Leuterschach

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Wappen

Leuterschach (mundartlich: Luttrschach) ist ein Ortsteil von Marktoberdorf und eine Gemarkung im Landkreis Ostallgäu.

Das Pfarrdorf liegt rund fünf Kilometer südlich der Stadtmitte und hat etwa 1150 Einwohner. Auf der ungefähr 15 km² großen Gemarkung Leuterschach liegen das Pfarrdorf und die Dörfer Ronried und Schwenden.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die bis dahin eigenständige Gemeinde Leuterschach wurde im Zuge der Gebietsreform in Bayern am 1. Mai 1978 in die Kreisstadt Marktoberdorf eingemeindet.[1]

Ronried und Leuterschach
Leuterschach von Osten
Leuterschach von Süden

Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Ort gibt es zwei Kirchen, zwei Wirtshäuser, einen Lebensmittelladen und mehrere Industriebetriebe.

Industrie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einfahrt der Braustätte Allgäuer Brauhaus

Der bekannteste dieser Betriebe ist die ehemalige Sailerbrauerei, jetzt eine Braustätte der zur Radeberger Gruppe der Dr. August Oetker gehörenden Allgäuer Brauhaus, in der die bundesweit vertriebene Biermarke Altenmünster gebraut wird. Weitere Betriebe sind der Kunststoffverarbeiter Klinkau GmbH & Co. (Filtrationssysteme) und ein Standort der Schwabacher Maschinenfabrik Niehoff.

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Volksschule des Stadtteiles gehört zum Grundschulverband Leuterschach-Wald mit Sitz in Marktoberdorf.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Leuterschach hat einen Haltepunkt an der Bahnstrecke Biessenhofen–Füssen.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Natur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Landschaftlich ist der Durchbruch der Wertach zwischen Leuterschach und Görisried von Bedeutung. Der Fluss hat sich hier 70 Meter tief in einen Molasserücken eingeschnitten. Nördlich von Leuterschach mündet die Lobach in die Wertach.

Gebäude[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Eine abgegangene Burg der Herren von Leuterschach, erstmals 1289 erwähnt, liegt rund 500 Meter südlich der Kirche von Leuterschach bei Ronried.
  • Die Pfarrkirche St. Johann Baptist wurde um 1692/1693 erbaut. Der heutige Kirchturm wurde 1727 nach Plänen des bekannten Barockbaumeisters Johann Georg Fischer errichtet. 1737 wurde die Kirche neu stuckiert und freskiert. Das Deckenfresko im Langhaus stammt von Johann Martin Zick (1684–1753) und zeigt die Enthauptung Johannes des Täufers. Weitere Kirchenrenovierungen erfolgten 1950 und 1992/1993.
  • Der Pfarrhof in Leuterschach aus dem Jahr 1762 stammt von Franz Xaver Kleinhans.
  • Die Kirche St. Magnus wird erstmals Ende des 15. Jahrhunderts als Kapelle erwähnt. Aus der Legende, dass der heilige Magnus von Füssen (Sankt Mang), der „Apostel des Ostallgäus“, auf seinem Weg von Füssen nach Kempten bei der Kapelle eine Rast eingelegt habe, entwickelte sich eine rege Wallfahrt. Daher wurde die Kirche 1681 vergrößert. Im ersten Drittel des 18. Jahrhunderts erhielt sie ihre barocke Innenausstattung. Seit 2010 wird sie aufgrund starker Schäden in mehreren Bauabschnitten komplett saniert.
  • Die Kindle-Kapelle liegt auf einer Anhöhe etwas außerhalb von Leuterschach Richtung Ettwiesen.
  • Die Bergmühle (früher Haus Nr. 32 „Berkmühle“) war bis 1911 als Mahlmühle in Betrieb.
  • Die Schlegelmühle (Mahlmühle) war bis 1998 in Betrieb.
Liste der Baudenkmäler in Leuterschach

Brauchtum[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es gibt auch einen Maibaum in Ronried.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Andreas Bergmüller (* 23. September 1661 in Leuterschach; † 29. April 1748 in Türkheim), Tischler, Schreiner und Kunsthandwerker
  • Johann Bergmüller (* 5. Mai 1657 in Leuterschach; † 1. Januar 1737 in Türkheim), Kistler, Tischler, Schreiner, Menuisier und Kunsthandwerker
  • Clemens (Clemente) Geiger (* 27. Januar 1900 in Fechsen; † 14. Juni 1995), von 1948 bis 1971 erster Titularbischof von Olena, nach seinem Rücktritt Bischofsprälat von Xingu im brasilianischen Bundesstaat Pará[2]
  • Magnus Anton Reindl (1832–1896), Pfarrer, Domdekan, Reichstags- und Landtagsabgeordneter

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Leuterschach – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 779.
  2. http://www.apostolische-nachfolge.de/nekrolog_1995.htm

Koordinaten: 47° 45′ N, 10° 34′ O