Blackstone Group

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
The Blackstone Group L.P.
The Blackstone Group logo (2).svg
Rechtsform Limited Partnership
ISIN US09253U1088
Gründung 1985
Sitz New York
Leitung Stephen A. Schwarzman (Chairman & CEO)
Mitarbeiter 1.585 (2012)
Umsatz 3,62 Mrd. US-Dollar (2012)
Branche Investmentverwaltung
Website www.blackstone.com

The Blackstone Group L.P. ist eine an der Börse notierte US-amerikanische Investmentgesellschaft mit Hauptsitz in New York.

Der Wert der Beteiligungen des Unternehmens lag zum 30. September 2014 bei 284 Milliarden US-Dollar.

Unternehmensprofil[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Blackstone Group beschäftigte Ende September 2008 93 leitende Manager und 780 weitere Berater in der New Yorker Hauptgeschäftsstelle 345 Park Avenue und den weiteren Niederlassungen in Atlanta, Boston, Chicago, Dallas, Düsseldorf, Hongkong, Houston, London, Los Angeles, Menlo Park, Mumbai, Paris, San Francisco und Tokio.

Das Unternehmen ist in die vier Geschäftsfelder Corporate Private Equity, Real Estate, Marketable Alternative Asset Management und Financial Advisory aufgeteilt.

Den Vorsitz des Aufsichtsrates hat der Gründer des Unternehmens Stephen A. Schwarzman inne, der gleichzeitig auch Chief Executive Officer ist.

Bekannte Beteiligungen der Blackstone Gruppe (Stand April 2016):

Laut eigenen Angaben plant Blackstone, verstärkt Geschäfte in Europa zu tätigen. Im „International Advisory Board“ des Unternehmens sind daher unter anderem Roland Berger (als „Chairman of Blackstone Germany“) und Ron Sommer vertreten.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Unternehmen wurde 1985 vom früheren US-Handelsminister Peter George Peterson, der sich 2008 aus dem Unternehmen zurückzog, und von Stephen A. Schwarzman gegründet.

Ende 2004 übernahm das Unternehmen 31.000 Wohnungen von der Beteiligungsgesellschaft WCM für 1,4 Milliarden Euro. Es handelte sich dabei um den Wohnungsbestand der Kieler Wohnungsbaugesellschaft mit 9500 Wohnungen. Ferner um 3800 Wohnungen in Wuppertal, 5800 in der Region Mönchengladbach sowie 500 in weiteren Regionen.

Ende April 2006 erwarb Blackstone für 2,68 Milliarden Euro einen 4,6-prozentigen Anteil an der Deutschen Telekom von der staatseigenen Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW), die weitere 17,5 Prozent an der Telekom hält. Blackstone verpflichtete sich, die Aktien für mindestens zwei Jahre zu halten.

Am 19. November 2006 wurde zwischen Blackstone und der amerikanischen Immobilienfirma Equity Office Properties eine Übernahmevereinbarung unterzeichnet. Die Transaktion sollte ein Volumen von 36 Milliarden US-Dollar haben.[5] Im Februar 2007 kam die bis dahin größte fremdfinanzierte Übernahme einschließlich Schulden für 39 Milliarden US-Dollar zu Stande.[6]

Gegen den Widerstand des US-Senats fand am 22. Juni 2007 der Börsengang der Blackstone Group zu einem Emissionskurs von 31 US-Dollar an der New York Stock Exchange statt. Dabei überstieg die Nachfrage nach Aktien das Angebot von 133 Millionen Stückaktien um etwa das 6-fache. Der Börsengang erzielte 4,13 Milliarden US-Dollar. Seither wird die Aktie unter dem Kürzel BX gehandelt.

Bereits im Vorfeld des Börsengangs wurde über eine Beteiligung eines chinesischen Staatsfonds in Höhe von drei Milliarden US-Dollar berichtet.[7] Die China Investment Corporation sicherte sich 9,3 Prozent der Anteile von Blackstone.

Im Juli 2007 übernahm Blackstone die Hotelkette Hilton und wurde damit zum viertgrößten Hotelbetreiber der Welt. Mit einem Gesamtpreis von 26 Milliarden US-Dollar ist die Transaktion die bislang größte Übernahme in der Touristik.

Im Zuge der Finanzkrise musste auch die Blackstone Group mehrere Quartalverluste in Millionenhöhe melden. Der Wert der Aktie hatte verglichen mit dem Börsengang im Juni 2007 zeitweise mehr als 90 Prozent an Wert verloren,[8] sich inzwischen aber wieder etwas erholt (Stand April 2012). Aktuell (Sommer 2015) liegt der Wert der Aktie bei ca. 44 bis 32 USD.

Im Oktober 2011 wurde bekannt, dass Blackstone 44 % der Anteile der Salzburger Holding ACM Projektentwicklung von Leica Camera übernehmen will.[9]

Kritik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es wurde kritisiert, dass im Rahmen des Erwerbes tausender Wohnungen Investitionen des öffentlichen Wohnungsbaus nun auf dem freien Markt „verschleudert“ werden.[10]

Beteiligungsgesellschaften wie die Blackstone Group waren im April 2005 Anlass für die Heuschreckendebatte in Deutschland. Franz Müntefering sprach damals von Finanzinvestoren als „Heuschrecken“. Im Zuge der steigenden Investitionen in Deutschland nahm der Mitgründer und derzeitige Vorstandschef der Blackstone Gruppe Stephen A. Schwarzman darauf Bezug und fragte die Bundeskanzlerin Angela Merkel im November 2006, wie es denn sein könne, dass er von einem Minister ihres Kabinetts als Insekt betrachtet werde.[11]

Auch in der Diskussion um sehr hohe Managergehälter wurde der Name des Unternehmens an vorderster Front genannt. So erhielt Stephen A. Schwarzman im Jahre 2006 398,3 Millionen US-Dollar,[12] im Jahr 2007 350 Millionen US-Dollar,[13] und 2008 waren es sogar 702 Millionen US-Dollar.[14]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. http://www.mbaerospace.com/news/blackstone-to-acquire-mb-aerospace/
  2. http://www.blackstone.com/news/press_releases/07-03-2007.pdf
  3. http://lasvegassun.com/news/2014/may/15/deutsche-bank-sells-cosmopolitan-blackstone-17-bln/
  4. http://www.ft.com/cms/s/0/7eaceedc-fa2c-11e0-8e7e-00144feab49a.html#axzz46GmQP9j6
  5. Equity Office Agrees to be Acquired by The Blackstone Group, phx.corporate-ir.net, 19. November 2006.
  6. Blackstone has sold most Equity Office property: WSJ. In: reuters.com. 26. Juli 2007, abgerufen am 16. Februar 2015.
  7. Blackstone: China legt drei Milliarden Dollar bei Heuschrecke an. In: Spiegel Online. 19. Mai 2007, abgerufen am 16. Februar 2015.
  8. Tiefrote Zahlen: Blackstone-Gründer verzichten auf Boni. In: Spiegel Online. 27. Februar 2009, abgerufen am 16. Februar 2015.
  9. Finanzinvestor Blackstone steigt bei Leica ein (Memento vom 21. Oktober 2011 im Internet Archive) In: tagesschau.de
  10. Immobilien: Heuschrecken spielen Monopoly. In: stern.de. 29. Oktober 2005, abgerufen am 16. Februar 2015.
  11. Daniel Schäfer: Herrscher der Welt GmbH. In: FAZ.net. 21. November 2006, abgerufen am 16. Februar 2015.
  12. Blackstone-Chef: 400 Millionen US-Dollar Jahresgehalt. In: Focus Online. 12. Juni 2007, abgerufen am 16. Februar 2015.
  13. Unbekannter Titel. In: nytimes.com. Abgerufen am 16. Februar 2015 (englisch). (Abonnement notwendig)
  14. Blackstone-Chef bekam 700-Millionen-Gehalt. In: handelsblatt.com. 14. August 2009, abgerufen am 16. Februar 2015.