andrea Sacchi (1641) sowie ein modernes Mosaik auf der Altarrückwand (2001) mit Motiven aus der Johannesoffenbarung.

Die Sankt-Laurentius-Kirche in Dedesdorf besitzt eine Arp-Schnitger-Orgel. Diese Kirche gehört zum Kirchenkreis Wesermarsch in der evangelischen Oldenburgischen Landeskirche.

Weitere sehenswerte Bauwerke sind die vielen reetgedeckten Häuser in den Dörfern sowie die Dedesdorfer Mühle, in der man sich auch trauen lassen kann.

Von kulturellem Interesse sind die auf Initiative des Marschendichters Hermann Allmers gemalten Stoteler Fresken von Hugo Ungewitter.

Baudenkmale[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

PVC- und Plastik-Produktion in Loxstedt

Loxstedt ist im Rahmen der Raumordnung ein Schwerpunktort für die Ansiedlung von Gewerbe und Industrie im Landkreis Cuxhaven. Industrie- und Gewerbeflächen stehen im Gewerbepark „Am Wedenberg“ (Ortschaft Loxstedt) und „Loxpark“ (Ortschaft Stotel) zur Verfügung. In der Vergangenheit waren zudem großflächige Industrieansiedlungen auf der Luneplate vorgesehen. Dieses Gebiet wurde größtenteils für die Schaffung von Ausgleichsflächen an das Land Bremen verkauft. Loxstedt ist wirtschaftlich insbesondere durch Landwirtschaft, Pferdezucht, chemische Industrie und Fleischverarbeitung geprägt. Bereits Ende der 1970er war jedoch nur noch jeder 20. Erwerbstätige in der Landwirtschaft tätig. Stattdessen entwickelte sich Loxstedt überwiegend zu einer Wohngemeinde der Stadt Bremerhaven mit einer hohen Anzahl an Auspendlern. In Zukunft soll insbesondere der Tourismus ausgebaut werden, wobei erste Schritte durch die Einrichtung von Wander- und Radfahrwegen bereits eingeleitet wurden.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Loxstedter Bahnhof

Die Gemeinde wird über Schiene und Straße erschlossen. Durch das Gebiet führt die Bundesautobahn 27 (Walsroder Dreieck-Bremen-Bremerhaven-Cuxhaven) mit den Auffahrten Stotel, Nesse/Bremerhaven-Süd sowie Bremerhaven-Wulsdorf/Loxstedt. Von der Abfahrt Stotel verläuft die Bundesstraße 437 durch den Wesertunnel zur Gemeinde Stadland im Landkreis Wesermarsch in Richtung Oldenburg und Wilhelmshaven. Die Bundesstraße 71 verbindet Teile der Gemeinde mit Bremerhaven sowie mit Bremervörde. Eine weitere Verkehrsader ist die Landesstraße 135 (Cuxhaven-Bremerhaven-Bremen).

Die geplante Küstenautobahn A 20 soll zwischen Loxstedt und Bexhövede sowie zwischen Stinstedt und Düring geführt werden.[21] Die gewählte Vorzugsvariante wurde im Raumordnungsverfahren bestätigt und ersetzt drei vorherige Planungen innerhalb der Gemeinde.[22] Die Mehrheit im Gemeinderat hat sich für eine Trasse südlich des Stoteler Sees ausgesprochen, bei der die Ortschaft Holte mit der Kreuzung A 22 und A 27 weitgehend überbaut werden müsste. Diese Variante wurde von der Regierungsvertretung Lüneburg auch aus Naturschutzgründen ausgeschlossen.

Loxstedt hat seit 1847 einen eigenen Bahnhof an der Strecke Bremen–Bremerhaven, welcher 1966 zum Haltepunkt zurückgestuft wurde. Der öffentliche Personennahverkehr mit dem Bus ist überwiegend auf das Oberzentrum Bremerhaven ausgerichtet und wird innerhalb der Gemeinde durch den Schülertransport und das Anrufsammeltaxi ergänzt. Die Kommune ist dem Verkehrsverbund Bremen-Niedersachsen (VBN) angeschlossen.

Medien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Über die Gemeinde Loxstedt berichtet die Nordsee-Zeitung. Regelmäßig findet in Loxstedt das Jugendmediencamp Nordwest statt.[23]

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Grundschulen befinden sich in den Ortschaften Bexhövede, Loxstedt und Stotel. In Loxstedt gibt es zudem eine Haupt- und Realschule sowie ein Gymnasium (bis Klasse 10).

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Söhne und Töchter der Gemeinde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Relief von Heinrich Luden in Loxstedt

Personen, die mit der Gemeinde in Verbindung stehen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sagen und Legenden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es gibt viele Sagen und Legenden, die sich auf das Gebiet der Gemeinde Loxstedt beziehen:

  • Arp von Düring
  • Das Schwarze Meer im Moor bei Hahnenknoop
  • Das Zwergenkind
  • Der Drachenstein bei Donnern
  • Der Feldstein bei Bexhövede
  • Der Kornhändler
  • Der Raubritter von Bexhövede
  • Der Schatz im Keller
  • Die Glocken von Bexhövede
  • Die Leutnantsbrücke in Düring
  • Die Zwerge bei Dünenfähr
  • Hake Betken siene Duven
  • Jäger und Voß
  • Von der Schwingenburg
  • Wie Landwürden zu Oldenburg kam

(Quelle:[25])

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Fritz Hörmann u. a.: Flurnamensammlung Wesermünde – Die Flurnamen des Grundsteuerkatasters von 1876. Hrsg.: Kulturstiftung der Kreissparkasse Wesermünde (= Sonderveröffentlichungen der Männer vom Morgenstern, Heimatbund an Elb- und Wesermündung e. V. Band 27). Männer vom Morgenstern Verlag, Bremerhaven 1995, ISBN 3-931771-27-X (Digitalisat (Memento vom 26. Oktober 2007 im Internet Archive) [PDF; 431 kB; abgerufen am 14. März 2019] S. 14).
  • Männer vom Morgenstern (Hrsg.): „Hake Betken siene Duven“ – Das Sagenbuch von Elb- und Wesermündung. 3. Auflage. Bremerhaven 1999, ISBN 3-931771-16-4.
  • Wolf Haio Zimmermann: Landschaftsrecht – Loxstedt. Hrsg.: Heinrich von Beck, Dieter Geuenich, Heiko Steuer; Begr.: Johannes Hoops, Red.: Rosemarie Müller (= Reallexikon der germanischen Altertumskunde. Band 18). Berlin 2001, ISBN 978-3-11-016950-8, S. 629–633.

Publikationen im Niederdeutschen Heimatblatt

  • Ulrich Euent: Sterndeuter, Magier, Weise. Die Heiligen Drei Könige in Geschichte und Gegenwart. In: Männer vom Morgenstern, Heimatbund an Elb- und Wesermündung e. V. (Hrsg.): Niederdeutsches Heimatblatt. Nr. 793. Nordsee-Zeitung GmbH, Bremerhaven Januar 2016, S. 2–3 (Digitalisat [PDF; 1,5 MB; abgerufen am 9. September 2019]).
  • Ulrich Euent: Vor 300 Jahren an der Mosel geboren. Der Orgelbauer Matthias Schreiber, Erbauer der Loxstedter Kirchenorgel. In: Männer vom Morgenstern, Heimatbund an Elb- und Wesermündung e. V. (Hrsg.): Niederdeutsches Heimatblatt. Nr. 796. Nordsee-Zeitung GmbH, Bremerhaven April 2016, S. 1–2 (Digitalisat [PDF; 739 kB; abgerufen am 30. Juli 2019]).
  • Ulrich Euent: Die Loxstedter Kirche St.-Johannes-der-Täufer. Vor 50 Jahren geweiht: Das Kirchweihfest fand am dritten Sonntag im Oktober statt. In: Männer vom Morgenstern, Heimatbund an Elb- und Wesermündung e. V. (Hrsg.): Niederdeutsches Heimatblatt. Nr. 802. Nordsee-Zeitung GmbH, Bremerhaven Oktober 2016, S. 2–3 (Digitalisat [PDF; 10,1 MB; abgerufen am 23. Juli 2019]).
  • Ulrich Euent: Lobetag auch in Loxstedt. Ausdruck der Dankbarkeit vor Verschonung in Gefahr. In: Männer vom Morgenstern, Heimatbund an Elb- und Wesermündung e. V. (Hrsg.): Niederdeutsches Heimatblatt. Nr. 811. Nordsee-Zeitung GmbH, Bremerhaven Juli 2017, S. 2 (Digitalisat [PDF; 3,3 MB; abgerufen am 15. Juli 2019]).
  • Ulrich Euent: Anna Selbdritt und Heilige Sippe. Ein rätselhaftes Bild aus der Zeit des Vorabends der Reformation. In: Männer vom Morgenstern, Heimatbund an Elb- und Wesermündung e. V. (Hrsg.): Niederdeutsches Heimatblatt. Nr. 815. Nordsee-Zeitung GmbH, Bremerhaven November 2017, S. 1–2 (Digitalisat [PDF; 6,6 MB; abgerufen am 6. Juli 2019]).

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Loxstedt – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Landesamt für Statistik Niedersachsen, LSN-Online Regionaldatenbank, Tabelle 12411: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes, Stand 31. Dezember 2018 (Hilfe dazu).
  2. a b c d Einwohnerzahlen der Gemeinde Loxstedt. In: Internetseite der Gemeinde Loxstedt. 30. Juni 2019, abgerufen am 3. September 2019.
  3. Hans Heinrich Seedorf: Der Landkreis Wesermünde. Dorn-Verlag, Bremen 1968.
  4. a b c Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. W. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 249.
  5. Jürgen H. Th. Prieß: Landkreis Wesermünde. Verlagsgruppe Kommunalpolitik + Wirtschaft, Oldenburg 1973.
  6. a b Bevölkerung am 31. Dezember 2017. In: Internetseite Landesamt für Statistik Niedersachsen (LSN). 31. Dezember 2017, abgerufen am 28. Mai 2019.
  7. Ulrich Schubert: Gemeindeverzeichnis Deutschland 1900 – Landkreis Geestemünde. Angaben vom 1. Dezember 1910. In: www.gemeindeverzeichnis.de. 3. Februar 2019, abgerufen am 6. April 2019.
  8. a b c Michael Rademacher: Deutsche Verwaltungsgeschichte von der Reichseinigung 1871 bis zur Wiedervereinigung 1990. Landkreis Wesermünde (→ Siehe unter: Nr. 57). (Online-Material zur Dissertation, Osnabrück 2006).
  9. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Amtliches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Endgültige Ergebnisse nach der Volkszählung vom 13. September 1950. Band 33. W. Kohlhammer Verlag, Stuttgart/Köln August 1952, S. 52, Sp. 2 (Digitalisat [PDF; 26,4 MB; abgerufen am 25. April 2019] Landkreis Wesermünde, S. 61).
  10. Niedersächsisches Landesverwaltungsamt (Hrsg.): Gemeindeverzeichnis für Niedersachsen. Gemeinden und Gemeindefreie Gebiete. Eigenverlag, Hannover 1. Januar 1973, S. 47 (Digitalisat [PDF; 21,3 MB; abgerufen am 3. September 2019] Landkreis Wesermünde).
  11. a b c d Einwohnerzahlen der Gemeinde Loxstedt 2010–2013. In: Internetseite der Gemeinde Loxstedt. 31. Dezember 2013, archiviert vom Original am 8. März 2014; abgerufen am 3. September 2019.
  12. a b c Einwohnerzahlen der Gemeinde Loxstedt 2014–2017. In: Internetseite der Gemeinde Loxstedt. 30. Juni 2017, archiviert vom Original am 6. September 2017; abgerufen am 3. September 2019.
  13. a b c d e f g h i j k l m n Bevölkerungszahlen. In: Internetseite Landesamt für Statistik Niedersachsen (LSN). Abgerufen am 28. Mai 2019.
  14. Niedersächsisches Kommunalverfassungsgesetz (NKomVG); § 46 – Zahl der Abgeordneten. In: Internetseite Niedersächsisches Vorschrifteninformationssystem (NI-VORIS). 17. Dezember 2010, abgerufen am 27. Mai 2019.
  15. Barbara Fixy: Wrede gibt SPD-Parteibuch ab. In: Nordsee-Zeitung. 1. November 2016, S. 26.
  16. Einzelergebnisse der Direktwahlen zum Bürgermeister 2014. (PDF; 475 kB) 25. Mai 2014, S. 92, abgerufen am 27. Mai 2019.
  17. Ortsvorsteher von Loxstedt. In: Internetseite der Gemeinde Loxstedt. Abgerufen am 27. Mai 2019.
  18. Hauptsatzung. (PDF; 93 kB) In: Internetseite der Gemeinde Loxstedt. 21. Oktober 2014, abgerufen am 27. Mai 2019.
  19. a b Landkreis Wesermünde (Hrsg.): Wappen des Landkreises Wesermünde. Grassé Offset Verlag, Bremerhaven/Wesermünde 1973, ISBN 3-9800318-0-2.
  20. Sankt-Johannes-der-Täufer-Kirche. In: Internetseite der Gemeinde Loxstedt. Abgerufen am 27. Mai 2019.
  21. Vorzugsvariante der Küstenautobahn. (PDF; 9,3 MB) In: www.kuestenautobahn.info. 30. Mai 2007, abgerufen am 27. Mai 2019.
  22. Optimiertes Variantenspektrum der Küstenautobahn. (PDF; 9,4 MB) In: www.kuestenautobahn.info. 30. Mai 2007, abgerufen am 27. Mai 2019.
  23. Jugendmediencamp Nordwest. In: www.jmc-nw.de. Abgerufen am 27. Mai 2019 (Camp in Schwegen 25, 27612 Loxstedt).
  24. Ulrich Euent: Heinrich Hadel (1863–1949), Lehrer, Kantor, Chronist. Ein Loxstedter Dorfschulmeister mit vielen Gaben. In: Männer vom Morgenstern Heimatbund an Elb- und Wesermündung e. V. (Hrsg.): Niederdeutsches Heimatblatt. Nr. 818. Nordsee-Zeitung GmbH, Bremerhaven Februar 2018, S. 3–4 (Digitalisat [PDF; 8,7 MB; abgerufen am 20. Juni 2019]).
  25. Männer vom Morgenstern (Hrsg.): „Hake Betken siene Duven“ – Das Sagenbuch von Elb- und Wesermündung. 3. Auflage. Bremerhaven 1999, ISBN 3-931771-16-4.