Ligabue

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Dieser Artikel behandelt den italienischen Musiker Luciano Ligabue; für andere Personen mit demselben Namen siehe Ligabue (Begriffsklärung).
Luciano Ligabue

Luciano Ligabue (* 13. März 1960 in Correggio, Emilia-Romagna), Künstlername Ligabue, ist ein italienischer Rockmusiker, Cantautore, Schriftsteller und Regisseur. Seine musikalische Karriere begann er 1990, stilistisch verbindet er die italienische Liedermacher-Tradition mit Rockmusik. Er gilt als einer der wichtigsten Rockmusiker Italiens,[1] „ein Rockstar in jeder Hinsicht, neben Vasco Rossi der einzige in Italien“.[2] 2004 wurde ihm die Ehrendoktorwürde in Editoria, comunicazione multimediale e giornalismo (Verlagswesen, Multimedia-Kommunikation und Journalismus) der Universität Teramo zuteil.[3]

Karriere[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ligabue im Jahr 1991

Ligabue absolvierte eine Ausbildung zum Buchhalter und betätigte sich danach in diversen Jobs, etwa als Tagelöhner oder als DJ, und war auch Gemeinderat von Correggio. 1988 schrieb er für Pierangelo Bertoli das Lied Sogni di rock ’n’ roll, das dieser auf dem Album Tra me e me veröffentlichte. Mit dem Gewinn im örtlichen Musikwettbewerb Terremoto Rock hatte er die Möglichkeit, seine erste eigene Single aufzunehmen, Bar Mario / Anime in plexiglass. Zusammen mit Figlio d’un cane, erneut geschrieben für Bertoli, landeten die Lieder 1990 auf Ligabues selbstbetiteltem Studioalbum. In diesem Jahr wurde er für das Lied Balliamo sul mondo bei Festivalbar als bester Newcomer ausgezeichnet. Mit der Gruppe ClanDestino ging er im Anschluss auf Tournee.

Bis 1993 setzte Ligabue seine Livetätigkeit fort und brachte zwei weitere Alben heraus, Lambrusco coltelli rose & pop corn und Sopravvissuti e sopravviventi. Danach trennte er sich von seinem Manger Angelo Carrara und nach dem nächsten Album A che ora è la fine del mondo? auch von ClanDestino. Zusammen mit Valerio Soave gründete er das Label Mescal, zog sich allerdings selbst rasch wieder daraus zurück. Mit dem Album Buon compleanno Elvis gelang Ligabue 1995 ein Nummer-eins-Album und damit der endgültige Durchbruch. Auch die Tournee war ein enormer Erfolg und 1997 erschien das Livealbum Su e giù da un palco, das ebenfalls Platz eins der Charts erreichte. In diesem Jahr veröffentlichte er auch das Buch Fuori e dentro il borgo, eine Sammlung von Erzählungen. 1998 verarbeitete Ligabue das Buch teilweise im Film Radiofreccia, seinem Regiedebüt, das u. a. mit drei David di Donatello und zwei Nastri d’Argento prämiert wurde.

Zusammen mit Jovanotti und Piero Pelù nahm Ligabue 1999 anlässlich des Kosovokrieges die Charity-Single Il mio nome è mai più zugunsten von Emergency auf, die insgesamt 17 Wochen an der Spitze der italienischen Singlecharts verblieb. Außerdem legte er das nächste Album Miss Mondo vor, das ebenso wie die Single Una vita da mediano ein großer Erfolg war. Es folgte wieder eine ausgedehnte Tournee. Nach einer kurzen künstlerischen Pause veröffentlichte Ligabue 2002 seinen zweiten Film Da zero a dieci. Der Titelsong Questa è la mia vita war ein Nummer-eins-Hit und ging dem nächsten Album Fuori come va? voraus. Aus der anschließenden Tournee ging das Livealbum Giro d’Italia hervor, das erneut die Chartspitze erreichen konnte.

Im Jahr 2004 trat Ligabue wieder als Autor in Erscheinung und veröffentlichte den dystopischen Roman La neve se ne frega. 2005 veranstaltete er am Flugplatz Reggio Emilia das Campovolo-Konzert vor etwa 170.000 Zuschauern, bei dem auch ClanDestino wieder anwesend waren, und veröffentlichte danach das neue Album Nome e cognome. Über das ganze folgende Jahr verteilt gab er weitere Konzerte in ganz Italien, außerdem erschien mit Lettere d’amore nel frigo, einer Sammlung von Gedichten, auch ein weiteres Buch. Für Elisa schrieb er das Lied Gli ostacoli del cuore, an dem er sowohl als Gastsänger wie auch als Regisseur des Musikvideos beteiligt war. Zwischen 2007 und 2008 setzte er seine Livetätigkeit fort und veröffentlichte ein zweiteiliges Best-of-Album: Prima parte und Seconda parte. Mit der Single Niente paura landete er außerdem einen weiteren Nummer-eins-Hit.

Auftritt 2009

Das Livealbum Sette notti in Arena (2009) dokumentierte eine siebenteilige Konzertreihe in der Arena von Verona 2008 und überbrückte die Wartezeit auf das nächste Studioalbum Arrivederci, mostro!, das 2010 erschien und vom Nummer-eins-Hit Un colpo all’anima eingeleitet wurde. Im Dokumentarfilm Niente paura von Piergiorgio Gay spielten Ligabue und seine Musik eine tragende Rolle. Nach einem weiteren Campovolo-Konzert veröffentlichte der Musiker das dreiteilige Livealbum Campovolo 2.011 sowie den Konzertfilm Campovolo – Il film 3D. Mit Il rumore dei baci a vuoto erschien 2012 eine neue Sammlung von Erzählungen, 2013 folgte das nächste Studioalbum Mondovisione mit der erfolgreichen Single Il sale della Terra, die auch von Benny Benassi geremixt wurde. Aus der ausgedehnten Tournee ging 2015 ein weiteres Livealbum, Giro del mondo, hervor. Außerdem gab es ein drittes Campovolo-Konzert.

Im Jahr 2016 veröffentlichte Ligabue seine nächste Sammlung von Erzählungen, Scusate il disordine. Angelehnt an Campovolo trat er später im Jahr an zwei Abenden im Park von Monza im Rahmen des Events Liga Rock Park auf. Dabei kündigte er auch das neue Album Made in Italy an.

Diskografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Studioalben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Titel Chartplatzierungen[4] Anmerkungen
ItalienItalien IT SchweizSchweiz CH
1990 Ligabue WEA
1996 Platz 11 in den FIMI-Charts (46 Wo.)
1991 Lambrusco coltelli rose & pop corn 7
(18 Wo.)
WEA
1996 Platz 21 in den FIMI-Charts (14 Wo.)
1993 Sopravvissuti e sopravviventi 3
(14 Wo.)
WEA
1997 Platz 27 in den FIMI-Charts (10 Wo.)
1994 A che ora è la fine del mondo? 6
(11 Wo.)
WEA
1995 Platz 24 in den FIMI-Charts (6 Wo.)
1995 Buon compleanno Elvis 1
(109 Wo.)
WEA
IT (2015): Gold Gold (25.000+)[5]
1998 Radiofreccia WEA
Soundtrack, Platz eins der Kompilationen-Charts[6]
1999 Miss Mondo 1
(68 Wo.)
WEA
2002 Fuori come va? 1
(66 Wo.)
18
(16 Wo.)
WEA
2005 Nome e cognome 1
(104 Wo.)
20
(4 Wo.)
Warner
2010 Arrivederci, mostro! 1
(122 Wo.)
11
(14 Wo.)
Warner
IT: Diamant Diamant (300.000+)[5]
2013 Mondovisione 1
(88 Wo.)
21
(6 Wo.)
Warner
IT: Siebenfachplatin 7× Platin (350.000+)[5]
2016 Made in Italy 1
(… Wo.)
14
(7 Wo.)
Warner
IT: Dreifachplatin 3× Platin (150.000+)[5]

Livealben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Titel Chartplatzierungen[4] Anmerkungen
ItalienItalien IT SchweizSchweiz CH
1997 Su e giù da un palco 1
(165 Wo.)
WEA
IT (2013): Platin Platin (60.000+)[5]
2003 Giro d’Italia 1
(78 Wo.)
96
(1 Wo.)
WEA
IT (2012): Gold Gold (30.000+)[5]
2009 Sette notti in Arena 2
(85 Wo.)
85
(1 Wo.)
Warner
IT: Zweifachplatin 2× Platin (120.000+)[5]
2011 Campovolo 2.011 1
(99 Wo.)
Warner
IT: Dreifachplatin 3× Platin (150.000+)[5]
2015 Giro del mondo 1
(70 Wo.)
28
(2 Wo.)
Warner
IT: Zweifachplatin 2× Platin (100.000+)[5]

Kompilationen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Titel Chartplatzierungen[4] Anmerkungen
ItalienItalien IT SchweizSchweiz CH
2007 Primo tempo 1
(227 Wo.)
49
(6 Wo.)
WEA
2008 Secondo tempo 1
(216 Wo.)
26
(9 Wo.)
WEA

Platzierungen in den Singlecharts[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Titel
Album
Chartplatzierungen[7] Anmerkungen
ItalienItalien IT SchweizSchweiz CH
1999 Il mio nome è mai più 1
(33 Wo.)
(mit Jovanotti und Piero Pelù als LigaJovaPelù)
Una vita da mediano
Miss Mondo
3
(11 Wo.)
2002 Questa è la mia vita
Fuori come va?
1
(14 Wo.)
2006 Happy Hour
Happy Hour
10
(16 Wo.)
2008 Niente paura
Primo tempo
1
(11 Wo.)
IT (2014): Gold Gold (15.000+)[5]
Certe notti
Primo tempo
14
(3 Wo.)
von Buon compleanno Elvis (1995)
IT (2016): Platin Platin (50.000+)[5]
Urlando contro il cielo
Primo tempo
29
(1 Wo.)
von Lambrusco coltelli rose & pop corn (1991)
IT (2014): Gold Gold (15.000+)[5]
Buonanotte all’Italia
Primo tempo
22
(13 Wo.)
Il centro del mondo
Secondo tempo
3
(17 Wo.)
Il mio pensiero
Secondo tempo
6
(18 Wo.)
2009 Sulla mia strada
Sette notti in Arena
16
(3 Wo.)
von Miss Mondo (1999)
2010 Un colpo all’anima
Arrivederci, mostro!
1
(28 Wo.)
IT: Platin Platin (30.000+)[5]
Ci sei sempre stata
Arrivederci, mostro!
24
(15 Wo.)
IT: Gold Gold (15.000+)[5]
Quando canterai la tua canzone
Arrivederci, mostro!
46
(14 Wo.)
La linea sottile
Arrivederci, mostro!
36
(3 Wo.)
2011 Il meglio deve ancora venire
Arrivederci, mostro!
29
(10 Wo.)
Il peso della valigia
Arrivederci, mostro!
42
(15 Wo.)
Ora e allora
Campovolo 2.011
7
(12 Wo.)
IT: Gold Gold (15.000+)[5]
M’abituerò
Campovolo 2.011
22
(19 Wo.)
IT: Gold Gold (15.000+)[5]
Sotto bombardamento
Campovolo 2.011
45
(16 Wo.)
2013 Il sale della Terra
Mondovisione
2
(23 Wo.)
IT: Platin Platin (30.000+)[5]
Il sale della Terra 53
(1 Wo.)
(Ligabue vs. Benny Benassi)
Tu sei lei
Mondovisione
4
(22 Wo.)
IT: Platin Platin (30.000+)[5]
Per sempre
Mondovisione
24
(18 Wo.)
IT: Gold Gold (15.000+)[5]
La neve se ne frega
Mondovisione
63
(1 Wo.)
Sono sempre i sogni a dare forma al mondo
Mondovisione
46
(10 Wo.)
IT: Gold Gold (25.000+)[5]
2013 Siamo chi siamo
Mondovisione
38
(15 Wo.)
IT: Gold Gold (15.000+)[5]
Ciò che rimane di noi
Mondovisione
91
(1 Wo.)
Il volume delle tue bugie
Mondovisione
100
(1 Wo.)
2014 Il muro del suono
Mondovisione
48
(18 Wo.)
IT: Gold Gold (15.000+)[5]
Alice
Vivavoce
38
(4 Wo.)
(Francesco De Gregori feat. Ligabue)
2015 C’è sempre una canzone
Giro del mondo
24
(15 Wo.)
IT: Gold Gold (25.000+)[5]
A modo tuo
Giro del mondo
58
(11 Wo.)
IT: Gold Gold (25.000+)[5]
Non ho che te
Giro del mondo
80
(10 Wo.)
IT: Gold Gold (25.000+)[5]
2016 G come giungla
Made in Italy
30
(… Wo.)
IT: Gold Gold (25.000+)[5]
  • Piccola stella senza cielo (2003) – IT (2015): Platin Platin (30.000+)[5]
  • Ho messo via (1993) – IT (2014): Gold Gold (15.000+)[5]
  • Gli ostacoli del cuore – IT (2017): Gold Gold (25.000+)[5]

Filmografie (Regie)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1998: Radiofreccia
  • 2002: Da zero a dieci

Bibliografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Luciano Ligabue – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Belege[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Ligabue, Luciano. In: Lessico del XXI Secolo (2013). Treccani, abgerufen am 13. November 2016 (italienisch).
  2. Enrico Deregibus (Hrsg.): Dizionario completo della Canzone Italiana. Giunti Editore, Mailand 2006, ISBN 978-88-09-75625-0, Ligabue, S. 260 f.
  3. Laurea honoris causa a Luciano Ligabue. Universität Teramo, 28. Mai 2004, abgerufen am 13. November 2016 (italienisch).
  4. a b c Chartquellen (Alben):
    • M&D-Chartarchiv. Musica e dischi, abgerufen am 10. November 2016 (italienisch, kostenpflichtiger Abonnement-Zugang; IT bis 1995).
    • Guido Racca & Chartitalia: Top 100 FIMI Album. Lulu, 2013, S. 128 (IT 1995–2012).
    • Alben von Ligabue. In: Italiancharts.com. Hung Medien, abgerufen am 10. November 2016 (IT seit 2000).
    • Alben von Ligabue. In: Hitparade.ch. Hung Medien, abgerufen am 10. November 2016 (CH).
  5. a b c d e f g h i j k l m n o p q r s t u v w x y z aa ab ac Certificazioni Ligabue. FIMI, abgerufen am 27. Februar 2017.
  6. Laura Pausini e ‘Radiofreccia’ in testa alle hit parade. In: Rockol.it. 26. Oktober 1998, abgerufen am 13. November 2016 (italienisch).
  7. Chartquellen (Singles):
    • Guido Racca & Chartitalia: Top 100 FIMI Singoli. Lulu, 2013, S. 111 f. (IT 1997–2012).
    • Archivio classifiche Top Digital. FIMI, abgerufen am 10. November 2016 (IT seit 2008).