Prepper

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Prepper (abgeleitet von englisch to be prepared, deutsch ‚bereit sein‘ bzw. dem Pfadfinder­gruß: englisch Be prepared, deutsch Allzeit bereit) bezeichnet Personen, die sich mittels individueller Maßnahmen auf jedwede Art von Katastrophe vorbereiten: durch Einlagerung von Lebensmittelvorräten, die Errichtung von Schutzbauten oder Schutzvorrichtungen an bestehenden Gebäuden, das Vorhalten von Schutzkleidung, Werkzeug, Funkgeräten, Waffen und anderem. Dabei ist es unwichtig, durch welches Ereignis oder wann eine Katastrophe ausgelöst wird.[1] Viele Themen der Prepper überschneiden sich mit denen der Survival-Szene.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ursprung des Preppens lässt sich nicht auf ein genaues historisches Ereignis festlegen, da zu jeder Zeit Vorräte als Krisenvorsorge für Zeiten des Krieges und der damit verbundenen Nahrungsmittelknappheit angelegt wurden. In den Vereinigten Staaten geht die Geschichte des Preppens auf das 19. Jahrhundert zurück. Während des Sezessionskrieges war die Bevölkerung häufig von einer mangelhaften Lebensmittelversorgung betroffen und gezwungen, wenn möglich, Lebensmittel zu bevorraten.

Während des großen Aufschwungs der Vereinigten Staaten seit dem letzten Drittel des 19. Jahrhunderts und nach dem Aufstieg zur wirtschaftlichen und militärischen Weltmacht waren viele US-Bürger davon überzeugt, dass es in Amerika niemals wieder zu einer Krise kommen würde. Der Wunsch, auf schlechtere Zeiten vorbereitet zu sein, trat vorerst in den Hintergrund.

Erst mit dem großen Börsencrash am 24. Oktober 1929 begannen viele Amerikaner wieder, für Krisenzeiten vorzusorgen. Aus Sorge vor einem Verlust des gewohnten Lebensstandards wurden außer Lebensmitteln auch erstmals Güter wie Treibstoff, Lampen, Wasser, Kleidung, Decken usw. auf Vorrat angelegt. Für einen weiteren starken Anstieg des Interesses am Preppen sorgte der Zweite Weltkrieg und vor allem der darauf folgende Kalte Krieg zwischen den Vereinigten Staaten und der Sowjetunion. Durch die Angst vor einem Atomkrieg und der daraus resultierenden totalen Vernichtung wurde der Bau von öffentlichen und privaten Atomschutzbunkern ein fester Bestandteil der Krisenvorsorge. Der Pfadfinderspruch „be prepared“ (deutsch „sei vorbereitet“, „Vorbereitung ist alles“) wurde zum Leitspruch für aktive Vorsorger, und der Begriff „Prepper“ war immer häufiger zu hören.

Seit dem Zerfall der Sowjetunion sorgen vor allem Umweltkatastrophen, terroristische Anschläge wie 9/11 und Epidemien für eine steigende Verängstigung in der US-Bevölkerung. Darum, und zusätzlich unterstützt von einer starken medialen Präsenz des Themas, beschäftigen sich inzwischen immer mehr US-Bürger mit den Themen Preppen, Survival und Krisenvorsorge.

Auch Klimawandel, kriegerische Auseinandersetzungen und wirtschaftliche Krisen, wie z. B. die Finanzkrise ab 2007, sorgten in den letzten Jahren für ein Wachstum der Prepper-Szene mit zunehmender Verbreitung auch in Europa. Inzwischen gibt es in Deutschland, Österreich und der Schweiz sogar schon Unternehmen, die sich auf eine Versorgung mit „Rundumpaketen“, wie z. B. Vorrats- und Ausrüstungspaketen, spezialisiert haben.

Seit August 2017 ermittelt der Generalbundesanwalt gegen mehrere Mitglieder der Prepper-Szene in Mecklenburg-Vorpommern, die sich in Chats darüber ausgelassen haben sollen, dass ein Krisenfall auch eine Chance zur Machtübernahme mit anschließender Internierung bzw. Ermordung linker Politiker sein könne. Die Polizei fand bei Hausdurchsuchungen Adressen von Politikern der Linken, der FDP, der Grünen, sowie von Flüchtlingsverbänden, Arbeiterwohlfahrt und Gewerkschaften. Eine Kommission der Landespolizei Mecklenburg-Vorpommern soll nun ein detailliertes Bild der Szene erstellen. Der AfD-Abgeordnete Nikolaus Kramer kritisierte das Vorhaben der Polizei, während die SPD-Abgeordnete Martina Tegtmeier es begrüßte.[2][3]

Zusammensetzung der Szene und Motivation[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Prepper stellen sich nicht als eine homogene Gruppierung dar. Neben eher gemäßigten Preppern finden sich in der Szene auch Reichsbürger, rechte Gruppierungen und Verschwörungstheoretiker. In den letzten Jahren versuchen manche gemäßigten Prepper verstärkt, sich durch Eigenorganisation von diesen Gruppen zu distanzieren.[4]

Als Motivation nennen Prepper häufig die Ratschläge des Bundesamts für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe. Das empfiehlt unter anderem, dass jeder Bundesbürger einen Vorrat für 14 Tage anlegen sollte, um auf mögliche Krisen vorbereitet zu sein. Meistens geht die Vorbereitung aber deutlich über die empfohlenen Maßnahmen hinaus.

Rezeption[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit dem 1. Oktober 2012 strahlt der National Geographic Channel die Serie Preppers – Bereit für den Weltuntergang (im Original: Doomsday Preppers) aus. Im Dezember 2013 begann die Ausstrahlung der dritten Staffel.[5]

Die Folge 176 „Bereit bis in den Tod“ der TV-Serie SOKO Stuttgart spielt ebenso in der Prepper-Szene wie die 368. Folge der TV-Serie Polizeiruf 110: „Demokratie stirbt in Finsternis“.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dokumentationen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Jürgen Reuß: NETZWELT: Die Herrscher des Vorgartens. In: badische-zeitung.de. Badischen Zeitung, 31. Juli 2012, abgerufen am 1. August 2012.
  2. Polizei nimmt „Prepper“-Szene ins Visier. Norddeutscher Rundfunk vom 14. September 2017
  3. Terrorverdacht: Razzien bei Polizist und Anwalt. Norddeutscher Rundfunk vom 28. August 2017
  4. Per Hinrichs: Der Weltuntergang droht? Diese Männer sind bereit. In: Die Welt. 5. April 2016, abgerufen am 23. August 2017.
  5. Preppers – Bereit für den Weltuntergang. In: fernsehserien.de. imfernsehen GmbH & Co. KG, abgerufen am 28. April 2014.