Leipziger Burschenschaft Germania

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Basisdaten
Hochschulort: Leipzig, Deutschland
Gründung: 17. Juni 1818 in Leipzig
Verband: Deutsche Burschenschaft (DB)
Farben: Schwarz-Weiß-Rot mit goldener Perkussion
Webseite: www.germania-leipzig.de

Die Leipziger Burschenschaft Germania ist eine farbentragende, pflichtschlagende Studentenverbindung mit Sitz in Leipzig. Sie ist die älteste Burschenschaft in Sachsen.

Allgemeines[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Als Zirkel führt die Germania den kleinen Burschenschafterzirkel.

Die Leipziger Burschenschaft Germania ist ein Lebensbund, in dem Studenten nach ihrem Studienabschluss Mitglied der Altherrenschaft der Burschenschaft werden, die die jungen Studenten (Aktivitas) finanziell und ideell unterstützt (umgekehrter Generationenvertrag). Außerdem ist sie nach dem Konventsprinzip organisiert, d. h. Entscheidungen werden in Abstimmungen und Wahlen getroffen, wobei die Mehrheit entscheidet.

Die Germania trägt die Farben Schwarz-Weiß-Rot mit goldener Perkussion im Leipziger Bandmaß, ziegelrote Mützen in kleiner gerader Form, und führt den WahlspruchFreiheit – Ehre – Vaterland“. Sie verlangt von ihren Mitgliedern das Schlagen von drei genehmigten Mensuren.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Zeit bis 1945[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Leipziger Burschenschaft Germania wurde am 7. Juni 1818 im Gasthaus ″Zur Grünen Linde″ in Leipzig gegründet. Im Jahr 1824 wurde sie aufgelöst, als die Karlsbader Beschlüsse in Sachsen durchgesetzt wurden. Bereits 1825 war die Burschenschaft wieder präsent, wurde aber 1826 erneut verboten. Die Studentenverbindung wurde ab 1827 als Fechtgesellschaft fortgeführt. 1827/28 kam es zu einer Abspaltung, aus der die Burschenschaft Markomannia Leipzig hervorging. Deren bekanntestes Mitglied war wohl der Komponist Robert Schumann. Als Folge des Frankfurter Wachensturms kam es 1832 erneut zu Maßnahmen gegen die Burschenschaft. Es kam 1833 zur Selbstauflösung.

Die Studentenverbindung wurde 1839 reorganisiert. Es kam mit dem Ehrenmitglied Robert Blum zur Blütezeit der Leipziger Burschenschaft als "Kochei" (nach dem Namen der Wirtschaft Koch in der Fleischergasse, wo gekneipt wurde). 1852 wurden die Burschenschaften in Leipzig wieder verboten. Die Leipziger Burschenschaft bestand im Untergrund weiter bis 1855.

Die Wiedergründung erfolgte 1859 als Wartburg unter Beibehaltung der alten Couleur der Leipziger Burschenschaft. Im Juli 1862 fand der Zusammenschluss mit der Burschenschaft Albia zur Leipziger Burschenschaft Germania unter den Farben der Wartburg statt. 1872 werden die jetzigen Farben schwarz-weiß-rot angenommen.

Im Jahr 1903 übernahm die Leipziger Burschenschaft Germania den Vorsitz in der Deutschen Burschenschaft. 1909 wurde das Haus in der Schenkendorfstraße 16a eingeweiht. Im Ersten Weltkrieg fielen 24 Mitglieder. Der Couleurbetrieb wurde 1919 wieder aufgenommen. 1926 wurde wieder der Vorsitz in der Deutschen Burschenschaft übernommen.

Nach der Machtergreifung Hitlers wurde 1934 das Führerprinzip eingeführt, bevor 1935 die Zwangsauflösung erfolgte. 1936 wurde die Burschenschaft in die NS-Kameradschaft Wartburg umgewandelt. Im Zweiten Weltkrieg fielen 26 Mitglieder und 1944 wurde das Germanenhaus durch Bombentreffer zerstört.

Exil in Köln[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach 1945 wurden die Kontakte wieder aufgenommen und es kommt 1948 zum ersten Nachkriegstreffen in Bad Godesberg. Dort erfolgen Verhandlungen mit verschiedenen Altherrenverbänden zur Belebung einer Aktivitas. 1950 erfolgt die Gründung einer Kölner Burschenschaft Wartburg durch die Burschenschaft Germania Köln. Der Altherrenverband der Leipziger Burschenschaft Germania schließt sich mit der Aktivitas der Kölner Burschenschaft Wartburg unter dem Namen Kölner Burschenschaft Wartburg, zugleich Alte Leipziger Burschenschaft Germania zusammen. Dieser Name wird 1958 zu Wartburg Köln / Germania Leipzig verkürzt.

Rückkehr nach Leipzig[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahr 1993 wird das 175-jährige Bestehen der Leipziger Burschenschaft Germania in Leipzig gefeiert und ein eigener Altherrenverband Germania Leipzig gegründet. Im Wintersemester 1993/94 erfolgt die Aufnahme des Aktivenbetriebes in Leipzig mit vier Füchsen. Im April 1994 werden erste Räume im Barfußgäßchen 12 angemietet. Ab Mai 1994 beginnt das Einpauken im Waffenring "Halle-Leipzig". Im Sommersemester 1994 findet die Wiederaufnahme der Aktivitas und Altherrenschaft der Leipziger Burschenschaft Germania in die Deutsche Burschenschaft statt. 1995 wird eine Etage in der Nikolaistraße 57 bezogen. Mit der Aktivitas der Burschenschaft Arminia auf dem Burgkeller Jena wird 1997 ein Freundschaftsverhältnis eingegangen.

Bekannte Mitglieder[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mitgliederverzeichnis:

  • Willy Nolte (Hrsg.): Burschenschafter-Stammrolle. Verzeichnis der Mitglieder der Deutschen Burschenschaft nach dem Stande vom Sommer-Semester 1934. Berlin 1934. S. 1067–1068.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • [Adolf Hirschfeld, August Franke]: Geschichte der Leipziger Burschenschaft Germania 1859-1879. Festgabe zum zwanzigsten Stiftungsfeste am 25., 26., 27. und 28. Juli 1879. o. O. o. J. (Leipzig 1879), S. 73, Nr. 275.
  • Emil Knaake, Wolfgang Thiele, Valerian Tornius, Hans Leonhardt (Bearb.): Geschichte der Leipziger Burschenschaft Germania 1818–1928. Leipzig o. J. (1928).
  • Hans-Georg Balder: Die Deutsche(n) Burschenschaft(en) – Ihre Darstellung in Einzelchroniken. WJK, Hilden 2005, S. 272–273.
  • Michael Doeberl, Alfred Bienengräber (Hrsg.): Das akademische Deutschland. Band 2: Die deutschen Hochschulen und ihre akademischen Bürger. C. A. Weller, Berlin 1931. S. 923.
  • Hans Leonhardt: Die älteste Leipziger Burschenschaft (1818–1833) – Ein Beitrag zur Geschichte der Universität Leipzig im 19. Jahrhundert. Inaugural-Dissertation, Borna-Leipzig 1913.
  • Rudolf Nöbel: Der Altherrenverband der Alten Leipziger Burschenschaft Germania – Entstehung und Entwicklung bis zum Jahre 1972. Im Selbstverlag, Köln 1973.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]