Elisa (italienische Sängerin)

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Elisa Toffoli 2008

Elisa Toffoli (* 19. Dezember 1977 in Triest) ist eine italienische Sängerin und Songwriterin, die als Künstlerin unter dem Namen Elisa bekannt wurde. Im Jahr 2001 gewann sie das Sanremo-Festival, allerdings hatte die Sängerin auch internationale Erfolge.

Leben und Karriere[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Anfänge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Elisa Toffoli wurde in Triest geboren und wuchs in Monfalcone (Gorizia), einem kleinen Ort im Nordosten Italiens an der Grenze zu Slowenien, auf. Bereits als Kind zeigte sie großes Interesse für die Kunst: sie tanzte, malte, spielte im Theater und schrieb Kurzgeschichten. Ihre Liebe zur Kunst wurde noch größer, als sie sowohl Rudyard Kiplings Gedichte als auch die Liedtexte vom Doors-Frontmann Jim Morrison entdeckte. Bald wurde ihr aber klar, dass Musik ihr Weg war: Schon mit elf Jahren schrieb sie ihren ersten Songtext und die erste Melodie. Einige Jahre später, als ihr Interesse für die Musik konkret wurde, begann Elisa, mit verschiedenen örtlichen Bands aufzutreten und wurde so schnell in die Welt der Musik eingeführt.

Als Elisa 16 Jahre alt war, bekam Caterina Caselli, die Inhaberin der Plattenfirma Sugar, eine Demoaufnahme von ihr und erkannte Elisas Talent. Sie arrangierte sofort eine Reise für sie in die USA, um Elisas Englisch zu verbessern und ihr erstes Album Pipes & Flowers aufzunehmen. Das Album wurde von Corrado Rustici (Whitney Houston, Zucchero) produziert und schließlich im September 1997 von Casellis Plattenfirma veröffentlicht. Die Kritik und das Publikum waren von der jungen Sängerin sehr beeindruckt. Das Debütalbum wurde später in anderen europäischen Ländern veröffentlicht. In Italien bekam das Album viele Auszeichnungen von der Kritik, wie die Targa Tenco 1998 für das beste Debüt und den italienischen Musikpreis PIM. Zusätzlich erhielt Elisa das Angebot von Eros Ramazzotti, seine Konzerte durch ganz Europa als Opening Act zu eröffnen und sie nutzte diese Gelegenheit.

Durchbruch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Sängerin 2007

In den Jahren 2000 und 2001 veröffentlichte Elisa zwei Alben: Asile’s World und Then Comes the Sun. Asile’s World war mit experimentellen elektronischen Arrangements ein deutlicher Schritt weg von dem Debüt; das Album entstand in Zusammenarbeit mit verschiedenen Produzenten. Die zweite Auflage enthielt schließlich einen der größten Hits Elisas – ihr erstes Lied auf Italienisch: Luce (tramonti a Nord Est), das bereits unter dem ursprünglichen englischen Titel Come Speak to Me bekannt war. Der italienische Text stammte von Zucchero, Elisa gelang mit dem Lied 2001 der Sieg beim Sanremo-Festival.

Das dritte Album zeigte wiederum eine Rückkehr zu traditionelleren Arrangements und war von der Zusammenarbeit mit Corrado Rustici geprägt. Eine Elisa genannte internationale CD mit Liedern ihrer ersten drei Alben wurde 2002 in mehr als 20 Ländern veröffentlicht. Ihr viertes Album Lotus erschien 2003, gefolgt von einer Tournee durch Theater in Italien. Das Hauptthema der CD sowie der Tournee unterschied sich sehr von den vorangegangenen Alben. Es handelte sich um akustische Versionen einiger ihrer älteren sowie um einige neue akustische Lieder, inklusive Coverversionen von Leonard Cohens Hallelujah und Lou Reeds Femme Fatale. Lotus wurde mehr als 300.000-mal verkauft.

2005 flog Elisa nach Los Angeles, um ihr fünftes Album aufzunehmen, das nun von Glen Ballard (Alanis Morissette, Anastacia, Christina Aguilera) produziert werden sollte. Das Ergebnis war Pearl Days – in Zusammenarbeit mit dem Schlagzeuger Matt Chamberlain (Tori Amos, Macy Gray) und den Gitarristen Tim Pierce (Phil Collins, Rod Stewart) und Michael Landau (Seal, Miles Davis). Zusätzlich sang sie auf der Abschlussfeier der Olympischen Winterspiele in Salt Lake City, sang im Duett mit Luciano Pavarotti für Pavarotti & Friends, spielte die Hauptrolle in Giovanni Sollimas Oper Ellis Island und nahm ein Duett mit Tina Turner auf (Teach Me Again), mit dem von Elisa verfassten Liedertext für den Dokumentarfilm All the Invisible Children (Alle Kinder dieser Welt); einer Zusammenarbeit von verschiedenen Regisseuren wie unter anderem Spike Lee und John Woo.

Im Spätjahr 2006 erschien in Italien das Album Soundtrack ’96-’06, eine Kompilation der Hit-Singles ihrer zehnjährigen künstlerischen Karriere. Das Album enthält vier neue Lieder, drei davon auf Italienisch. Sie sang während der Abschlusszeremonie der Olympischen Winterspiele 2006 in Turin das Lied Luce. Weniger als sechs Monate später zog sich Elisa ins Studio zurück, um an einer weiteren internationalen Veröffentlichung zu arbeiten, die Caterpillar genannt wurde und viele Lieder von Soundtrack ’96-’06 enthält. Das Album erschien am 20. Juli 2007 in verschiedenen europäischen Ländern. Die erste Single (Stay) ist ihrem Vater gewidmet.

Elisa als Teil der Amiche per l’Abruzzo mit Fiorella Mannoia, Laura Pausini, Gianna Nannini und Giorgia

Am 5. Juli 2007 trat Elisa im Teatro del Silenzio im Rahmen eines Konzertes von Andrea Bocelli auf und sang mit ihm das Lied La voce del silenzio. Am 16. November 2007 wurde in Italien das Live-Album „Soundtrack ’96-’06 Live“ veröffentlicht, das auch eine DVD zu einem Konzerts der Tour enthält. Ende 2009 wurde die erste Tochter Elisas geboren, der Vater war der Gitarrist Andrea Rigonat, der auch an Elisas nächstem Album Heart beteiligt war. Es enthält italienisch und englisch gesungene Titel, darunter eine Version des Tears-for-Fears-Hits Mad World aus dem Jahr 1982. Zur Unterstützung der Opfer des Erdbebens von L’Aquila war Elisa 2009 auch Teil der Amiche per l’Abbruzzo (Gruppe von 90 italienischen Sängerinnen, u. a. mit Laura Pausini, Gianna Nannini, Fiorella Mannoia und Giorgia), die ein Charitykonzert in San Siro gaben.

Die Single Nostalgia leitete 2010 das nächste Album Ivy ein. 2012 war Elisa mit Ancora qui auf dem Soundtrack zu Quentin Tarantinos Django Unchained vertreten. Am 20. März 2013 brachte Elisa ihren Sohn zur Welt und noch im gleichen Jahr erschien ein neues Album namens L’anima vola, das erstmals komplett auf Italienisch war. 2014 wurde ein Asteroid nach ihr benannt: (147766) Elisatoffoli.[1]

Nach einer ausgedehnten Tournee beteiligte sich die Sängerin 2015 bei der Castingshow Amici di Maria De Filippi als Expertin und war u. a. für die Band The Kolors verantwortlich, die in diesem Jahr gewann. Ende des Jahres begann sie bereits mit der Arbeit an einem neuen Album, das von Curt Schneider produziert wurde. Nach einem Gastauftritt beim Sanremo-Festival 2016 veröffentlichte Elisa das Album On am 25. März 2016. Auch in diesem Jahr war sie wieder bei Amici tätig, diesmal gemeinsam mit Emma Marrone.

Diskografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Studioalben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Titel Chartplatzierungen[2][3] Anmerkungen
ItalienItalien IT DeutschlandDeutschland DE OsterreichÖsterreich AT SchweizSchweiz CH
1997 Pipes & Flowers
9
(35 Wo.)
300! 300! 300!
Sugar/Universal
2000 Asile’s World
7
(20 Wo.)
300! 300! 300!
Sugar/Universal
2001 Asile’s World (Sanremo Repackaging)
5
(20 Wo.)
300! 300! 300!
Sugar/Universal
Then Comes the Sun
10
(55 Wo.)
300! 300! 300!
Sugar/Universal
2003 Lotus
2
(30 Wo.)
300! 300! 300!
Sugar/Universal
2004 Pearl Days
2
(24 Wo.)
300! 300! 300!
Sugar/Universal
2005 Pearl Days (2005 edition)
16
(25 Wo.)
300! 300! 300!
Sugar/Universal
2009 Heart
1
(47 Wo.)
300! 300! 300!
Sugar/Warner
IT: Zweifachplatin 2× Platin (140.000+)
2010 Ivy
4
(46 Wo.)
300! 300! 300!
Sugar/Warner
IT: Platin Platin (60.000+)
2012 Un giorno questo dolore ti sarà utile
46
(2 Wo.)
300! 300! 300!
Andrea Guerra & Elisa
Soundtrack von Du wirst schon noch sehen, wozu es gut ist
2013 L’anima vola
1
(93 Wo.)
300! 300! 300!
Sugar/Warner
IT: Zweifachplatin 2× Platin (100.000+)
2016 On
1
(… Wo.)
300! 300! 300!
Sugar/Warner
IT: Platin Platin (50.000+)

Livealben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Titel Chartplatzierungen[2] Anmerkungen
ItalienItalien IT DeutschlandDeutschland DE OsterreichÖsterreich AT SchweizSchweiz CH
2007 Soundtrack ’96-’06 Live
11
(29 Wo.)
300! 300! 300!
Sugar/Warner

Kompilationen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Titel Chartplatzierungen[2] Anmerkungen
ItalienItalien IT DeutschlandDeutschland DE OsterreichÖsterreich AT SchweizSchweiz CH
2002 Elisa
300! 300! 300! 84
(3 Wo.)
Sony
2006 Soundtrack ’96-’06
1
(94 Wo.)
300! 300! 58
(10 Wo.)
Sugar/Warner
IT (2011): Gold Gold (30.000+)
2007 Caterpillar
34
(7 Wo.)
300! 300! 300!
Sugar/Warner
2017 Soundtrack ’97-’17
4
(… Wo.)
300! 300! 300!
Sugar
  • Dancing (2008)
  • Steppin’ on Water (2012)

Singles (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Titel
Album
Chartplatzierungen[4] Anmerkungen
ItalienItalien IT DeutschlandDeutschland DE OsterreichÖsterreich AT SchweizSchweiz CH
2000 Gift
Asile’s World
26
(1 Wo.)
300! 300! 300!
2001 Luce (tramonti a Nord Est)
Asile’s World (Sanremo Repackaging)
1
(23 Wo.)
300! 300! 300!
IT (2018): Gold Gold (25.000+)
2002 Rainbow
Then Comes the Sun
5
(17 Wo.)
300! 300! 300!
Time
Then Comes the Sun
46
(2 Wo.)
300! 300! 300!
Come Speak to Me
Elisa
300! 300! 300! 70
(14 Wo.)
2003 Almeno tu nell’universo
Lotus
1
(25 Wo.)
300! 300! 300!
Coverversion, Original von Mia Martini
Broken
Lotus
3
(21 Wo.)
300! 300! 300!
2005 Una poesia anche per te
Pearl Days
2
(28 Wo.)
300! 300! 300!
Swan
Soundtrack ’96-’06
3
(25 Wo.)
300! 300! 300!
2006 Teach Me Again
All the Invisible Children (Soundtrack)
1
(23 Wo.)
43
(6 Wo.)
65
(3 Wo.)
41
(4 Wo.)
(feat. Tina Turner)
Gli ostacoli del cuore
Soundtrack ’96-’06
300! 300! 300! 300!
nur Download, Platz eins der Download-Charts (32 Wo.)[5]
(feat. Ligabue)
IT (2017) Gold Gold (25.000+)
2007 Stay
Soundtrack ’96-’06
300! 300! 300! 300!
nur Download, Platz 11 der Download-Charts (22 Wo.)[5]
2008 Qualcosa che non c’è
Soundtrack ’96-’06
17
(8 Wo.)
300! 300! 300!
2009 Ti vorrei sollevare
Heart
1
(38 Wo.)
300! 300! 300!
(feat. Giuliano Sangiorgi)
IT: Zweifachplatin 2× Platin (60.000+)
2010 Anche se non trovi le parole
Heart
33
(9 Wo.)
300! 300! 300!
Basta così
Casa 69
7
(32 Wo.)
300! 300! 300!
Negramaro mit Elisa
IT: Platin Platin (30.000+)
Nostalgia
Ivy
34
(4 Wo.)
300! 300! 300!
Anche tu, anche se
Ivy
37
(6 Wo.)
300! 300! 300!
(feat. Fabri Fibra)
Ho messo via
Ivy
87
(1 Wo.)
300! 300! 300!
Coverversion, Original von Ligabue
2011 Forgiveness
Ivy
51
(1 Wo.)
300! 300! 300!
Love Is Requited
Steppin’ on Water
37
(11 Wo.)
300! 300! 300!
2012 Eppure sentire (un senso di te)
Steppin’ on Water
52
(3 Wo.)
300! 300! 300!
aus dem Soundtrack zu Handbuch der Liebe 2 (2007)
IT: Platin Platin (50.000+)
Dancing
Then Comes the Sun (2001)
33
(2 Wo.)
300! 300! 300!
2013 Ancora qui
L’anima vola
41
(4 Wo.)
300! 300! 300!
aus dem Soundtrack zu Django Unchained
L’anima vola
L’anima vola
2
(34 Wo.)
300! 300! 300!
IT: Zweifachplatin 2× Platin (60.000+)
Non fa niente ormai
L’anima vola
18
(4 Wo.)
300! 300! 300!
E scopro cos’è la felicità
L’anima vola
60
(1 Wo.)
300! 300! 300!
(feat. Tiziano Ferro)
A modo tuo
L’anima vola
18
(26 Wo.)
300! 300! 300!
IT: Zweifachplatin 2× Platin (100.000+)
2013 Qualcosa che non c’è
Soundtrack ’96-’06 (2006)
92
(1 Wo.)
300! 300! 300!
Ecco che
L’anima vola
22
(13 Wo.)
300! 300! 300!
IT: Gold Gold (15.000+)
2014 One
54
(2 Wo.)
300! 300! 300!
Coverversion, Original von U2
Un filo di seta negli abissi
L’anima vola
39
(19 Wo.)
300! 300! 300!
IT: Gold Gold (15.000+)
Pagina bianca
L’anima vola
87
(1 Wo.)
300! 300! 300!
We Are Incurable Romantics
Stay Gold
29
(7 Wo.)
300! 300! 300!
(Ozark Henry feat. Elisa)
2015 La signora del quinto piano #1522
64
(1 Wo.)
300! 300! 300!
2016 No Hero
On
8
(30 Wo.)
300! 300! 300!
IT: Zweifachplatin 2× Platin (100.000+)
Sorrido già
On
51
(1 Wo.)
300! 300! 300!
(feat. Emma & Giuliano Sangiorgi)
Love Me Forever
On
86
(1 Wo.)
300! 300! 300!
IT: Gold Gold (25.000+)
Bruciare per te
On
93
(3 Wo.)
300! 300! 300!
IT: Gold Gold (25.000+)
2017 Ogni istante
40
(… Wo.)
300! 300! 300!
IT: Gold Gold (25.000+)

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Elisa Toffoli – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Belege[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. (147766) Elisatoffoli in der Small-Body Database des Jet Propulsion Laboratory der NASA am California Institute of Technology (Caltech) in Pasadena, Kalifornien (englisch)
  2. a b c Chartquellen (Alben):
    • Guido Racca & Chartitalia: Top 100 FIMI Album. Lulu, 2013, S. 105 (IT bis 2012).
    • Alben von Elisa. In: Italiancharts.com. Hung Medien, abgerufen am 13. November 2016 (IT ab 2000).
    • Alben von Elisa. In: Hitparade.ch. Hung Medien, abgerufen am 13. November 2016 (CH).
  3. Auszeichnungsarchiv. FIMI, abgerufen am 14. Mai 2018.
  4. Chartquellen (Singles):
  5. a b Guido Racca & Chartitalia: Top 100 FIMI Singoli. Lulu, 2013, S. 174.
  6. Luca Valtorta: Carmen Consoli per le donne, “la mia canzone contro gli stalker”. In: Repubblica.it. Gruppo Editoriale L’Espresso, 28. Mai 2015, abgerufen am 13. November 2016 (italienisch).