Monza

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Monza
Wappen
Monza (Italien)
Monza
Staat Italien
Region Lombardei
Provinz Monza und Brianza (MB)
Lokale Bezeichnung Mùnscia
Koordinaten 45° 35′ N, 9° 16′ OKoordinaten: 45° 35′ 5″ N, 9° 16′ 25″ O
Höhe 162 m s.l.m.
Fläche 33,03 km²
Einwohner 122.955 (31. Dez. 2016)[1]
Bevölkerungsdichte 3.723 Einw./km²
Angrenzende Gemeinden Lissone, Vedano al Lambro, Villasanta, Concorezzo, Muggiò, Cinisello Balsamo, Brugherio, Sesto San Giovanni
Postleitzahl 20900
Vorwahl 039
ISTAT-Nummer 108033
Volksbezeichnung Monzesi
Schutzpatron San Giovanni Battista und San Gerardo dei Tintori
Website www.comune.monza.it

Monza [[ˈmontsa]], im lokalen lombardischen Dialekt Monscia [ˈmũːʃa], lateinisch Modoetia, deutsch veraltet: Montsch, ist eine italienische Gemeinde mit 122.955 Einwohnern (Stand 31. Dezember 2016) nordöstlich von Mailand in der Lombardei und Hauptort der Provinz Monza und Brianza. Nach Mailand und Brescia ist Monza die drittgrößte Stadt der Region Lombardei.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Stadt liegt in der lombardischen Schwemmebene am Südrand der hügeligen Moränenlandschaft der Brianza auf einer Höhe von 162 m. Mailands Zentrum ist etwa 20 Kilometer in südwestlicher Richtung entfernt. Monza wird von Norden nach Süden vom Fluss Lambro durchflossen. Am Nordrand des Stadtkerns wurde der Fluß im 14. Jahrhundert zu Verteidigungszwecken künstlich geteilt, der Nebenarm Lambretto vereinigt sich am Südrand de Stadt wieder mit dem Lambro. Ein weiterer künstlicher Wasserarm ist der Canale Villoresi, gegraben im 19. Jahrhundert, der die Stadt von West nach Ost durchquert.

Klima[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Maxima übersteigen selten 30 C°, die Minima liegen bei −2 C°. Gegenüber der Po-Ebene hat Monza ein leicht kühleres Klima und eine geringere Luftfeuchtigkeit um 70 %. Im Jahr 2000 lag die jährliche Durchschnittstemperatur bei 11,6 °C. (Im Frühling: 14 °C – im Sommer: 18,9 °C – im Herbst: 9,7 °C – im Winter: 4 °C)

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In römischer Zeit ist die Siedlung Moguntiacum bezeugt[2], andere Autoren erwähnen den vicus Modicia. Spuren der Besiedlung reichen aber viel weiter zurück. Monza lag an der Via Spluga oder Via Aurea, einer Konsularstraße, die über Como und den Splügenpass ins Rheintal führte. Im 7. Jahrhundert erlebte die Stadt eine Blüte, als sie Sommerresidenz des Langobardenreichs (mit der Hauptstadt Pavia) wurde. Monza erhielt im Jahr 700 die Stadtrechte.

Die Stadt kam, mit einem großen Spielraum relativer Autonomie, unter die Herrschaft des Heiligen Römischen Reichs und im 11. Jahrhundert in den Bannkreis des Herzogtums Mailand. Im 13. Jahrhundert war Monza ein relativ unabhängiger Stadtstaat, im 14. fiel die Stadt den Visconti zu. Deren Schicksal teilte sie, als sie unter spanische Herrschaft fiel und dann der österreichisch-ungarischen Monarchie einverleibt wurde. 1859 kam Monza zum Königreich Sardinien, das sich 1861 ins Königreich Italien verwandelte. Die erste in Norditalien gebaute Eisenbahnstrecke führte von Mailand nach Monza. Sie wurde am 17. August 1840 eröffnet, bereits 1899 wurde die Linie elektrifiziert.

Am Abend des 29. Juli 1900 wurde König Umberto von Italien in Monza von dem Anarchisten Gaetano Bresci ermordet.

Der Visconti-Turm

Fast alle historischen Bauten der Frühzeit und des Mittelalters sind verschwunden. Eines der wenigen Überbleibsel ist der Visconti-Turm (Torre Viscontea), im frühen 14. Jahrhundert zusammen mit der Stadtmauer und dem Kastell von Galeazzo Visconti errichtet. Das Kastell wurde 1807 geschleift, der Verlauf der Stadtmauern ist nur noch am Grundriss der Altstadt ablesbar. Der Turm am Lambro-Ufer ist gut erhalten, zu sehen sind noch die Öffnungen für die Zugbrücke, ein Biforium und ein spanisches Wappen.

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Stadtwappen besteht aus einem samnitischen Schild von blauer Farbe, in dessen Fläche die Eiserne Krone und darüber das Kreuz von Berengar dargestellt sind. Die in einem Oval umlaufenden Schrift lautet: Est Sedes Italiæ Regni Modœtia Magni (Monza ist der Sitz des großen Reichs Italien). Die Dekoration darunter besteht aus Oliven- und Eichenzweigen, verbunden mit einem blauen Band. Über dem Wappen befindet sich die Stadtkrone.

Verwaltung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bis 2004 gehörte Monza zur Provinz Mailand; seit dem 11. Juni 2004 ist Monza die Hauptstadt der neuen Provinz Monza und Brianza. Bis diese Entscheidung allerdings 2009 vollständig in Kraft trat, wurde Monza meist noch als Teil der Provinz Mailand behandelt.

Monza ist in fünf Verwaltungsbezirke („Circoscrizioni“) unterteilt:

  • Circoscrizione 1 mit den Vierteln Zentrum, San Gerardo und Cristo Re-Libertà;
  • Circoscrizione 2, mit den Vierteln Cederna, Sobborghi-Sant'Ambrogio, Sant'Albino und San Donato-Regina Pacis;
  • Circoscrizione 3, bestehend aus San Rocco und Sant'Alessandro;
  • Circoscrizione 4, umfassend San Giuseppe, San Carlo, Triante und San Fruttuoso;
  • Circoscrizione 5, bestehend aus San Biagio und Cazzaniga.

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ballungsraum nördlich von Mailand, insbesondere zwischen Monza und Lissone, war seit jeher traditionelles Zentrum des Möbelbaus. Viele kleine Handwerker sind hier seit Generationen angesiedelt. Hinzu kommt ein dichtes Netz von Kleinbetrieben und mittelständischen Unternehmen, viele davon produzieren als hochspezialisierte Zulieferbetriebe für Möbelbau, Maschinenbau, die Turiner Autoindustrie (Fiat) und die Textilindustrie.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der innerstädtische öffentliche Personennahverkehr wird ausschließlich mit Bussen (insgesamt sieben Linien) bewältigt. Das Netz der Radwege ist rudimentär, das motorisierte Verkehrsaufkommen extrem hoch.

Am Westrand von Monza entlang führt die „Superstrada“ SS36 von Mailand nach Lecco; die Autobahn A51 („Serenissima“ von Turin nach Venedig) streift den Südrand von Monza, zu ihrer Entlastung wurde eine Tangente im Südwesten von Monza gebaut.

Die Eisenbahnlinie Mailand-Monza-Chiasso (die Gotthardlinie nach Zürich) verzweigt sich in Monza: Ein Ast führt über Lecco ins Veltlin und endet in Sondrio, eine weitere Linie führt über Carnate nach Bergamo. Bis zum Tod von Umberto I. wurde auch ein Bahnhof für die königliche Familie direkt gegenüber der Villa Reale (siehe #Sehenswürdigkeiten) betrieben.

Bis in die Sechzigerjahre war Monza auch das Zentrum eines Netzes von Straßenbahnlinien in die umliegenden Orte. Sie wurden zwischen 1917 und 1966 sämtlich aufgelassen.

Kultur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Monza verfügt über sieben Bibliotheken, die zum Verbund „BrianzaBibliotece“ gehören. Die Mailänder Universität Milano-Bicocca betreibt in Monza die Fakultäten für Medizin und Soziologie.

Bedeutende Bauwerke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dom von Monza
Die Corona ferrea (Eiserne Krone) der Langobarden
Villa Reale in Monza

Ältestes erhaltenes Bauwerk der Stadt ist das sogenannte Arengario, ein bei öffentlichen Anlässen (Gerichtsverhandlungen, Ratsversammlungen, Märkte, Verkündungen städtischer Erlasse etc.) genutzter, repräsentativer Bau aus dem 13. Jahrhundert.

Der Dom von Monza stammt aus dem 13./14. Jahrhundert. Im Dommuseum wird der Domschatz verwahrt. Als historische Kostbarkeit gilt die Eiserne Krone des Langobardenreichs, heute im Altartabernakel der Kapelle der Theudelinde (Cappella di Teodolinda). Mit der Krone, die auch im Wappen der Stadt zu sehen ist, wurden in Monza die lombardischen Könige gekrönt. Mit ihr schmückte sich noch im Jahre 1805 Napoleon I., der einen Sinn für symbolische Handlungen hatte - wie er es bereits ein Jahr zuvor in Notre Dame de Paris mit der französischen Krone getan hatte. Mit dem Evangeliar der Königin Theudelinde von 603 n. Chr. befindet sich ein weiteres Hauptwerk langobardischen Kunsthandwerks im Domschatz.

Die Königliche Villa von Monza (Villa Reale) ist ein in den Jahren 1777–1780 noch im Auftrag der österreichischen Kaiserin Maria Theresia vom kaiserlichen Baumeister Giuseppe Piermarini im klassizistischen Stil erbautes Schloss. Es diente zunächst ihrem Sohn, dem Generalgouverneur der Lombardei, Erzherzog Ferdinand Karl von Österreich-Este neben der Residenz in Mailand als Landsitz (1780–1796). Später war es die Hauptresidenz des napoleonischen Vizekönigs von Italien sowie zusammen mit dem Park ein beliebtes Refugium der italienischen Könige ab 1861. Der Architekt und Entwerfer Gualtiero Galmanini war der Autor der Stadtpläne der Stadt Monza im 20. Jahrhundert.

Museen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Dommuseum
  • Musei Civici: Die Sammlungen sind derzeit (Stand 2018) im neuen Museum „Casa degli Umiliati“ zusammengeführt und umfassen die Werke der Städtischen Pinakothek und des Arengario-Museums.
  • Ethnologisches Museum Monza e Brianza (MEMB)
  • Mulino Colombo (eine ehemalige Mühle am Lambro)

Parks und Freizeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Park von Monza ist einer der größten europäischen von einer Mauer umgebenen Parks, jedenfalls der größte in Italien. Er hat eine Größe von 685 ha und erstreckt sich von der Villa Reale weit nach Norden. Mit seiner Größe stellt er alle römischen Parks und selbst den berühmten Central Park in New York in den Schatten, er ist mehr als zweieinhalb mal so groß. Eine Straße durchquert den Park von West nach Ost. Sie wird Sonntag für den Verkehr geschlossen, wenn Ausflügler aus dem ganzen Ballungsraum Mailand den Park überschwemmen.

Geschichte des Parks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Angelegt wurde der Park als Erweiterung der „Giardini Reali“ (königlichen Gärten) im Auftrag von Eugène de Beauharnais, Stiefsohn Napoleons und Vizekönig Italiens. Der Landschaftsarchitekt war Luigi Canonica; die Arbeiten dauerten von 1806 bis 1808. Nach Napoleons Sturz ging der Park in das Eigentum des österreichischen Staates über, mit der Einigung Italiens in das Eigentum Italiens. König Umberto I. residierte hier oft, aber nach seiner Ermordung mieden die Savoyer Villa und Park. Dieser wurde der „Opera Nazionale Combattenti“ überlassen, dem Hilfswerk für die Veteranen des Ersten Weltkriegs. Das ONC übereignete den Park 1920 einem Konsortium, bestehend aus der Stadt Monza, der Stadt Mailand und der Società Umanitaria. In den Folgejahren wurden einige Konzessionen für Sportanlagen erteilt, 1922 wurde das Autodrom gebaut, im selben Jahr ein Hippodrom, das nicht mehr existiert, 1928 ein Golfplatz angelegt.

Im Inneren des Parks steht eine Reihe kleinerer Villen (darunter die klassizistische Villa Mirabello), der Lambro fließt in Mäandern durch den Park, überquert von vier Brücken.

Grundriss des Autodroms, der immer wieder verändert wurde, hier aus dem Jahr 2000

Sport[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Park von Monza liegt die Rennstrecke Autodromo Nazionale Monza, die seit 1922 Austragungsort des Großen Preises von Italien ist, welcher seit 1950 zur Formel-1-Weltmeisterschaft zählt. Der Lärmteppich in dem dichtbesiedelten Gebiet erstreckt sich über eine Fläche mit einem Radius von etwa 10 km. Der DKW Monza und der Opel Monza wurden nach dieser Rennstrecke benannt. An den Wochenenden können auch Amateure Runden drehen und herausfinden, wie schnell sie sind; an vielen anderen Tagen finden nicht minder lautstarke Reifentests und Motorenprüfungen statt. 2017 wurde das Autodromo in Monza ENI Circuit umbenannt.

Der größte Fußballclub der Stadt, der AC Monza Brianza, spielt derzeit in der Lega Pro Seconda Divisione.

Die wichtigsten weiteren, in Klubs betriebenen Sportarten sind:

  • Volleyball (2 Klubs in Serie A1).
  • Hockey (eine Mannschaft in Serie A1)
  • Reitsport (im Park von Monza)
  • Golf (ein Golfplatz mit 36 Löchern im Park von Monza)
  • Basketball
  • Polo (ein Polo-Feld im Park)
  • Rugby
  • Fechten

und andere

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Monza – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Statistiche demografiche ISTAT. Monatliche Bevölkerungsstatistiken des Istituto Nazionale di Statistica, Stand 31. Dezember 2016.
  2. Johann Georg Graevius: Thesaurus antiquitatum et historiarum Italiae: Ligurum et Insubrum, seu Genuensium et Mediolanensium, Utrecht 1694–1699.