Laurence Douglas Fink

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Larry Fink, 2010

Laurence Douglas „Larry“ Fink (* 2. November 1952 in Los Angeles) ist ein US-amerikanischer Unternehmer. Fink ist Gründer, Aufsichtsratsvorsitzender und Vorstandsvorsitzender des weltgrößten Vermögensverwalters BlackRock.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Fink wuchs in Van Nuys, Kalifornien, in einer jüdischen Familie auf. Sein Vater besaß ein Schuhgeschäft, seine Mutter war Englisch-Professorin. Er studierte Betriebswirtschaftslehre und Politikwissenschaften an der University of California, Los Angeles. Nach dem Ende seines Studiums arbeitete er als Trader bei der Investmentbank First Boston, bei der er durch falsche Zinsvorhersagen einen Verlust von 100 Millionen Dollar verursachte und sich so seinen Ruf als Trader ruinierte.[1] Ende der 1980er Jahre wurde Fink von einer Private Equity-Gesellschaft für den Aufbau des Anleihengeschäfts engagiert.[1] 1988 war er Mitgründer des Unternehmens BlackRock, dessen Vorsitzender er seit 1998 ist.

Fink ist verheiratet und hat drei Kinder. Sein ältester Sohn, Joshua, ist Gründer des Hedgefonds Enso Capital Management.[2]

Im April 2018 wurde Finks Privatvermögen vom Bloomberg Billionaires Index mit einer Milliarde US-Dollar angegeben.[3]

Einfluss[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Fortune bezeichnete Fink 2014 als den „mächtigsten Mann der Wall Street“;[4] BlackRock gilt als das größte Finanzimperium der Welt. Das verwaltete Vermögen des Konzerns lag Ende 2017 bei 6,29 Billionen Dollar.[5]

Georg Meck schrieb am 24. Mai 2015 in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung, Fink sei ein „persönlicher Freund von Anshu Jain“ und habe als Großaktionär seinerzeit geholfen, Jain als Co-Chef der Deutschen Bank durchzusetzen.[6]Allerdings liefert der Autor keine Belege für diese Behauptung.[7] Im Januar 2018 appellierte Fink in einem offenen Brief an Vorstandsvorsitzende, nicht nur Gewinne anzustreben, sondern auch auf die Rolle ihres Unternehmens in der Gesellschaft und für die Gesellschaft zu achten.[8][9]

Briefe an die CEOs[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In seiner Funktion als BlackRock CEO schreibt Larry Fink seit 2012 jedes Jahr einen Brief an die CEOs der Firmen, an denen BlackRock Anteile hält. Der Brief wird in Unternehmenskreisen und am Kapitalmarkt breit diskutiert.[10] In zunehmendem Maße beginnt sich auch die allgemeine Öffentlichkeit für diese Briefe zu interessieren.[11][12]

2012

Im Jahr 2012 stellte Fink BlackRocks Fokus auf langfristige Geschäftsmodelle in den Vordergrund.[13] Als langfristiger Anleger sei BlackRock an guten Beziehungen zu den Unternehmen interessiert. Er forderte die CEOs auf, mit dem Vermögensverwalter in einen Dialog zu treten. Das Ziel müsse der langfristige Erhalt des Unternehmenswertes sein.[13]

2013

Im Jahr 2013 wurde kein Brief publiziert.[14]

2014

Im Brief des Jahres 2014 setzte Fink wiederum den Fokus auf langfristige Geschäftsmodelle.[15] Er kritisiert die kurzfristig-orientierten Anleger des Kapitalmarktes. Fink fordert die CEOs auf, besser zu erklären, worin ihre langfristige Unternehmensstrategie besteht. Dadurch würden sie mehr langfristig-orientierte Anleger wie BlackRock anziehen können.[15] Allerdings sei Fink sich bewusst, dass zwischen kurzfristigen und langfristigen Kapitalanlagen eine Balance gefunden werden muss.[15]

2015

2015 kritisierte Fink den amerikanischen Aktienmarkt dafür, sehr viel Geld über Dividenden und Aktienrückkäufe an die Anteilseigner zurückgeführt zu haben.[16] Zwar sei es richtig, überschüssiges Kapital an die Anteilseigner zurückzuführen, allerdings sollte jedes Unternehmen überlegen, wie es seinen langfristigen Firmenwert durch Investitionen erhalten könne.[16] Er fordert die Gesetzgeber auf, langfristige Kapitalanlagen stärker zu fördern.[16]

2016

2016 stellte Fink erstmals konkrete Forderungen an die CEOs.[17] Alle CEOs sollen jedes Jahr einen strategischen Unternehmensplan präsentieren, wie sie langfristigen Unternehmenswert schaffen wollen.[17] Diese Pläne sollen von den Verwaltungs- bzw. Aufsichtsräten der jeweiligen Unternehmen kontrolliert werden. Weiterhin fordert er Gesetzgeber abermals zu konkreten Förderungen von langfristigen Geschäftsmodellen auf.[17]

2017

Im Brief des Jahres 2017 stellte Fink die Rückschläge gegen die Globalisierung in den Vordergrund.[18] Er erwähnt Trumps Wirtschaftspläne und den Brexit.[18] Als Grund für diese Phänomene sieht er das kurzfristige Denken von Vorständen und den fehlenden Fokus auf alle Stakeholder eines Unternehmens.[18] Erstmals fordert er die Beachtung ESG-Kriterien in den strategischen Unternehmensplänen zum langfristigen Werterhalt. Außerdem weist er darauf hin, dass Unternehmen mehr für die betriebliche Altersvorsorge ihrer Mitarbeiter tun sollen.[18]

2018

2018 trat Fink mit einer neuen Forderung an die Unternehmen heran: Jede Firma solle ihren Unternehmenszweck definieren.[19] Dabei sollten sie darauf achten, welche Werte sie als Unternehmen vertreten wollen und wie sie am besten mit ihren Stakeholdern umgehen.[19] Zudem mahnte Fink die Verwaltungs- und Aufsichtsräte an, stärker auf ihre Diversität zu achten. Denn diese trage wesentlich zu besseren Entscheidungen und damit zu einem langfristig höheren Unternehmenswert bei.[19]

2019

2019 setzte Fink den Fokus auf den Zusammenhang Unternehmenszweck und langfristigen Gewinn.[20] Profit sei das notwendige Fundament, damit Unternehmen langfristig allen ihren Stakeholdern dienen können. Dazu sei es notwendig, dass Firmen klar definierten, worin ihr Unternehmenszweck besteht. Dieser würde zu ethischem Verhalten führen, sowie einen wichtigen Beitrag zur Unternehmenskultur leisten.[20] Außerdem forderte Fink die CEOs auf, Führungsstärke zu zeigen und einen Beitrag zur Lösung gesellschaftlicher Probleme zu leisten. Dazu sollten Firmen einen stärkeren Beitrag zur Altersvorsorge ihrer Mitarbeiter liefern.[20] In den Mittelpunkt von BlackRocks Engagement für 2019 stellte Fink folgende Punkte:[20]

2020

Der Brief des Jahres 2020 stellte den Klimawandel in den Mittelpunkt.[21] Fink forderte die CEOs auf, Klimarisiken im Investmentprozess ihrer Firmen stärker zu beachten. Außerdem kündigte Fink an, dass seine Firma auf mehr Transparenz hinsichtlich geschäftsspezifischer Klimarisiken pochen würde.[21] Denn diese Risiken könnten den langfristigen Werterhalt des Unternehmens wesentlich gefährden.[21]

Preise und Auszeichnungen (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dokumentarfilm[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Laurence Douglas Fink – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Miriam Braun: Blackrock: Die heimliche Weltmacht. Deutsche Welle, 17. August 2015, abgerufen am 17. August 2015.
  2. Imogen Rose-Smith: Joshua Fink (en) Institutional Investor. 15. Juni 2011. Abgerufen am 27. November 2018.
  3. BlackRock CEO Larry Fink Is Now a Billionaire (en) Bloomberg News. 16. April 2018. Abgerufen am 27. November 2018: „BlackRock Chief Executive Officer Larry Fink's personal fortune has at last eclipsed $1 billion, according to the Bloomberg Billionaires Index.“
  4. Carol J. Loomis: BlackRock: The $4.3 trillion force (en) Fortune. 7. Juli 2014. Abgerufen am 27. November 2018.
  5. Q4 2017 Earnings. (PDF) BlackRock Inc., 12. Januar 2018, abgerufen am 13. Januar 2018 (englisch, 4. Quartalsbericht 2017).
  6. Georg Meck: Die Abmahnung. In: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung (FAS). 24. Mai 2015, S. 23.
  7. Georg Meck: Deutsche Bank: Zwei gegen alle. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 23. Mai 2015. Abgerufen am 25. April 2017. 
  8. FAZ.net (17. Januar 2018): Eine bemerkenswerte Mahnung
  9. A Sense of Purpose
  10. BlackRock CEO's letter on climate change signals where finance is headed. Abgerufen am 23. Juli 2020 (englisch).
  11. DER SPIEGEL: Blackrock-Chef schreibt Brandbrief an Topmanager - DER SPIEGEL - Wirtschaft. Abgerufen am 23. Juli 2020.
  12. tagesschau.de: Blauer Brief: Blackrock-Boss pocht auf Klimaschutz. Abgerufen am 23. Juli 2020.
  13. a b Larry Fink's 2012 Letter to CEOs. Abgerufen am 23. Juli 2020 (englisch).
  14. Larry Fink's Letter to CEOs. Abgerufen am 23. Juli 2020 (englisch).
  15. a b c Larry Fink's 2014 Letter to CEOs. Abgerufen am 23. Juli 2020 (englisch).
  16. a b c Larry Fink's 2015 Letter to CEOs. Abgerufen am 23. Juli 2020 (englisch).
  17. a b c Larry Fink's 2016 Letter to CEOs. Abgerufen am 23. Juli 2020 (englisch).
  18. a b c d Larry Fink's 2017 Letter to CEOs. Abgerufen am 23. Juli 2020 (englisch).
  19. a b c Larry Fink's 2018 Letter to CEOs. Abgerufen am 23. Juli 2020 (englisch).
  20. a b c d Larry Fink's 2019 Letter to CEOs. Abgerufen am 22. Juli 2020 (englisch).
  21. a b c Larry Fink CEO Letter. Abgerufen am 23. Juli 2020.