Langschwingengabel

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Langarmschwinge geschoben
Langschwingengabel (BMW) mit zweiter Schwenkachse

Langschwingengabel ist eine heute weniger gebräuchliche Bezeichnung der Langarmschwinge oder Earles-Gabel.[1]

Technik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Langschwingengabel führt das Vorderrad in einer hinten um das Rad geführten Schwinge, die durch zwei Federbeine unter der unteren Gabelbrücke abgestützt ist. Diese Bauform war 1951 von dem Briten Ernest Earles zunächst für den Motorradsport entwickelt worden. Sie war damaligen Teleskopgabeln in Steifigkeit und Federung überlegen. Besonders bei einer Bremsung wird das Nicken vermindert.[2] Bei BMW verdrängte die Langschwingengabel von 1955 bis 1969 die Teleskopgabel völlig aus der Serienproduktion (siehe Vollschwingen-BMW).

Heutige Anwendung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Da im Gespannbetrieb die Vorteile der Vorderschwinge überwiegen und auch das höhere Gewicht der Radführung dank des höheren Fahrzeuggesamtgewichts weniger Bedeutung hat, ist die Langschwingengabel auf dem Gespannsektor nach wie vor gebräuchlich. Um eine aktuelle Solomaschine für Seitenwagenbetrieb zu optimieren, ist ohnedies eine Anpassung der Lenkgeometrie auf deutlich geringeren Nachlauf nötig, da ansonsten sehr hohe Lenkkräfte bei Kurvenfahrt entstehen. Bei den von BMW produzierten Langschwingen wurde dies mit einem Paar zweiter Schwenkachsenaufnahmebohrungen (vor der „Solo“-Position) erreicht, das den Nachlauf zurücksetzte.[3] Dies ist auf dem Foto direkt hinter dem Rad zu sehen: die silberfarbene Aluminiumkappe zeigt die Schwenkachse in der Solo-Position. Etwa 50 mm davor finden sich die zweiten Bohrungen zum Gespannbetrieb, hier korrekt abgedeckt mit einem schwarzen Gummi-Pilzstopfen.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Wolfgang Matschinsky: Radführungen der Straßenfahrzeuge. 2. Auflage, Springer Verlag 1998, ISBN 978-35406-4155-1, S. 333
  2. Wolfgang Matschinsky: Radführungen der Straßenfahrzeuge. 2. Auflage, Springer Verlag 1998, ISBN 978-35406-4155-1, S. 332
  3. Institut für Zweiradsicherheit: Praxishefte Zweiradsicherheit 5. Heinrich Vogel Verlag München 1990, ISBN 3-574-27318-5, S. 14