Leistung (Sport)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Im Sport findet der Begriff Leistung zunächst in einem sehr weiten Sinne Anwendung: Als höhere Leistung gelten u. a. größere Geschwindigkeiten, größere Höhen und Weiten in den Sprung- und Wurfdisziplinen, aber auch höhere Punktzahlen bei technischen Sportarten, bei denen nicht nur die Schwierigkeitsgrade, sondern auch der „künstlerische Ausdruck“ bewertet werden.

In den Ausdauer-Sportarten, aber beispielsweise auch in den Sprint-Disziplinen des Radsports, wird der Begriff auch in seinem engeren, physikalischen Sinne angewandt.

In einigen Sportarten, beispielsweise im Rudern, besonders aber im Radsport, korreliert die vom Sportler zu erbringende, physiologische Leistung (Energieumsatz pro Zeitspanne) besonders eng mit der effektiv messbaren physikalischen Leistung. Infolgedessen sind in den letzten Jahrzehnten zahlreiche Leistungstests und Verfahren der Leistungsdiagnostik entwickelt worden, die in erster Linie auf Fahrradergometern bzw. der Rolle, aber auch auf Laufbändern, durchgeführt werden. Die hier erbrachte physikalische Leistung wird dabei ins Verhältnis zu verschiedenen anderen Parametern wie Sauerstoff-Aufnahme, Herzfrequenz, Atem-Volumen, gepumptes Blutvolumen/Zeitspanne (Herzzeitvolumen), Laktat-Konzentration usw. gesetzt. Von der Leistungsdiagnostik ausgehend werden umfangreiche Anregungen zur Trainingsgestaltung entwickelt.

Demgegenüber wird von kritischen Vertretern der Trainingslehre und Sportwissenschaft eingewandt, dass es hierbei zu einer Überbetonung der physikalischen Aspekte der Leistungserbringung kommt. Während im weiteren Sinne leistungsbestimmende Faktoren wie Erholungsfähigkeit, Laktatabbau und dergleichen durchaus einbezogen werden können, werden wesentliche Aspekte wie Willenskraft, „Tagesform“ usw. nicht berücksichtigt. Diese psychologischen Merkmale sind Gegenstand sportpsychologischer Forschung und haben zur Entwicklung sportspezifischer psychologischer Testverfahren wie z. B. des SOQ-d (Elbe et al., 2005), des AMS-Sport (Elbe, 2004) oder des Sportbezogenen Leistungsmotivationstests SMT (Frintrup & Schuler, 2007) geführt.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Alois Kogler: Die Kunst der Höchstleistung. Sportpsychologie, Coaching, Selbstmanagement, Wien: Springer 2006, ISBN 3-211-29129-6